Angespielt: Eine Stunde mit "Medal of Honor: Warfighter"
Electronic Arts Hässliche 60 Minuten waren das mit "Medal of Honor: Warfighter". Wer mit Vorurteilen an das Spiel herangeht, wird bestätigt: Der Militärshooter setzt eine schlechte Idee nämlich auch noch schlecht um.
Das nenne ich mal eine fundierte Kritik. "Ich finde das schlimm" ist ungefähr genauso nichtssagend wie "Ich finde das schön." Da es nicht darum geht, die Befindlichkeiten des Testers in den Vordergrund zu stellen, ist dieser Test ein Schuss in den Ofen. Ich spiele keine Egoshooter, und auch mir ist dieser Waffenfetischismus zuwider, aber diese Kolumne verdient einfach bessere Testberichte von Leuten, die etwas davon verstehen.
Ich verstehe ganz ehrlich den Inhalt dieses Artikels nicht. Zunächst wird der Versuch erweckt, dass es um eine normale Spielkritik hat. Mehr als nur über ein paar Macken wird aber nicht berichtet. Die Zusammenarbeit von EA mit der Waffenlobby wird festgehalten, ok ist ein Fakt, weiter im Text. Aber es gibt keine weiteren Informationen, außer die ständig auftretende, negative persönliche Meinung des Autors zum Spiel und anscheinend zum Krieg. Schwammig abgeschlossen mit dem Absatz, dass andere (wer?) das Spiel auch schlecht finden und somit sich naiv bestätigt fühlen.
An den Autor: Schön, dass sie eine Meinung haben, aber ich will beim Lesen von Artikeln Fakten und Inhalte lesen. Warum haben sie überhaupt den Artikel geschrieben und was wollen sie mitteilen, außer dass sie das Spiel schlecht finden?
Ich bin kein Zocker von solchen Spielen, aber ich habe mich hier extra angemeldet, um das mal loszuwerden. Selten so einen schlechten Artikel gelesen. Und das ist auch eine Meinung - meine persönliche.
"Your review is bad and you should feel bad."
Wenn man mit der Propaganda nicht umgehen kann, sollte man shooter aus den USA evtl. eher gar nicht erst anfassen.
"Das sagen die Anderen: Durchgefallen! Das sagen die meisten Kritiker und attestieren dem Spiel einen Mangel an neuen Ideen, viele Fehler und eine klägliche Geschichte"
Ahso? Wer sind denn "die meisten Kritiker"? Quellen Fehlanzeige.
Es muss einfach alles schlecht an dem Spiel sein, weil der Autor weiß leider nichts positives zu berichten. Das hat natürlich nichts mit Vorurteilen zu tun.
Herr Görig, kann es sein, dass es hier um einen reinen bash geht, anstatt ein vernünftiges Review zu schreiben?
Man erfährt als Leser nichts über das Spiel außer, dass es angeblich schlecht sei. Der Autor kann seine Meinung in keinster Weise sinnvoll und für andere Leser nachvollziehbar begründen. Er geht dabei mit keinem Satz auf Dinge ein, die eigentlich wichtig sind und vom Leser erwartet werden, wie z.B. Gameplay oder Grafik.Zumal ich bezweifle, dass eine Stunde ausreicht um ein Spiel zu bewerten. Die Leser des Spiegel sind Besseres gewohnt als einen oberflächlichen Artikel, der zudem auch noch stark abschweift.
Als ob man einen eingeschworenen Fahrradfahrer einen Sportwagen testen lassen würde. "Ich mag keine Autos, und diese PS Prallerei finde ich wiederlich."
Warum testet niemand der Ahnung von Videospielen hat und eventuell von Shootern im speziellen? Eine Kritik von so jemanden würde Interessierte wohl eher erreichen. Und da darf dann auch über den Hurra-Patriotismus eines solchen Spieles gelästert werden, den der geht vielen Spielern auch auf den Keks.
einen überzeugten Weinhasser schickt man nicht zur Weinprobe, und wer Shooter von vorneherein nicht mag, sollte keine Kritiken über ein spezifisches Spiel schreiben - ein Kommentar über das Genre sei ihm ja unbenommen.
Auch wenn man die Abneigung gegenüber Shootern teilt, war dieser Artikel als "Testbericht" unbrauchbar und überflüssig.
von den sechzig minuten mit "medal of honor: warfighter" ist ja beachtlich viel zu lesen. so entdeckt unser protagonist und autor, carsten görig, einen fehler im spiel oder aber erkennt die automatische zielhilfe als solche nicht. unser einer braucht für einen so kurzen, wenn auch doppelt gespielten, abschnitt keine ganze stunde.
doch wo zuviel zeit im spiel, ist ja dann umso weniger zeit in die kritik investiert worden. "schlimm" sei das. damit ist wohl das thema um krieg, waffen und den zugegebenermaßen übertriebenen und zurecht abstoßenden patriotismus gemeint. "schlimm" wäre wohl auch volksmusik oder eingelegte oliven, die unser autor eventuell ebenso nicht ausstehen kann.
es ist nachvollziehbar, dass eine dem genre gegenüber extrem negativ eingestellte person keinen gefallen am spiel findet. wirklich "schlimm" ist dann aber, dass diese als autor für eine kritik zu einem eben solchen spiel eingesetzt wird und dann gleichzeitig noch nichtmal der versuch von objektivität zu erkennen ist. stattdessen wird der schooter in einem kurzen absatz als fehlerhaft beanstandet und danach bewusst ignoriert, um sich auf fehlerhaftes marketing und moralische fragwürdigkeiten zu konzentrieren.
so wird aus einem "angespielt" in viel zu kurzer zeit eine oberflächliche schnellabhandlung über den amerikanischen waffenlobbyismus und kriegsfetischismus, die aus persönlicher meinung und geschmack hervorgebrochen wird.
Ganz zu Anfang erst einmal die Anmerkung ,dass ich inhaltlich ich mit der Position des Autors übereinstimme.
Ansonsten muss ich mich den ersten beiden Kommentatoren anschließen. Wenn ich die Überschrift "Angespielt" über einen Spielebericht sehe, erwarte ich nicht nur die private Meinung (so ehrenwert sie auch sein mag) zu der Gattung Kriegsspiel vom Autor sondern auch einen objektiven Bericht zu dem Spiel an sich.
Und damit komme ich direkt zu einem Punkt der mir bei der Onlineausgabe des Spiegels immer öfter ins Auge fällt.
Viele Artikel hier sind schlicht und ergreifend schlampig geschrieben. Es drängt sich mir der Eindruck auf ,dass sie nicht redigiert werden. Nicht nur ,dass Überschrift und Inhalt oft meilenweit auseinanderdriften, zu allem Unheil entwickelt sich hier etwas ,was wir vor allem aus Teilen der sonstigen Netzwelt zu genüge kennen.
Meinung verdrängt Wissen. Ich gehe nicht auf die Seite von "Spiegel - Online" um mir die private Meinung verschiedener Autoren anzuhören ,sondern um mich zu informieren. Das ein Autor in seinem Artikel Stellung bezieht steht natürlich nicht zur Debatte aber er sollte dabei zumindest ein gewisses Mindestmaß an journalistischen Handwerk an den Tag legen.
Denn mit Verlaub ,auch ohne Vermessen klingen zu wollen, dass kann selbst ich besser und viele andere auch, welche diesen Beruf (und das ist es doch noch?!) nicht erlernt haben.