Altmaiers 100-Tage-Bilanz: So steht es um die Energiewende

dapdDie Energiewende ist das einzige Großprojekt der Regierung - doch die Probleme türmen sich: Der Netzausbau stockt, die Kosten für die Bürger steigen. Peter Altmaier will nun die Öko-Förderung grundlegend ändern. Wird ausgerechnet der Umweltminister zum Bremser der grünen Revolution?

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,851934,00.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Energiewende ist das einzige Großprojekt der Regierung - doch die Probleme türmen sich: Der Netzausbau stockt, die Kosten für die Bürger steigen. Peter Altmaier will nun die Öko-Förderung grundlegend ändern. Wird ausgerechnet der Umweltminister zum Bremser der grünen Revolution?

    Energiewende: Was Altmaier bei EEG, Offshore und Netzausbau tun muss - SPIEGEL ONLINE
    Da ja nun bekannt ist, dass die Privatkunden ca. 2 Cent/kwh zu viel für Strom bezahlen, verwundert es, dass nun der Sündenbock beim Ausbau der PV und Onshore-Windkraft gesucht wird.
    Was "teuer" ist, sind die Altanlagen, die noch einige Jahre ihre hohe Vergütung bekommen, dann aber aus dem Fördersystem hinausfallen.

    Wieso die teuerste Art der EE, Offshore, bevorzugt behandelt werden soll, bleibt ebenfalls unklar.

    Neu installierte Onshore-Windräder und PV wirken sich aufgrund der stark gesunkenen Vergütungen nur noch marginal auf die EEG-Umlage aus.

    Es hilft demnach fast nichts, wenn man nun versucht, den weiteren Ausbau abzubremsen.

    Im Gegenteil, der weitere rasche Ausbau sorgt für weitere Preissenkungen für den an der Börse gehandelten Strom.

    Würde sich Altmaier tatsächlich um Kosten für Privatverbraucher Sorgen machen, müsste er dafür sorgen, dass niedrigere Bezugskosten der Stromanbieter an die Privatkunden weitergegeben werden - und alle übermäßigen Subventionen von Großverbrauchern zulasten der Nicht-Privilegierten gestrichen werden.

    Ebenso wäre es konsequent, den Ausbau der Netze in einem sinnvollen und wirtschatlichen Maß voranzutreiben, um steigende Strommengen aus EE integrieren zu können.

    Das setzt natürlich auch voraus, dass entsprechend der steigenden Strommenge aus EE konventionelle Kraftwerke heruntergeregelt werden müssen. Da liegt wahrscheinlich das Hauptproblem der Energiewende: der damit einhergehende Strukturwandel, der die bisherigen Profiteure vom Markt verdrängt.
  2. #2

    Die Profiteure der Energiewende

    sind leicht herauszufinden.
    Einmal die Blauplattenkönige, die mit Renditen (auf Kosten der nicht so gut gestellten Steuerzahler) von 9% gelockt werden. Diese Renditen zahlt der Verbraucher. Teilweise wird bei Windanlagen auch eine Rendite von 18% versprochen. Auch das zahlen die armen Schlucker über die Energiesteuer auf der Stromrechnung..
    Und dann gibt es noch Firmen wie Juwi, die ganz und gar von Steuergeldern leben.
    Und dann wird von Seiten der Medien gelogen was das Zeug hält.
    Ca. dreiviertel des Stroms wird von Gewerbe und Verkehr gebraucht.
    Maximal 5% davon sind zeitlich disponibel. Und das auch eher in der Theorie, denn wenn im Winter mal 5 Tage lang kein Wind weht dann ist auch das obsolet.
    1991 kostete der gesamte Strom in D 39,400 Mrd.Euro.
    2002 waren es 38760 Mrd. Gierig waren die Monopolkapitalprofitgierkonzerne schon damals. Und man konnte den Anbieter auch gar nicht so einfach wechseln.
    2010 sind es dann schon 63 Mrd. Darin enthalten sind die 13 Mrd für
    den EE-Strom. Darin enthalten sind die Kosten für die Vernichtung des EE-Stroms. Denn nur der kleinste Teil davon kann tatsächlich genutzt werden. Das EEG sorgt dafür, dass auch EE-Strom der aufgrund der Netzüberlastung gar nicht weitergeleitet werden kann an den Anbieter vergütet werden muss. Geld für nichts. An die Villenbesitzer.
    Gezahlt von den armen Schluckern. Die größte Geldumverteilung von unten nach oben in der deutschen Geschichte. Und dabei auch noch völlig sinnfrei.
  3. #3

