Forum: Blogs
Ambulante Zahn-Operationen: Vollnarkose für Kinder besonders riskant
CorbisImmer mehr Zahnärzte bieten Behandlungen unter Vollnarkose an. Doch nach dem Tod eines Jungen werden besondere Risiken offenbar. Experten kritisieren eine Billiganästhesie - gerade bei ambulanten Zahn-Operationen würden fachliche Standards nicht eingehalten.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...836062,00.html
- #1 04.06.2012 12:36 von
Vollnarkose für Weißheitszahnextraktion
Hat mir "mein" Zahnarzt auch andrehen wollen, dann alle vier auf einmal und vorher noch ein ganz neues 3D-Röntgen, dass auch nicht von der Kasse bezahlt wird. Kam mir irgendwie komisch vor. Bin dann zu einer anderen Zahnärztin und die meinte eine Vollnarkose bei einem Eingriff, der auch unter Lokalanästhesie gemacht werden kann ist ein blödsinniges Risiko. Und die 3D-Aufnahme hat man in den letzten Jahrzehnten auch nicht selbst bei schwierigen Weißheitszähnen gebraucht. Nun ist das "meine" Zahnärztin.
Ist doch offensichtlich, dass sich hier einige Zahnärzte wieder eine willkommene Einnahmequelle aufgetan haben. Der Zahnarzt hat, ohne Witz, immer den neuesten Porsche vor der Praxis stehen. Soviel zum Klischee. - #2 04.06.2012 12:39 von
20.000 Euro für ein Tötungsdelikt
20.000 Euro als Strafe für ein Tötungsdelikt aus Habgier (nichts anderes ist es ja, wenn in Praxen am Fachpersonal gespart wird) sind ein Skandal. Hier haben wohl mal wieder Herrschaften einen Akademikerbonus im Gerichtssaal bekommen. Diese Art der Klassenjustiz muss endlich ein Ende haben.
- #3 04.06.2012 12:43 von
Wo gehobelt wird,
da fallen Späne und wo gespart wird, da gibt's Leichen. Da ist nun mal so und offensichtlich politisch auch so gewollt.
- #4 04.06.2012 12:53 von
.
Ich bin ein Kind der 70'er. Bei uns gab es damals nur den "gemeinen" Wasserbohrer und den "verhassten" Rubbelbohrer (trocken). Ich denke die Geräusche kann jeder unterscheiden...
Es tat weh, keine Frage. Man hat die Hände ins Polster gekrallt und den Zahnarzt mehr oder weniger verflucht.
Aber es war auszuhalten und keiner ist daran wirklich gestorben. An eine Schmerzspritze/Anästhesie hat damals niemand gebrauch gemacht. (Ausser Eisspray/lokale Betäubung).
Verweichlichte Gesellschaft, ohne Narkosemittel nicht mehr überlebensfähig... - #5 04.06.2012 13:08 von
- #6 04.06.2012 13:09 von
Aha
"Tötungsdelikt aus Habgier" impliziert einen direkten Vorsatz bzw. wäre Mord. Wo konstruieren Sie hier bitte die Tötungsabsicht?
Dem betreffenden Arzt wurde wenn dann fahrlässige Tötung vorgeworfen. Und da heißt es im Gesetz: "Wer durch Fahrlässigkeit den Tod eines Menschen verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft." Fahrlässigkeit definiert der Jurist im übrigen als Außerachtlassung der verkehrsüblichen Sorgfalt. Wenn das Landgericht nun zu der Überzeugung gelangt ist (vermutlich aufgrund der entsprechenden Gutachten), dass die verkehrsübliche Sorgfalt hier gar nicht so krass außer Acht gelassen wurde, wie der Artikel andeuten will, dann ist die Geldstrafe bzw. die Verfahrenseinstellung durchaus folgerichtig. Hinzu kommen die Nebenfolgen eines solchen Prozesses, die mit berücksichtigt werden müssen. Wo auch immer der Mann arbeitet, seine berufliche Laufbahn ist vermutlich im Eimer.
Natürlich ist das für die Eltern der Kleinen ein schwacher Trost. Aber kein Urteil der Welt würde sie wieder lebendig machen. Mit Klassenjustiz hat das jedenfalls nichts zu tun - allenfalls mit einer Fehleinschätzung. - #7 04.06.2012 13:11 von
Gängige Praxis?
