1. Die Deckelung der Gehaelter der Chefposten in oeffentlichen Unternehmen wird so nicht gehen, auf jeden Fall nicht per Dekret. Denn das wuerde als 'Sozialplan' angesehen gegen den die Betroffenen prozessieren koennten, da man nicht einfach eine Reihe von Arbeitsvertraegen auf diese Weise aendern kann
2. Die Rechnung mit den Anteilen von Sarkozy in den einzelnen Wahlkreisen ist eine Milchmaedchenrechnung und beruht auf den Ergebnissen der 2. Tour der Wahlen zum Praesidenten, also dem Duell Hollande - Sarkozy. Bei den Parlamentswahlen nehmen natuerlich nicht nur PS und UMP teil. Und hier ist die grosse Unbekannte das Abschneiden des FN. Dazu gehoert auch dass ich gestern abend im Fernsehen gesehen habe dass der Vertreter des FN, Phillipot, jetzt per Untertitel Vertreter von 'Bleu Marine' ist, dh der erweiterten Softversion des FN. Wenn es dem FN oder 'Bleu Marine' gelingt in vielen Wahlkreisen 'Triangulaires' (statt zwei bleiben drei Kandidaten zur Stichwahl uebrig) zu erreichen indem sie mehr als 12% der Strimmen der Wahlberechtigten (nicht der Wahlbeteiligten) bekommen, dann wirft das die ganzen oben zitierten Berechnungen ueber den Haufen. Schliesslich hat der PS seine gewonnene Wahl 1997 (Regierung Jospin nach der Parlamentsaufloesung durch Chirac) der Beibehaltung der FN-Kandidaten zu verdanken, die einen Teil der rechten Waehlerstimmen auf sich zogen. 'Teile und herrsche', deshalb hat ja auch Mitterand einstens den FN gefoerdert.
Benimmt sich die Bundeskanzlerin Merkel zu harsch, so koennte dies zu einem Solidartitaetseffekt der Waehler mit Hollande, also den PS-, PCF- oder gruenen Kandidaten fuehren, aber auch eine Verhaertung der Rechten bewirken, naemlich weg von der 'europaeisierenden' UMP und hin zum FN. Der Gag waere, nachdem Merkel schon aeusserst erfolgreich dazu beigetragen hat die Wiederwahl Sarkozys zu verhindern, dass sie im zweiten Anlauf gleich die komplette franzoesische Rechte zur Explosion bringt. Das koennte man dann 'deutsche Gruendlichkeit' nennen.

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