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Angriff des Internet-Verlegers: "Bei Amazon*wird es knirschen"

Haben die Verlage*Angst, weil Amazon nun selbst Bücher produzieren will? Keineswegs, sagt Helge Malchow im Interview. Der*Chef von Kiepenheuer & Witsch prophezeit*dem Online-Unternehmen*Probleme, die auch traditionelle*Häuser plagen - zeigt aber*Respekt vor der*Geldmacht des Rivalen.

http://www.spiegel.de/kultur/literat...793198,00.html
  1. #1

    Sehr interessant

    Ein sehr interessantes Interview. Ich denke das trifft den Kern der Thematik scon sehr gut. Auch jetzt schon bieten unabhängige Autoren ihre Texte auf Amazon an. Meist mit mäßigem Erfolg. Amazon wird schon Probleme bekommen, wenn es mit der Schreibwut der Leute konfrontiert wird. Jeder Depp glaubt heute, dass er Bücher schreiben kann. Eine Auswahl nur durch die Leser wird schwerlich funktionieren, da dafür das Angebot zu breit ist und es am Ende nur darauf hinausläuft, dass alle lesen, was alle lesen. Schlechte Chancen für Neue und starke Glücksabhängigkeit. Das ist ncht unbedingt, was man sich vom Buchmarkt als Leser wünscht.
  2. #2

    Na

    da pfeift aber jemand im dunklen Wald um zu beweisen das er keine Angst hat ;.-).

    "Je komplexer und pluralistischer das Angebot an Manuskripten wird, desto mehr braucht es Instanzen, die erstens professionell auswählen, zweitens professionell veredeln und drittens professionell vertreiben. Das gilt sowohl für die analoge wie für die digitale Welt."

    Das mag ja sein nur ist das eine Personalfrage und hat nichts mit dem Verlag an sich zu tun. Gerade Amazon mit seiner Finanzmacht dürfte keinerlei Probleme haben gutes Personal zu bekommen und/oder abzuwerben.

    "Malchow: Einen direkteren Kontakt zu den Lesern über Amazon sehe ich nicht, weil die klassischen Verlage ebenfalls sehr intensiv über die neuen Medien den Kontakt zum Leser suchen."

    Ohja , mein letzter Versuch einen Verlag auf Fehler in einem E-Book hinzuweisen lief so ab : Angerufen -> bitte per E-Mail an Info@Verlag -> seitdem nie wieder was gehört , noch nicht mal eine Eingangsbestätigung bekommen.

    Direkter als die Bewertungen bei Amazon kann ein Autor wohl kein Feedback bekommen.

    "Malchow: ... Die Arbeiten, die mit einer verlegerischen Tätigkeit verbunden sind, sind höchst komplex. Sie lassen sich nicht von einer Unternehmenskultur in die andere übertragen."

    Diesem Irrtum sind auch schon andere Branchen aufgesessen.
    Heute sind die so gut wie ausgestorben :-)
  3. #3

    etwas anderes

    Gerade mit dem letzten Punkt hat Herr Malchow aus meiner Sicht recht.
    Es ist einfach etwas anderes einen e-book reader in den Händen zu halten, als ein schönes gedrucktes Buch.
    Bei einem Reader ohne raschelnde Seiten wird sich nie das selbe Lesegefühl einstellen.
    Auch Fachliteratur zu meinem Studium bevorzuge ich in gedruckter Version, Markierungen setzen, schnell kleine Schemata an den Rand kritzeln, mit Pfeilen Sinnverbindungen verdeutlichen, all das ist mit e-book Readern noch nicht möglich.
    Vermutlich wird sich gerade bei diesen Punkten in den nächsten 2-3 Jahren einiges tun, bis dahin bleibe ich allerdings den Büchern treu.
    8Wobei ich mir doch gerade überlege einen Reader zu kaufen, die Möglichkeit umsonst auf Klassiker zuzugreifen, in denen ich einmalig ein, oder zwei Kapitel lesen möchte ist schon verlockend...
  4. #4

    Es gibt viele Gründe für gedruckte Bücher

    Erstens wäre da das Gefühl, wenn man ein Buch in Händen hält.
    Zweitens die Haltbarkeit, denn wielange kann man sich im digitalen Zeitalter darauf verlassen, das ein Format weiter gepflegt wird? Erinnert sei an die Tatsache, das im Bundesarchiv mehr Leute mit dem Umkopieren von Dokumenten von einem ins andere Format beschäftigt sind, als mit der Bearbeitung und Archivierung der Dokumente.
    Ein Buch aus Goethes Zeit kann ich noch heute lesen. Heinrich Heine kann ich noch in der Original Version lesen. Das gleiche gilt für die Erstausgaben von Thomas und Heinrich Mann.
    Drittens Wer garantiert mir das für epub? Was ist wenn Amazon Pleite macht, wo bekomme ich dann meine Bücher für den Kindle die ich irgendwann aus versehen gelöscht habe?
  5. #5

    Titel aberkannt durch WhoCaresPlag

    also solange niemand einen wasserdichten "ruggedised"-Reader baut, der einen Sturz in die Badewanne überlebt, zum Fliegen jagen taugt und Notizen mit Kugelschreiber erlaubt, nehme ich lieber ein konventionelles Buch ... ;o)

    Und so ein einsamer Kindle auf vier Meter Bücherregal sieht ja auch ziemlich ärmlich aus. Gerade im beruflichen Bereich haben Bücher, die man mit Stiften oder PsotIts verzieren kann ja auf jeden Fall ihre Berechtigung.

