Lassen wir die Parteien-Problematik mal außen vor:
Kein Mensch behauptet, Cannabis wäre harmlos. Es liegt in der Natur jeder Droge, ein gewisses Gefahrenpotential mitzubringen. Aber wenn man die überwiegende Zahl der erwachsenen Konsumenten betrachtet, ist deren Konsum in etwa so bedenklich wie 1-2 Gläser Wein am Abend. Wieso ein Staat im 21. Jahrhundert auf diese Menschen mit der ideologisch geführten Peitsche einschlägt, entzieht sich meinem Verständnis. Es scheint ein Verständnis vorzuherrschen, wonach nur "legale" Drogen kontrolliert konsumiert werden könnten. Was für ein irrationaler Fehlschluss.
Im Moment muss man sich wirklich an den Kopf fassen, wenn man einen Blick auf das Strafmaß wirft. Für eine "nicht geringe Menge" Gras wird der Hobbygärtner mit !Haftstrafe nicht unter 1 Jahr belegt!.
Wo ist da die Verhältnismäßigkeit? In der selben Liga spielt der S-Bahn Schläger mit schwerer Körperverletzung, oder jemand, der Kinder missbraucht hat.
Aber es muss nicht eine handvoll Pflanzen sein, es reicht bereits eine handvoll Gras, damit ein Hanfkonsument Erfahrungen macht, die sonst Schwerverbrechern vorbehalten sind. Wenn Polizisten in BaWü ein Gramm Gras in der Hosentasche finden, suche sie auch gerne mal in Körperöffnungen weiter. Man glaubt, man sei an der kolumbianischen Grenze.
Verhältnismäßig ist das nicht einmal im Ansatz. Mein Verständnis für unsere Rechtsstaatlichkeit hat dank dieser rückständigen Drogenpolitik gut Federn gelassen.



