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Anti-Neoliberalismus: Unsozial sind immer die anderen

Das Wort "neoliberal" ist zum politischen Kampfbegriff verkommen. Von CSU-Politikern bis zu Vertretern der Linken: Der unsoziale Generalverdacht wird gern und schnell formuliert -*dabei hat die Vokabel mal so unschuldig begonnen.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...533857,00.html
  1. #110

    soso

    Zitat von Strichnid Beitrag anzeigen
    Denn welcher neoliberal denkende Mensch kommt denn vor lauter Schafferei noch dazu, sich intensiv um die Chancenwahrung der entlassenen Nokia-Mitarbeiter zu kümmern? Das schafft man doch gar nicht alles zwischen Aufstehen und Schlafengehen.
    Ja, da fragt man sich wirklich, wie einige der reichsten Männer dieser Erde wie bspw. Mr. Buffet und Mr. Gates die Zeit aufbringen fast Ihre gesamten Milliarden wohltätig einzusetzen. Und das auch noch für noch bemitleidenswertere Menschen als die Nokia Mitarbeiter.
  2. #111

    neo-liberal

    Zitat von Strichnid Beitrag anzeigen
    Ich bitte um Verzeihung. Ich war nur so erfrischend erheitert durch die Definition, Neoliberale seien die, die neben ihren Rechten auf eigene Wohlstandsmehrung immer auch die Pflicht zur Obacht auf die Chancen der anderen im Sinne haben. Wenn das zutrifft, dann gibt es wirklich nur sehr, sehr wenige Neoliberale auf der Welt.

    Denn welcher neoliberal denkende Mensch kommt denn vor lauter Schafferei noch dazu, sich intensiv um die Chancenwahrung der entlassenen Nokia-Mitarbeiter zu kümmern? Das schafft man doch gar nicht alles zwischen Aufstehen und Schlafengehen.

    Na jeder neoliberale Mensch kommt dazu. Sie schreiben doch selbst so viele gibt es nicht.
    Die Frage sollte eher heißen: Denn welcher "liberal" denkende Mensch kommt denn vor lauter Schafferei noch dazu, sich intensiv um die Chancenwahrung der entlassenen Nokia-Mitarbeiter zu kümmern?
    Die Antwort darauf ist auch ganz einfach: Der Neoliberale.

    Ihre Erheiterung scheint Ihnen gut zu tun. Bleiben Sie so.
  3. #112

    Passt ganz gut

    Zitat von Andreas Heil Beitrag anzeigen
    Ehrlich gesagt wird mir relativ unwohl, wenn ich diese allgemeine, unsachliche und überhörte Paranoia immer lese. Das ist nämlich der zweite direkte Anknüpfpunkt an den Nationalsozialismus.

    Kopf einschalten, Leute.

    Wir sind nicht im Weltkrieg um Wohlstand.
    Dieses Wort habe ich nicht verwendet, aber es passt ganz gut. Wer Zweifel hat, der brauche sich bloß das Verhalten der Herren Putin, Chavez oder Ahmadinedjad anschauen. Für die gilt nur das Recht des Stärkeren (d.h. dem der die Rohstoffe hat)
    Das die US-Amerikaner bereit sind Krieg zu führen, um ihre Rohstoffversorgung zu sichern, wird in der Welt auch fast schon allgemein akzeptiert. Frankreich kauft weltweit bedeutende Firmen in Serie auf um nationale Champions zu schaffen, schottet seine eigenen Firmen aber weitgehend ab. Die chinesische Regierung nimmt sogar die defacto Versklavung eigener Landsleute in Kauf, um rücksichtslos die Weltmärkte aufzurollen. Die Golfstaaten bauen in ihren Ländern eine gigantische Infrastruktur auf, die auf grenzenlosen Wachstumserwartungen beruht.
    Man mache sich nichts vor. Diese Welt wird zur Hölle - wir hatten bisher nur das Glück, einen etwas kühleren Platz erwischt zu haben. Aber es wird jetzt schnell heißer.

