AP/ INAH/ Yadira MartinezAlso doch keine Lügengeschichten: Südamerikanischen Frühkulturen werden schon länger blutige Menschenopfer nachgesagt. Forscher wollen nun eindeutige Beweise gefunden haben. An 2000 Jahre alten Messern entdeckten sie Blutspuren und Gewebereste.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...831229,00.html
Anscheinend haben die meisten nahe an der Natur lebenden Völker, auch die Hochkulturen, Menschenopfer gebracht, man denke nur an die Kelten, denen man das ja inzwischen auch nachgewiesen hat. Ich verstehe nicht, warum das bei den südamerikanischen Hochkulturen eine solche Sensation sein soll. Interessant ist doch nur, dass Leute sich moralisch darüber erhoben haben, die zur selben Zeit Tausende von Frauen und Männern in öffentlichen Veranstaltungen als Hexen und Hexer verbrannten...
Das Menschenopfer war auch in der europäischen Antike ausgesprochen beliebt, wenn es mal nicht geregnet hat, oder auch um die Kriegsgötter zu besänftigen. Man fand zahlreiche gute Gründe Jungfrauen zu opfern. Zuweilen wurden sie aus ebenso guten Gründen verschont. Später waren dann Apostel und Missionare an der Reihe, die den falschen Göttern dienten und den richtigen Göttern in heiligen Ritualen geopfert wurden.
Im christlichen Mittelalter wurde raffinierter gearbeitet, bereits das Foltern war eine hochentwickelte Kunst, die bei unsachgemäßer Ausführung zum vorzeitigen Tod führen konnte, und das opfernde Morden genügte modernsten Standards. Das Häuten oder Schinden war sehr beliebt, das Rollen in einem nagelgespickten Faß, das Rädern, das Pfählen, das Vierteilen oder Auseinanderreißen von Menschen, und nota bene das Verbrennen zur Ehre Gottes. Das hat man bis weit ins achtzehnte Jahrhundert betrieben, und zwar zur Herzensfreude des gemeinen Pöbels öffentlich. Es soll danach eine Opferpause gegeben haben, in der humane Methoden wie die Guillotine oder das Hängen beliebter wurden, in manchen Gegenden kam das beliebige Lynchen in Schwang, häufig ohne Gottesbezug, und aus dem 20. Jahrhundert sind Legenden überliefert, nach denen sechs Millionen Fremdartige aus quasireligiösen Gründen mit Hilfe giftiger Gase geopfert wurden. Überliefert wurde nicht der tatsächliche Grund, aber die Kriegsgötter waren den opfernden Hohepriestern offensichtlich nicht wohlgesonnen. Seriöse Historiker gehen davon aus, daß sie das Fehlen der Öffentlichkeit beim Abschlachten mißbilligt haben.
Das massenhafte Umnieten von Indios und Indianern hingegen scheinen die Götter sehr wohlwollend aufgenommen haben. Jedenfalls sind keine ablehnenden Stellungnahmen bekannt geworden oder irgendwelche göttlichen Strafmaßnahmen, ganz im Gegenteil.
Man kann nur feststellen, daß der Mensch ein hochmoralisches Wesen ist, soweit es andere Menschen betrifft. Er liebt lebensverkürzende Maßnahmen, und ist nachgerade wohl gestimmt, wenn diese Maßnahmen mit größeren Schmerzen verbunden sind. Es bereitet ihm halt Freude. In unserer vermeintlich zivilisierten Epoche werden diese Lustbarkeiten nurmehr von einzelnen Söldnern zum Zeitvertreib oder Lustgewinn betrieben, die breite Masse hat nichts mehr davon, sondern muß sich normalerweise mit unscharfen Photos begnügen. Die tiefe innere Freude der Menschen ist aber ungebrochen, wenn ein Nachbar oder Verwandter oder auch völlig Unbekannter dahinsiecht und verreckt. Man weiß auch sofort um den Grund für die gerechte Strafe. Der Vorgang als solcher ist aber keineswegs mehr so aufregend und sensationell wie früher. Zeitungsberichte sind eben keine Ersatz für das eigene Erleben. Ohne Götter macht das Umbringen ohnehin keinen rechten Spaß mehr.
mexiko liegt noch sehr, sehr weit von suedamerika entfernt. zusammen mit zentralamerika bildet mexiko den lateinamerikanischen teil nordamerikas. suedamerika beginnt unterhalb von panama. und es waere sehr freundlich, wenn sie meinen kommentar freischalten wuerden, scheinbar gefaellt es den spon mitarbeitern nicht, korrigiert zu werden, sonst waere mein erster kommentar bereits hier erschienen. danke.
Das dürfte effektiv witzig zu hören sein. Allerdings muss man sich eher fragen, ob sich mögliche zukünftige Menschen die realen Gräueltaten überhand anhand etwaiger Darstellungen ausmalen können - oder diese nicht als fiktive Übertreibungen abtun.
Was wiederum heisst, dass wir uns nicht nur fragen müssten, ob wir die Taten der thematisierten südamerikanischen Frühkulturen nicht anhand der Berichte und Darstellungen dramatisieren, sondern auch, ob wir diese vielleicht unterschätzen und verharmlosen..;)
Ich werde das Gefühl nicht los, dass sich die Menschheit in diesem Sinn nicht unbedingt "weiterentwickeln" wird...
Die Geschichte der Menschheit ist wimmelt nur so von Gewalt. Sogar steinzeitliche Massengräber sind bekannt, in denen auch Frauen und Kinder beseit... ähm... begraben wurden. Das sind für mich Indizien, dass Abschlachten, Morden und sonstige Gewalt eine anthropologische Konstante darstellen...
Warum sollten wir uns denn überhaupt immer weiterentwickeln? Die Gladiatorenkämpfe und sonstigen blutrünstigen Spiele waren gegen Ende des Römischen Reiches verpönt und wurden sogar abgeschafft.
Ein paar Jahrhunderte später fackelte man dann halt Hexen ab und heutzutage kann man sich Ultimate Fighting und so was anschauen.
Es stellt sich doch eher die Frage, was sich die zukünftigen Meschen für Gräueltaten ausdenken werden...
Unterdessen gilt als sicher, dass Menschenopfer erstmals in der frühen Bronzezeit mit den Eroberungen der Indo-Europäer aufkommen: zu Beginn der dynastischen Zeit in Ägypten und Mesopotamien, bei den frühbronzezeitlichen indoeuropäischen Kurgan-Völkern, in China, Indien und (um 1200 v.u.Z.) bei den südamerikanischen Frühkulturen, wo bei den Indios Einflüsse fremder Besucher unübersehbar sind. Das südliche Alt-Amerika wurde schon lange vor Kolumbus von Weißen erobert. Dies dokumentiert die Archäologin Heinke Sudhoff in ihrem Buch ›Sorry Kolumbus – Seefahrer der Antike entdecken Amerika‹, 1990. (Doris Wolf, ›Das andere Ägyptenbuch‹ www.doriswolf.com)
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