DPAWill er im Alleingang eine Ministerin stürzen? In seinem ersten Interview erklärt der anonyme Ankläger hinter der Seite "schavanplag" was ihn antreibt, warum er an den Titelentzug glaubt - und wieso er sich über die Mehrheitsentscheidung der VroniPlag-Rechercheure hinwegsetzte.
http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...831459,00.html
Was ist denn mit der offentlich-rechtlichen Aufforderung in der Fernsehsendung XY, gesuchte Kriminelle zu denunzieren? Also ich halte die Suche nach Betrügerinnen auch nach 30 Jahren für legitim. Schließlich wollen solche Betrüger Kraft ihrer Titel Kompetenz erzeugen, die sie nicht besitzen. Diese Aktivitäten werden schnell einem Denunzianten zugeordnet um jene zu verunglimpfen.
Kann man Frau Schavan tatsächlich den Hexen zuordnen? ... wegen der genannten Jagd.
Den Schavan-Ankläger sollte man ernst nehmen und ihm dankbar sein, dass er sich dieser Promotion angenommen hat. Sollte dieses Plagiat von Frau Schavan auch eine andere Dimension haben, darf man den Ankläger nicht ohne weiteres verurteilen. Wer politisch so weit oben steht wie Frau Schavan, muss kritisch beleuchtet werden. Sie sollte als Bildungsministerin keinen "Eiertanz" aufführen, sondern entsprechende Konsequenzen ziehen.
Für jemand, der nach eigenen Angaben über 30 Jahre Doktoranten begleitet und oberste Beauftragte für Bildung ist, bleibt ein solch unsauberes Arbeiten peinlich- egal wie man das sehen mag.
Zudem ist noch gar nicht gesagt, ob eine weitere Recherche anhand von Aufsätzen, die nicht im Netz zu finden sind, nicht ein weit peinlicheres Bild ergäbe..
Was, wenn die Hilflosigkeit, eigene Sätze zu formulieren, sich durch die ganze Arbeit zieht? Interessant wäre also zweifellos eine sehr viel gründlichere Analyse- doch wer soll das tun? Die Uni wird sich wahrscheinlich hüten, ihre eigenes Nest zu beschmutzen und die Vroniplag-Leute können nur Netz. Schade eigentlich.
Allerdings muss man sich da wundern, wenn eine Doktorandin noch nicht einmal mit den Grundregeln wissenschaftlichen Arbeitens vertraut ist, die jedem Verfasser einer ersten Proseminararbeit strikt eingebläut werden.
Wenn das Schicksal es dann aber auch noch will, dass sie am Ende gar als Bundesministerin für Bildung und Forschung auf der Kabinettsbank „präsidiert“, kommt man fürwahr nur schwer aus dem Sich-Wundern heraus. Man reibt sich verdutzt die Augen und glaubt, gar einen Bock als Gärtner zu sehen! ;-)
Dieser rein formale Anspruch an saubere universitär-wissenschaftliche Standards ist der eine Stein des Anstoßes, der andere liegt aber in ihrem auffälligen Verhalten in der Causa Guttenberg begraben. Selbst die SZ interessiert sich für die Frage:
Da kommt man in der Tat nicht umhin, sich darüber zu wundern, welche Teufel sie im Falle des Freiherrn damals geritten haben mögen, da sie doch ahnen konnte, auf welchen glühenden Kohlen sie selbst sitze – jeder, der einmal ein derartiges Oeuvre selbst fabriziert hat, weiß um das Ringen, den zu erörternden Stoff ein formal tadellos „weiße Weste“ angedeihen zu lassen ... vor dem Hintergrund überbordender Material- und Zitatkästen.Es wäre interessant zu hören, was der frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) dazu sagt. Vor gut einem Jahr galt seine Kabinettskollegin Annette Schavan (CDU) als die Politikerin, die ihm in seiner Plagiatsaffäre in den Rücken fiel. Als jemand, der selbst promoviert und viele Doktoranden begleitet habe, "schäme ich mich nicht nur heimlich", sagte Schavan damals. Einen Tag später trat der Verteidigungsminister zurück. CSU-Chef Horst Seehofer warf Schavan unsolidarisches Verhalten vor. - Plagiatsvorwürfe gegen Bildungsministerin Schavan - Das Problem mit den Quellen - Karriere - sueddeutsche.de
Wen plagt da nicht stets die bange Sorge, ob man sich von fremden Gedanken – wenn man sie nicht als Zitate deutlich genug kenntlich machte - hat so befreien können, dass man am Ende über jeden Plagiatvorwurf erhaben sein kann?
Die meisten Verfasser haben ein sicheres Gefühl dafür, dass ihnen das an manchen Stellen vielleicht nicht so einwandfrei gelungen ist ... Frau Schavan hatte das bei der Demontage des CSU-Kollegen wohl verdrängt ... aus welchen Gründen auch immer!?
das ist eher eine Rache eines Versagers, der sich als solcher
auch outet, indem er Absprachen nicht einhält, und dann zu feige ist
seinen richtigen Namen zu nennen. So handeln eigentlich nur erbärmliche Denunzianten. Wobei mal aussen vorgelassen sein soll, ob jetzt was faul an der Doktorarbeit ist oder nicht.
das ist mehr als schäbig. Bei jedem, der in der DDR irgendwie Karriere gemacht hat, und da gab es auch hochanständige Leute, können sie solche albernen Ausarbeitungen finden, das war einfach Folklore. Sowas hat niemand aufgehoben, das war so wichtig wie ein Schulaufsatz über das Mülltrennen. Das " geborene Kasner" ist auch völlig idiotisch, sie war zur Promotion schon ein Jahrzehnt verheiratet, der Name spielte also keine Rolle mehr.
Nur, daß sich solcher Unsinn nicht festsetzt: das Thema der Dissertation lautete: "Untersuchung des Mechanismus von Zerfallsreaktionen mit einfachem Bindungsbruch und Berechnung ihrer Geschwindigkeitskonstanten auf der Grundlage quantenchemischer und statistischer Methoden ein.", das klingt nicht nach Rotlichtgesülze. (warum muß ich nur gerade an Dr. Gysi denken?)
So, und nun sein Sie weiter stolz darauf, nicht im Osten geboren zu sein. Cui honorem, honorem, um mich mal auf das peinliche Niveau zu begeben.
Dachte man doch die ganze Zeit: Die ist sauber. Von der erwarte ich das nicht. Und jetzt das: Schavan ist um nichts besser als Gutenberg, Koch-Mehrin, und alle anderen Betrüger. Auffällig an der Angelegenheit ist, dass es nahezu nur Politiker der Farben schwarz und gelb trifft. Ist die Unehrlichkeit dort zu Hause? Nimmt man es dort nicht so genau mit der Wahrheit?
Wieso fragen wir uns das eigentlich erst mit dem Vorwurf des Plagiats? Mir war das schon lange klar.