Anne Will: Preußische Suppenküche

Wie tugendhaft muss der erste Diener des Staates sein? Anne Will hatte zum verheißungsvollen Talk geladen, doch Ex-Bundespräsident Richard von Weizsäcker wollte nicht über die Affäre Wulff sprechen. So verkam die Debatte zur Preußen-Geschichtsstunde.

http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,811457,00.html
  1. #40

    Quotenrunde

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wie tugendhaft muss der erste Diener des Staates sein? Anne Will hatte zum verheißungsvollen Talk geladen, doch Ex-Bundespräsident Richard von Weizsäcker wollte nicht über die Affäre Wulff sprechen. So verkam die Debatte zur Preußen-Geschichtsstunde.

    Anne Will: Preußische Suppenküche - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
    Ach Frau Will, wenn Sie unbedingt über die Wulff-Affäre sprechen möchten, warum laden Sie dann Richard von Weizsäcker dazu ein ? Entweder war Ihrem Mitarbeiterstab nicht klar, daß sich Weizsäcker nie zu diesem Thema äußern wird (was jedem anderen politisch Interessiertem klar ist), oder es war die (naive) Hoffnung, gepaart mit Überheblichkeit, ja Arroganz, daß er in m e i n e r Sendung schon was dazu sagen wird. Ihre Enttäuschung, ja fast schon Wut darüber, das v.Weizsäcker ihre Erwartungen nicht erfüllte, war Ihnen deutlich anzusehen. Aber wahrscheinlich hat die Hoffnung auf eine hohe Einschaltquote, die man mit dem Erscheinen v.Weizsäckers in dieser Sendung hatte (die anderen Teilnehmer waren wohl nur mehr als eine Art schmückendes Beiwerk gedacht), eventuelle Zweifel hinsichtlich seines Verhaltens zum Thema Wulff.übertüncht. Wäre schön, wenn Sie von Weizsäcker etwas gelent hätten. Manche Menschen lassen sich eben von Medien nicht vereinnahmen.
  2. #41

    Will: Wunscheigenschaft "autoritär"

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wie tugendhaft muss der erste Diener des Staates sein? Anne Will hatte zum verheißungsvollen Talk geladen, doch Ex-Bundespräsident Richard von Weizsäcker wollte nicht über die Affäre Wulff sprechen. So verkam die Debatte zur Preußen-Geschichtsstunde.

    Anne Will: Preußische Suppenküche - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
    Sie fragte tatsächlich (sinngemäss) : Wann bekommen wir wieder einen ehrlichen und autoritären Bundespräsidenten. Wer aber den begriff "autoritär" nicht richtig einordnen kann, hat eigentlich als Talkfrau nichts verloren. Auch nicht im linkslastigen beziehungsgesteuerten ARD-Milieu.
  3. #42

    Frau Will nackig gemacht

    Ich kann den gerümpften Nasen der Talkrunden-Teilnehmer nur noch eine weitere - nämlich meine eigene - hinzufügen. Der Unmut über die Themenstellung und den fadenscheinige Versuch, Spannung dadurch zu erzeugen, dass man eine erschreckend dümmlichen historischen Brückenschlag versuchte, ist völlig nachvollziehbar. Was bitte soll ein preussischer König (allein wenn man diesen Begriff in seiner Substanz verstanden hat, könnte man das Thema bereits beenden) , der mithin aus einer völlig anderen Zeit, einer völlig anderen Gesellschaft, mit einer dramatisch anderen Sozialisation, einem absolut unvergleichlichen innen wie aussenpolitischen Kontext sowie elementar unvergleichbaren wissenschaftlicher und historischer Prägung, (von persönlichen Präferenzen ganz zu schweigen) uns heute in Bezug auf das Amt eines Bundespräsidenten (!) an Orientierung liefern? Herr Weizsäcker hätte die Unmutsstöße seines Stockes besser auf dem Kopf der Moderatorin platzieren sollen anstatt den armen und unschuldigen Studioboden zu malträtieren.

