Forum


 

Anti-Piraten-Einsatz: Neues Bundeswehr-Mandat erlaubt Luftangriffe in Somalia

dapdDie Bundesregierung will deutschen Soldaten mit einem neuen Mandat erlauben, künftig Luftangriffe auf Piratenbanden in Somalia zu fliegen - bis zu zwei Kilometer landeinwärts. Bodeneinsätze sind laut dem Entwurf verboten. Trotzdem will die Opposition nicht zustimmen.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...828060,00.html
  1. #60

    xxx

    Zitat von rennflosse Beitrag anzeigen
    Einstellung sämtlicher EU Agrarsubventionen. Ein merkwürdiger Traum.
    Ja, unter den realen politischen Bedinungen ist das wohl derzeit ein Traum, weil der politische Wille fehlt. Ein sukzessives Zurückfahren der EU-Agrarsubventionen würde aber bedeuten,daß afrikanische etc. Agrarproduzenten den wichtigen Exportmarkt Europa erschließen könnten, das ist effizienter als jede Form karitativer Entwicklungshilfe. Der EU-Verbraucher würden ebenfalls davon profitieren, in Form sinkender Lebensmittel- etc Preise.

    Ich kann ja noch verstehen, daß man sich,um um totale Abhängigkeit zu vermeiden, in Europa gewisse Agrarstrukturen erhalten will. Warum man aber massenahft massiv subvenionierte Agrarprodukte exportieren darf, womit man systematisch die lokalen Märkte von Ländern wie Somalia zerstört, entbehrt für mich jeder rationalen Grundlage. Bis auf den Profit unserer Lebensmittelindustrie natürlich.
    Zitat von rennflosse Beitrag anzeigen
    warum Kat-Export? Und wohin? Sollen wir uns ein neues Drogenproblem schaffen, wo wir nicht mal die bisherigen lösen können?
    Noch mal, Kat ist in etwa so gefährlich wie Kaffee.

    Kat-Schmuggel: Rauschblätter auf der Autobahn - SPIEGEL ONLINE

    Drogenprobleme kriegen Sie im Übrigen mit Repression nicht in den Griff, im Gegenteil, Sie verschärfen sie nur. Siehe Lateinamerika. Schauen Sie sich mal Portugal an, Liberalisierung führte dort zu einer Halbierung des Drogenmißbrauchs:

    Ten Years After Decriminalization, Drug Abuse Down by Half in Portugal - Forbes

    Sie könnten übrigens mit der Legalisierung von Kat sogar den Kokainmißbrauch in der EU bekämpfen.

    Aber klar, wenn man vom Status Quo profitiert, dann hat man halt eine Betonmentalität. Bloß keine Ursachen erkennen, bloß keine Wirkungszusammenhänge einräumen, bloß sich nicht tiefergehend informieren, jede Strukturveränderung ablehnen, jede Kooperation verweigern, und dann auf die Selbstverschuldung der betreffenden Staaten verweisen.

    Hauptsache, die eigenen Schäfchen sind im Trockenen.
  2. #61

    Echter Dumpfmuff

    Zitat von Dumpfmuff3000 Beitrag anzeigen
    J
    ...
    Zynische Polemik. In einem derart maroden Land blühende Landschaften" oder auch nur ansatzweise politische und wirtschaftliche Stabilität herzustellen, bedürfte intensiver internationaler Kooperation. Da hat aber die IG kein Interesse dran gehabt. Im Gegenteil, man.....
    Also ihre Nzianwürfe können sie sich gepflegt dahin stecken...sie wissen schon wohin.

    Und dann sollten sie sich mal bemühen, dass Niveau von Stammtischgesülze zu erreichen.

    - Somalische Hoheitsgewässer sind weder an der jeminitischen Küste, noch mehrere hundert Meilern tief im indischen Ozean.
    - Raubfischerei ist global ein Riesenproblem, Hauptakteure Chinesen und Russen
    - Laut FAO haben sich die Bestände vor Somalia deutlich erholt, könnte man als positiven externen Effekt von Schwerstkriminalität verbuchen, wenn man unbedingt will
    - Piraten haben minimales Risiko bei enormer Gewinnerwartung
    - Kein rechtsfreier Raum, aber Mord und Kidnapping sind ok? So verdienen die somalischen Piraten nämlich ihr Geld, im Rest der Welt sind es eher Diebe, die gezielt Ladung oder den Schiffstresor klauen.
    - Kooperation? Mit wem? 25 Jahre Bürgerkrieg haben vom Staat Somalia eigentlich nichts übergelassen und der versuch ihn zu etablieren ist 92/93 fulminant schief gegangen.
    - Wodurch hat man vom Chaos in Somalia profitiert? Man war nur nicht bereit für eine Stabilisierung die Kosten zu tragen, die auch in Blut der eigenen Soldaten angefallen wären.
    - Exportsubventionen im Agrabereich gehören gestrichen, wird aber für Somalia nichts ändern, da das Land an UN-Nahrungsmittelhilfe hängt, deren Transporter übrigens auch gern von Piraten gestohlen wurden. Argrasubventionen komplett zu streichen halte ich in Anbetracht von Regional- und Strukturpolitischen Erwägungen für falsch.
    - Raubfischerei bekämpfen ist richtig und wichtig, nur wie macht man das, wenn sie in internationalen Gewässern stattfindet. Uraltes Problem aus der Ökonomie. Solange die Fische niemanden gehören ist es schwer bis unmöglich ein nachhaltige Nutzung zu sichern.
    - Transitzölle? Widerspricht fundamental den Grundlagen des Seerechts. Ausserdem fahren die Schiffe dann eben durch die jeminitischen Gewässer. Dürfte ausserdem die Einladung an Ägypten sein, denn das Land lebt vom Suezkanal
    - Drogenexport ist eine tolle Antwort auf Schwerkriminalität
  3. #62

