Almosen sind schön und gut. Und ich will auch nicht der Nörgler sein, der auch bei der bestgemeinten Aktion noch die Haare aus der Suppe zieht.
Aber es gibt zuhauf die Spendengalas, Benefiz-Veranstaltungen usw., auf denen extrem reiche Leute ein wenig von ihrem Einkommen für den guten Zweck stiften. Almosen haben immer den Geruch des Freikaufens, wenn Leute oder Organisationen, die unverschämt viel Geld haben, sich ein wenig moralische Legitimation zurückholen möchten. Das war bei der christlichen Kirche so, und es findet sich genauso bei den Industriellen des 19. Jahrhunderts wie bei den heutigen Bankiers und Starschauspielern.
In die Perversion getrieben wird das von den Libertären, die Steuern generell ablehnen und dafür vehement für (weit niedrigere, versteht sich!) Almosen plädieren, wie z.B. Peter Sloterdijk.
Deswegen will ich auch nicht die Gabe von Almosen und Geschenken kritisieren, auch nicht "Mr.Lucky", sondern die oft damit einhergehende Beruhigungsmentalität. "Wenn es eine Obdachlosenspeisung gibt, dann ist doch genug für die Armen getan, oder?!?"
Und die Vergangenheit hat gezeigt, dass der Teil, den die Leute freiwillig für andere abgeben, viel zu gering ist, als dass man darauf einen auch nur halbwegs modernen Staat errichten könnte.
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