    Selten jedenfalls wurde das intellektuelle Defizit der Frau Will so deutlich. Und unabhängig von persönlichen Sympathien: Sich drei derart grundsätzlich und im Besonderen in der Geschichte beschlagene Gäste wie Weizsäcker, Dittfurth und Knop ins Studio zu holen musste doch zwangsweise zum intellektuellen Nackigmachen der Frau Will führen. Und genau das ist gestern brutalstmöglich passiert.
  4. #43

    Zitat von Rmoenikes Beitrag anzeigen
    Ach Frau Will, wenn Sie unbedingt über die Wulff-Affäre sprechen möchten, warum laden Sie dann Richard von Weizsäcker dazu ein ? Entweder war Ihrem Mitarbeiterstab nicht klar, daß sich Weizsäcker nie zu diesem Thema äußern wird (was jedem anderen politisch Interessiertem klar ist), oder es war die (naive) Hoffnung, gepaart mit Überheblichkeit, ja Arroganz, daß er in m e i n e r Sendung schon was dazu sagen wird. Ihre Enttäuschung, ja fast schon Wut darüber, das v.Weizsäcker ihre Erwartungen nicht erfüllte, war Ihnen deutlich anzusehen. Aber wahrscheinlich hat die Hoffnung auf eine hohe Einschaltquote, die man mit dem Erscheinen v.Weizsäckers in dieser Sendung hatte (die anderen Teilnehmer waren wohl nur mehr als eine Art schmückendes Beiwerk gedacht), eventuelle Zweifel hinsichtlich seines Verhaltens zum Thema Wulff.übertüncht. Wäre schön, wenn Sie von Weizsäcker etwas gelent hätten. Manche Menschen lassen sich eben von Medien nicht vereinnahmen.
    Herr von Weizsäcker wollte wahrscheinlich nicht noch mehr Öl ins Feuer der Diskussion um Wulff gießen? Trotzdem würde mich seine persönliche Meinung zum jetzigen BP interessieren.
    Zu Frau Will ist sicherlich noch zu sagen, dass sie nicht allein die Verantwortung für die Sendung trägt. Dazu gehört ein relativ großer Redaktionsstab, der für die Vorbereitung der Sendung mit verantwortlich ist. Auch für die Einladung der Gäste wird sie nicht allein verantwortlich sein?
  5. #44

    Zitat von ausgetretenes_mitglied Beitrag anzeigen
    ...Gar nicht gut weg kam m. E. der Altbundespräsident von Weizsäcker. Es ist zwar bewunderswert, wie fit er mit seinen 92 Jahren noch ist, aber die heiklen Minuten, als Frau Will (vorsichtig) die Verstrickungen der Familie von Weizsäcker in der NS-Zeit ansprach, erinnerte mehr an Opa Hoppenstedt. Ich denke, mit 92 Jahren sollte man die geistige Reife besitzen, auch unangenehme Dinge in der Familienchronik der von Weizsäckers angemessen und mit Distanz ansprechen zu können anstatt mit einem Stockschlag auf den Boden die für ihn gänzlich unangenehme Diskussion zu beenden...
    In diesem Punkt kann ich nur zustimmen. Wie schon gesagt, bewundernswert wie fit der Herr Altbundespräsident imernoch ist. Meiner Meinung nach sollte er sich solche Takshows allerdings nicht mehr antun.
    Er machte zeitweise keine gute Figur wie z.B. in den Phasen als er die Geschichte von der wahren Herkunft der Hohenzollern (Schwaben, wie er selbst) zum zweiten Mal erzählte wie auch als er die Anekdote über seinen Bruder und die "Adligkeit" der beiden erzählte, die meiner Erinnerung nach mit der gestellten Frage nichts zu tun hatte.
  6. #45

    Warum...

    ....haben eigentlich alle sooo viel Respekt vor diesem Sproß eines Nazikarrieristen mit Standesdünkel?
    Als RB von Berlin, vulgo Tagespolitiker, war er wirklich nicht die
    hellste Kerze auf dem Kuchen! Vielleicht weil er mit 90 + Jahren noch alle geistigen Tassen im Schrank hat? Hatte mein Opa auch. Und der hat viel geleistet in seinem langen Leben, ganz im Gegensatz zu Silberlocke....
  7. #46

    Zitat von Andree Barthel Beitrag anzeigen
    Ich will Frau Will nicht reinwaschen, aber es sollte in der Diskussion schon berücksichtigt werden, dass von Weizsäcker davon ausgehen musste, Fragen, die Wulffs Verhalten betreffen, gestellt zu bekommen. Wenn er von Vornherein nicht die Absicht hatte, diese zu beantworten, hätte er erst gar nicht hingehen dürfen. Es wäre schön, hätte Knopp der Mär vom knausrigen Fritz, der sich und seinen Untertanen nichts gönnte, entkräften können. Sein „Neues Palais“ hat Unsummen verschlungen. Und hätte der Fritz Frauen gemocht, wäre es an seinem Hof auch so wie in Versailles zugegangen.
  8. #47

    im Zwiespalt zwischen Patriotismus, Kameraderie und der geltenden Verfassung

    Zitat von ausgetretenes_mitglied Beitrag anzeigen
    ... mit dem Stock auf den Boden gestampft und jegliche Diskussion abgewürgt.

