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Ankündigung im TV-Interview: Wulff bricht sein Versprechen

Bundespräsident Christian Wulff kündigte im TV-Interview Transparenz an. Er werde die 400 Fragen und Antworten*zu seiner Kredit- und Medienaffäre veröffentlichen, sagte er. Doch jetzt verweigert sein Anwalt laut einem Zeitungsbericht die zugesagte Herausgabe.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...808118,00.html
  1. #680

    Nix Staatskrise

    Zitat von schaufensterfeeling Beitrag anzeigen
    Ein Armutszeugnis für Deutsche Politik!
    Das ist wohl wahr. Ein Armutszeugnis für einen BP, der ungeachtet seiner Position und Funktion Halbwahrheiten verbreitet und Vereinbarungen bricht, nur um seines eigenen kleinen Ichs willen. Wäre er mit dem Blick auf seine Aufgabe ausgestattet gewesen, wäre das alles nicht passiert und er könnte sich gemütlich um die Sorgen und Nöte der kleinen Leute kümmen. Ändern würde sich daran freilich nichts, denn sein Amt ist bei näherem Hinsehen nach diesen Erfahrungen verzichtbar. Die Bezüge könnten eingespart und sinnvolleren Verwendungen zugeführt werden. Dank der Medien bin ich erst zu dieser Erkenntnis gekommen.
  2. #681

    So ein Quatsch

    Zitat von Palmstroem Beitrag anzeigen
    Herr Wulff kann seinen Anwalt zwar von der Verschwiegenheitspflicht entbinden, aber nicht für Dritte, die von diesen Fragen involviert sind! Aber was gilt in diesen Tagen schon das Recht, es zählt nur noch die Moral!

    "Die Verschwiegenheitspflicht findet ihre gesetzliche Grundlagen in:

    § 43a Abs. 2 BRAO mit dem Wortlaut:

    „Der Rechtsanwalt ist zur Verschwiegenheit verpflichtet. Diese Pflicht bezieht sich auf alles, was ihm in Ausübung seines Berufs bekannt geworden ist. Dies gilt nicht für Tatsachen, die offenkundig sind oder ihrer Bedeutung nach keiner Geheimhaltung bedürfen.“
    Und Wulff ist nicht zufällig selbst Jurist? Diesen Sachverhalt hätte er doch ohne Not erkennen können, bevor er der Öffentlichkeit dieses Versprechen machte. Da gibts nur eins, den Fragenkatalog anonymisieren und dann veröffentlichen. Das, Palmstroem, ist in anderen Fällen geübte Praxis. Ist schon dumm, dass die Exculpationen sämtlich ins Leere laufen, gell?
  3. #682

    Wissen ist Geld

    Zitat von sanchopansa Beitrag anzeigen
    Und Wulff ist nicht zufällig selbst Jurist? Diesen Sachverhalt hätte er doch ohne Not erkennen können, bevor er der Öffentlichkeit dieses Versprechen machte. Da gibts nur eins, den Fragenkatalog anonymisieren und dann veröffentlichen. Das, Palmstroem, ist in anderen Fällen geübte Praxis. Ist schon dumm, dass die Exculpationen sämtlich ins Leere laufen, gell?
    Sie haben das Entscheidende immer noch nicht kapiert.
    Jede Anwort auf eine Frage eines Journalisten ist für diesen Geld wert. Wird diese Antwort veröffentlicht, ist sie wertlos.
    Allein darum geht es!
  4. #683

    Antwort wertlos

    Zitat von Palmstroem Beitrag anzeigen
    Sie haben das Entscheidende immer noch nicht kapiert.
    Jede Anwort auf eine Frage eines Journalisten ist für diesen Geld wert. Wird diese Antwort veröffentlicht, ist sie wertlos.
    Allein darum geht es!
    Sie haben recht. Das habe ich nicht kapiert. Aber scheint ein guter Grund für die Überlegung unseres BP zu sein, nun doch nicht zu veröffentlichen. Haben Sie ihm diesen Gedankengang zufällig selbst vermittelt? Dann versteh ich natürlich, dass er auf die an ihn gerichteten Fragen keine wertlosen Anworten geben will.
  5. #684

    Nur keinen Neid ...

    Also die ganze Aufregung um Herrn Wulff ist doch sehr interessant. Ich glaube ja, dass die Entrüstung so gross ist, weil wir uns alle ertappt fühlen... Er hält uns doch nur den Spiegel vor die Augen, wie die allgemeinen Moralvorstellungen heute so sind: schnell mal was abgreifen, und hoffen, dass es keiner merkt ! In diesem Sinne : "Keep on searching for a heart of gold" (Neil Young)
  6. #685

    Zitat von vectorius Beitrag anzeigen
    Sie brauchen sich nicht auf ihr Gedächtnis verlassen. Der Wortlaut des Interviews ist an unzähligen Stellen im Internet dokumentiert. Videoaufzeichnungen gibt es in den Mediatheken und bei youtube.

    Hier alle Aussagen in denen die Zahl 400 vorkommt. Ihre angebliche Aussage ist nicht dabei:
    Das meint Stefan Niggermeier (ein Journalist, hat für SZ, FAS, Zeit, Spiegel geschrieben) in seinem Blog dazu:
    http://www.stefan-niggemeier.de/blog...400-antworten/
  7. #686

    Zitat von janka Beitrag anzeigen
    Was ich nicht verstehe an der Sache mit der Hausfinanzierung ist warum das nicht von Beginn an über ein Hypothekendarlehen lief.

    Wo ist der Sinn (aus Wulff-Sicht), das erst über ein Privatdarlehen über ne Halbe Million Euro zu 4 % Zinsen zu machen,
    das dann ca. 1,5 Jahre später.....
    Wenn sie die bisherige Zinsentwicklung verfolgen, ist es offensichtlich wieso er so gehandelt hat.

