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Anfänge Venedigs: Vorboten des Untergangs

APVenedig sinkt - langsam, aber offenbar unaufhaltsam. Gegen das Wasser kämpft die Lagunenstadt seit ihrer Gründung.

http://www.spiegel.degeschichte/0,1518,835335,00.html
  1. #10

    Zitat von Oachkatzlschwoaf Beitrag anzeigen
    Soll es absaufen....... bei jeden Besuch (und es sind nicht wenige) denke ich mir, wer kann das alles noch geniessen bzw. ertragen? Egal zu welcher Tages- und Jahreszeit, es ist furchtbar! Es gibt aber keine Lösung, die Touristenmassen zu reduzieren..... Und die alte Faustregel, 100 Meter neben der Rennstrecke Rialto-Piazza ist alles in Ordnung, die gilt schon lange nicht mehr!
    Die Touristenmassen, nun ja, ich weiß genau, was Sie meinen. Aber auch Sie und ich gehören dazu, wenn wir nach Venedig fahren. Die blöden Touris, das sind immer nur die anderen. ;-))) Aber ist es wirklich noch voller geworden in den letzten 15 Jahren - seitdem war ich nicht mehr dort, und damals galt die von Ihnen genannte Faustregel noch. Ansonsten empfehle ich, zumindest aus meiner damaligen Anschauung - nicht nur einen Tagesbesuch, sondern eine Woche in Venedig bleiben. So ab 18 Uhr wurde es immer richtig nett und recht ruhig.
  2. #11

    Gestern und Heute

    Zitat von loeweneule Beitrag anzeigen
    Die Touristenmassen, nun ja, ich weiß genau, was Sie meinen. Aber auch Sie und ich gehören dazu, wenn wir nach Venedig fahren. Die blöden Touris, das sind immer nur die anderen. ;-))) Aber ist es wirklich noch voller geworden in den letzten 15 Jahren - seitdem war ich nicht mehr dort, und damals galt die von Ihnen genannte Faustregel noch. Ansonsten empfehle ich, zumindest aus meiner damaligen Anschauung - nicht nur einen Tagesbesuch, sondern eine Woche in Venedig bleiben. So ab 18 Uhr wurde es immer richtig nett und recht ruhig.
    Ich bin mindestens 1 x jährlich (berufsbedingt) in Venedig, und ich verspreche Ihnen, vor 15 Jahren hatten Sie vollkommen recht! Sogar in der Via Garibaldi (....Biennale), wo es seinerzeit noch gemächlich zu ging, ist heute ein unerträglicher Rummel und die Restaurants dort sind eine Unverschämtheit - Qualität, Preis und Service.
    Ja, wir sind alle Touris, und ich mache den Touris auch keine Vorwürfe. Wer in der Welt will nicht einmal in Venedig gewesen sein, das darf und kann man niemanden vorenthalten. Nur, ohne jetzt eine "Schuldfrage" in den Raum zu stellen, die Stadt ist dafür nicht konstruiert.
    Voriges Jahr im November (!) - voll ! Alle Gassen ! Auch nach 18 Uhr !
  3. #12

    Zitat von Oachkatzlschwoaf Beitrag anzeigen
    Ich bin mindestens 1 x jährlich (berufsbedingt) in Venedig, und ich verspreche Ihnen, vor 15 Jahren hatten Sie vollkommen recht! Sogar in der Via Garibaldi (....Biennale), wo es seinerzeit noch gemächlich zu ging, ist heute ein unerträglicher Rummel und die Restaurants dort sind eine Unverschämtheit - Qualität, Preis und Service.
    Ja, wir sind alle Touris, und ich mache den Touris auch keine Vorwürfe. Wer in der Welt will nicht einmal in Venedig gewesen sein, das darf und kann man niemanden vorenthalten. Nur, ohne jetzt eine "Schuldfrage" in den Raum zu stellen, die Stadt ist dafür nicht konstruiert.
    Voriges Jahr im November (!) - voll ! Alle Gassen ! Auch nach 18 Uhr !
    Danke für die Information. Dann behalte ich lieber meine Erinnerungen von damals, als die Stadt am späten Nachmittag noch ausatmen konnte. Seufz!
  4. #13

    Volkswirtschaftlicher Unsinn

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Venedig sinkt - langsam, aber offenbar unaufhaltsam. Gegen das Wasser kämpft die Lagunenstadt seit ihrer Gründung.

