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Antibiotika bei Bronchitis: Kaum Nutzen, aber Nebenwirkungen

CorbisDie meisten Antibiotikarezepte werden in Praxen bei Atemwegsinfekten verschrieben. Dabei lösen in neun von zehn Fällen Viren die Bronchitis aus. Eine Studie zeigt: Das am häufigsten verschriebene Mittel hilft fast nie - verursacht aber Nebenwirkungen. Gesund werden die Patienten von selbst.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...-a-873796.html
  1. #30

    Nein

    Zitat von CancunMM Beitrag anzeigen
    Verwechseln Sie mich ? Habe mit keinem Wort irgendwo geschrieben, dass AB bei bestimmten Infektionen sinnlos oder sinnhaft sind.
    Nein, ich habe Ihrer sarkastischen, aber absolut zutreffenden Feststellung (...die gleiche mickrige Vergütung...) nur hinzufügen wollen, welches Damoklesschwert da über dem Medicus schwebt:

    Bei einem akut fiebernden Patienten können Sie nicht exakt diagnostizieren, erfahrungsgemäß muss man aber häufig mit einer Mischinfektion rechnen. Das kann durchaus ganz schnell ganz gefährlich werden.
    Und um den Erreger nachzuweisen ist eigentlich nie Zeit.

    Ein Artikel dazu mit dem Tenor "...obwohl man weiß..." ist in diesem Zusammenhang eigentlich fast ein Skandal.
  2. #31

    ............

    Es könnte sinnvoll sein, diese Diskussion auf die eigentlichen Probleme zu erweitern.
    Die Zahl der Antibiotika-Innovationen ist in den letzten Jahren
    sehr stark zurück gegangen und dabei sind die wirklichen Verbesserungen hinsichtlich dem Wirkungsumfang fast nur noch als marginal zu bezeichnen.
    Die Antibiotikatherapie als solche ist damit schon erheblich an ihre Grenzen gestossen.
    Diese Tatsache ist eigentlich das wirklich Bedenkliche.

    Wenn Ärzte also immer wieder auf ältere Substanzen zurück greifen (müssen) , ist das in sehr vielen Fällen nur sinnvoll. Der Zugriff immer auf die neuesten Präparate sollte den Kliniken für gezielten Einsatz nach Keim- und Resistenzbestimmung vorbehalten bleiben.

    Was die Resistenzentwicklung bei sog.'Reserveantibiotika anbelangt, so muss der Politik ( der EU!) hier eine wesntliche Schuld zugesprochen werden.

    In Dänemark wurden und nicht nur dort wurde jahrelang Vancomycin tonnenweise in der Schweinezucht bzw. Mast verfüttert, ohne dass die Politik irgend etwas dagegen getan hätte.
    Man hat sich viel lieber um den Krümmungsradius der Gurke gekümmert.

    Die wissenschaftliche Begleitung der ärztlichen Antibiotikatherapie
    ist sehr wichtig. Das muss nicht heissen, dass der Arzt 'Wissenschaft' auf dem Antiniotikagebiet betreibt, sondern dass er eben lediglich die Erkenntnisse der Wissenschaft umsetzen muss.

    Und niemand wird wohl ernsthafr bestreiten, dass die Wissenschaft
    hier schon Ausserordentliches geleistet hat.

    Und diese Wissenschaft ist etwas ganz anderes als 'eigene Erfahrungen mit Selen oder mit'Silber'. Wer sich darauf verlässt,
    kan nur von Glück reden, dass er noch nicht von wirklich gefährlichen Erregern oder Viren befallen wurde.


    Es gibt bestimmte Berufsgruppen, die in den Medien regelmässig
    beschimpft und verunglimpft werden. Wahrscheinlich geschieht das mehr aus ideologische und politischer Motivation heraus.
  3. #32

    Zitat von wrtlbrmft Beitrag anzeigen
    Nein, ich habe Ihrer sarkastischen, aber absolut zutreffenden Feststellung (...die gleiche mickrige Vergütung...) nur hinzufügen wollen, welches Damoklesschwert da über dem Medicus schwebt:

    Bei einem akut fiebernden Patienten können Sie nicht exakt diagnostizieren, erfahrungsgemäß muss man aber häufig mit einer Mischinfektion rechnen. Das kann durchaus ganz schnell ganz gefährlich werden.
    Und um den Erreger nachzuweisen ist eigentlich nie Zeit.