    Was machen unsere überbezahlten und überversorgten linken Eliten ? Sie empfehlen, angesichts des herannahenden Sturms, doch am besten die Vorhänge vor das Fenster zu ziehen und die Klingel ab zu stellen. Wird schon gutgehen.
  4. #113

    Was erwirtschaften Spekulanten?

    Zitat von Lutz Badenheuer Beitrag anzeigen
    "Positives Sozialverhalten" ist es für Sie also, wenn der Staat für Sie an Sie denkt? Ein solch merkwürdiges Staats- und Sozialverständnis läßt Ihren diesbezüglichen Bedarf jedenfalls gut erkennen.
    Sie unterstellen hier Ihre Aussage einem anderen.

    Zitat von Lutz Badenheuer Beitrag anzeigen
    Die Erkenntnis, daß man nur verteilen kann, was vorher erwirtschaftet wurde, ist nicht genetisch bedingt.
    Noch nicht mal Ihre "Binsenweisheit" stimmt mehr. Betrachten Sie die wunderbare weltweite Finanzkrise.
  5. #114

    ..

    Zitat von LJA Beitrag anzeigen
    Man mache sich nichts vor. Diese Welt wird zur Hölle - wir hatten bisher nur das Glück, einen etwas kühleren Platz erwischt zu haben. Aber es wird jetzt schnell heißer.
    Ich sehe darin entweder einen Aufruf zum neoliberalen Ablasshandel oder die Feststellung, dass der Klimawandel bei Ihnen angekommen ist.
    Sie scheinen sehr jung zu sein, denn dann wüssten Sie, dass keine Suppe so heiß gegessen wird, wie sie gekocht ist.
    Als das Wort "Globalisierung" noch nicht im Neusprech vorhanden war, schenkte man dem Volk die Angst "vorm Japaner". So ist das halt, liest man nur vom Weltuntergang oder der gelben Gefahr (Steingarts Visionen) kommt man vom rechten Weg ab.
  6. #115

    Hintze und Kuntze

    Zitat von PML Beitrag anzeigen
    Interessanter Link? In der Tat. Würden Figuren wie Peter Hintze so etwas lesen, ohne den Urheber der Worte zu kennen, sie würden ihr gewohntes Gewimmer anstimmen, a la "Die Russen kommen auf Kettenpanzern und wollen dir dein klein Häuschen nehmen!" ;-)
    Eben.
  7. #116

    Auf dem Teppich bleiben

    Zitat von Andreas Heil Beitrag anzeigen
    Ich führe es mal auf Ihre Bildungslücke zurück, Ihre eigene Bildungslücke für die Unwissenheit anderer zu halten.

    Hier mal nur als exemplarischer Denkanstoß zur eigenverantwortlichen Weiterverfolgung:

    Zitat Hayek: "Gegen die Überbevölkerung gibt es nur die eine Bremse, nämlich dass sich nur die Völker erhalten und vermehren, die sich auch selbst ernähren können."

    Interview "Wirtschaftswoche", 1981

    Zitat Hitler: "Das hohe Maß an persönlicher Freiheit, das ihnen [Unternehmern und Arbeitern] in ihrem Wirken dabei zugebilligt wird, ist durch die Tatsache zu erklären, dass erfahrungsgemäß die Leistungsfähigkeit des einzelnen durch weitgehende Freiheitsgewährung mehr gesteigert wird als durch Zwang von oben, und es weiter geeignet ist zu verhindern, dass der natürliche Ausleseprozeß, der den Tüchtigsten, Fähigsten und Fleißigsten befördern soll, etwa unterbunden wird."

    Publikation "Mein Kampf", 1926

    http://forum.spiegel.de/showpost.php...postcount=1969

    Zitat George Orwell: [What Hayek] does not see, or will not admit, [is] that a return to 'free' competition means for the great mass of people a tyranny probably worse, because it is more irresponsible, than that of the state.

