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Angespielt: Mass Effect 3

Electronic Arts"Journey" wandert zum Berg, "Mass Effect 3" streitet sich ums Ende und "Alan Wake's American Nightmare" gruselt sich im Dunkeln, während "I Am Alive" kompliziert neue Wege geht und "Catherine" Bindungsängste auslotet.

http://www.spiegel.de/netzwelt/games...826940,00.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    "Journey" wandert zum Berg, "Mass Effect 3" streitet sich ums Ende und "Alan Wake's American Nightmare" gruselt sich im Dunkeln, während "I Am Alive" kompliziert neue Wege geht und "Catherine" Bindungsängste auslotet.

    Angespielt: Mass Effect 3 - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt
    Wieder mal ein Redakteur, der keine Ahnung hat, wovon er da eigentlich schreibt. Bei Mass Effect 3 schaut man keineswegs auf einen 'Arm, der eine Waffe hält' (wie bei Shootern aus der 1. Person), sondern hat immer die ganze Spielfigur im Blick. Damit hat er schonmal klargestellt, dass er das Spiel nie selbst gesehen hat.

    Und die Petitionen gibt es nicht etwa darum, weil das Ende schlecht ist, sondern weil es im Vergleich zur Qualität der vorherigen Spiele technisch unter aller Sau ist. Es wurden auch nicht die vollmundigen Versprechen eingehalten, mit denen Bioware und EA den Fans den Mund wässrig gemacht haben.

    Die Serie hat sich dadurch ausgezeichnet, dass auch Entscheidungen, die man am Anfang des ersten Spiels machte Konsequenzen in späteren Situationen hatten, z.T. auch in den Nachfolgerspielen. Diese Qualität war durchweg vorhanden, und wurde sowohl erwartet als auch versprochen.

    Das tatsächliche Ende ist ein konstruierter Blödsinn, mit einer klassischen 'Deus ex machina'-Auflösung, wo in den letzten 5 Minuten noch ein neuer Charakter eingeführt wird. Und die vorher versprochenen verschiedenen Enden ('vastly different') unterscheiden sich nur in der Farbe der Explosion (grün, blau, rot).

    Sowas hat man zuletzt in der 8-Bit-Ära gesehen.

    Ganz abgesehen von den Widersprüchlichkeiten und der fehlenden Logik der drei möglichen Enden. Da wird der Intellekt jedes einzelnen Fans beleidigt. Hier wurde offensichtlich schnell ein Ende zusammengezimmert, völlig egal wie, um das Spiel unfertig veröffentlichen zu können.

    ***SPOILER***
    Für Aussenstehende: Das Ende ist ungefähr so, als würde am Ende von 'Herr der Ringe' noch schnell der Chef von Sauron vorgestellt, um sich eine ordentliche Auflösung der Geschichte zu sparen, und der damit alles, was bis dorthin passiert ist völlig irrelevant macht. Auf völlig unlogische Weise.
  2. #2

    Und noch ein Punkt, bei dem der Redakteur daneben liegt:

    Zitat von propagandhi Beitrag anzeigen
    ***SPOILER***
    Für Aussenstehende: Das Ende ist ungefähr so, als würde am Ende von 'Herr der Ringe' noch schnell der Chef von Sauron vorgestellt, um sich eine ordentliche Auflösung der Geschichte zu sparen, und der damit alles, was bis dorthin passiert ist völlig irrelevant macht. Auf völlig unlogische Weise.
    Sehr gut zusammengefasst :-)
    Aber noch ein Punkt, der komplett verpeilt wurde:
    Es geht hier NICHT um "Freiheit vs. Geschichtenerzählen". Denn Mass Effect 3 wirft nicht nur die Freiheit - also alle Entscheidungen des Spielers aus 3 Episoden - komplett über Bord, das Machwerk scheitert auch absolut kläglich beim Geschichtenerzählen.

    Denn hier haben es die Macher wirklich geschafft, in knapp 10 Minuten gegen wirklich JEDE ungeschriebene oder geschriebene Regel oder Konvention aus der Vorlesung "kreatives Schreiben für blutige Anfänger" zu verstossen.

    Das Ende ist wie ein Kompendium der absoluten "No Go's" für jeden Jungschriftsteller. Liste gefällig?

    - man ändert nicht die Literarische Form auf den letzten 10 Seiten (von humanistisches Drama zu nihilistische Tragödie)
    - man ändert nicht das Genre auf den letzten 10 Seiten (von technologisch/militärischer SciFi zu futuristischen Mystizismus)
    - Man ersetzt nicht im letzten Kapitel plötzlich den Zentralen Konflikt der Geschichte
    - Man ersetzt nicht im letzten Kapitel plötzlich den Hauptantagonisten (und schon gar nicht durch eine komplett neue, nie erwähnte Figur)
    - Man ersetzt vor allem nicht in den letzten 10 Minuten den PROTAGONISTEN (denn Commander Shepard ist nur noch Randfigur und Ausführender)
    - Man wechselt nicht plötzlich den Fokus der Geschichte (vorher: Charaktere, jetzt: äh... weiss ich auch nicht... :)
    - und vor allem: man wirft nicht in den letzten 10 Minuten den kompletten, über 3 Episoden entwickelten Welthintergrund und die etablierten Regeln des Universums über Bord

    Der Konflikt ist nicht Freiheit vs. Geschichtenerzählen. er ist zwischen "gleichbleibende Qualität liefern" und "Termine einhalten, irgendwas zusammenschustern und schnelle Kohle machen"
  3. #3

    Eins muss man SPON wirklich lassen, sie hauen konstant schlechte Spiele-Reviews raus. Zockt ihr die Dinger überhaupt vorher überhaupt an, bevor ihr einen Artikel darüber schreibt?
    Der Satz "Freiheit und Geschichtenerzählung schließen sich aus." ist wirklich zum Haareraufen. Wie unglaublich gut Freiheit und Geschichtenerzählung zusammenpassen hat GTA IV mit großer Souveränität bewiesen. Aber ich schätze mal, das hat bei SPON wohl auch niemand mal angezockt, sonst würden sich solche kruden Schlussfolgerungen nicht in eure Reviews verirren.
  4. #4

    Zitat von ArminW Beitrag anzeigen
    Denn hier haben es die Macher wirklich geschafft, in knapp 10 Minuten gegen wirklich JEDE ungeschriebene oder geschriebene Regel oder Konvention aus der Vorlesung "kreatives Schreiben für blutige Anfänger" zu verstossen.
    Richtig, richtig, richtig!

    Das wirklich Ärgerliche bei dem Ende von ME3 ist, dass sich die Geschichte letztlich selbst entwertet. Es ist vollkommen egal, wie die Story ausgeht und damit es wäre sogar vollkommen egal, wenn die Reaper gewinnen würden. Am Ende von ME3 habe ich mir gedacht, dass man sich die gesamten Abenteuer der Trilogie hätte sparen können, wenn die ME-Zivilisation letztlich dennoch untergeht.

    Naja zumindest wird heftig darüber diskutiert, ist doch auch mal was...








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