    Ein Artikel dazu mit dem Tenor "...obwohl man weiß..." ist in diesem Zusammenhang eigentlich fast ein Skandal.
    ok dann habe ich es falsch verstanden. Es ist ja immer so, das Medizin von einigen als Wissenschaft wie Physik oder Chemie angesehen wird oder der menschliche Körper einer Maschine analog gesetzt wird. Man hat das Symptom, daraus folgt diese Erkrankung und man therapiert dann so. Aber so funktioniert Medizin nicht. Es hat eben viel mit Empirie zu tun. Und ein Husten, der harmlos anfängt kann im Verlauf eben doch der Beginn einer Pneumonie oder eines Keuchhusten (dieses Jahr schon 3 Pat.) sein. Oder ein heftiger, trockener Husten ist eben doch viral. Vieles macht man nach Erfahrung und persönlicher Einschätzung. Leitlinien sind eben nur Leitlinien und keine Dogmen.
  4. #33

    Zitat von lupenrein Beitrag anzeigen
    ..Da steht der Arzt jetzt in vielen Fällen bei Atemwegsinfektionen vor einem doppelten Dilemma: soll er jetzt gar nichts mehr geben ?
    Ein AB ist immer richtig, denn Bakterien machen den Viren den Weg
    frei.
    Zitat von lupenrein Beitrag anzeigen
    ..
    ..Der Wettlauf Antiinfektiva gegen Krankheitserreger ist eben noch lange nicht gewonnen.....
    Es besteht offensichtlich kein Bedarf den Wettlauf anzutreten, denn es gibt schon seit Jahren keine neuen ABs mehr.
  5. #34

    Das stimmt so nicht....

    ....richtig ist, dass Antibiotika in den meisten Fällen gegen Viren direkt unwirksam sind. Aber: Die Virusinfektion schädigt die Zellen der Atemwege und natürlich auch derLunge. Diese Schädigung öffnet dann allen Bakterien Tür und Tor. Dementsprechend ist es absolut sinnvoll, bei Virusinfektionen, die mit Bronchitis und Co verbunden sind, Antibiotika zu nehmen. Im Übrigen ist Amoxicillin nicht für das sonst allgemein diskutierte Resistenzproblem verantwortlich.
  6. #35

    Zitat von alibaba2010 Beitrag anzeigen
    behindern oftmals eine adäquate Therapie. Das ist das eigentliche Problem.
    Das eigentliche Problem ist die Verteufelung und falscher Einsatz von AB.
    Wenn ein Arzt zu viel AB verschreibt, bekommt er Probleme mit der Kasse.
    Es wird daher oft viel zu kurz und zu niedrig dosiert AB eingesetzt.
    Viele mit AB behandelbare Krankheiten, wie z.B. Gelenkbeschwerden, Asthma, Bluthochdruck, MS , MB und MC werden statt dessen haeufig mit hohen Kortisongaben behandelt, welche die Immunabwehr absenken und daher kontraproduktiv bei Infektionen sind.
    Wenn schon Kortison verabreicht wird, sollte auch immer ein AB zur Profilaxe genommen werden.
    Vor allem sollte so lange mit AB behandelt werden, bis die Beschwerden ganz verschwunden sind, auch wenn es Jahre dauert.
    Setzt man vorher ab, bleiben einige der widerstandsfaehigsten Staemme erhalten und koennen sich wieder vermehren, wie die Unkrautsamen im Garten.
    Durch die Erhoehung der Anzahl dieser Bakterien steigt auch die Wahrscheinlichkeit einer Mutation extrem an.
    Daher sollte man niemals Pausen mit AB machen, bis alle Beschwerden verschwunden sind.
    Zitat von alibaba2010 Beitrag anzeigen