    Und wenn ich Amazons "Print on Demand"-Phantasien für Jedermann betrachte... naja... ist ja auch nicht sooo neu.

    http://www.wege-zum-buch.de/pod.html

    Das Problem dürften weniger die Lieferanten, sondern eher die Käufer sein... wer kauft schon ein Einzelexemplar eines völlig unbekannten Verfassers, wenn er nicht mal die etablierten Werke durchbekommt?
  6. #6

    Zitat von Dschey Beitrag anzeigen
    ... nur ist das eine Personalfrage und hat nichts mit dem Verlag an sich zu tun. Gerade Amazon mit seiner Finanzmacht dürfte keinerlei Probleme haben gutes Personal zu bekommen und/oder abzuwerben...
    Ich denke es nützt wenig, wenn man hier und da einen Haufen Einzelkompetenz abwirbt und einfach woanders neu bündelt. Hier geht es im weitesten Sinne um Kulturgut und da ist "gut" eben ziemlich relativ.

    "Gute" Verlage zeichnen sich meiner Meinung nach dadurch aus, dass sie eine gewisse Kontinuität und Qualität im Angebot sichern, was z.B. auch neuen Schriftstellern zugute kommt, die von deren Renommee bei der entsprechenden Zielgruppe profitieren können.

    Amazons POD mit einen renommierten Verlag zu vergleichen, wäre wie einen Rembrandt auf dem Flohmarkt zu verkaufen.

    Letztendlich wird es vermutlich darauf hinauslaufen, dass sich ein paar Dutzend Lektoren durch den ganzen Müll fressen müssen, um ein paar Trüffel für die Empfehlungsseite präsentieren zu können. Ein paar Auserwählte wird man dann hypen und sagen "seht ihr, die sind durch uns groß geworden. Das kannst du auch. Das Einstellen ist übrigens kostenlos... ".

    alles weitere: siehe Preisliste
  7. #7

    -

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Haben die Verlage*Angst, weil Amazon nun selbst Bücher produzieren will? Keineswegs, sagt Helge Malchow im Interview. Der*Chef von Kiepenheuer & Witsch prophezeit*dem Online-Unternehmen*Probleme, die auch traditionelle*Häuser plagen - zeigt aber*Respekt vor der*Geldmacht des Rivalen.
    Das ist ein bisschen wie das Singen im Walde. Auch habe ich eine Eulogie an Gerhard Schröder, den aufrechten Aufrechterhalter der Buchpreisbindung vermisst.
  8. #8

    Leidenschaft...

    Zitat von phantomias Beitrag anzeigen
    Gerade mit dem letzten Punkt hat Herr Malchow aus meiner Sicht recht.
    Es ist einfach etwas anderes einen e-book reader in den Händen zu halten, als ein schönes gedrucktes Buch.
    Bei einem Reader ohne raschelnde Seiten wird sich nie das selbe Lesegefühl einstellen.
    Auch Fachliteratur zu meinem Studium bevorzuge ich in gedruckter Version, Markierungen setzen, schnell kleine Schemata an den Rand kritzeln, mit Pfeilen Sinnverbindungen verdeutlichen, all das ist mit e-book Readern noch nicht möglich.
    Amen dazu ;)
    Wenn ich an's Lesen denke, verbinde ich damit nicht nur einfaches Informationen-Aufsaugen sondern Emotion und Genuss. Wie bitte kann so etwas durch ein kaltes, auf Design und Funktionalität abgerichtetes Etwas (sei es Kindle, IPad oder was auch immer) transportiert werden? Für Zeitungen u.ä. ist das in Ordnung und sogar sinnvoll. Aber bei Romanen, Fachliteratur u.ä. liebe ich das Papier, den Geruch von neuem oder auc altem, die teilweise vergilbten Seiten, alles. Das ist mit E-Books unvorstellbar.
  9. #9

    Das traut er sich nicht,

    Zitat von PZF85J Beitrag anzeigen
    Das ist ein bisschen wie das Singen im Walde. Auch habe ich eine Eulogie an Gerhard Schröder, den aufrechten Aufrechterhalter der Buchpreisbindung vermisst.
    denn die Buchpreisbindung erlaubt Amazon den kostenfreien Versand und trotzdem noch einen satten Gewinn! So macht der Buchhandel seinen Gegner stark!








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