Angela Merkel leistet Widerstand, doch wie lange noch? Die Kanzlerin lehnt es ab, dass die Europäische Zentralbank in der Schuldenkrise als Retter auftritt. Genau das*fordert nun aber auch die OECD - die Bundesregierung müsse ihren Widerstand gegen die Anleihenkäufe aufgeben.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...801298,00.html
Vermutlich nicht einmal beabsichtigt - haben Sie den Nagel auf den Kopf getroffen.
"Krisenpolitik" ist - gleich welche man wählt - schlicht und ergreifend macht- und wirkungslos, wenn sie "freie" oder anders herum gesagt "gewillkürte" Entscheidungen steuern soll...
Was man "die Märkte" nennt, ist keine homogene Gruppe, die irgendwelchen Gesetzmäßigkeiten unterworfen wäre. Niemand kann einen Investor daran hindern, 10, 20, 30% oder mehr zu verlangen.
Wie Sie das als Michel mit ein paar Euros machen wollten, um endlich mal schnell richtig reich zu werden, werden sie mit ihren paar Kröten auf ihren Rendite-Erwartungen sitzen bleiben - und kein Schwein wird das interessieren.
Wenn sich aber z.B. eine Gruppe finanzstarker angelsächsischer Großinvestoren in den Kopf setzen würde, Anleihen aus D künftig nur noch gegen 20% Zinsen anzukaufen - dann würde die Ziele deutscher Anleiheemissionen eben nicht mehr erreicht, solange der Zins darunter liegt.
Und das vollkommen unabhängig vom Erfolg der Realwirtschaft oder irgendwelchen Sparbemühungen - so lautet klar die Lehre aus den Krisen in Irland, GR, Spanien, Italien usw. Die so herbeigeführten Probleme in der Refinanzierung schlagen dann zuerst Wellen im Blätterwald und alsbald auch in Konjunktur und Realwirtschaft.
Nun sind 20% oder gar mehr Zinsen aber vollkommen ohne jeglichen Sinn und Verstand - und vor allem realwirtschaftlich pures Gift. Dass Wirtschaft und Staat so auf Dauer NIE funktionieren können, ist FAKT.
Einen Schutz vor solch destruktivem Einsatz von Finanzmacht GIBT es nicht - es sei denn, man geht zu vom Finanzmarkt unabhängiger Staatsfinanzierung über (wofür es durchaus Möglichkeiten gibt und wozu Staaten legitimiert wären).
Was den Spar-Kurzdenkern offenbar nicht in den Kopf will, ist, dass die Kontrolle der Finanzpolitik durch legitimierte Organe (Banken und Hedgefonds zählen nicht dazu...) eine der wesentlichsten Grundlage von Demokratie ist. Demokratisch legitimierte Organe haben zu bestimmen, welche politischen Ziele zu verfolgen sind und wie die Verteilung des kollektiv Erwirtschafteten zu erfolgen hat. Wer diese Kontrolle an Willkür-Entscheidungen im Finanzmarkt abtritt, gibt die Demokratie am Bankschalter gleich mit ab...
Und das ist genau, was zur Zeit weltweit versucht wird. Wir erleben Teil 2 des Bankenputsches, der bereits seit 2008 im Gange ist.
Ich weiss nicht wavon Sie reden, es macht jedenfalls von vorn bis hinten keinen Sinn. Weichwährung? Monetarizierung von 200 Mrd.? Ausverkauf von Staatsschulden bei einer lächerlichen Monetarisierung von +200Mrd. und das, wenn es schon die Monetisierung der ersten 200 Mrd. nicht gibt?
Machen Sie auch. Wie lange noch steht auf einem anderen Blatt. Also kein Grund diesem Beispiel zu folgen.Die USA haben aufgrund der Weltleitwährung eine Sonderrolle. Solange diese besteht, können die USA im Grunde ihren Staat mit Gelddrucken bezahlen.
Natürlich hat außer Deutschland kein anderes Land Interesse daran, den Euro durch eine solide Finanzpolitik zu retten, da ja beim Euro im Gegensatz zu den Nationalwährungen die Möglichkeit besteht, seine eigenen Schulden auf Kosten der solider wirtschaftenden anderen Euro-Staaten zu finanzieren.
Richtig ist, dass der Euro nur zu retten ist, wenn die EZB die Staatsanleihen aller Euro-Länder aufkauft.