    Einem Arzt, dem auf der Uni jahrelang ein Elitedenken eingebleut eingebleut wurde ist außerstande zuzugeben, dass er nicht allwissend ist.
    Richtig! Wenn er nicht mehr weiter weiss, erfindet er solche Kunstwoerter wie "Autoimmunerkrankung", damit der Patient nicht denkt, der Arzt ist ahnungslos.
    Der Medizinman in Afrika wuerde es "Boeser Geist" nennen, aber das klingt bei uns nicht so gut.
    Viele "Autoimmunerkrankungen" sind nur verschleppte Infektionen, die nur durch falschen AB-Einsatz verursacht werden.
    Zitat von alibaba2010 Beitrag anzeigen
    ... .: Schon jetzt sind Antibiotikaresistenzen an der Tagesordnung und wenn es kein Wunder gibt, sind Millionen von Toten vorprogrammiert, weil Antibiotika durch ihren übermässigen Einsatz ihre Wirkung verlieren.
    Die einzige Loesung gegen Resistenzen ist der richtige Umgang mit AB, d.h. kein Einsatz in der Massentierhaltung und solange mit AB behandeln, bis alle Beschwerden verschwunden sind, auch wenn es Jahre dauert.
    Heute werden 99% der produzierten AB nur fuer profilaktische Niedrigdosen in der derTiermast misbraucht, der Mensch bekommt es aber wegen Verschreibungsrichtlinien nicht, selbst wenn er es braucht.
    Zitat von alibaba2010 Beitrag anzeigen

    Lösung: Intensiv nach einem Arzt suchen, der sich noch als "Heiler" versteht und nicht als Büttel der Krankenkassen sein Einkommen durch Igelleistungen optimiert.
    Loesung:
    Jeder ist selber sein bester Arzt, nieder mit der Verschreibungspflicht!
    Aerzte sind absolut keine Garantie fuer eine korrekte Behandlung.
    Das heutige System belohnt den schlechtesten Arzt, was auch der Grund fuer die Verteufelung von AB ist.
    Je weniger AB, umso mehr Patienten und umso hoeher der Umsatz.
    Ich weiss wovon ich rede, denn seit dem ich, als Rheumatiker mit diversen anderen Nebenkrankheiten, nicht mehr zum Arzt gehe´und mir selber meine AB aussuche und dosiere, geht es mir, nach 35 Jahren Quaelerei und Fehlbehandlung, endlich wieder richtig gut.
  7. #36