    Er hat doch gegenüber Frau Dithfurths Einwand, in ihrer Adelsfamilie hätte es bis zum Ende des 2. Welkrieges große Ressentiments gegen die Demokratie gegeben, doch genau das Gegenteil von dem gesagt, was Sie behaupten, dass es diese dunklen Flecken nämlich in seiner Familie überhaupt nicht gäbe ("In meiner Familie gab es das nicht!!!)

    Und das entspricht nach heutigen Erkenntnissen überhaupt nicht der Wahrheit.

    Sie haben offensichtlich die Sendung nicht gesehen.
    Ernst Freiherr von Weizsäcker, Vater des Richard v. W.:

    Er konzentriert sich auf individuelle Hilfe für "nichtarische" ehemalige Beamte des Auswärtigen Amts. Gleichzeitig zeichnet er aber auch Deportationsbefehle des Reichssicherheitshauptamts für französische Juden in das Konzentrationslager Auschwitz ab, ohne Einspruch zu erheben.

    Seit 1937 ist der Vater Leiter der politischen Abteilung des Auswärtigen Amtes, ab 1938 unter Ribbentrop. Im gleichen Jahr wird er SS-Oberführer.

    Schon früh zeigte er Standessolidarität, obwohl seine Familie das "von" erst seit 4 Jahren im Namen trägt:

    Weizsäcker arbeitet nach der Novemberrevolution im Reichsmarineamt in Berlin.
    Er steckt immer wieder im Zwiespalt zwischen Patriotismus, Kameraderie und der geltenden Verfassungsordnung.
    So deckt er beispielsweise einen Kapitänleutnant, der an der Ermordung von Karl Liebknecht beteiligt war.


    Frau Ditfurt hat die Lage richtig eingeschätzt.
  9. #48

    Sie haben Recht

    Zitat von rugall70 Beitrag anzeigen
    Die Sendung erinnerte stark an einen Sketch von Loriot, bei dem der Interviewer glaubt, einen Astronauten vor sich zu haben, der sich dann aber als Verwaltungsinspektor herausstellt. Der Interviewer stellt diesem nun irritiert, aber unverdrossen seine vorbereiteten Fragen nach der Gefährlichkeit seines Berufs, den anspruchsvollen Auswahlverfahren und dergleichen mehr.

    Bei Anne Will war es ähnlich. Sie wollte unbedingt ein Statement des Altbundespräsidenten zur Causa Wulff. Dieser verweigerte das von Anfang an. Zunächst freundlich, dann bestimmt und am Ende fast ärgerlich. - Wie der Interviewer bei Loriot war Anne Will offenbar nicht willens oder nicht in der Lage, sich auf die neue Situation einzustellen. Deshalb drehte sich das Gespräch auf eigenartige Weise im Kreis und kam überhaupt nicht vom Fleck.
    Loriot war aber lustiger, Frau Will ist nur noch peinlich.
  10. #49

    Was falsch gemacht...

    Zitat von OneLifeOnly Beitrag anzeigen
    Ein alter ex-BP entzieht sich seiner Vereinnahmung durch die Anti-Wulff-Kampagne. Er macht schlicht nicht mit. Lässt sich nicht vor den Karren derer spannen die immer tiefer in der Vergangenheit Wulffs und auch von Ex-Mitarbeitern wühlen um den BP fertig zu machen.

    Wer nicht sieht, dass die Wulff-Story eine Kampagne ist sollte sich eine Realitätsbrille beschaffen.
    Irgend etwas hat mein ehm. MP falsch gemacht. Seine früheren Hilfstruppen rebellieren. Die Springer Mischpoke hat ihn doch medial mit in den Sattel gehoben. Gibt es da nicht so einen Frauenklüngel?
    Angie M, Friede Springer udgl.??