Forum


 

Angst vor dem Euro-Zerfall: Deutsche Banken flüchten aus Krisenländern

DPANichts wie raus - oder nichts wie rein? Die deutschen Kreditinstitute haben ihre Engagements in den südeuropäischen Krisenstaaten drastisch reduziert. Damit wappnen sie sich auch für ein Auseinanderfallen der Währungsunion. Die ersten Hedgefonds dagegen fahren ihre Wetten gegen den Euro zurück.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...852972,00.html
  1. #1

    Tölpel

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Nichts wie raus - oder nichts wie rein? Die deutschen Kreditinstitute haben ihre Engagements in den südeuropäischen Krisenstaaten drastisch reduziert. Damit wappnen sie sich auch für ein Auseinanderfallen der Währungsunion. Die ersten Hedgefonds dagegen fahren ihre Wetten gegen den Euro zurück.

    Deutsche Banken vergeben weniger Kredite in Krisenländern - SPIEGEL ONLINE
    Wenn man das Verhalten der deutschen Banken seit 2008 beobachtet, kommt man zu dem Schluss, dass die Akteure (mit Ausnahme vielleicht von Herrn Ackermann) nicht nur feige, sondern vor allem auch ziemlich doof sind. Die einzigen, die sie wirklich skrupellos ausnehmen, sind ihre Kunden und Aktionäre.
  2. #2

    Unbegrenzt ist viel Geld und eine lange Zeit

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Nichts wie raus - oder nichts wie rein? Die deutschen Kreditinstitute haben ihre Engagements in den südeuropäischen Krisenstaaten drastisch reduziert. Damit wappnen sie sich auch für ein Auseinanderfallen der Währungsunion. Die ersten Hedgefonds dagegen fahren ihre Wetten gegen den Euro zurück.

    Deutsche Banken vergeben weniger Kredite in Krisenländern - SPIEGEL ONLINE
    Herr Draghi will den Euro retten und fuer den Chef der EZB ist das eine zentrale Aufgabe. Der Euro liesse sich natuerlich retten indem die EZB unbegrenzt Geld druckt und fuer eine unendliche Zeit.

    Das grundlegende Problem sind jedoch die diversen sozialen Strukturen in diveren Eurolaendern
    - Industriearm v. Industriereich
    - Gute Finanzverwaltung v schlechte Finanzverwaltung
    - Kurzes Arbeitsleben v. langes Arbeitsleben
    - Hohe Staatsverschuldung v geringe Staatsverschuldung
    - Sparsame Buerger v. verschwenderische Buerger
    usw.

    Herr Draghi kann fuer eine gewisse Zeit so tun als ob das alles gar nichts ausmacht und die Maerkte welche gerade ziemlich sproede sind, werden ihm das ein paar Monate oder Wochen oder sogar Jahre lang glauben.
    Aber die fuehrenden Leute der Finanzinstitute, die langfristig anlegen haben keine Wahl vorsichtig zu sein. Dagegen denken die Hedgfonds ganz anderst - zwei Monate sind fuer die eine Ewigkeit und Herr Draghi ist der richtige Mann fuer einen schnellen Gewinn.

    Die Probleme gehen tiefer als das Geld zu drucken und zu verteilen.
  3. #3

    wenn sie Ahnung hätten, würden sie kapieren, daß die

    Zitat von Europa! Beitrag anzeigen
    Wenn man das Verhalten der deutschen Banken seit 2008 beobachtet, kommt man zu dem Schluss, dass die Akteure (mit Ausnahme vielleicht von Herrn Ackermann) nicht nur feige, sondern vor allem auch ziemlich doof sind. Die einzigen, die sie wirklich skrupellos ausnehmen, sind ihre Kunden und Aktionäre.
    deutschen Banken genau DAS tun, wozu sie
    a) gesetzlich verpflichtet sind - sie müßten z.B. für die erwarteten Verluste Rückstellungen bilden und
    b) ihren Aktionären gegenüber juristisch verpflichtet sind - Risiko minimieren.

    Dann sagen Sie mal dem Gesetzgeber, daß seine rechtlichen Vorgaben doof und feige sind.
  4. #4

    Banken sind Privatfirmen im kapitalistischen System

    Zitat von labudaw Beitrag anzeigen
    deutschen Banken genau DAS tun, wozu sie
    a) gesetzlich verpflichtet sind - sie müßten z.B. für die erwarteten Verluste Rückstellungen bilden und
    b) ihren Aktionären gegenüber juristisch verpflichtet sind - Risiko minimieren.

    Dann sagen Sie mal dem Gesetzgeber, daß seine rechtlichen Vorgaben doof und feige sind.
    Banken sind weder die Caritas oder die Arbeiterwohlfart, noch sind sie das Sozialamt im Rathaus.
    Banken sind Dienstleistungsunternehmen innerhalb des kapitalisstischen Systems und wie oben gesagt - Gewinn und Risikovemeidung gehoeren zu den Pflchten der Geschaeftsfuehrung.
    Ausserdem verleihen die Banken groessten Teils des Geld der Sparer, also nicht ihr eigenes.
    Und fuer ein paar lausige Prozent ist Suedeuropa mittelfristig zu riskant.

    Die US und andere Internationale Banken haben ihre Geschaefte in diesen Laendern fast ganz abgedrosselt, man muss nur die Vortraege bei der Bilanzlegung anhoeren.

