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Ansgar Heveling: CDU-Hinterbänkler trollt die Netzgemeinde

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Ansgar Hevling hat es geschafft: Mit einem Gastbeitrag fürs "Handelsblatt" hat er sich zum Gespött gemacht. Heveling greift darin die "Netzgemeinde" an und warnt vor dem Untergang unserer Gesellschaft, in höchst eigentümlichen Sprachbildern. Das Netz witzelt zurück.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...812249,00.html
  1. #50

    Geistiges Eigentum

    dient heute einzig und alleine einem Zweck: Kohle zu machen für sich, für seine krumme Verwandschaft, den Nachkommen, deren Nachnachkommen, deren Nachnachnachkommen use. Auf dass diese nie arbeiten müssen und sich daran erfreuen, wie sich anderer abschuften, um deren Tantiemen zu bezahlen. Wenn es nach Ansgar Heveling ginge, würde wohl Herr Duden und dessen Erben für jedes gesprochene, geschriebene oder gesungene deutsche Wort ein Copyright erheben und die Hand für deren Nutzung aufhalten. Ansgar Heveling scheint mir die Problematik, die hinter dem Urheberschutz steckt, nicht begriffen zu haben. Eines Tages verklagt und noch der Spiegel, wenn wir nur seinen Namen nennen. Urheberschutz führt in die Unfreiheit.
  2. #51

    Wer witzelt und lacht, hat wohl Recht

    Zitat: "Der Text ist auf eigentümliche Weise lesenwert, weil er schön demonstriert, was herauskommt, wenn man versucht, das komplexeste Gebilde in der Geschichte der Menschheit zur Person, zum Feind zu erklären."

    Tja. Was kommt dabei heraus? "Die Netzgemeinde" witzelt. Höhö.

    Die etwas stilblütige (und meine Meinung nach auch falsche) Formulierung vom "komplexesten Gebilde in der Geschichte der Menschheit" zeigt eigentlich schon, wohin in diesem Artikel die Reise geht: Internet ist toll und unantastbar, und wer etwas dagegen vorbringt, ist irgendwie, naja... jedenfalls geht das gar nicht. Und wenn so viele im Internet dagegen witzeln, dann kann man das ja wohl nicht machen.

    Ich halte die Reaktionen für bezeichnend für den Hype um ein technisches Gebilde.
  3. #52

    Stellungskampf

    Wer in einem Forum wie diesem Kommentare schreibt, muß sich wohl automatisch als der "Feind" Hevelings verstehen. Gleichzeitig belegen die meisten der bisher verfassten Anmerkungen aber den Kern von Hevelings Kritik: Die "Netzgemeinde", die der Autor ja sehr bewußt in Anführungszeichen setzt (!), ist tatsächlich auf pathologische Weise davon überzeugt, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben - und liegt damit auf fatale Art falsch. So war es bislang mit jeder Revolution. Sei es die Französische Revolution, die Oktober-, November-, 48er- oder 68er-Revolution – stets folgte auf die Umwälzung der Rücksprung oder der Wandel zum Schlechteren, egal wie hehr die Motive zunächst auch gewesen sein mögen. Steht alles bei Wikipedia...

    Das schlimme ist ja, daß jene, die sich als Teil dieser neuen politischen Macht verstehen und hier am lautesten trompeten, mehrheitlich ihre Online-Zeit bei Facebook verdaddeln, herumchatten und lustige und/oder schmutzige Filmchen suchen. Was sich als Informationsgesellschaft versteht, ist de facto nur eine Kommunikationsgesellschaft, für deren Mitglieder die (latent unreflektierte) Teilnahme an einem Diskussionsforum wie diesem bereits einen Höhepunkt der inhaltlichen Partizipation darstellt. Daher sind die Bilder, die Herr Heveling da gewählt hat, eigentlich der Zielgruppe sehr angemessen. Wer sich hier aufregt, ist nicht der Forscher, der das Internet zum fachlichen Austausch und zur Recherche in Wissenschaftsarchiven nutzt. Es ist der Dauerchatter, der sich aus seiner digitalen Welt zuweilen gern in andere Phantasiewelten flüchtet (sei es Mittelerde, sei es World of Warcraft).
  4. #53

