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Anonymitätsdebatte : Fotos, gemacht von widerlichen Typen

Er dachte, er sei anonym: Michael Brutsch hat unter dem Namen "violentacrez" anzügliche Fotos von Minderjährigen ohne deren Erlaubnis in einer Netzcommunity veröffentlicht. Er wurde enttarnt, verlor seinen Job - nun wird diskutiert, ob man einen anonymen Troll beschützen muss.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/r...-a-862044.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die von ihm geposteten Bilder seien zwar widerwärtig, aber legal und durch die Meinungsfreiheit gedeckt.
    Gibt es in den USA kein Äquivalent des deutschen Rechts am eigenen Bild?
  2. #2

    Gute Frage

    Zitat von Atheist_Crusader Beitrag anzeigen
    Gibt es in den USA kein Äquivalent des deutschen Rechts am eigenen Bild?
    aber selbst das Recht am eigenen Bild
    ist zumindest fragwürdig wenn die betreffende Person
    ihr Bild freiwillig der Öffentlichkeit über entsprechende Portale zur Verfügung stellt.
    Hier könnte man jetzt mit dem Urheberrecht argumentieren.

    Zumindest ist es was anderes wenn ich Deutschland (ich kenne das amerikanische Recht nicht) meine Nachbarin (ohne ihr Wissen) fotografiere und ihr Bild dann (ohne ihr Einverständnis) veröffentlichen würde. Dann greift das Recht auf das eigene Bild.
    Andererseits ist eine Eigenveröffentlichung mit Sicherheit kein Freibrief
    das sich andere Leute zu einem anderen Zweck dieses Bildes bemächtigen.
  3. #3

    Die Anonymität eines Verbrechers ...

    ... zu sch ützen ist Unsinn. Die Gesellschaft hat als einzige wirksame Massnahme gegen Verbrecher deren (zeitweisen) Ausschluss aus ihrer Gemeinschaft. Dafür muss der Mensch aber namentlich bekannt sein. Der Pranger eben. Andere Massnahmen zur Resozialisierung haben sich als unwirksam erwiesen.
  4. #4

    Perverslinge

    scheren sich einen Dreck um die Befindlichkeiten der Personen, die sie ohne ihre Erlaubnis ins Netz stellen und wenn man ihnen auf die Finger klopft, dann werden sie auf einmal ganz privat und pochen auf ihre Rechte. Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut, dass es zu erhalten gibt, soll doch jeder im Netz auch den allerletzten Schwachsinn posten, aber Bilder gehen einfach zu weit. So einen Typen würde ich auch outen und wenn er seinen Job dadurch verliert, dann hat er eben Pech gehabt.
  5. #5

    Abschreckung

    Auch wenn sozialromantische Bessermenschen, gerade in DE, aufheulen mögen... Der Pranger ist zwar ein archaisches, aber dafür umso effektiveres Abschreckungs- und Strafmittel. Die Wahrung des positiven Selbstbildes ist für die meisten Menschen extrem wichtig.
    Die Aussicht auf Häme und soziale Ächtung (inkl. deren Folgen wie Jobverlust) dürften weitaus bedrohlicher wirken als so manche Geld- und (bedingte) Gefängnisstrafe.
  6. #6

    Da fehlt einiges an Infos!

    Die Berichterstattung in den USA erzählt noch deutlcih mehr. So waren waren die Bilder teilweise eindeutig ohne Wissen der Abgebildeten aufgenommern worden, sogenannte "Creepshots", vorzugsweise mit Perspektive unter den Minirock oder in den Ausschnitt. In einem Fall gab der User ein, es würde sich um eine Schülerin handeln. Und es ging auch nicht nur um Bilder, sondern auch um Inzestgeschichten (VA selbst gab an, er habe mit seiner Stieftochter Oralsex gehabt), antisemitische Witze, rassistische Äußerungen, grundsätzlich alles was sich am äußersten Limit der freien Meinungsäußerung bewegt. ViolentAcrez war alles ein echter Troll, der Spaß daran hatte, Leute auf die Palme zu bringen, wie er sagte, um vom Job abzuschalten. Sinn und Zweck war es gerade, es zu erreichen, daß Leute sich beschwerten. Diese Beschwerden wurden dann aber von Moderatoren und Administratoren, mit denen Brutsch hervorragend vernetzt war (die er teilweise angelernt hatte), abgebügelt.
    Zum erzungenen Outing: Da sollte es überhaupt kein Mitleid geben. VA hat immer für sich eine extreme Auslegung der freien Meinungsäußerung geltend gemacht, daß Betroffene eventuell dadurch verletzt würden, zählte für ihn nicht. Den Namen Michael Brutsch bekannt zu machen ist nach diesem Standard auch freie Meinungsäußerung! Da darf er sich überhaupt nicht beschweren.