Uns ging das ähnlich in einer Hamburger Kinderzahnarztpraxis. Eine tolle Einrichtung, man (vor allem Kind) kommt sich vor wie in Ikeas Smalland. Untersucht wird quasi in der Spielpause, natürlich mit Cartoons im TV über der Behandlungsliege. Ein Zahn hatte tatsächlich starken Karies mit Entzündung des Kiefers, angeblich zwei weitere beginnenden. Uns als Eltern wurde ein schlechtes Gewissen eingeredet, man müsse sofort handeln und dass das Kind dann "mal kurz schlafen würde". Termin schon morgen! Der Begriff "Vollnarkose" fiel nie. Aber diverse Zusatzleistungen wurden an uns herangetragen, das volle Programm (hatte ich erwähnt, dass es um einen Milchzahn ging?) Wir zogen die Bremse, wollten kurz Bedenkzeit. 30 Minuten später versuchten wir die Zahnärztin zu einer Behandlung ohne Vollnarkose überreden, Lachgas oder etwas anderes örtliches, woraufhin wir uns einen Termin geben lassen sollten – 6 (!) Wochen später. Wir passten nicht ins Schema, verbrauchten mit unseren Fragen zu viel wertvoller Zeit des Personals. Also kamen wir auf's Abstellgleis. Als ob man nach einem kurzen Retabilitäts-Check einen Schalter umgelegt und uns aussortiert hatte. Wir lehnten dankend ab uns suchten uns einen seriösen Zahnarzt. Der zog den betroffenen Zahn unter örtlicher Narkose und die beiden anderen angeblich betroffenen Zähne stellten sich als gesund heraus. Wie durch ein Wunder hat unser Kind die Behandlung überlebt –*ohne Vollnarkose – und geht trotzdem gerne zum ZA. Ein Glück!
- #8 04.06.2012 13:23 von
Ich halte von diesen Vollnarkosen auch absolut rein gar nichts. Bei wichtigen, richtigen OPs natürlich, da geht es nicht anders, aber da liege ich im Krankenhaus und bin entsprechend überwacht. Aber beim Zahnarzt, in der Praxis?
Wir haben einen guten Zahnarzt, der hat davon gleich abgeraten, hat bei unseren Kindern in zwei Sitzungen jeweils einseitig unter Lokalanästhesie die Weisheitszähne entfernt, dann war die Backe eben 2 Tage etwas dicker, und es war gut. Gerade die heutige Lokalanästhesie ist soviel besser als noch in unserer Kindheit. Da merkt man doch kaum etwas. Ich würde unsere Kinder bestimmt nicht dafür unter Vollnarkose setzen.
Auch wenn es immer unter den Tisch gekehrt wird: Jede Vollnarkose ist ein zusätzliches, gar nicht einmal so geringes Risiko. - #9 04.06.2012 13:23 von
Warum?
Sicherlich ist es unentschuldbar wenn wegen Personalmangel oder "Fließbandbetrieb" Kinder wegen einer Narkose sterben müssen. Ohne Frage gehören auch die Verursacher bestraft. Aber man sollte sich auch mal fragen, warum ein Zweijähriger einen Eingriff in Vollnarkose denn nötig hat? Meist sind es desolate Gebisse, Kleinkinder die mit Eistee oder mit Honig versehenen Nuckeln beruhigt werden und denen in der Konsequenz die Zähne wegfaulen...http://www.studiodentaire.com/images/early_childhood_decay.jpg
In der Uni hatten wir einen Zweijährigen bei dem im Monatsrhythmus die Totalprothesen angepasst werden mussten! Und die Eltern stehen dabei und gucken dumm...
Und dann noch so "Spezialistenkommentare" a la LINDAREICHER... Wie erklären Sie denn einem Kleinkind, dass jetzt 8 Zähne gezogen werden müssen? "Krall die Hände ins Polster, es ist gleich vorbei?" Klasse! Da brauchen auch nichts faseln von "... muss jetzt sein, sonst wird's noch schlimmer". Kinder können sowas noch gar nicht rational verarbeiten. Daher sind in solchen Fällen Vollnarkosen die letzte Möglichkeit um Schlimmeres zu verhindern...
Die aktuellen Top-Themen
Antworten / Zitieren


