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Anonymisierte Jobsuche: Jungunternehmer gegen neutrale Bewerbungen
Ein Verband junger deutscher Unternehmer hält anonymisierte Bewerbungen für unnötig. Ein Drittel Mitglieder glaubt nicht, dass*Personaler Bewerber überhaupt diskriminieren. Für kleine Firmen sei ein anonymes Verfahren außerdem zu aufwendig.
http://www.spiegel.de/unispiegel/job...714952,00.html
- #60 01.09.2010 16:32 von
Aktionismus
Halte ich auch für sinnlosen Aktionismus.
Wenn es ein guter Personaler ist, ändert sich nichts, da er auch schon vorher Herkunft/Geschlecht/... ignoriert hat.
Wenn es ein schlechter Personaler ist lädt er zwar Serkan zum Gesptäch ein, ärgert sich dass es "nur ein Türke" ist und dass er jetzt Zeit verschwendet hat und gibt ihm nach dem Bewerbungsgespräch eine Absage - #61 01.09.2010 16:43 von
...
Mein letzter Post heute und wahrscheilnlich OT, aber dennoch.
Was nützt es, wenn man zum Gespräch geladen wird, aber dort ständig nur die zweite Geige spielt?
Vielleicht liegt es daran, dass man zuviel "jammert".
Sorry Herr VerHartzter, aber das was Sie gerade geschrieben haben, verliesse mich zur Entscheidung "Nein, der nicht!"
Natürlich bin ich kein Masstab, möchte Ihnen nur ein Feedback geben.
Sie schreiben, Sie sind Facharbeiter. Ist doch gut!
Selber fühlen sie sich aber zu etwas Höherem berufen und hatten auch das Glück, eine solche Position zu haben.
Aber das ist vorbei.
Für mich klingt das so, dass Sie meine potentielle Stelle ständig mit der alten Funktion vergleichen werden. Will ich das? Will ich einen unzufriedenen Facharbeiter, der irgendwie frustriert scheint und in Anstellungsverfahren den Fehler sucht?
Der auf eine einfache Frage (Bewerbungsgespräche sind voller Fallen und Provokationen, die dazu dienen, den Bewerber reden zu lassen) haben Sie mir die verpassten Chancen aufgezählt und wer oder was Schuld hat.
Wie gesagt, meine Meinung, aber ich möchte keine Mitarbeiter, die frustriert zu mir kommen. Ich hätte bei Ihnen ein ungutes Gefühl und würde absagen, auch auf die Gefahr hin, die Position erneut ausschreiben zu müssen.
Ich möchte hören, dass man Spass an seiner Aufgabe hat, dass man hinzulernen möchte und das man sich weiterentwickeln möchte. Das man eine gute Basis hat, mit der man in Zukunft gemeinsam etwas erreichen kann.
Aber niemanden, der mit hängenden Schultern versucht zu rechtfertigen, warum er in der Situation ist, in der er aktuell ist. - #62 01.09.2010 16:46 von
- #63 01.09.2010 16:49 von
- #64 01.09.2010 16:50 von
Ein wenig widersprüchlich
Würden Sie sich überhaupt an einen abgelehnten Bewerber erinnern können, von dem Sie nur die Bewerbungsmappe kennen, die Sie innerhalb kürzester Zeit auf Tauglichkeit gescannt haben? Würden Sie, falls Sie es doch könnten, wahre Aussagen und nicht nur Wischi-Waschi-Antworten liefern (das AGG droht im Hintergrund)?
- #65 01.09.2010 17:25 von
mit wenig Aufwand machbar
Man muss ein wenig differenzieren.
Zum einen rufen so gut wie keine Leute nachträglich an und die, die es getan haben, waren zu 99 % Bewerber, die wirklich nach Gesprächen abgelehnt wurden. Da kann man sich in aller Regel noch erinnern.
Für alle anderen gilt: ich schreibe einen kurzen Code auf das Anschreiben. Selten noch weitere Notizen.
Daraus geht hervor (intern) wann und warum aussortiert.
Dieser code ist auch ausschlaggebend für den Text der Ablehnung, die mit der Mappe zurückgeschickt wird.
Alle Schreiben werden bei uns eingescannt (wie auch alles andere).
Sollte ein abgelehnter Bewerber bei uns anrufen, erhalte ich durch die Sekretärin den Anruf durchgestellt und gleichzeitig eine Kopie des Anschreibens auf meinen monitor.
Anhand des Codes erkenne ich dann, wer was von mir will.
Natürlich kann ich nicht immer den wahren Grund sagen, aber ich versuche so ehrlich wie rechtlich möglich zu sein.
Unvollständige Unterlagen oder nicht erfüllte Anforderungen sind ja am meisten vertreten - da kann man recht ehrlich sein. - #66 01.09.2010 17:55 von
- #67 01.09.2010 17:58 von
Keine Überraschung
Es überrascht mich überhaupt nicht, dass es ausgerechnet "Jungunternehmer" sind, die sich gegen anonymisierte Bewerbungen aussprechen. 30jährige Personaler oder Geschäftsführer können sich wahrscheinlich nicht vorstellen, dass man mit 45 noch kreativ, schnell und belastbar sein kann.