    mir ist garnicht zum Lachen zumute

    Mir vergeht das Lachen wenn ich bedenke das dieser Herr "etwas zu sagen" hat in unserem Land.
    Dielletantismus gepaart mit seidenem Halbwissen....ich will garnicht wissen wieviele "Pöstchen" so besetzt sind.
    Da wundert einem nichts mehr.
    Kompetenz scheint kein Kriterium zu sein um in Komissionen zu sitzen oder von einer Partei als "Experte" geführt zu werden.
  5. #54

    es flattert ein C...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der CDU-Bundestagsabgeordnete Ansgar Hevling hat es geschafft: Mit einem Gastbeitrag fürs "Handelsblatt" hat er sich zum Gespött gemacht. Heveling greift darin die "Netzgemeinde" an und warnt vor dem Untergang unserer Gesellschaft, in höchst eigentümlichen Sprachbildern. Das Netz witzelt zurück.

    Ansgar Heveling: CDU-Hinterbänkler trollt die Netzgemeinde - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt
    Hm, dem Guten flattert wohl das "C" seiner Partei als revisionistisches Banner im nicht ganz ausgefüllten udn ausgelasteten Hirnkasterl herum...Ein Missionar alter Schule....
    Wer in solch martialischer Rethorik den einen, wahrlich diskusssionswürdigen Punkt des Urheberschutzes im Web 2.0 als Thema für die Schlacht a la "end of days" sieht, sollte mal kurz innehalten, evtl. über einen Exorzismus sinnieren, oder aufhören, soviel Dujardin reinzukippen.
    Mann, Besessene überall. Nichts gelernt aus der Renaissance und aus der Aufklärung, aber damit argumentieren wollen. Vollpfosten 2.0 ...die sterben dummerweise aber wirklich nie aus...I see a bad moon arising...
  6. #55

    Genau

    Zitat von willi2007 Beitrag anzeigen
    dient heute einzig und alleine einem Zweck: Kohle zu machen für sich, für seine krumme Verwandschaft, den Nachkommen, deren Nachnachkommen, deren Nachnachnachkommen use. Auf dass diese nie arbeiten müssen und sich daran erfreuen, wie sich anderer abschuften, um deren Tantiemen zu bezahlen. Wenn es nach Ansgar Heveling ginge, würde wohl Herr Duden und dessen Erben für jedes gesprochene, geschriebene oder gesungene deutsche Wort ein Copyright erheben und die Hand für deren Nutzung aufhalten. Ansgar Heveling scheint mir die Problematik, die hinter dem Urheberschutz steckt, nicht begriffen zu haben. Eines Tages verklagt und noch der Spiegel, wenn wir nur seinen Namen nennen. Urheberschutz führt in die Unfreiheit.
    Warum noch Musik komponieren, Bücher schreiben oder generell Ideen entwickeln, wenn jeder mit Ihrer Einstellung meint sie sofort ins Internet stellen zu müssen, damit alle es umsonst haben können. Gut, dass es Patente, Geschmacksmuster u.Ä. gibt, damit sich für die Entwickler/Urheber der zeitliche und finanzielle Aufwand auch lohnt. Soetwas sehen allerdings auch nur Leute, die selbst eigene Ideen haben und deren Wert (Zeit/Investition) auch zu schätzen wissen...
  7. #56

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der CDU-Bundestagsabgeordnete Ansgar Hevling hat es geschafft: Mit einem Gastbeitrag fürs "Handelsblatt" hat er sich zum Gespött gemacht. Heveling greift darin die "Netzgemeinde" an und warnt vor dem Untergang unserer Gesellschaft, in höchst eigentümlichen Sprachbildern. Das Netz witzelt zurück.

