Forum: Blogs
Analyse: Mehr Metzgers für Deutschland
Angefeindete, ehrenvolle Dagmar Metzger: Von allen Seiten dreschen SPD-Genossen auf die hessische Landtagsrebellin ein. Diese Kampagne ist grotesk, kommentiert der Politologe Gerd Langguth - tatsächlich ist Metzger ein Vorbild für Parlamentarier aller Fraktionen.
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...540406,00.html
- #120 10.03.2008 13:37 von
Rückgrat
Ob es vielleicht daran liegt, dass das nicht "zu wahrem Hedentum" tauglich ist ?
Ich hole jetzt mal zum Rundschlag aus !
ALLE Mandatsträger haben ihr Gewissen bei Beginn der Kariere abgegeben (Sie sind ihren Parteien, Lobbis, (privaten)Arbeitgebern, Seilschaften, Spendern, etc. mehr oder weniger verpflichtet.)
Sich dann opportun auf sein persönliches Gewissen zu berufen, halte ich zumindest für fragwürdig bis unglaubwürdig. - #121 10.03.2008 13:37 von
Mehr Metzgers
Natürlich brauchen wir mehr solcher aufrechter Frauen und Männer, denn nur so wird deutlich, daß die SPD eine kleinbürgerliche Partei mit einem rosa Affenjäckchen ist.
- #122 10.03.2008 13:38 von
- #123 10.03.2008 13:40 von Yu~
Wer wirft den ersten Stein?
Na klar, die Kommunisten fressen doch auch kleine Kinder, oder?!
Da das Mandat der Wähler leider nicht ausgereicht hat, um alle Wahlziele der SPD zu erreichen, musste eine Abwägung stattfinden. Opfert man die von vorneherein unsinnige Wahlaussage, mit einer bestimmten demokratisch gewählten Partei nicht zu kooperieren, oder opfert man gleich die gesamte politische Handlungsfähigkeit.
So ehrenwert das Verhalten von Frau Metzger als Jeanne d`Arc der Gewissensfreiheit einerseits sein mag, so wenig glanzvoll ist das, was sie damit in der realen Politik erreicht ... nämlich eine weitere Amtsperiode des obersten Spalters und Knastlieferanten Koch. Für ihr Gewissen opfert sie damit auch all das, wofür sie selbst in ihrer politischen Tätigkeit gekämpft hat.
Nur gut, dass alle anderen Parteien noch nie etwas von dem Wort "Fraktionsdisziplin" gehört haben, so lässt sich reinen Gewissens auf die böse Tante SPD einprügeln ... wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein! - #124 10.03.2008 13:42 von
Keine Abwahl
- #125 10.03.2008 13:43 von
Wer zuerst kommt malt zuerst
Liebe Lese,
kehren wir zurück zu den Prinzipien und Algorithmen unseres Gesellschaftsbildes und somit zu einer Suggestion unseres freien Willens als bloße Formalie in einer Grundrechtecharta.
Trotz der Frage, ob sich eine derartige willentliche zur Schaustellung eigener Überzeugung in verhältnismäßig sanierungsbedürftigen Strukturen als sinnvoll ausnimmt oder auf der Ebene des Experimentes verbleibt, ist alles in allem der Vergegenwärtigung des Meinungsbildes auf spiegel-online doch mit Begeisterung zu begegnen.
Gewissen bedeutet, zwischen richtig und falsch, zwischen gut und böse intuitiv zu differenzieren, nicht jenseits hiervon, seine eigene Bedeutung en passant herunterzuspielen.
Aber zurück. Am Anfang nun ist man sicher seiner selbst bewusst und selbst-bestimmt und so liest man dann, jeder habe das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit (Art 2 I GG).
