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Anonymer Schavan-Ankläger: "Ich wollte das nicht unter den Tisch fallen lassen"

DPAWill er im Alleingang eine Ministerin stürzen? In seinem ersten Interview erklärt der anonyme Ankläger hinter der Seite "schavanplag" was ihn antreibt, warum er an den Titelentzug glaubt - und wieso er sich über die Mehrheitsentscheidung der VroniPlag-Rechercheure hinwegsetzte.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...831459,00.html
  1. #10

    Gebt den Titel zurück, dann bildet sich auch ein positives Gewissen statt Gier

    Respekt, vor 30 Jahren dachte ich waren die Professoren genauer und eindeutiger.Entweder haben die (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) gepennt oder jeder war froh, nicht noch großartig darüber zu diskutieren.

    Mein Gott, wie müssen dann erst die anderen Damen und Herren kopiert haben, die ihren Titel freiwillig zurückgegeben haben ?

    Kompliment an Vroniplag, gute Arbeit ! Ihr seid ein Vorbild und leistet euren Beitrag zur Gewissenbildung betroffener Personen !

    Schlimm ist bei der ganzen Sache das oft die betroffenen Personen Vorbildfunktion und christliche Prinzipien predigen, in dem Fall bin ich gespannt wie die Geschichte weitergeht !
  2. #11

    Was hamwa denn da?

    17% der Seiten, auf denen sich teilweise einzeilige Fragmente finden, die sinngemäß irgendwo übernommen wurden. Ungekennzeichnete wörtliche Übernahmen gibt's keine einzige. Klingt für mich nach "mal sehen, wie die Schwelle liegt".

    Zwei andere Fälle zum Vergleich: Einmal reichten 21% zur Aberkennung (denn das waren durchgehende wörtliche Übernahmen) und einmal 25% nicht (denn das war sowas wie hier). Gut, und einmal reichten auch 75%, davon ca. 50% komplett und wörtlich nicht – aber das war auch ein Mediziner.
  3. #12

    warum auch immer

    Frau Schavan " geschummelt " hat, ist subsidiaer. Sie muss genau so behandelt werden wie alle anderen Sc hummler/innn, welche ihrem Doktortitel hinter her pfeiffen müssen. Ich mag Frau Schavan und ihre teils sehr ambivalenten Auffassungen nicht besonders. Das ist eine Sache. Allerdings mag ich auch das ausufernde Denununziantentum der " Titelträger-Jäger " und die stark voneinander abweichenden Entscheidungen der Universitäten noh weniger. Gleiches Recht für alle ist gefordert. Gibt es aber im deutschen Recht wirklich eine Grundlage dafür, dass Privatpersonen quasi die Existenz einer/s bislang unbescholtenen Bürger/in massiv beeinflussen dürfen ? Kann man jemand - ohne gesetzliche Grundlage - verurteilen ?

    Ich weiss es nicht. Aber vielleicht können mich einige " Rechtsgelehrte " über die Rechtslage schlau machen. Auf Antworten bin ich gespannt.und bedanke mich dafür.
  4. #13

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Will er im Alleingang eine Ministerin stürzen? In seinem ersten Interview erklärt der anonyme Ankläger hinter der Seite "schavanplag" was ihn antreibt, warum er an den Titelentzug glaubt - und wieso er sich über die Mehrheitsentscheidung der VroniPlag-Rechercheure hinwegsetzte.

    Plagiat-Verdacht gegen Schavan: Schavanplag-Autor im Interview - SPIEGEL ONLINE
    Dieses Saubermann-Gehabe ist nur noch peinlich. So läuft doch der "Wissenschaftsbetrieb" schon seit Jahrzehnten - und im Grunde nicht schlecht. Was soll diese Beckmesserei. Entscheidend ist, was danach geleistet worden ist. Ich warte immer noch auf die "Analyse" eines roten oder grünen Doktors.
  5. #14

    Doktorarbeiten

    Ich sehe mit Freuden, daß durch die Plagiataffären so langsam das ganze Promotions-Getöse in Frage gestellt wird. Unsere Gesellschaften müsssen sich vom gesamten Machtinstrumentarium fortentwickeln, zu dem auch Insignien wie ein "Doktortitel", aber auch Uniformträger aller Art, besonders auch Roben von Richtern usw. gehören. Es ist bezeichnend, wenn man Berichte aus autoritären Regimen sieht. Hier sind Titel oder auch andere Merkmale noch viel stärker ausgeprägt. Aber die deutsche Gesellschaft hat den ganzen Ballast nicht mit dem Ende des zweiten Weltkrieges versucht abzuwerfen, sondern weitergeführt.