    xxx

    Zitat von Dumpfmuff3000 Beitrag anzeigen
    Ja, unter den realen politischen Bedinungen ist das wohl derzeit ein Traum, weil der politische Wille fehlt. Ein sukzessives Zurückfahren der EU-Agrarsubventionen würde aber bedeuten,daß afrikanische etc. Agrarproduzenten den wichtigen Exportmarkt Europa erschließen könnten, das ist effizienter als jede Form karitativer Entwicklungshilfe. Der EU-Verbraucher würden ebenfalls davon profitieren, in Form sinkender Lebensmittel- etc Preise.

    Ich kann ja noch verstehen, daß man sich,um um totale Abhängigkeit zu vermeiden, in Europa gewisse Agrarstrukturen erhalten will. Warum man aber massenahft massiv subvenionierte Agrarprodukte exportieren darf, womit man systematisch die lokalen Märkte von Ländern wie Somalia zerstört, entbehrt für mich jeder rationalen Grundlage. Bis auf den Profit unserer Lebensmittelindustrie natürlich.
    Exportsubventionen sind in der Tat ein Unding, die sollten abgeschafft werden, ich glaube aber das es für Afrika wenige und unsichere Effekte hätte. Insbesondere das Beispiel mit den Hühnerflügeln dürfte auch ohne Exportsubventionen weiterlaufen, da die Dinger bei uns schlicht als Abfall gelten - der Europäer isst nun mal viel mehr Hühnerbrüste als Flügel und Schenkel - und Abfall ist billig zu haben und läßt sich dann ziemlich billig auf einen MArkt werfen, wo es eben kein Abfall ist.

    Export aus Afrika scheitert aber bereits an zwei Aspekten:
    a) Produktionsmenge zu gering
    b) Fehlende Logistik, weder Transportwege, noch Lagerstätten geschweige denn eine Kühlkette sind vorhanden. Stört die afrikanischen Behörden weniger, wie man an jedem Fleischmarkt dort sehen kann, aber bei uns ticken die Aufsichtsbehörden gerade in Fragen der Kühlketten etwas anders.

    Sinkende Lenbensmittelpreise bei uns sind aufgrund der oben genannten Aspekte unwahrscheinlich. Vermutlich würden eher die Lebensmittelpreise in Afrika steigen. Ich persönlich halte das für gut, weil es eben den Bauern das Überleben erleichtert, aber den preis zahlen natürlich die Armen in den Städten
  4. #63

    Nach dem Afghanistandebakel

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Bundesregierung will deutschen Soldaten mit einem neuen Mandat erlauben, künftig Luftangriffe auf Piratenbanden in Somalia zu fliegen - bis zu zwei Kilometer landeinwärts. Bodeneinsätze sind laut dem Entwurf verboten. Trotzdem will die Opposition nicht zustimmen.

    Anti-Piraten-Einsatz der Bundeswehr: Neues Somalia-Mandat erlaubt*Angriffe aus der Luft - SPIEGEL ONLINE
    Nach dem Afghanistandebakel ist es eigentlich an der Zeit sich darum zu kümmern, wie die Lebensverhältnisse der Menschen dort verbessert werden könnten. Oder wurden die etwa als Piraten geboren? Und was ist mit den Hintermännern in London oder anderswo, die die Lösegelder aushandeln und sich gut dafür bezahlen lassen?
  5. #64

    Gegenrede

    Zitat von Dumpfmuff3000 Beitrag anzeigen
    Ja bloß sind keine Fische mehr da. Das nennt man Überfischung.
    Nun ja - das hat sich inzwischen ja deutlich geändert.
    Somalias Piraten als Umweltaktivisten | Der Denkpass

    Zitat von Dumpfmuff3000 Beitrag anzeigen
    Blödsinn, da waren auch westliche Konzerne dran beteiligt. Das hat unsere Regierungen nicht gestört. Also noch mal: Man verweigert Somalia die Kooperation in der internationalen Verbrechensbekämpfung und fährt dann aber in deren Hoheitsgewässer, um völkerrechtswidrig Piraten zu beschießen. Irgendwie verlogen, meinen Sie nicht?
    Nö. Es ist nicht völkerrechtswidrig Piraten zu beschießen. Ich habe aber auch nichts dagegen, wenn die mächtige somalische Marine selbst aktiv wird und das Problem löst.
    Die EU bestimmt auch nicht. Ich kenne kein europäisches Land, dass sich dort gerne in einen Krieg verwickeln lässt. Und keines, in dem die hochgeschätzten Wähler solches goutieren würden.

