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Anonyme Plagiatsjäger: Der Schwarm bin ich
Mit Guttenberg fing es an, mit Silvana Koch-Mehrin geht es weiter: Plagiatsjäger melden den Universitäten mögliche schwarze Schafe*und leisten Puzzlearbeit, um die Sünder zu überführen. Sie selbst bleiben anonym - was treibt sie an?
http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...757791,00.html
- #310 26.04.2011 08:51 von
Ja klar
Sie beantworten es doch! Was verstehen Sie daran nicht?
Es geht um den im Artikel beschriebenen anonymen Kreis, nicht um Fischer-Lescano und nicht um das gängige Verfahren und die damit verbundenen Personen der Universität Bayreuth.
Es geht um Menschen die im Interent anonym andere an den Pranger stellen. Es geht darum, dass die Gesellschaft (ebenso wie Sie) das gut findet und "unterstützt". Als Argumentation wird "Schutz der Wissenschaft", moralische Werte etc. angebracht. DAS ist scheinheilig.
Ich kritisiere ausdrücklich die Leute, die aus dem anonymen heraus urteilen, richten und tief in das Leben eines anderen Menschen eingreifen. Ein Vorredner hat den Kachelmanprozess angeführt. Finden Sie diese mediale Ausschlachtung und Vorverurteilung eines Einzelnen Gerechtfertigt?
Was Fischer-Lescano geschafft hat (ob zufällig oder nicht, bei seiner linken Gesinnung), hätte dem von Ihnen als "rennomiert" bezeichneten Doktorvater zu Guttenbergs auffallen müssen.
Meiner Meinung nach haben Sie einiges zu überdenken. - #311 26.04.2011 08:58 von
Der Weg macht den Unterschied
Man kann gegen jemanden hetzen (was Sie scheinbar bevorzugen, wenn Sie der medialen Abschlachtung einzelner durch die Gesellschaft das Wort reden) oder jemandem, der Verfehlungen zu Verantworten hat, auf bewährtem und zivilisierten Weg den Prozess machen.
Fischer-Leskano ist auch nicht anonym aufgetreten, und spätestens von dem Zeitpunkt an waren alle Institutionen alarmiert. Die Uni Bayreuth prüft, es wird ein Urteil geben.
Die anonymen Hetzer haben keinerlei moralische Grundlage. - #312 26.04.2011 11:45 von
Täuschungsvorsatz kann nicht bewiesen werden
Täuschungsvorsatz kann nicht bewiesen sondern nur angenommen werden.
Bei der Vielzahl von abgeschriebenen bzw. nicht zitierten
Textbausteinen wie in KTGs Diss. gehen Gerichte üblicherweise von Täuschungsvorsatz aus.
Warum bzw. wozu tat KTG das?
War das etwa eine „Sollbruchstelle“ in KTGs Laufbahn?
- Keine eigenständig erarbeitete Einleitung,
- das sehr seltsame Vorwort,
- seine Bemerkungen über einen überfälligen Absturz.
- Hatte KTG seine Karriere als Spitzenpolitiker
aus guten Gründen sicherheitshalber schon vorher nur als
Gastspiel konzipiert?
Die ihn abschossen haben sich selbst damit keinen Gefallen
getan. Wem nutzte das wirklich?
Das werden wie noch sehen.... - #313 26.04.2011 13:53 von
x
Vorsicht bei Unterstellung dieser Art, auch wenn sie durch rabulistische Wortwahl begleitet werden.
Ich rede nicht der "Hetze" das Wort. Wenn Sie sich mal Zeit nehmen und die Wikis ansehen, werden Sie keine Hetze entdecken, sofern Sie versuchen einen realistischen Blick darauf zu werfen.
Und nochmals: Die Betrüger haben in Bezug auf ihren öffentlich zu machenden Betrug, und ich rede hier von Fakten, kein Schutzbedürfnis. Die Tatsachen sollten als solche genannt werden dürfen - und mehr machen die Plagiatoren nicht.