    Systemfehler

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Energiewende ist das einzige Großprojekt der Regierung - doch die Probleme türmen sich: Der Netzausbau stockt, die Kosten für die Bürger steigen. Peter Altmaier will nun die Öko-Förderung grundlegend ändern. Wird ausgerechnet der Umweltminister zum Bremser der grünen Revolution?

    Energiewende: Was Altmaier bei EEG, Offshore und Netzausbau tun muss - SPIEGEL ONLINE
    Da sieht man mal, dass man nicht alles über Subventionen steuern kann.
    Das Problem mit dem Kabel verlegen im Meer ist ein Ressourcenproblem das man schon im Vorfeld der Planung erkennen konnten.
    Doch da hier für jeden Abschnitt ein neues Unternehmen werkelt kann man sich bequem die Schuld zuschieben, der Steuerzahler kommt ja letztlich für die Schäden auf.
    Intelligent wäre es gewesen eigene Spezialschiffe zu bauen, dann hätte es diesbezüglich viel weniger Probleme gegeben.
    Aber da ja selbst Tennet nicht im Besitz solcher Schiffe ist, sondern nur ein Spezielunternehmen mit vollem Terminkalender zeigt wie kurzsichtig gehandelt wird.
    Das ist aber nur bedingt das Problem der Politik sondern viel mehr das Problem unserer Marktwirtschaft.
    Die Politik hätte dieses Problem allerdings ebenso im Vorfeld erkennen und verhindern müssen.
  4. #4

    Wi so viles geht auch dieser Beitrag...

    ... an der Sache vorbei. Im Kern ist die "Energiewende" eine Entscheidung aus dem Bauch. Man fördert Solarenergie im Sonnen armen Deutschland. Man baut OffShore-Windenergie-Anlagen, obwohl die Gleichstrom-Anschlusskabel noch nicht erprobt und lieferbar sind. Man will eine Bevölkerung zur Energiewende zwingen, die jedes Pumpspeicherwerk und jede Hochspannungsleitung vor der Tür vor die Gerichte zerrt.

    Und wir leben in einer Medienlandschaft, die auch dieses Problem personifiziert, statt die objektiven Probleme zu benennen.

    Und das ganze vor der Tatsache, dass unser wirkliches Energieproblem Öl heißt.
  5. #5

    alles auf die kleinen...

    alle kosten der energie-wende soll der kleine bürger bezahlen, bis er in seiner dummen not, die energie-wende ablehnt. dann sind die konzerne wieder zufrieden und die abzocke geht weiter.
    die eigendlich lebensnotwendige wende wird so (und nicht unabsichtlich) zerstört. dafür mußte röttgen gehen und ein eiskalter vollstrecker das amt übernehmen, der keine ahnung von der materie hat.

    richtige maßnahmen wären einfach zu haben.
    1. solaranlagenbetreiber müssen den strom, den sie produzieren auch selber verbrauchen und nur die überschüsse gehen ins netz.
    2. windparks müssen im inland aufgestellt werden und dezentral betrieben werden.
    3. kleine energie-genossenschaften müssen gefördert werden und hinderliche gesetze wie das überleitungs-verbot aufgehoben werden.
    4. stromtrassen gehören in die erde. mmn. in die fahrbahnen von autobahnen so könnte der induktionsstrom noch für lkw und autos genutzt werden.

    die subvention der "energie-intensiven" unternehmen (wenn man sie nicht nach island , wo der strom aus der erde kommt, verlegen will), muß als solche erkennbar sein.
    mmn. sollen diese stomfresser ihren strom selber produzieren müssen. wenn die regierung jedoch meint sie wären alternativlos, so soll sie eine "strom-verschenkungs-anstalt" gründen und diese aus steuermitteln bezahlen.
  6. #6

