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Anonymous auf der re:publica: Rock'n Roller tadeln Punks
dapdIst das Lahmlegen von Websites legitimer politischer Protest? Lohnt es sich, dafür bis ins Gefängnis zu gehen? Auf der re:publica diskutierten der Aktivist Jacob Appelbaum, der Hacker Frank Rieger und die Anonymous-Forscherin Carolin Wiedemann. Sehen Sie hier den Mitschnitt.
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...831415,00.html
- #1 05.05.2012 09:09 von
Da können wir lange diskutieren...
...aber für mich ist das Lahmlegen von Webseiten ähnlich wie die Randale in der Innenstadt, bei der Läden verwüstet werden.
Wir müssen uns endlich mal von der Sichtweiste freimachen, das "Dinge" - Seiten, Softwäre, Musik usw. - nichts Wert sind, weil sie unendlich reproduzierbar sind. Es sind Wert, von Menschen geschaffen. Und der, der sie geschaffen hat bestimmt darüber, das gilt auch für eine Webseite.
Im Übrigen, wer bestimmt denn, welcher Laden ein "Scheißladen" ist? Jacob Apfelbaum und Co.? - #2 05.05.2012 12:34 von
Dass darüber diskutiert wird, ist der Skandal
Ist eine Straftat legal oder illegal, was für eine Diskussion! Randale in der Innenstadt sind für mich das Gleiche wie das Lahmlegen von Webseiten. Übrigens werden beide Dinge viel zu sehr toleriert. Genau wie im Netz können auch die Leute auf Demonstrationen scheinbar alles machen. Es wird immer so dargestellt als seien das legitime Protestmittel. Das sind sie aber nicht. Das sind Straftaten und sollten auch so behandelt werden.
- #3 05.05.2012 16:08 von
Illegal oder Pflicht?
Ich denke, dass das alles eine Frage der Relativität ist. Ist es illegal, wenn das Gesetz von einem nicht demokratisch legitimierten Gebilde ausgeht?
Andererseits muss ich auch fragen, welche Möglichkeiten zur Demokratisierung dem Volk noch geblieben ist? Stuttgart 21? Ging ja auch nur mit viel Krawall. Das Volk hat inzwischen keine reale Möglichkeit außer Protest und Angriff, um auf den demokratischen Prozess einzuwirken und dazu sind wir sogar laut Grundgesetz Art. 20 Abs. 4 angehalten. Schließlich ist bekannt, dass unsere Demokratie gerade an die EU undemokratisch outgesourced wird und dass Lobbyisten aus Wirtschaft und Medien die Politik beeinflussen, ohne dass der Bürger darauf Einfluss nehmen kann. Jeder Versuch auf dieses System als Bürger positiv einzuwirken, wird unterbunden und als staatsfeindlich dargestellt.
GG Art. 20 Abs.4: Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung ((1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.) zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.
Andere Abhilfe ist offensichtlich nicht mehr möglich. Von daher haben solche Hackangriffe auch meine volle Unterstützung als Demokrat und Verfechter der deutschen Demokratie. Wenn eine demokratische Meinung unterdrückt wird von Menschen, die sich als Demokraten tarnen, dann muss gehandelt werden.
Unter anderen Umständen wäre ich auch der Meinung, dass diese Angriffe nicht gerechtfertigt seien aber unter den gegebenen Umständen sehe ich sie als ein notwendiges Übel an. Sie sind ein Symptom und nicht die Ursache.
mfG - Raphael - #4 05.05.2012 16:36 von
Wie würden Sie reagieren, wenn dieses Statement von einem Salafisten oder NSU-Aktivisten käme?
Also ich würde zuallererst einmal klarstellen, dass das "Volk" dieser Person keine 82 Millionen Menschen in Deutschland umfasst, sondern nur eine fanatische, verschwindend geringe Minderheit...und damit ist dann auch klar, wass die Person unter "fehlender Demokratie" meinen würde, nämlich dass seine Minderheit nicht über die große Mehrheit herrscht. Was in Wirklichkeit so ziemlich das Gegenteil von fehlender Demokratie ist. - #5 05.05.2012 17:29 von
Ich denke, das siehst du ein bisschen zu einfach. Auch wenn dieses Statement von einem Salafisten oder NSU-Aktivisten käme, wäre es trotzdem noch nicht falsch und ich müsste mir darüber Gedanken machen, was mit unserer Demokratie nicht stimmt. Das nennt man Unvoreingenommenheit. Du kannst doch nicht die Aussagen von Außenstehenden einfach wegwischen, bloß weil sie dir nicht nach dem Mund reden. Das nennt man Diktatur.
Natürlich ist dein Argument richtig. Ich kann nicht hingehen und den Bundestag sprengen nur weil ich meine, die Demokratie wird mit Füßen getreten. Es sollte schon eine Verhältnismäßigkeit bestehen.
