Ja, unter den realen politischen Bedinungen ist das wohl derzeit ein Traum, weil der politische Wille fehlt. Ein sukzessives Zurückfahren der EU-Agrarsubventionen würde aber bedeuten,daß afrikanische etc. Agrarproduzenten den wichtigen Exportmarkt Europa erschließen könnten, das ist effizienter als jede Form karitativer Entwicklungshilfe. Der EU-Verbraucher würden ebenfalls davon profitieren, in Form sinkender Lebensmittel- etc Preise.
Ich kann ja noch verstehen, daß man sich,um um totale Abhängigkeit zu vermeiden, in Europa gewisse Agrarstrukturen erhalten will. Warum man aber massenahft massiv subvenionierte Agrarprodukte exportieren darf, womit man systematisch die lokalen Märkte von Ländern wie Somalia zerstört, entbehrt für mich jeder rationalen Grundlage. Bis auf den Profit unserer Lebensmittelindustrie natürlich.
Noch mal, Kat ist in etwa so gefährlich wie Kaffee.
Kat-Schmuggel: Rauschblätter auf der Autobahn - SPIEGEL ONLINE
Drogenprobleme kriegen Sie im Übrigen mit Repression nicht in den Griff, im Gegenteil, Sie verschärfen sie nur. Siehe Lateinamerika. Schauen Sie sich mal Portugal an, Liberalisierung führte dort zu einer Halbierung des Drogenmißbrauchs:
Ten Years After Decriminalization, Drug Abuse Down by Half in Portugal - Forbes
Sie könnten übrigens mit der Legalisierung von Kat sogar den Kokainmißbrauch in der EU bekämpfen.
Aber klar, wenn man vom Status Quo profitiert, dann hat man halt eine Betonmentalität. Bloß keine Ursachen erkennen, bloß keine Wirkungszusammenhänge einräumen, bloß sich nicht tiefergehend informieren, jede Strukturveränderung ablehnen, jede Kooperation verweigern, und dann auf die Selbstverschuldung der betreffenden Staaten verweisen.
Hauptsache, die eigenen Schäfchen sind im Trockenen.

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