Das Wort "neoliberal" ist zum politischen Kampfbegriff verkommen. Von CSU-Politikern bis zu Vertretern der Linken: Der unsoziale Generalverdacht wird gern und schnell formuliert -*dabei hat die Vokabel mal so unschuldig begonnen.
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...533857,00.html
Na jeder neoliberale Mensch kommt dazu. Sie schreiben doch selbst so viele gibt es nicht.
Die Frage sollte eher heißen: Denn welcher "liberal" denkende Mensch kommt denn vor lauter Schafferei noch dazu, sich intensiv um die Chancenwahrung der entlassenen Nokia-Mitarbeiter zu kümmern?
Die Antwort darauf ist auch ganz einfach: Der Neoliberale.
Ihre Erheiterung scheint Ihnen gut zu tun. Bleiben Sie so.
Dieses Wort habe ich nicht verwendet, aber es passt ganz gut. Wer Zweifel hat, der brauche sich bloß das Verhalten der Herren Putin, Chavez oder Ahmadinedjad anschauen. Für die gilt nur das Recht des Stärkeren (d.h. dem der die Rohstoffe hat)
Das die US-Amerikaner bereit sind Krieg zu führen, um ihre Rohstoffversorgung zu sichern, wird in der Welt auch fast schon allgemein akzeptiert. Frankreich kauft weltweit bedeutende Firmen in Serie auf um nationale Champions zu schaffen, schottet seine eigenen Firmen aber weitgehend ab. Die chinesische Regierung nimmt sogar die defacto Versklavung eigener Landsleute in Kauf, um rücksichtslos die Weltmärkte aufzurollen. Die Golfstaaten bauen in ihren Ländern eine gigantische Infrastruktur auf, die auf grenzenlosen Wachstumserwartungen beruht.
Man mache sich nichts vor. Diese Welt wird zur Hölle - wir hatten bisher nur das Glück, einen etwas kühleren Platz erwischt zu haben. Aber es wird jetzt schnell heißer.
Was machen unsere überbezahlten und überversorgten linken Eliten ? Sie empfehlen, angesichts des herannahenden Sturms, doch am besten die Vorhänge vor das Fenster zu ziehen und die Klingel ab zu stellen. Wird schon gutgehen.
Ich sehe darin entweder einen Aufruf zum neoliberalen Ablasshandel oder die Feststellung, dass der Klimawandel bei Ihnen angekommen ist.
Sie scheinen sehr jung zu sein, denn dann wüssten Sie, dass keine Suppe so heiß gegessen wird, wie sie gekocht ist.
Als das Wort "Globalisierung" noch nicht im Neusprech vorhanden war, schenkte man dem Volk die Angst "vorm Japaner". So ist das halt, liest man nur vom Weltuntergang oder der gelben Gefahr (Steingarts Visionen) kommt man vom rechten Weg ab.
Bevor Sie sich hier restlos blamieren mit unpassenden Vergleichen, sollten Sie vielleicht mal darüber nachdenken:
"Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine unter der Herrschaft des Nationalsozialismus begangene Handlung der in § 220a Abs. 1 (=Völkermord) bezeichneten Art, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, öffentlich oder in einer Versammlung billigt, leugnet oder verharmlost." (§ 130 StGB)
Hervorhebung von mir.
Die Sinnhaftigkeit der Verwendung des Begriffs "neoliberal" hängt meines Erachtens davon ab, ob es
1. Heutige Politker oder Wirtschaftswissenschaftler gibt die sich als neoliberal bezeichnen.
2. Es einen gesellschaftlichen Konsens gibt, eine nach außen abgrenzbare, hinreichend homogene Gruppe so zu bezeichnen.
zu 1.: Das die Eigenbezeichnung als neoliberal heutzutage in signifikantem Maße (wenn überhaupt) vorkommt, ist mir nicht bekannt.
zu 2.: Wenn Oskar Lafontaine von ganz weit links als neoliberal bezeichnet wird, Lafontaine Teile der PDS (PDS im Berliner Senat) als neoliberal bezeichnet, aus der PDS die SPD als Hort des Neoliberalismus bezeichnet wird, innerhalb der SPD (Andrea Nahles) Teile der SPD als neoliberal bezeichnet werden, aus der SPD CDU und CSU als neoliberal bezeichnet werden, innerhalb von CDU (Blüm) und CSU (Seehofer) Teile von CSU und CDU als neoliberal bezeichnet werden, ist die Eindeutigkeit als Bezeichnung für eine Gruppe nicht gegeben.
Ein Artikel der das ganze aufgreift ist meines Erachtens weit überfällig, wobei als Kontrapunkt zu der Polemik die im Zusammenhang mit der Verwendung des Begriffs neoliberal meist anzutreffen ist, der Verzicht auf Polemik schön gewesen wäre.
Glückwunsch! Seit langer Zeit mal wieder ein SPON Artikel, der mir richtig gut gefallen hat.
Einen weiteren Mehrwert in der Diskussion, was denn nun wirklich "neo-liberal" sei, liefert auch Michael Wohlgemuth vom Walter Eucken Institut:
http://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=69
Wer sind denn jetzt ihre Wirtschaftsfaschisten, die sich vom Neolibaralismus in seiner ursprünglichen Bedeutung verabschiedet haben?