    Denn nur der kleinste Teil davon kann tatsächlich genutzt werden

    @n 1: wie kommst du denn auf den blödsinn? abschaltungen von pv-anlagen gibt es bisher nicht, da sie erst bei anlagen, die seit dem 1.1.2012 gebaut wurden, möglich sind. auch bei windanlagen ist die zahl der abschaltungen nicht nennenswert. bis deine formulierung haltbar ist, muss noch einiges zugebaut werden.
  7. #7

    ..............

    sind wir selbst nicht auch Teil des Problems?? Wollten wir nicht auch weg vom Atomstrom??
  8. #8

    „Energiewende“ - der geplatzte Traum

    Der Energieverbrauch in Deutschland wird nirgendwo geringer. Trotz energieeffizienter milliardenschwerer Maßnahmen verbrauchen wir heute genau so viel Energie wie 1990. Alle Maßnahmen waren also erfolglos. Energiesparen durch Effizienzfortschritte sind in einem wachsenden System schlichtweg eine Illusion.
    Die Grünen betreiben die erfolgloseste gut gemeinte Politik aller Zeiten. Wer nun wärmende Glühlampen abschafft, muss dafür mehr heizen. Wer Häuser besser isoliert, will plötzlich wärmere Wohnungen. Hartz-IV-Empfänger dürfen die Heizungen von Millionen Wohnungen über offene Fenster regeln, weil sie gesetzlich letztlich zu nichts herangezogen werden.

    Schon das Wort „Energiewende“ ist ein grandioser (aber erfolgreicher) Täuschungsversuch . Es geht doch wohl nur um Wandel bei der Stromproduktion. Der Stromanteil beim deutschen Gesamtenergieverbrauch ist aber nur ca.10 % (52,3 Mio.t SKE). Und davon sind vielleicht 16% Kernenergie (Rest sind heute schon Gas-, Kohle- und Ölkraftwerke). Die Kernenergie am Gesamtenergieverbrauch in Deutschland liegt also bei vielleicht ca. 4-7 % (2011-unterschiedlilche Quellenberechnungen!)). Der Anteil Photovoltaik und Windenergie an der Gesamtenergie liegt heute bei 1,8 %!!!
    Um ein Kernkraftwerk zu ersetzen braucht es ca. 6000 Windkrafträder (je nach Leistung). Für die acht schon abgeschalteten Atommeiler kaufen wir zur Zeit Atomstrom in Frankreich und Tschechien (Toller Fortschritt!!). Soll der gesamte Strom (25 AKW´s) von Wind erzeugte werden benötigen wir also ca. 150 000 Windräder. Im Jahr 2011 hat Deutschland den Bau von knapp 800 Windräder geschafft. Wir benötigen also ca. 187 Jahre, um mit Windkraft nur die Kernenergie zu ersetzten. Für die gleiche Strommenge benötigen wir dann Fotovoltaikanlagen, wenn kein Wind weht. Ist dann die Sonne auch weg (z.B. nachts), nochmals die gleiche Stromproduktion über Gas und Kohlekraftwerke. (in Deutschland gibt es nur in ca. 900 Stunden genügend Sonne) Und wenn wir das alles gebaut haben, haben wir 6-10 % unserer Gesamtenergieverbrauchs „gewendet“. Und der Strom wird dann so viel Geld kosten, dass das Elektroauto längst ein „Totes Pferd“ ist. Eigentlich können nur Kleinkinder und äußerst Einfältige glauben, die Erneuerbaren könnten je die notwendige Energie einer Industrienation aufbringen.
    Eine Energiewende wäre dagegen, die heutige Kernenergie zu verdoppeln, wie das viele Länder dieser Welt nun anstreben. (Gibt es überhaupt ein Land in der Welt, das konkret Kernkraftwerke dauerhaft abschaltet? Selbst Japan fährt seine AKW gerade wieder hoch)
    Dann vielleicht die Angst? Wieviel Atomtote gab es eigentlich beim größten anzunehmenden Unfall (GAU) in Fukushima? Keinen einzigen. Oder vielleicht doch 3 (drei!)? Dagegen kommen beim Kohleabbau in den Bergwerken dieser Welt alljährlich ca. 10 000 Bergleute um. Also in den letzten 50 Jahren ungefähr eine halbe Million Tote für die Kohlebeschaffung. Jedes Stück Kohle ist mit Menschenleben bezahlt. Und dagegen bei allen Atomunfällen der letzten 50 Jahre (Harrisburg, Tschernobyl, Fukushima u.a. ca. 1000 Tote). Atomkraft ist natürlich nicht „sicher“, aber von allen Energiebeschaffungen wohl das sicherste - kleiner Unterschied,!!. Aber man kann ja fest dran glauben, dass an den Folgen noch weitere zu Tode kommen. Man will es glauben. 30 Jahre lang Angst verbreiten funktioniert.(Tschernobyl ist aber längst wieder Naturreservat und Touristenattraktion) Alle Religionen dieser Welt unterwerfen ihre Gläubigen durch nicht prüfbare Bedrohungen in spätere Zeiten.
    Doch dann vielleicht das Problem der Müllendlagerung. Nach nun 30 Jahren Atombetrieb in Deutschland haben wir heute ca. 113 Castoren hochradioaktiven Atommüll, für die wir sowieso ein Endlager finden müssen. Würden wir also weitere 30 Jahre AKW`s betreiben, hätten wir dann vielleicht 250 Castoren Atommüll im Endlager. Wäre der Unterschied wirklich so schlimm? Übrigens, unmittelbar an den Castoren in Gorleben arbeiten seit vielen Jahren Menschen, die keinerlei Verstrahlung aufweisen.