Betrüger haben übrigens auch keine moralische Grundlage, da ihr handeln vorsätzlich unmoralisch ist. - #314 26.04.2011 14:11 von Elektrikern
Lochkarte ??
Unter welchem Stein haben Sie denn bis jetzt gewohnt?
Lochkarten und Stanz- und Sortiermaschinen von Mr. Hollerith gibt es nur noch in technischen Museen.
Mein Sohn hat vor kurzem seine Dissertation abgegeben, ausgedruckt, plus auf einer CD zwecks Kontrolle seitens der Professorern. Mir hat er sie auf einem Datenstick gegeben.
Sie können also Ihr Nickerchen weitermachen und von Lochkarten träumen, während die Wirklichkeit weiterläuft und unser akademischer Nachwuchs auf Herz und Nieren geprüft wird. - #315 27.04.2011 16:37 von
Soviel Scheinheiligkeit schon lange nicht mehr erlebt!
Wieso Scheinheiligkeit?
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Scheinheiligkeit steht im Gegensatz zur persönlichen Integrität,
da ein Widerspruch zwischen geäußerten Werten
(="Schutz der Wissenschaft") und
gelebten Werten = "moralische Empörung, jmdn. an den Pranger stellen" besteht.
Die in diesem Sinne scheinheiligen Personen leben nicht die Werte,
die sie als richtig bezeichnen. Es ging konkret darum
KTG zu schaden, ihn politisch zu erledigen, ihn zum
Rücktritt zu zwingen. Das war das Hauptmotiv!
Die Profs der Uni Bayreuth sind auch genauso scheinheilig. - #316 08.05.2011 14:46 von
im Dunkeln bleiben auch die Methoden
Dieses Netzwerk der sogenannten Aufrechten ist lachhaft. Ohne Nennung der Methoden bleibt diese Art von Aufklärung genauso dilettantisch und kriminell, wie jedes Plagiat.
Dass ausgerechnet eine Professorin aus Berlin, die u.a. SPD-Mitglied ist,keine 'Bösewichte' in den eigenen Reihen findet, spricht Bände.
C.Ezer - #317 26.06.2011 22:57 von
Zitiergut und Plagiat
Die Dissertation ist bestenfalls ein mit dem Dr.-Titel prämiertes, zur Abgabezeit der Doktorarbeit aktualisiertes Zeitzeichen eines minimalen Ausschnitts zum Stand der Wissenschaft, das schon anderntags insoweit überholt sein kann. Ihre Wertschätzung ist deshalb meiner Ansicht nach ausschließlich innerhalb des Wissenschaftsbetriebes selbst begründbar.
Redlichkeit hingegen stellt für mich eine weit darüber hinausgehende Qualität dar. Allein schon deswegen halte ich die Arbeit der Plagiate-Fahnder für richtig und wichtig. Nur sie werden überdies erreichen können, dass alle je zum Stand der Wissenschaft gezählten Arbeiten entweder als Zitiergut zertifiziert oder als Plagiate disqualifiziert werden. Die Mammut-Arbeit reicht weit über die der Rechtsmediziner und Juristen seit Verwertbarkeit der DNA hinaus und ist von den Universitäten allein schon mangels finanzieller Möglichkeiten und entsprechender manpower nicht leistbar.
Andererseits sollte kein Zweifel daran bestehen, dass Plagiate nicht nur nicht zitierpflichtig sind, sondern nicht einmal zitierfähig sein sollten, um kein rechtswidriges Verhalten fortzupflanzen. Ich halte den wissenschaftliche Arbeiten insgesamt betreffenden derzeitigen Generalverdacht für durchaus statthaft. Wer in dieser Hinsicht Sauberkeit als ein zentrales Wesensmerkmal hochhält, wird im Zuge der neuen Kontrollmöglichkeiten vom Prinzip des Nichtverdachts bis zum Beweis des Gegenteils auf das Prinzip der Unsicherheit bis zu gründlich erfolgter Kontrolle umschwenken müssen.
Die dazu benötigten Helferinnen und Helfer scheinen zur Verfügung zu stehen.
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