    optional

    Um mal ein wenig die Verwirrung aufzuklären:
    Es gibt Menschen, die zu bakteriellen Infektionen neigen oder solche haben und dann sind Antibiotika natürlich erforderlich. Allerdings sind die meisten Erkrankungen den Luftwege eben viral. Und weder gegen Adenoviren, Coronaviren oder sonstigen viralen Erregern in diesem Bereich gibt es Medikamente. Mittlerweile ist ja sogar Tamiflu als Influenza-Virus-Medikament aufgrund der Debatte um zurückgehaltene Studienergebnisse durch Roche in der Kritik ...
    Woran erkennt man, ob eine bakterielle Erkrankung vorliegt: durch Blutbild am sichersten, aber auch ziemlich zuverlässig durch Fragen wie "Wenn sie sich die Nase putzen, ist der Rückstand dann gefärbt oder klar?" oder "Wenn sie Auswurf haben, ist dieser dann klar oder ... gelb, grün etc.?". Normalerweise sind solche Körpersekrete farblos, Viren beeinflussen diese auch nicht (ausser es kommt durch Gewebeverletzung zu Blutungen). Aber Bakterien, die Infektionen der Luftwege verursachen, führen zu Eiterbildung (sprich Gelbfärbung) und/oder haben charakteristische Eigenfärbungen (gelblich, orange, grünlich je nach Typ - und meist auch Geruch).
    Und noch ein Kommentar an den grossen Könner, der ohne ärztliche Kontrolle Dox und Erythromycin einwirft: Antibiotika greifen auch in die Regulation von Säugerzellen und deren Stoffwechsel ein, da können massive Nebenwirkungen entstehen, speziell Erythromycin ist weiss Gott nicht ohne, Organschäden etc. sind da sehr wohl möglich. Und wenn sie dem entgehen, dann sollte ihnen klar sein, dass sie da zwei Antibiotikaklassen einsetzen, die ihnen mal das Leben retten können, wenn sie wirklich schwer bakteriell erkranken - nur besteht dann die große Gefahr dass ihre Darmflora durch den häufigen Kontakt Resistenzen entwickelt hat. Und diese werden bei Bakterien durch sogenannten horizontalen Gentransfer sehr leicht ausgetauscht. So entstehen dann sehr unerfreuliche Krankheitserreger ... sie haben doch bestimmt die EHEC-Problematik letztes Jahr verfolgt, raten sie mal, wie das passiert ist? Multiresistenter Stamm als Patchwork aus allerlei Resistenzen, die irgendjemand mal zusammengeführt haben muss in seinem Darm.
    Und wenn sie tatsächlich so oft Infektionen mit Bakterien haben, was normalerweise nicht passiert aber auf ein grundsätzliches Problem hinweist, dann sind sie der ideale Nährboden ... der dann aber auf solche zur Zeit noch gut wirksame Antibiotika verzichten muss. Ich habe selbst erlebt, wie eine Bekannte über Jahre wegen bakterieller Infektionen mit Antibiotika aller Art ohne Absprache oder Planung ... versorgt wurde. Bis sie einen H. pylorius bekam, der sich vom Magen in den Darm ausbreitete, multi-resistent war und eine Pankreasentzündung verursachte. Da dies eher ungewöhnlich ist und (wiedermal) die Ärzte nur nach Schulbuch vorgingen, blieb das Antibiogramm (Test zur Feststellung, gegen welche Antibiotika ein Bakterium noch nicht resistent ist) nach Darmbiopsie über Jahre aus. Bis sie fast verhungert war.
    Bis ich endlich die Details erfuhr und sofort auf letzteres drang - und immernoch die behandelnden Ärzte von "unwahrscheinlich" sprachen. Sich herausstellte, dass nur noch 2 extrem harsche Antibiotika überhaupt wirksam sein könnten - Antibiotika, die zur allerletzten Reserve gehören und schwere Nebenwirkungen haben. Sie hat zwei fürchterliche Wochen durchgestanden und wir haben alle gezittert - nur weil sie jahrelang ohne Plan und Abstimmung alles verschrieben bekam, was der jeweilige Arzt gerade zur Hand hatte. Und niemand sich Gedanken um Resistenzbildung gemacht hat.
    Ich kann ihnen nur dringend abraten, mit ihrer Eigenbehandlung fortzufahren.
  8. #37

    lieber eine Packung zu viel als eine zu wenig!!!

    Diese Erfahrung machte mein bruder, selbst Arzt. während der überfahrt nach England bekam er schuettelfrost und in London vom Arzt merkwürdige Medikamente . folge Lungen entzuendung . rein in ein Krankenhaus .dort gabs resistente Krankenhaus keime. jetzt ist er tot.
  9. #38

    Zitat von wincel Beitrag anzeigen
    ...Ich kann ihnen nur dringend abraten, mit ihrer Eigenbehandlung fortzufahren.
    Weil man dann nicht an MRSA erkrankt?
    Wie konnte diese Krankheit denn entstehen?
    Weil Aerzte falsch mit AB umgehen, bzw. umgegangen sind und ihre Vertretungen zulassen, dass AB massenhaft in der Tiermast eingesetzt werden.
  10. #39

    tja, wer hätt sichs gedacht. ich nehme auch nie antibiotika, zumindest nicht bei erkältungen. wenns mich erwischt trink ich viel tee mit zitrone und honig, schlafe viel, mache zumindest 1 kurzen spaziergang an der frischen luft und geh anschließend in meine physiotherm infrarotkabine, lass mich gut durchwärmen und schwitze die bakterien raus. 2 tage später bin ich gesund. voila!








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