    Ansgar Heveling: CDU-Hinterbänkler trollt die Netzgemeinde - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt
    Seine Seite dieses Trolls wurde gehackt.
    Vorhin sah die Seite noch "offiziell" aus, der Text sah aber so aus:
    "Ich habe versagt. 30.01.2012 - Ich habe einen Fehler gemacht. Jeder kleine Gnom aus der Internetwelt kennt nun den Admin-Benutzernamen samt Kennwort dieser Seite, da ich zu naiv war, zu glauben, niema..."
    Hab leider keinen Schnappschuss.
    :D
  8. #57

    Zitat von linksrutsch Beitrag anzeigen
    vor wem denn?! Den Bürgern?

    Ideen kann man nicht besitzen. Sie sind nicht materiell. Der Begriff "geistiges Eigentum", versucht dies zu verneinen.
    Sagten Sie "geistiges Eigentum"? Eine verführerische Illusion - GNU-Projekt - Free Software Foundation (FSF)
    das typische bla von urheberschaftsromantikern, die in ihrem leben noch nie arbeiten mussten.

    ideen kann man nicht besitzen. das stimmt. aber man kann sie als erster, oder überhaupt haben. künstler inverstieren ihr ganzes leben darin, ideen zu haben. man studiert jahrelang, etc... dann komponiert man etwas, das vielen gefällt, etwas, woran viele menschen freude haben und es kommt jemand wie du und sagt: gehört alles uns! ideen sind immateriell, du kriegst kein geld dafür!
    musik muss nicht nur erdacht, sondern auch produziert werden! weißt du, was das für arbeit ist?!
    natürlich gibts open source und das funktioniert auch in gewissem rahmen, aber mit kunst klappt das eben nicht. die leute, die an solchen projekten mitarbeiten verdienen auch mit irgendwas geld und machen das aus reinem idealismus und spaß an der freude, oder werden von ihren eltern finanziert oder haben geerbt.
    sobald mein vermieter auch auf creative commons basis umgestellt hat und ich mich nach lust und laune miete zahlen kann oder auch nicht, wünsche ich doch bitte, auch für meine arbeit bezahlt zu werden. oder hast du bock, für arbeit kein geld zu kriegen?
  9. #58

    Zitat von ajf00 Beitrag anzeigen
    ...Herr Heveling wuerde mir gerne Antworten, wenn ich ihnen meine Postadresse mitteilen wuerde ;) So richtig, mit Papier, Baeume faellen und so...
    Bäume fällen? Damit würde Ansgar doch seinen Lebensraum zerstören...
  10. #59

    "denk doch mal einer an die Künstler!!"

    Zitat von chk23 Beitrag anzeigen
    Ideen nicht, aber deren Umsetzung, in die häufig viel Arbeit und Geld geflossen ist.



    Das ist ja alles schön und gut, aber sollte doch bitte auf Freiwilligkeit beruhen - wer seine Projekte der Allgemeinheit unendgeltlich zur Verfügung stellen möchte, sei geehrt und aufgefordert es zu tun. Aber alle kreativ Tätigen mit Gewalt zu enteignen und zu Zwangs- Open Sourcelern zu machen? Ich bitte Sie, und möchte Sie mal sehen, wenn eine Interessengruppe den Wert Ihrer Arbeit derart entwerten würde. Ich bin ein erklärter Gegner von SOPA/PIPA und ganz sicher kein Freund der großen Medienkonzerne, aber die schiebt man gerne als hässliches Feindbild vor, um den vielen Künstlern und kreativ Schaffenden nicht in die Augen blicken zu müssen, während man ihre Enteignung fordert...
    wenn kopieren für Sie gewaltvolle Enteignung ist, dann habe Sie es noch nicht verstanden. Künstler wollen in erster Linie, dass ihre Werke von möglichst vielen Menschen konsumiert werden. Das Internet bietet ihnen erstmalig die Chance, das ohne Mittelsmänner zu tun.

    Schöpferische Arbeit ist kein Malochen, das nur man gegen Schmerzensgeld tut. Man tut es einfach so, auch ohne die Aussicht auf Gewinn.

    Sicher muss es neue Fördermodelle für Künstler geben. Denkbar wären Spenden (Fans sind bereit Künstler zu unterstützen). Aber da verkaufen von Tonträgern hat keine Zukunft.


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