    [...]
    Rund 1500 Menschen arbeiten an dem gigantischen Projekt. Eigentlich sollte es längst fertig sein, jetzt hofft man, dass es 2014 in Dienst gehen kann. Doch ob das Experiment - geschätzte Baukosten: fünf bis sieben Milliarden Euro - sich in der Praxis als hilfreich erweisen wird, ist unter Fachleuten höchst strittig.

    http://www.spiegel.degeschichte/0,1518,835335,00.html
    Eine einzelne Stadt, in fragwürdiger Baulage mit 5-7Mrd. € zu schützen (die tatsächlichen Kosten werden wohl eher 50%-150% darüber leigen) ist volkswirtschaftlicher Unsinn. Gerade Jetz, wo so viele Menschen an den Folgen der vergagenen Erdbeben in Norditalien leiden.
    Finanzmittel sollten zielgerichtet und mit maximaler Effizienz eingesetzt werden. Die 1500 Menschen und viele, viele mehr können auch prima am Wiederaufbau zerstörter Häuser und Industrieanlagen arbeiten.
    Nach derzeitigem Stand wird Venedig untergehen. Das kann man durch den Hochwasserschutz vielleicht um einige Jahrzehnte hinauszögern (vielleicht auch nicht), aber nicht aufhalten.
    Wie haltbar sind eigentlich diese 100tsde von Baumpfälen in der fäkaliengesättigten Lagune? Wie marode ist der Pfahl-Unterbau von Venedig? Vielleicht sollte man die Stadt einige Kilometer entfernt, auf solidem Untergrund neu aufbauen oder verpflanzen?!
  5. #14

    Zitat von dr.u. Beitrag anzeigen
    Eine einzelne Stadt, in fragwürdiger Baulage mit 5-7Mrd. € zu schützen (die tatsächlichen Kosten werden wohl eher 50%-150% darüber leigen) ist volkswirtschaftlicher Unsinn. Gerade Jetz, wo so viele Menschen an den Folgen der vergagenen Erdbeben in Norditalien leiden.
    Finanzmittel sollten zielgerichtet und mit maximaler Effizienz eingesetzt werden. Die 1500 Menschen und viele, viele mehr können auch prima am Wiederaufbau zerstörter Häuser und Industrieanlagen arbeiten.
    Nach derzeitigem Stand wird Venedig untergehen. Das kann man durch den Hochwasserschutz vielleicht um einige Jahrzehnte hinauszögern (vielleicht auch nicht), aber nicht aufhalten.
    Wie haltbar sind eigentlich diese 100tsde von Baumpfälen in der fäkaliengesättigten Lagune? Wie marode ist der Pfahl-Unterbau von Venedig? Vielleicht sollte man die Stadt einige Kilometer entfernt, auf solidem Untergrund neu aufbauen oder verpflanzen?!
    Genau! Die Stadt einfach auf dem Festland neu errichten mit künstlichen Kanälen dazwischen.
    Das ist sicherlich auch viel, viel billiger als die paar Milliarden, die Sie als volkswirtschaftlichen Unsinn betrachten.
  6. #15

    So isses

    Zitat von uezegei Beitrag anzeigen
    Genau! Die Stadt einfach auf dem Festland neu errichten mit künstlichen Kanälen dazwischen.
    Das ist sicherlich auch viel, viel billiger als die paar Milliarden, die Sie als volkswirtschaftlichen Unsinn betrachten.
    Davon gehe ich aus. Außerdem kann man so tatsächlich dauerhaft wertvolle Kulturgüter bewahren.
    Es wäre ja auch nicht das erste Mal in der Geschichte der Menschheit, das Gebäude oder ganze Städte umgesiedelt werden (Braunkohle u.a. Tagebaue, etc.).

    Kiruna
    Gebäudeversetzung
    Tempel von Abu Simbel
  7. #16

    Zitat von dr.u. Beitrag anzeigen
    Davon gehe ich aus. Außerdem kann man so tatsächlich dauerhaft wertvolle Kulturgüter bewahren.
    Es wäre ja auch nicht das erste Mal in der Geschichte der Menschheit, das Gebäude oder ganze Städte umgesiedelt werden (Braunkohle u.a. Tagebaue, etc.).

    Kiruna
    Gebäudeversetzung
    Tempel von Abu Simbel
    Abu Simbel war vergleichsweise winzig und ein paar Holzhäuser in den Weiten Schwedisch-Lapplands um einige Meter zu versetzen dürfe auch andere Dimensionen gehabt haben, als eine ganze Stadt Stein um Stein übers Meer aufs Land zu versetzen.
    Aber immerhin, wenn man denn weitest gehen auf maschinelle Arbeitskraft verzichtete, hätte man ein Projekt, mit dem man Europas Millionenheer an Arbeitslosen jahrelang beschäftigen könnte.
    Immerhin hat sich im Nachhinein auch der deutsche Autobahnbau als Segen erwiesen. Oder so.
  8. #17

    M.o.s.e.

    Ich habe es gesehen in den 90ern: das Monster-Konstrukt MOSE, ein verrostetes Monument an den Versuch, Venedig vor der acqua alta zu retten. Von einem alten Schlepper wurde es langsam dahingezogen vor San Marco. Währenddessen erfreute ich mich begummistiefelt und kindlich am Planschen in den Bürgersteigfluten – Venedig hat keine Bürgersteige, ist Bürgersteig selbst mit Kanälen dazwischen – und feierte das schulische acqua-alta-Frei. Bleibt zu wünschen, die Marke Venezia tätigt weniger waghalsige Projekte, wie das 1. elektrische Vaporetto, das ebenso, einst Vorzeigebild, verrostet auf eine Nebenlinie verlegt wurde. "Ti guardo e lagrimo, Venezia mia!"


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