Solange ich Stellenausschreibungen finde, denen man ansieht, dass der Schreiber nicht die leiseste Ahnung hatte, wofür eigentlich jemand gesucht wird (z.B. Grafiker für 'PDF-Erstellung', Grundkenntnisse in 'Adobe'…) bin ich auch so dreist mich für die Mitarbeit in einem "jungen, dynamischen Team" zu bewerben. Meistens kommt - gerade bei "jungen, dynamischen Teams" - nicht einmal eine Absage. Für mich ein Nachweis mangelnder Geschäftsfähigkeit. Zufällig findet sich in den Ausschreibungen oft auch eine eindeutige Formulierung wie "nicht über 35". Das muss man nicht Diskriminierung nennen, aber eine dumme Selbstbeschränkung ist das allemal. So manchem Jungunternehmen könnten Mitarbeiter mit Berufserfahrung viel Geld, Zeit und Nerven sparen.
Seltsam ist allerdings, dass bei Jobs als Freelancer, die nicht über die Personalstelle vergeben werden, dieselbe Berufserfahrung ein positives Kriterium darstellt… - #68 01.09.2010 18:07 von
BGE jetzt !
Glauben sie etwa, das ich mit so einer Haltung in ein Gespräch gehe? Natürlich weiß ich das die guten Zeiten erstmal für mich vorbei sind, und die 60k/anno werde ich wohl vorerst auch nicht mehr erreichen, wenn überhaupt nochmal. Wenn ich nicht positiv Denken und Handeln würde, würde ich keine Minute mehr in den Bewerbungsprozess investieren und mich in H4 einrichten. Das mit mit der 4 vorne beim Alter ohne Studium in Deutschland kaum bis keine Chance mehr habe, diese Realität muß ich verdrängen um meine Motivation aufrecht zu halten. Realität ist aber auch, das mir Stellen in der Produkiton versagt wurden, eben wegen dem Lebenslauf und den Qualifikationen. Da wird direkt angenommen, das ich Unsummen verdienen will. Will ich gar nicht, ich will nur eine Arbeit mit der ich ohne Hilfe von Staat normal leben kann. Evtl auch mal wieder nen gebrauchtes Auto leisten kann. Sie können sicher sein, das ich voll hinter der Arbeit und Tätigkeit stehe die ich mache, sicher können sie aber auch sein, dass ich versuche meine Situatiuon zu verbessern. Da ist die entsprechende Arbeitsleistung natürlich mit vorne dabei. Darum besitze ich auch 6 Lebensläufe die entsprechende Bereich und Qualifikationen entweder ausblenden um eine Chance im Produktionsbereich zu haben, oder andere verdeutlichen Aspekte der Beruferfahrung um an die Stellen zu kommen die eben über dem Produktionshelfer liegen. Und das der Brain- und Skilldrain in Deutschland zunimmt ist ja wohl auch ne Tatsache.
Wenn also die Wirtschaft die eigenen guten Leute (das müssen nicht immer Studiert sein) nicht erkennt, weil PowerPointschubser (BWL´ler) und Juristen das Land und die Wirtschaft an den Abgrund gebracht haben, dann suchen sich die die es können eben andere Wege und gehen. Punkt.
Und zum Vergleich der Stellen. Natürlich werde ich die Stellen vergleiche, aber der alten nicht nachtrauern. Warum soll ich nicht Sachen von der alten Stelle übernehmen, wenn sie bei den neuen Vorteile bringen. Zudem gebe ich meine Meinung und mein Denken nicht beim Betreten der Firma ab. Denkende und mit konstruktiever Kritik ausgestattete Mitarbeiter sollten doch in einer moderen Firma eher wünschenswert sein.
(Ich glaube wir werden so OT, das wir besser per PN weitermachen ;-) ) - #69 01.09.2010 18:11 von
...
Vielleicht haben manche der "noch so qualifizierten Bewerber" zwar durchaus Leute, die gerne ein gutes Wort für sie einlegen würden, die aber leider aus dem falschen Fachbereich stammen, am falschen Ort Kontakte haben (z.B. inzwischen ins Ausland abgewanderte Ex-Kollegen/-Chefs oder Studienfreunde) oder in Firmen/Branchen arbeiten, wo dank der Krise leider immer noch Einstellungsstopp herrscht... Aber wer es nicht schafft, im realen Leben bessere Kontakte als solche zu haben, der ist Ihrer Meinung nach trotz aller seiner Qualifikationen einfach nicht wert, eine Stelle zu bekommen?
Kenne ich aus persönlichem Fall, als in meiner letzten Firma in der Krise dank Sozialplan leistungsunabhängig alle jüngeren Verträge gekündigt wurden. Dabei waren mehrere hervorragende Mitarbeiter, die jeder kannte, mochte und bei Problemen um Rat fragte und für die dort jeder gerne die wärmsten Empfehlungen ausgesprochen hätte. Nur leider sind diese Leute, die Empfehlungen geben würde, diejenigen, die am längsten in der Firma/Branche sind und daher auch ihre Kontakte in der Firma/Branche haben. Da aber die gesamte Branche noch immer brachliegt, müssen wir uns "draußen" bewerben, wo uns keiner von unseren Ex-Kollegen/-Chefs weiterhelfen kann und wo auch niemand einen Pfifferling auf die wärmsten Worte von meinem Chef oder Abteilungsleiter geben würde... Daher sitzen wir jetzt da: Die meisten ins Ausland abgewandert, ein paar wieder an die Uni geflüchtet (z.B. wenn man es wie ich dank Familie nicht so einfach raus geschafft hat) oder eben Hartz IV (wenn man dazu dann auch schon zu lange von der Uni weg ist)...
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