Die Aussage des Satzes, den du da zitiert hast, ist vor allem inhaltlich komplett falsch. Anonymous ist kein Verein, keine geschützte Marke, kein Titel der einem verliehen wird. Könnte ich in diesem Forum anonym schreiben, würde ich es tun und mich als Anon ausgeben. Weil ich in dem Moment wo ich das sage, tatsächlich Teil von Anon bin. Das ist der Punkt: Anon gibt nicht vor wer alles Anon ist, man legitimiert sich nicht als Anon und deshalb ist jeder Anon der sagt er sei Anon. Wenn irgendwo wer sagt "Ich habe das gemacht und ich bin Anon.", dann hat das Anonymous getan. Fertig.
Wie kommst du denn auf die Idee Anonymous möchte GLAUBHAFT sein? Der Grund warum sich die traditionellen Medien und die breite Masse mit Anonymous so schwer tut ist, WEIL sie keine Sprecher, keine Anführer und kein greifbares Geschicht haben. Googel mal nach Gabriella Coleman, die beschreibt das ganz gut. Zum Beispiel: Von Anonymous ist ja bekannt, dass sie ihre Botschaften an den Rest der Welt über Youtube-Videos herausbringen. Das sind keine Pressesprecher, die sowas formulieren, sondern jeder kann für sich entscheiden "Hmm, kommt nix im Fernsehen und ACTA regt mich eh auf, ich mach jetzt ein Anon-Bekennervideo". Das Video wird als Aussage von Anonymous dadurch wahrgenommen, dass es angesehen wird. Die guten Videos werden angesehen und weiter verlinkt (und landen dann so irgendwann in den Medien). Die Schlechten werden nicht gesehen und geraten in Vergessenheit (und ja, es gibt VIELE SCHLECHTE VIDEOS). Anonymous-Aussagen werden also nur dadurch von außen wahr genommen, dass viele über ein Video reden und es weiter verlinken. Aber nicht weil ihnen das der geheime Führer sagt, sondern weil sie diese Ansicht teilen (oder das Video einfach nur cool finden). Und so wird das dann tatsächlich zu einer Aussage von Anonymous. Die schlechten Videos sind auch Aussagen von Anonymous, aber die sind für die Leute nicht interessant oder sie fühlen sich von ihnen nicht angesprochen und dementsprechend wird das auch nicht weit verbreitet.
Also wenn man mal darüber nachdenkt, ist das doch das ehrlichste Meinungsbild, dass du von einer Personengruppe bekommen kannst. Ich weiss gerade nicht was glaubwürdiger wäre...
Ich mein, denk mal weiter. Stuttgart 21. Gorleben. Acta. Zensursula. Die Leute, die dafür oder dagegen demonstrieren, tun das nicht, weil sie bewusst oder unbewusst Fakten verdrehen oder irgendwelche geheimen Ziele verfolgen, sondern aus einem ganz einfachen Motiv. Bei Gorleben ist es z.B. Angst. Bei Zensursula und Acta ist es Wut. Bei Stuttgart 21 vielleicht auch Angst oder Wut oder beides. Egal ob die Leute jetzt richtig oder falsch liegen, ihre Gefühle, ihre Sorgen... das ist alles echt und vorhanden. Und das find ich glaubwürdiger als z.B. ein Bundespräsident, der alles dementiert bis man ihm das Gegenteil beweist und sich selbst dann noch rechtfertigt.

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