    Abgesehen davon handelt es sich bei Reddit um ein privates Unternehmen, das überhaupt nicht gezwungen ist, ein Forum für grenzelllos freie Meinungsäußerung zu betreiben. Woanders, z.B. hier beim Spiegel, wird deutlich mehr eingeschränkt. Reddit hat enfach nur enorm daran verdient, daß beinahe alles erlaubt war, deswegen und auch wegen der Mitarbeit Brutsch's trägt die Firma eine erhebliche Mitschuld an der Eskalation. Man kann nur hoffen, daß viele derjenigen, deren Fotos entwendet wurden, jetzt auf Schadenersatz klagen. Ich empfehle, mal in die Berichterstattung in den USA zu schauen, die deutlich detailiert ist und auch auf die aufgeworfenen Grundsatzfragen besser eingeht!
  7. #7

    Wie wäre es gewesen...

    ...hätte er die Bilder nicht kopiert, sondern jeweils auf die Facebook Seiten der Betreffenden verlinkt?

    Die unmoralische, eklige Seite dieses Themas brauchen wir garnicht zu diskutieren. Kein Pardon für das Schw...
  8. #8

    leider komplexer

    So wie ich es verstanden habe, funktioniert Reddit mit links, d.h. da wird auf ein öffentliches Bild einer Frau verlinkt und schmutzig drüber diskutiert.
    Das Foto selber bleibt dabei am Originalplatz.
  9. #9

    Naja

    [QUOTE=mborevi;11173750 Die Gesellschaft hat als einzige wirksame Massnahme gegen Verbrecher deren (zeitweisen) Ausschluss aus ihrer Gemeinschaft. Dafür muss der Mensch aber namentlich bekannt sein. [/QUOTE]

    Sicherlich - nur halt müsste dann der Journalist diese Namen inc. einer Strafanzeige an ein Gericht richten und nicht sich selbst und einen Mob als Richter setzen.
    Denn was hier genauso wie in der USA strafwürtig ist bestimmt der Gesetzgeber und dann urteilen Richter darüber, ob konkreten Taten darunter fallen.
    Was hier der Journalist macht ist aber Rufmord - denn wenn ich das richtig verstanden habe im obrigen Artiel hat dieser typ ja eben nicht gegen das amrikanische recht verstoßen bzw. wurde er nicht dafür angeklagt.
    Der Rechtsempfinden aller Amerikaner ist dann doch sehr unterschiedlich - und was dem einen als ein schlimmes Verbrechen erscheint, erscheint einem anderen als Witz. Darum gibt es Gerichte auch, die darüber urteilen.
    Denn man wird bei ca. 200 Milionen US-Büergern wohl für fast jede Position eine durchaus beachtliche Anzahl (wenn prozentual vielleicht verschwindend gering) für jede Ansicht finden - also auch genug, die Taten als Verbrechen ansehen, die juristsich gar keine sind, und die sich selbst zum Handeln aufgerufen sehen, wenn sie den Namen des Täters kennen.
    Sie sollten sich z. B. einmal erkunden, wie in der USA bekennende Atheisten in manchen Landesteilen behandelt ausgegrenzt, an den Pranger gestellt usw...) werden - und das nur dafür, dass sie Atheisten sind und man ihren Namen kennt.
    Von daher ist dieses veröffentlichen von namen von leuten, die in den Augen eines Journalisten oder Hackers irgendwie 'unrecht' tun, in medien extrem fragwürtig - denn wenn wirklich (wahrscheinlich) eine Straftat vorliegt ist der richtige Weg eine Strafanzeige dann zu tätigen - und das urteil den entsprechenden Institutionen, nämlich der Justiz, zu überlassen und nicht dem 'Empfinden' oder Rechtsgefühl von irgendwelchen Bürgern, die sich um die juristischen Grenzen und Bestimmungen vielleicht nicht scheren.
    Ich bin überzeugt, dass auch sie nicht für die Einführung der Lynchjustiz plädieren - warum dann dieses 'an den Pranger stellen' durch irgendwelche dahergelaufenen Leute?








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