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Anne Will: Preußische Suppenküche
Wie tugendhaft muss der erste Diener des Staates sein? Anne Will hatte zum verheißungsvollen Talk geladen, doch Ex-Bundespräsident Richard von Weizsäcker wollte nicht über die Affäre Wulff sprechen. So verkam die Debatte zur Preußen-Geschichtsstunde.
http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,811457,00.html
- #40 26.01.2012 10:37 von
Quotenrunde
Ach Frau Will, wenn Sie unbedingt über die Wulff-Affäre sprechen möchten, warum laden Sie dann Richard von Weizsäcker dazu ein ? Entweder war Ihrem Mitarbeiterstab nicht klar, daß sich Weizsäcker nie zu diesem Thema äußern wird (was jedem anderen politisch Interessiertem klar ist), oder es war die (naive) Hoffnung, gepaart mit Überheblichkeit, ja Arroganz, daß er in m e i n e r Sendung schon was dazu sagen wird. Ihre Enttäuschung, ja fast schon Wut darüber, das v.Weizsäcker ihre Erwartungen nicht erfüllte, war Ihnen deutlich anzusehen. Aber wahrscheinlich hat die Hoffnung auf eine hohe Einschaltquote, die man mit dem Erscheinen v.Weizsäckers in dieser Sendung hatte (die anderen Teilnehmer waren wohl nur mehr als eine Art schmückendes Beiwerk gedacht), eventuelle Zweifel hinsichtlich seines Verhaltens zum Thema Wulff.übertüncht. Wäre schön, wenn Sie von Weizsäcker etwas gelent hätten. Manche Menschen lassen sich eben von Medien nicht vereinnahmen.
- #41 26.01.2012 10:43 von
Will: Wunscheigenschaft "autoritär"
- #42 26.01.2012 10:45 von
Frau Will nackig gemacht
Ich kann den gerümpften Nasen der Talkrunden-Teilnehmer nur noch eine weitere - nämlich meine eigene - hinzufügen. Der Unmut über die Themenstellung und den fadenscheinige Versuch, Spannung dadurch zu erzeugen, dass man eine erschreckend dümmlichen historischen Brückenschlag versuchte, ist völlig nachvollziehbar. Was bitte soll ein preussischer König (allein wenn man diesen Begriff in seiner Substanz verstanden hat, könnte man das Thema bereits beenden) , der mithin aus einer völlig anderen Zeit, einer völlig anderen Gesellschaft, mit einer dramatisch anderen Sozialisation, einem absolut unvergleichlichen innen wie aussenpolitischen Kontext sowie elementar unvergleichbaren wissenschaftlicher und historischer Prägung, (von persönlichen Präferenzen ganz zu schweigen) uns heute in Bezug auf das Amt eines Bundespräsidenten (!) an Orientierung liefern? Herr Weizsäcker hätte die Unmutsstöße seines Stockes besser auf dem Kopf der Moderatorin platzieren sollen anstatt den armen und unschuldigen Studioboden zu malträtieren.
Selten jedenfalls wurde das intellektuelle Defizit der Frau Will so deutlich. Und unabhängig von persönlichen Sympathien: Sich drei derart grundsätzlich und im Besonderen in der Geschichte beschlagene Gäste wie Weizsäcker, Dittfurth und Knop ins Studio zu holen musste doch zwangsweise zum intellektuellen Nackigmachen der Frau Will führen. Und genau das ist gestern brutalstmöglich passiert. - #43 26.01.2012 10:51 von
Herr von Weizsäcker wollte wahrscheinlich nicht noch mehr Öl ins Feuer der Diskussion um Wulff gießen? Trotzdem würde mich seine persönliche Meinung zum jetzigen BP interessieren.
Zu Frau Will ist sicherlich noch zu sagen, dass sie nicht allein die Verantwortung für die Sendung trägt. Dazu gehört ein relativ großer Redaktionsstab, der für die Vorbereitung der Sendung mit verantwortlich ist. Auch für die Einladung der Gäste wird sie nicht allein verantwortlich sein? - #44 26.01.2012 10:52 von
In diesem Punkt kann ich nur zustimmen. Wie schon gesagt, bewundernswert wie fit der Herr Altbundespräsident imernoch ist. Meiner Meinung nach sollte er sich solche Takshows allerdings nicht mehr antun.
Er machte zeitweise keine gute Figur wie z.B. in den Phasen als er die Geschichte von der wahren Herkunft der Hohenzollern (Schwaben, wie er selbst) zum zweiten Mal erzählte wie auch als er die Anekdote über seinen Bruder und die "Adligkeit" der beiden erzählte, die meiner Erinnerung nach mit der gestellten Frage nichts zu tun hatte. - #45 26.01.2012 10:53 von
Warum...
....haben eigentlich alle sooo viel Respekt vor diesem Sproß eines Nazikarrieristen mit Standesdünkel?
Als RB von Berlin, vulgo Tagespolitiker, war er wirklich nicht die
hellste Kerze auf dem Kuchen! Vielleicht weil er mit 90 + Jahren noch alle geistigen Tassen im Schrank hat? Hatte mein Opa auch. Und der hat viel geleistet in seinem langen Leben, ganz im Gegensatz zu Silberlocke.... - #46 26.01.2012 10:53 von
- #47 26.01.2012 10:57 von
im Zwiespalt zwischen Patriotismus, Kameraderie und der geltenden Verfassung
Ernst Freiherr von Weizsäcker, Vater des Richard v. W.:
Er konzentriert sich auf individuelle Hilfe für "nichtarische" ehemalige Beamte des Auswärtigen Amts. Gleichzeitig zeichnet er aber auch Deportationsbefehle des Reichssicherheitshauptamts für französische Juden in das Konzentrationslager Auschwitz ab, ohne Einspruch zu erheben.
Seit 1937 ist der Vater Leiter der politischen Abteilung des Auswärtigen Amtes, ab 1938 unter Ribbentrop. Im gleichen Jahr wird er SS-Oberführer.
Schon früh zeigte er Standessolidarität, obwohl seine Familie das "von" erst seit 4 Jahren im Namen trägt:
Weizsäcker arbeitet nach der Novemberrevolution im Reichsmarineamt in Berlin.
Er steckt immer wieder im Zwiespalt zwischen Patriotismus, Kameraderie und der geltenden Verfassungsordnung.
So deckt er beispielsweise einen Kapitänleutnant, der an der Ermordung von Karl Liebknecht beteiligt war.
Frau Ditfurt hat die Lage richtig eingeschätzt. - #48 26.01.2012 10:59 von
- #49 26.01.2012 11:05 von
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