    Zitat von Dumpfmuff3000 Beitrag anzeigen
    Ja echt, und was meinen Sie warum die da nicht mehr fischen? Richtig, weil da keine Fische mehr sind.
    Nein, falsch, siehe oben.

    Zitat von Dumpfmuff3000 Beitrag anzeigen
    Man hat die somalische Küstenbevölkerung ihrer wichtigsten Lebensgrundlage beraubt. Das ist ein ganz wesentlicher Grund dafür, weshalb sich da Piraten etablieren konnten.
    Kann ich nur zum Teil folgen. Denn für die Zerlegung ihres Staates sind die Somalis selbst verantwortlich.

    Zitat von Dumpfmuff3000 Beitrag anzeigen
    Die wenigsten Menschen nehmen das Wagnis auf sich, in einer Nußschale auf hohe See zu schippern, um riesige Containerschiffe zu überfallen, wenn sie auf normale Art und Weise Geld verdienen können.
    Es sei denn, sie merken, daß damit richtig viel Geld zu machen ist.

    Zitat von Dumpfmuff3000 Beitrag anzeigen
    Ja und? In somalischen Hoheitsgewässern. Die sind kein rechtsfreier Raum. Es geht hier nicht um internationale Gewässer.
    Ach - sie haben da nachgemessen? Sie verbürgen sich dafür, dass die Angriffe nur in somalischen Hoheitsgewässern stattfinden? Na, wenn das die Reedereien und Mannschafte wüßten...

    Zitat von Dumpfmuff3000 Beitrag anzeigen
    [...] nur ansatzweise politische und wirtschaftliche Stabilität herzustellen, bedürfte intensiver internationaler Kooperation. Da hat aber die IG kein Interesse dran gehabt. Im Gegenteil, man hat ja von einem schwachen Staat Somalia systematisch profitiert, siehe oben.
    Quark. Einige Raubfischer haben davon profitiert, und ein paar andere, die sich einen bereits bestehenden rechtsfreien Raum zunutze gemacht haben. Die IG als solche hat bestimmt nichts von einem solchen Katastrophengebiet wie Somalia.

    Zitat von Dumpfmuff3000 Beitrag anzeigen
    könnten Ihnen hier hunderte Vorschläge unterbreiten, die fänden Sie alle blöd. Zum Beispiel

    - Transitzölle
    - Kat-Export
    - Bekämpfuing internationalen Waffenhandels, Müllmafia, Raubfischerei
    - Einstellung von subventionierten EU-Agrarexporten und generell Eu-Agrarsubventionen
    - Unterstützung bei der Terrorbekämpfung
    - Kooperation bei der Ausbildung von Polizei, Verwaltung, Ingenieuren etc.

    Etc pp.
    Gähn. Sicher, alles schön und gut. Blöd nur, dass es für die meisten ihrer Vorschläge dort erst einmal einen funktionierenden Staat geben müßte. Ich für meinen Teil habe keine Idee, wie man den in näherer Zuknuft aufrichten könnte - mit einer massiven militärischen Intervention lieber nicht, hatten wir schon mal.
  6. #65

    Die Bundeswehr hat bei Somalia nichts zu suchen

    Dafür kann die Bundeswehr überhaupt nicht gedacht sein. Landesverteidigung ist es jedenfalls nicht. Etwas anderes als Landesverteidigung hingegen ist meiner Meinung nach überhaupt nicht zu begründen.

    Mag sein, dass da Piraten sind. Das hat auch alles seine Gründe (vielleicht nicht zuletzt eben in dem unfairen Welthandel, der Somalia niemals wirklich mit fairen Chancen teilhaben lies?).
    Eins ist aber sicher. Deutsche Soldaten haben es nicht zu tun. Wenn da ein Piratenproblem ist, dann sollen verdamt nochmal die Reedereien und Proviteure von den Schiffen die da den achsowichtigen Billigchina-welthandel haben eben sich waffen an Bord mitnhemen und sich verdeitigen. Warum soll das die Bundeswehr auf kosten der Steuerzahler und mit echt zweifelhaftem Mandat?

    Nicht in meinem Namen!
    Bundeswehr NUR zur Landesverteidigung und nicht für WIRTSCHAFTSinteressen.
  7. #66

    Zitat von es-geht-auch-besser Beitrag anzeigen
    Bundeswehr NUR zur Landesverteidigung und nicht für WIRTSCHAFTSinteressen.
    Inwieweit D, ein Kernland mitten in der EU, umgeben nur von EU-Ländern überhaupt noch eine Landesverteidigung braucht ist diskussionswürdig, insbesondere auch unter dem Gesichtspunkt fehlender Gelder für die €- und Bankenrettung.
    Verteidigungsetat 2012 immerhin 32 Mrd €.

    Vielleicht sollten dies die Piraten in ihrer Agenda mit aufnehmen.


TOP



TOP