Wenn aber ein Konzern wie Monsanto jährlich durch seine Saat-Politik Millionen Afrikaner in den Hungertod treibt. Was ist dann eine verhältnismäßige Antwort? Was wäre angebracht, wenn eine politische Kaste versucht ein Volk zu entmündigen? Was müsste man tun, wenn Pharmakonzenere bewusst gesundheitsschädliche Medikamente vertreiben? Sei froh, dass nur gehackt wird!
Natürlich kann ich für mich nicht behaupten, dass ich das deutsche Volk repräsentiere. Offensichtliche Missstände anzuprangern hat damit aber nichts zu tun. Es ist leicht sich einen Satz aus meiner Argumentation zu picken und ihn dann zu verreißen aber meine Gesamtaussage hast du garnicht anerkannt. Siehst du nicht, dass wir entdemokratisiert werden? Siehst du nicht, dass Politiker gekauft werden? Ich bin kein Vertreter einer kleinen Minderheit, sondern gehöre zu den 95 % die gerade entmündigt werden. Ich bin einfach froh, dass jemand für mich kämpft. - #6 05.05.2012 20:53 von
Doch, wäre es. Zehn Gewalttäter sind nicht "das Volk". Auch nicht hundert. Auch nicht Tausend. Im Gegenteil könnte es sogar so sein, dass die Mehrheit der Bevölkerung auf die Fanatiker herabschaut, die sich als "Volkes Stimme" gebärden. Aber wer es tatsächlich wagt, friedlich gegen Occupy Wall Street und Konsorten zu demonstrieren, der hat schnell Probleme.
Am schlauesten wäre es, wenn die Medien einfach mal nicht über jeden Zwergenaufstand berichten würden...sie sind dankbare Komplizen in diesem Spiel.
Nein, das nennt man Freiheit. Eine Diktatur wäre, wenn ich die dummen Ansichten einer kriminellen Minderheit beklatschen müsste.
Ein ranghoher Greenpeace-Funktionär hat mal Dissidenten in Mafia-Manier gedroht "Wir wissen, wo ihr wohnt", woraufhin die entspannte Antwort kam "If you know where I live, you should also know how well armed I am. Don't bring a baby seal to a gunfight, hippie." Zu dumm, dass in Deutschland Kriminelle die einzigen Zivilisten sind, die bewaffnet herumlaufen... - #7 06.05.2012 10:20 von
Hi Zephira,
auf nen gemeinsamen Nenner werden wir wohl nicht kommen können.
Ich sehe, dass du ne ziemlich verzerrte Wahrnehmung hast und vielleicht sogar denken könntest, ich wäre ein Fanatiker. Ich bin ein Heiler und ein sehr zufriedener und glücklicher Mensch, der sich nicht hinter irgendwelche Gruppierungen stellt. Ich bin ein offener Mensch, der sich erstmal anhört, was Menschen zu sagen haben und dabei mache ich keinen Unterschied, ob es sich um einen Demokraten oder einen Nazi handelt. Wenn du meinst, dass Nazis keinen Wert hätten, bist du keinen Deut besser als sie. Ich denke, dass du auf die politische Stigmatisierung hereingefallen bist. Du denkst bestmimt auch, dass Moslems allesamt Bomebanattentäter sind und den ganzen Tag nur beten. Ich kenne Nazis, Moslems, Demokraten, weil ich ihnen zugehört habe und nicht, weil ich den Medien nach dem Mund rede. Ich kenne Menschen und keine Bilder.
Gegen Occupy Wall Street zu demonstieren wird schwer, weil die Demonstrationen in Frankfurt inzwischen verboten wurden. Das ist Eine klare Verletzung des GG und des Demonstrationsrechts. Du willst gegen Occupy Wall Street demonstrieren? Brauchst du nicht, denn der totalitäre Staat, den du so sehr anbetest kümmert sich schon drum. Beschwer dich also nicht, wenn du nicht gegen Occupy Wall Street demonstrieren darfst. Bald darf niemand mehr demonstrieren. Dein Ziel erreicht?
Okay, nenne ich es eben nicht Diktatur sondern schlicht und einfach Ignoranz. Niemand verlangt, dass du irgendwas beklatschst. Aber als Mensch kann ich verlangen, dass du meine Stimme nicht ignorierst. Ich will dafür keinen Beifall, sondern nur, dass du deinen gehirngewaschenen Schädel selbst anstrengst und über fremder Leute Aussagen nachdenkst. Aus Spaß komme ich sicher nicht zu meinen Aussagen und wenn du über deinen Tellerrand hinausblicken würdest, könntest du erkennen, dass es nicht nur deine Wahrheit gibt. Wenn dir der Staat deinen Hintern pampert, kann ich verstehen, dass du das alles toll findest. Damit wirst aber du zu der kleinen Minderheit, die du als fanatisch bezeichnest und der man zu folgen hat. Zieh dir den Schuh erstmal selbst an! - #8 06.05.2012 10:22 von
- #9 06.05.2012 12:08 von
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