Richtig ist aber auch, dass, wenn die EZB dies tut, der Prozess irreversibel ist und in Zukunft dann niemand mehr außer der EZB diese Staatsanleihen kaufen wird.
Grundsätzlich sollte es eine politische Option in einem souveränen Staat sein, dass die Zentralbank Staatsanleihen dieses Staates kauft und so die Staatsausgaben - zumindest teilweise - finanziert. Wenn dem Bürger das nicht gefällt, kann er bei der nächsten Wahl die Regierung abwählen und für Änderungen sorgen. So ist es in USA oder Großbritannien der Fall. die amerikanische Zentralbank kauft im großen Stil amerikanische Anleihen und finanziert damit die zu hohen Staatsausgaben. Falls den amerikanischen Bürgern das nicht passt, wählen sie einfach einen Präsidenten, der verspricht, das in Zukunft sein zu lassen.
Bei Euro oder der EZB ist das nicht der Fall und damit ist dies keine politische Option:
Die Berlusconis und Papandreos vom Club-Med versuchen mit der Androhung mit einer Pleite ihres Staates die Finanzierung der Staatsschulden über die Notenpresse der allen Euro-Ländern gemeinsamen EZB zu erzwingen und entwerten so die Ersparnisse der solider wirtschaftenden, nicht nur deutschen Bürger, und die Bürger aus den solider wirtschaftenden Staaten - und so Konsumverzicht übenden - haben keine Möglichkeiten mit ihrer Stimme an der Wahlurne dies zu ändern.
Das Gegenteil ist der Fall: die Bürger der Club-Med-Staaten werden bei einer Wahl mit großer Mehrheit dafür stimmen, dass ihrer Staatsschulden von den Sparern der solider wirtschaftenden Staaten bezahlt werden.
Das sind 2 Aussagen von denen keine einzige wahr ist. Wir haben kein Problem mit dem Euro sondern ein Problem mit unseren Schulden.
Und ob jemand sich entschliesst ein paar Mrd. in Staatsanleihen zu parken hängt nicht davon ab, ab die Zentralbank die Dinger selbst auch kauft, sondern von der Liquidität des Marktes und dem Vertrauen darauf die Kohle auch wiederzubekommen. Beides untergräbt die Notenpresse der Zentralbank erstmal nicht, eher im Gegenteil. Es nutzt aber dem Bürger nichts, weshalb es tunlichst unterbleiben sollte.
Sinnvoll ist, die Euro Staaten bringen ihre Haushalte gemäss Maastricht Vertrag in Ordnung. D.h. mehr Steuern, weniger Ausgaben.
Das ist schlicht falsch. Die Schulden der "Pleite"-Länder wären ja noch da und bei den gleichen Instituten. Deutsche Banken wären ebenso betroffen, wie sie es jetzt auch sind, von den Versicherern ganz zu schweigen. Das Problem ist, dass ein Land überschuldet ist, welches vorwiegend Verbindlichkeiten bei europäischen Partnern. Die Währung ist nebensächlich. Hätte Italien die Lira noch, wäre aber bei unseren Banken und Versicherungen verschuldet, dann würde sich das Problem nicht in Luft auflösen, bei einer Abschreibung auf den Wert der Staatsanleihe wäre das haltende Institut trotzdem betroffen.
Kein Regierungschef irgendeines europäischen Staates darf der EZB freies Gelddrucken erlauben.
Die EZB ist unabhängig. Darüberhinaus ist es der EZB eigentlich rechtlich gar nicht erlaubt frei Staatsanleihen zu kaufen. Die EU Verträge verbieten dies sogar. Über das Gelddrucken müssen die Länderparlamente mitentscheiden und danach die EU.
Noch gibt es keine europäische Regelung.Von einer Blockade zu reden ist daher völliger Nonsens.Man kann nichtblockieren was noch nicht beschlossen wurde.
Auch ein künftiger Beschluß wird nicht blockiert. Im Gegenteil wird hier gerade versucht den Weg dahin zu beschleunigen.
Dies gilt im übrigen auch für sogenannte Eurobonds. Da liegen zwar die 3 Barroso Vorschläge vor, sind aber noch nicht verhandelt und erst recht nicht in Verordnungen und Gesetze formuliert. Also auch noch ein langer Weg.
Also erstmal beschließen wo es langgehen soll und dann abarbeiten das ist die Aufgabe und nicht dieses Dauergequatsche von allen Seiten.