    Also for Suedeuropa bedeuted das erst einmal eine Kreditklemme. Schlecht fuer die Geschaefte und schlecht fuer die Konjunktur und schlecht fuer die Menschen die dort wohnen.
  5. #5

    Doof und feige oder nur doof?

    Zitat von labudaw Beitrag anzeigen
    ( wenn sie Ahnung hätten, würden sie kapieren,) daß die deutschen Banken genau DAS tun, wozu sie
    a) gesetzlich verpflichtet sind - sie müßten z.B. für die erwarteten Verluste Rückstellungen bilden und
    b) ihren Aktionären gegenüber juristisch verpflichtet sind - Risiko minimieren.

    Dann sagen Sie mal dem Gesetzgeber, daß seine rechtlichen Vorgaben doof und feige sind.
    Dass wäre dann das Ende jedweden Investment-Bankings in Deutschland.
  6. #6

    Zitat von localpatriot Beitrag anzeigen
    Das grundlegende Problem sind jedoch die diversen sozialen Strukturen in diveren Eurolaendern
    - Industriearm v. Industriereich
    Weshalb sollte das überhaupt ein Problem sein?

    Italien weist zudem viel Industrie auf.


    - Gute Finanzverwaltung v schlechte Finanzverwaltung
    Woran machen Sie diese fest und weshalb ist dies ggf. ein Problem?


    - Kurzes Arbeitsleben v. langes Arbeitsleben
    Das tatsächliche durchschnittliche Renteneintrittsalter unterscheidet sich kaum und weshalb wäre dies Ihres Erachtens ein Problem?


    - Hohe Staatsverschuldung v geringe Staatsverschuldung
    Spanien liegt immer noch unter Deutschland, Irland lag bis zum Banken Bail-Out darunter, Italien hat im Gegensatz zu Deutschland die Schuldenquote von Mitte der 90er bis 2007 gesenkt. Und auch hier: Weshalb ist dies ein grundlegendes Problem?


    - Sparsame Buerger v. verschwenderische Buerger
    Welche Kennziffer verwenden Sie dafür?
  7. #7

    Der Gesetzgeber hat bloß verhindert, dass die Banken noch mehr Fehler machen

    Zitat von labudaw Beitrag anzeigen
    deutschen Banken genau DAS tun, wozu sie
    a) gesetzlich verpflichtet sind - sie müßten z.B. für die erwarteten Verluste Rückstellungen bilden und
    b) ihren Aktionären gegenüber juristisch verpflichtet sind - Risiko minimieren.

    Dann sagen Sie mal dem Gesetzgeber, daß seine rechtlichen Vorgaben doof und feige sind.
    Das Problem der Banken war doch, dass sie den Euro nicht begriffen haben, sondern jahrelang Staatsanleihen der Peripheriestaaten gekauft haben als wären es Bundesanleihen. Warum haben sie sonst plötzlich Milliarden abschreiben müssen?
    In Irland haben sie die Bankenblase und in Spanien und USA die Immobilienblase mitfinanziert.
    Das nenne ich feige und doof.
    Um herauszufinden, wo und mit welchen Dienstleistungen und Produkten heute noch Geld verdient werden kann, fehlt den Banken offensichtlich die Neugier und Intelligenz.
    Deshalb reduzieren sie die Geschäfte und vom Geld der Sparer kaufen sie ------ Staatsanleihen!
  8. #8

    Potentielle Verluste minimieren und ökonomische Realitäten wahrnehmen!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Nichts wie raus - oder nichts wie rein? Die deutschen Kreditinstitute haben ihre Engagements in den südeuropäischen Krisenstaaten drastisch reduziert. Damit wappnen sie sich auch für ein Auseinanderfallen der Währungsunion. Die ersten Hedgefonds dagegen fahren ihre Wetten gegen den Euro zurück.

    Deutsche Banken vergeben weniger Kredite in Krisenländern - SPIEGEL ONLINE
    Offenbar traut man den bisherigen Rettungsversuchen noch nicht. Dies zeigt ja gerade der Interbankenhandel. Die hohen Einlagen der Banken bei der EZB sind ein Indiz dafür, dass das Mißtrauen und die Vorsicht untereinander noch sehr ausgeprägt sind.

    Weiterhin muss berücksichtigt werden, dass sich viele Kredit- und Bankeninstituten in den heutigen Europroblemvolkswirtschaften in einigen Schwierigkeiten befinden. Der Rekapitalisierungsbedarf ist ungeklärt, der Abschreibungsbedarf auf potentielle Ausfallrisiken (Stichwort Immobilien in Spanien, eigene gehaltene Staatsanleihen) ist noch nicht einschätzbar, eine real stattfindende Kapitalflucht aus einigen Länder setzen die dortigen Banken unter Druck.

    Über den Liquiditätstender LTRO hat die EZB versucht, den Interbankenhandel zu beleben, leider nur mit kurzfristigem Erfolg. Der ELA Mechanismus wird ebenfalls genutzt, um Banken liquide zu halten. Spanische Banken werden über die real ausleihbaren Restmittel des EFSF rekapitalisiert.

    Diesen Entwicklungen mussten auch die deutschen Banken und Versicherer Rechnung tragen und haben dementsprechend ihre Engagement reduziert.
  9. #9

    Banken & Co.

    Die Zocker sind verunsichert und das ist Gut so. Nur jetzt versuchen sie, andere Staaten über den Leisten zu ziehen. Wenn es der Branche schlecht gehen sollte, sollte keine Bank aus Staatsmitteln gestützt werden. Der Markt muss auch hier wieder funktionieren ...


TOP



TOP