Nun ist man nicht alleine mit seiner selbstbestimmenden Vorstellung. Damit es bei einer Kollision mit anderen Vernünftigen nicht drunter und trüber geht (á la wer zuerst kommt malt zuerst), haben sich unsere Urväter ein tolles überlegt: Sie schufen in weißer Voraussicht etwas, was sowieso jedem klar sein sollte, den 2. HS des Artikels: die freie Entfaltung der Persönlichkeit unter Respektierung der Rechte anderer.
Nun wird unser Leben scheinbar immer komplizierter, fortschrittlicher meinetwegen- selbstbestimmt will ich dennoch dabei bleiben. Die Idee: Ich gebe einen Teil meines Selbstbestimmungsrechtes ab und übertrage diese Befugnis (!) auf gewählte Vertreter, wobei ich der Annahme bin, sie handeln quasi in meinem Namen.
Viele Geister, viele Interessen, da wird es schwierig einen verträglichen Kompromiss zu finden.
Wenn schon nicht alle meine Bedürfnisse gleichmäßig bedient werden können, so sollten aber zumindest meine Grundideale richtig vertreten werden. Was gebe ich also meinem Willensvertreter mit auf den Weg: ein Gewissen als Minimalkompromiss (formuliert in einem Rechtssatz meinetwegen). Jetzt kommen nun manche daher und haben dieses Prinzip verstanden. Eine Grundannahme eines demokratisch verfassten Staates, eine Selbstverständlichkeit. Daneben verklärt der Egoismus als stärkeres Gefühl den richtigen Gedanken.
„Nein, ich bin schon hier oben und gebe von meiner Macht nichts ab, warum auch andere in mein Spiel mit einbeziehen. Schließlich kann ich nicht jedem gerecht werden sondern eben nur denen, welche ihr Selbstbestimmungsrecht an mich gaben in der Hoffnung, dass wenn auch alles andere schief läuft, eines doch zumindest gewahrt bleibt: die Idee des Gewissens. Also kurz und knapp, jeder der mir hierauf half, wird es begrüßen, zwar vielleicht nicht seine Interessen, wohl doch zumindest aber seine Grundwerte repräsentiert zu sehen.“
Gedacht- getan- und tschüss! Solange das Prinzip freien Willens und die Übertragung des eigenen Selbstbestimmungsrechtes nicht verstanden, nicht gefühlt wird, bleiben wir hier stecken, packen die Bundstifte aus und malen, hoffentlich als einer der Ersten. (ich entschuldige die kurze Polemik) - #126 10.03.2008 13:44 von Krischi
- #127 10.03.2008 13:45 von
Wir meinen den Esel und schlagen den Sack;o).
Ich denke mal, dass der Wähler in geheimer Wahl das wählt, was er für das Beste hält. Wenn die SPD sich einer Wahl stellt, dann wird sie doch nicht deshalb gewählt, weil die Linke das ausspricht, was die SPD will.
Es ist die Interpretation der Parteien, die den Wähler, nach der Wahl nochmals manipulieren will. SPD und CDU hatten ein völlig differentes Wahlziel, erst nach der Wahl hat man den Wähler so besoffen gequatscht, dass er glaubte, es hätte eine GroKo zur Wahl gestanden. Wenn ich den Münte neben Angie als Verteidiger der CDU Politik gesehen hab, wurde mir regelmäßig übel. Es wird jetzt schon wieder aufgewärmt, wer die Linke gewählt hat, hat die SPD gemeint, die mit der Linken nichts zu tun haben will.
Kann es sein, dass wir etwas matschig in der Birne sind und als Wähler nicht mehr wissen, was WIR wollen.
Es ist keine Lobhudelei sondern unredlich, was man dem Wähler unterstellen will;o).
MfG. Rainer - #128 10.03.2008 13:46 von
Frau Metzger hat Stil und Zivlcourage!