    Review of "The Road to Serfdom" by F.A. Hayek, 1944

    http://forum.spiegel.de/showpost.php...&postcount=662
    Bevor Sie sich hier restlos blamieren mit unpassenden Vergleichen, sollten Sie vielleicht mal darüber nachdenken:

    "Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine unter der Herrschaft des Nationalsozialismus begangene Handlung der in § 220a Abs. 1 (=Völkermord) bezeichneten Art, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, öffentlich oder in einer Versammlung billigt, leugnet oder verharmlost." (§ 130 StGB)

    Hervorhebung von mir.
  8. #117

    ...

    Die Sinnhaftigkeit der Verwendung des Begriffs "neoliberal" hängt meines Erachtens davon ab, ob es
    1. Heutige Politker oder Wirtschaftswissenschaftler gibt die sich als neoliberal bezeichnen.
    2. Es einen gesellschaftlichen Konsens gibt, eine nach außen abgrenzbare, hinreichend homogene Gruppe so zu bezeichnen.
    zu 1.: Das die Eigenbezeichnung als neoliberal heutzutage in signifikantem Maße (wenn überhaupt) vorkommt, ist mir nicht bekannt.
    zu 2.: Wenn Oskar Lafontaine von ganz weit links als neoliberal bezeichnet wird, Lafontaine Teile der PDS (PDS im Berliner Senat) als neoliberal bezeichnet, aus der PDS die SPD als Hort des Neoliberalismus bezeichnet wird, innerhalb der SPD (Andrea Nahles) Teile der SPD als neoliberal bezeichnet werden, aus der SPD CDU und CSU als neoliberal bezeichnet werden, innerhalb von CDU (Blüm) und CSU (Seehofer) Teile von CSU und CDU als neoliberal bezeichnet werden, ist die Eindeutigkeit als Bezeichnung für eine Gruppe nicht gegeben.
    Ein Artikel der das ganze aufgreift ist meines Erachtens weit überfällig, wobei als Kontrapunkt zu der Polemik die im Zusammenhang mit der Verwendung des Begriffs neoliberal meist anzutreffen ist, der Verzicht auf Polemik schön gewesen wäre.
  9. #118

    Wo/Wer sind denn die Wirtschaftsfaschisten?

    Glückwunsch! Seit langer Zeit mal wieder ein SPON Artikel, der mir richtig gut gefallen hat.
    Einen weiteren Mehrwert in der Diskussion, was denn nun wirklich "neo-liberal" sei, liefert auch Michael Wohlgemuth vom Walter Eucken Institut:

    http://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=69

    Zitat von so-zi-al Beitrag anzeigen
    Aber was soll die ganze Aufregung um das Wort? Der Begriff "Neoliberale" wird nur noch verwendet, weil diejenigen es auch heute unter veränderter Bedeutung als Etikett für sich selbst verwenden, wie man anhand einiger Beiträge in diesem Forum erkennen konnte. Das passende Eigenschaftswort für diese Leute ist aber längst nicht mehr "neoliberal", sondern eines, das den Kern der Sache wesentlich klarer zum Ausdruck bringt:

    wirtschaftsfaschistisch

    .
    Wer sind denn jetzt ihre Wirtschaftsfaschisten, die sich vom Neolibaralismus in seiner ursprünglichen Bedeutung verabschiedet haben?
  10. #119

    Denken

    Zitat von Olaf Beitrag anzeigen
    Bevor Sie sich hier restlos blamieren mit unpassenden Vergleichen, sollten Sie vielleicht mal darüber nachdenken:

    "Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine unter der Herrschaft des Nationalsozialismus begangene Handlung der in § 220a Abs. 1 (=Völkermord) bezeichneten Art, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, öffentlich oder in einer Versammlung billigt, leugnet oder verharmlost." (§ 130 StGB)

    Hervorhebung von mir.
    Nachdenken sollten Sie eher, denn Ihr Nichtwissen schützt Sie ja bekanntlich nicht vor Strafe. Das war ein gutgemeinter Ratschlag, Ihre Bildungslücken eingenverantwortlich aufzufüllen.


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