    Wenn wir eine solidarische und offene Gesellschaft wirklich WOLLEN, müssen Dinge wie Titel endlich abgeschafft werden. Ein Name genügt, es muss nicht ein Gesslerhut davor gesetzt werden. Ich wundere mich, daß Akademiker nicht diese Selbstverständins haben, sollten sie doch kraft ihres Intellekts gerade weiter denken können !
  6. #15

    Selbsternanntes Gewissen

    Da spielt sich jemand zum Gewissen über die Arbeit anderer Leute auf, traut sich aber nicht mal seinen Namen zu nennen und hofft, dass noch jemand anderes seine dürftige Faktenlage im Nachhinein aufpoliert.
    Das ist doch jemand, der das ganze System der Nachforschung in ein schiefes Licht rückt weil absolut niemand ein Interesse haben kann, dass Hexenjagd salonfähig gemacht wird von Leuten, die gerade nichts besseres zu tun haben und "aus Spaß an der Detektivarbeit".

    Wer wird denn bei wirklich wichtigen Fällen noch zuhören, wenn von Besserwissern ein so hohes Grundrauschen und Übersättigung erzeugt wird, dass alle genervt abwinken wenn eigentlich wirklich ein genaues Hinsehen nötig wird?
  7. #16

    Im Berliner Tagesspiegel sagte Frau Schavan 2009: "Als ich in den sechziger Jahren aufs Gymnasium kam, da gab es sehr viele Familien, in denen es zuvor noch nie jemand bis auf die höhere Schule geschafft hatte. Die Familien hatten meist wenig Geld. Und sie mussten für die Schulbücher zahlen. "
    http://www.tagesspiegel.de/politik/deutschland/annette-schavan-ich-wuensche-mir-mehr-bildungsbuerger/1643880.html

    Das ist sachlich falsch. Frau Schavan kam 1966 auf das Nelly-Sachs-Gymnasium in Neuss. 1966 herrschte in NRW Lehrmittelfreiheit.

    http://protokolle.archive.nrw.de/pdf_texte/kv931_1_1.pdf

    Es ist zu befürchten, dass wir noch mehr Unwahrheiten erfahren.

    Mich irritiert auch, dass Frau Schavan nicht zur Sache reden will, aber ad hominem. Es ist wissenschaftlich völlig unerheblich, wer die Vorwürde erhebt. Es geht nur um die Sache, also die Dissertation. Wir müssen sicherstellen, dass unsere Doktoranden uns nicht fortwährend betrügen. Offenbar haben die Hochschulen Schwierigkeiten, uns vor Betrügern zu schützen, wie wir bei Guttenberg oder jetzt auch wieder in Berlin gesehen haben. Ich finde das gut, wenn möglichst viele Menschen möglichst hohe akademische Graduierungen erlangen (was ja auch das Ziel der Lehrmittelfreiheit in NRW war, die Schavan fälschlicherweise leugnet). Aber Betrüger haben da nichts zu suchen. Auch nicht in öffentlichen Ämtern.
  8. #17

    Schavan verschleiert andere Fälle

    ich bin von Ministerin Schavan sehr enttäuscht. Ihr geht e nicht um wissenschaftliche Prinzipien, ihr geht es einen eklatanten Plagiatsfall zu verschleiern und ein Skandal zu vermeiden. Deswegen habe ich das Gefühl, sie wird alles machen um sauber aus der Situation rauszukommen. Interessant. Wir brauchen Plagiatsaufdecker und sie sind leider gezwungen anonym zu bleiben. Danke, Herr Schmidt. Wie kann man helfen und gegen Vertuschungsversuche etwas erreichen?
  9. #18

    Grundsätzlich richtig

    Falls nicht noch mehr Plagiate in Schavans Arbeit auftauchen, sollte in diesem Fall eine scharfe Rüge des Promotionsausschusses reichen. Die Veröffentlichung war allerdings richtig - sie ist ein klares Signal an alle Doktoranden, dass auch kleinere Schummeleien auffliegen und daher künftig der wissenschaftliche Standard absolut sauber eingehalten werdern muss.

    Die Anonymität des Herrn "Schmidt" spielt hier überhaupt keine Rolle, da die Plagiatsvorwürfe offensichtlich auf wahren Tatsachen beruhen. Forderungen nach Aufdeckung seiner Anonymität sind daher klar als Einschüchterungsversuche zu werten. Wären die Vorwürfe falsch, sähe es allerdings anders aus.
  10. #19

    Fair bleiben

    Nicht dass ich sonderlich viel Sympathie für Frau Schavan hätte. Aber bei der ist Fairness und eine belastbare Beweiskette wichtig, weil sonst die Plagiatsjägerei, die ich befürworte, in Veruf gerät und unglaubwürdig wird. Auf diesem Weg könnten sich die ertappten Schummler nachträglich reinwaschen. Das bis jetzt vorgelegte Belastungsmaterial ist sehr dünn, so dass ich mir schon überlege, ob dieser Herr Schmidt nicht ein U-Boot der Plagiatoren ist.








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