Folgendes Mail ging an Herrn Scheer, der Mann der Frau Metzger aufforderte das Mandat niederzulegen
Sehr geehrter Herr Scheer,
vielen Dank für die direkte Antwort. Es bleibt dabei, Sie haben die Mandatsniederlegung empfohlen. Ich sehe keinen Unterschied Auch dann wenn Frau METZGER es mit Ihrem Gewissen begründet. Diese Frau hat Stil und Zivilcourage gegenüber alle anderen SPD-Leuten die ein Bündnis um des Machtwillen mit der Linken ehemals SED suchen. Es bleibt bei meiner Feststellung:
Die Forderung von Ihnen Frau Metzger sollte das Landtagsmandat abgeben ist eine Unverschämtheit! Frau Ypsilanti und Herr Scheer von Hessen SPD sollten akzeptieren, dass Frau Metzger nur ihren Gewissen verantwortlich ist. Ich finde es eine Unverschämtheit von der Hessen SPD Frau Metzger unter Druck zu setzen, nur der Machtwillen. Ist die SPD eine Partei nach kommunistischen Muster oder was?Ein Kaderpartei mit diktatorischen Einschlag? Ja wer so mit seinen Genossen umgeht hat vom Wähler die Rote Karte verdient! So läuft das nicht SPD, die Wähler schauen darauf wie die SPD mit den eigenen Leuten umgeht. SPD der Umgang mit Frau Metzger entspricht den Umgang einer demokratischen Partei Sonden den einen undemokratischen Kaderpartei nach Strickmuster der SED oder der KPD. Meine Stimme bekommt diese SPD nicht mehr! Frau Metzer bleiben Sie standhaft. Ihr Verhalten ist Klasse, zeigt Stil!
Nein! Ein Wackelkandidat wie Kurt Beck, der unglaubwürdig ist, kann die SPD nicht gebrauchen. Es muss ein Vorsitzender her, der gradlinig ist. Der überzeugende Konzepte für die Sozialdemokratie hat. Der nicht hin und her springt wie Kurt Beck. Aber den hat die SPD nicht. Das Personal bei der SPD ist mehr als dünn. Für mich der immer SPD gewählt hat, ist die SPD nicht mehr wählbar, da sie Interessen des kleinen Mannes und der Arbeitnehmerschaft seit Schröder nicht mehr vertritt. Zur Beruhigung die Linke auch nicht. Denn Leute aus der SED sind für mich erst recht nicht wählbar. Einer wie Lafontaine der die Fliege bei der SPD gemacht hat, erst recht nicht! Zur Zeit gibt es keine Partei die für mich wählbar ist!
Ich plädiere dafür das Wahlrecht dahingehend zu ändern: 597 Wahlkreise zu bilden: Es ist der Kandidat gewählt der im Wahlkreis die einfache Mehrheit bekommt. Wegfall der Landeslisten und die Zuteilung von Abgeordneten durch die Landeslisten. Hierbei bevorzuge ich das französische Wahlrecht. Dieses verlange für die Wahl eines Abgeordneten die absolute Stimmenmehrheit. Dadurch wird verhindert Minderheitsregierungen zu bilden. Der jetzige Zustand würde uns in Zuständen der Weimarer Republik versetzen. Denn dort sind keine stabilen Verhältnisse eingetreten. Minderheitsregierungen würden die Lage in Deutschland israelisieren. Der jetzige Zustand ist gefährlich für die Demokratie! - #129 10.03.2008 13:48 von
Re: Mobbing gegen Frau Metzger ist niederträchtig
Hinweis: Die SPD hat weniger Stimmen als die CDU, die SPD mit den Grünen hat weniger Stimmen als CDU und FDP. Dafür kann Frau Metzger überhaupt gar nichts. Das ist ein Fakt. Sie treten die Falsche. Nicht Frau Metzger verantwortet das Wahlergebnis, sondern die Wähler.
Zur Demokratie gehört, dass man anerkennt, wenn man verloren hat, wenn man ein Ziel schon aufgrund der Zahlen nicht erreichen kann. Zur Demokratie gehört, dass man Wahlversprechen einhält (kein Pakt mit den Kommunisten) und dass man ein Gewissen hat.
Die aktuellen Top-Themen