    Im Jahr 2008 war eine der grössten Wirtschaftskrisen der letzten Jahrzehnte. Verbunden mit einem massiven Zinseinbruch.
    Euribor-Werte pro Jahr
    Jahr 2008 = 4.6%
    Jahr 2009 = 2.8%
    Jahr 2010 = 0.7%

    Bis ins Jahr 2008 hat sich ein Libor/Geldmakrt nicht gelohnt, ab Mitte 2009 hat nahezu JEDER der halbwegs etwas von Immofinanzierungen versteht zumindest teilweise mit Libors finanziert.

    Ich kenne Dutzende Leute und Firmen, die im jahr 2009 (mit teilweise erheblichen Strafzahlungen!) aus langfristigen festhypos ausgestiegen sind, um auf Libor umzufinanzieren. Immofirmen haben das sowieso fast alle getan, Privatleute zu nicht unerheblichen Teilen auch. Zurzeit schätze ich, dass um die 20% aller Neufinanzierungen zuminest teilweise noch auf 1-3 Mte Libors basieren. Steigt das Zinsniveau wieder werden die Leute wieder auf Festhypos umfinanzieren.

    Meine Meinung ist simpel:
    Zuerst hat er sich von den geerkens helfen lassen. Für 4% hätten die Geerkens nicht sicher anlegen können (Festgeld gab weniger, ausser unseriöse Lockvogelangebote a la Kaupthing), Wullf hätte für 4% kein Geldvon der Bank bekommen. Klassisches Win:Win eines Privatdarlehens, darum macht man sowas überhaupt.

    Danach bei der BW Bank wurde er von Profis beraten - und zwar fair. Der 08/15 Häuslebauer hat den 08/15 Berater der ihm den Bankkatalog verkauft und "netterweise" beim Zins vorher einkalkulierte 0.1-0.25% "entgegenkommt"
    Der grund ist übrigens wirtschaftlich bedingt: Banken verkaufen lieber langdauernde festhypos als libors/geldmarkt, die Marge ist grösser. Man muss also wissen was man will oder einen fairen Berater haben.

    Auf den Festhypo ist er mMn zu früh umgestiegen, Wirtschaftlich gabs wenig Gründe (ich würde noch 1-2 Jahre warten, die Zinsen sind noch tief), ich vermute Mediendruck.

    ich weiss von was ich spreche, auch wenn ich den Schweizer Immomarkt besser kenne als den deutschen. Das Zinsniveau in D ist leicht höher, die Mechanismen und Trends sind die gleichen.

    Zitat von janka Beitrag anzeigen
    Und, eine komplette Vollfinanzierung ohne Eigenbeteiligung (davon hab ich nichts gelesen), ist das normal heutzutage?
    Das stimmt, eine 100% Finanzierung ohne EK würde ein "normaler Bürger" nicht bekommen. Unter 15-20%EK wird normalerweise überhaupt nichts gemacht. Ich würde das als VIP bonus und VitaminB der Geerkens bezeichnen. Nebebei hat wullf meines Wissen ja noch eine weitere abbezahlte Immobile, die wird das scoring auch beeinflusst haben.
  8. #687

    Ich habe die Fragen quergelesen und habe einen gemischten Eindruck.

    - Einige sind vollkommen berechtigt,
    - Bei Einigen sind die Antworten schon lange bekannt.
    - einige verletzten Persönlichkeitsrechte von Drittpersonen oder Rechte von Institutionen, zum teil sogar ziemlich massiv.

    bspw:
    Frage 28
    Suggestivfrage: Aussergewöhnliche Konditionen werden unterstellt, obwohl die Bank wiederholt verneint hat, dass es welche sind.

    Frage61/62
    Swiss Life ist ein börsenkotierter Schweizer Versicherungskonzern. Wieso meint ein deutscher Provinzpolitiker, er müsse wissen wieviel Anteile Maschmeyer via irgendeinen Cayman trust an diesem Konzern hält?
    1. Es gibt Meldepflichten an Börsen. Hat jmd Maschmeyer > 3% ist es publiziert.
    2. Der Zusammenhang mit Wulff und der ganzen Sache ist mir vollkommen unklar (?)

    Alles in allem: Naja.

    Zitat von graphicdog Beitrag anzeigen
    Alle Experten sind sich einig, dass alle drei abwechselnden Kredite nicht marktgerecht waren. Und alle sind sich einig, dass kein Privatmann einen rollierenden Kredit überhaupt bekommt.
    Was ihnen als Experte aufgetischt wurde ist nur noch absurd. Folgender Artikel sollte zumindest Zweifel in ihnen wecken:
    Haus und Wohnung: So kriegen Sie den besten Immobilienkredit - Nachrichten Geld - WELT ONLINE
    Marktbeobachtern zufolge könnte der variable Darlehenssatz bald unter zwei Prozent fallen. Zehnjährige Standarddarlehen kosten mindestens das Doppelte
    Man siehe da, schon im Jahr 2008 hat die Welt Geldmarktfinazierungen für Privatleute empfohlen und Zinsen unter 2% genannt.

    Komisch, dass sich heute keiner der "Experten" dran erinnert.
  9. #688

    Zitat von klaus meucht Beitrag anzeigen
    Die Urlaubsreisen finde ich harmlos. Aber wenn ein Unternehmer wie Maschmeyer eine halbe Million Werbung für ein Buch macht, dann wäre es naiv zu glauben dass er nicht Vorteile von dieser Investition sich erhofft.
    So schnell wird aus ~40'000 Euro eine halbe Mio. Wenn das nur in echt auch so schnell ginge ;-)


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