    Wieviel Energie verbraucht eigentlich die Produktion eines Windrades? Wieviel Jahre muss es also laufen, um sich energetisch erst mal selbst zu amortisieren.* Warum hat das noch niemand ausgerechnet? Zufall? Wieviel Jahre benötigt eigentlich ein Sonnenkollektor, um sich zu amortisieren, wenn z.B ein Wafer (Kollektorteil) in der Produktion heute 3 x auf 1500 Grad geglüht werden muss (mit Kohle- und Gasverbrennung?), um die nötige Reinheit zu erlangen. Oder die Aluminiumrahmen, die mit enormen Strommengen aus Bauxit geschmolzen werden ? Jedermann will Umweltschutz. Was aber, wenn die Produktion der heutigen modernen Technik mehr verbraucht als sie je produziert? Zumindest darüber Nachdenken sollten wir unseren Kindern schuldig sein (Spruch der Kernkraftgegner!).
    Was passiert eigentlich, wenn sich die Menschheit, wie in den letzten Hunderten von Jahren, regelmäßig alle 50 Jahre verdoppelt. . Und wenn die dann alle Auto fahren und warme Wohnungen haben wollen?
    „Nachhaltig“ ist bis heute gar nichts. Nur wenn das Anwachsen der Menschheit gestoppt/reduziert wird, könnte die Bewohnbarkeit der Erde noch eine Zeit erhalten bleiben. Statt von demographischen Glücksfall, reden wir in Deutschland von demographischen Problem (aus Geld-/Rentengründen!) Wie dumm!. Nur Verringerung der Bevölkerungsanzahl wäre nachhaltige Umweltpolitik.
    Gerolf Kurowski, Burgwedel
  9. #9

    Ziemlich

    Zitat von n+1 Beitrag anzeigen
    sind leicht herauszufinden.
    Einmal die Blauplattenkönige, die mit Renditen (auf Kosten der nicht so gut gestellten Steuerzahler) von 9% gelockt werden. Diese Renditen zahlt der Verbraucher. Teilweise wird bei Windanlagen auch eine Rendite von 18% versprochen. Auch das zahlen die armen Schlucker über die Energiesteuer auf der Stromrechnung..
    Und dann gibt es noch Firmen wie Juwi, die ganz und gar von Steuergeldern leben.
    Und dann wird von Seiten der Medien gelogen was das Zeug hält.
    Ca. dreiviertel des Stroms wird von Gewerbe und Verkehr gebraucht.
    Maximal 5% davon sind zeitlich disponibel. Und das auch eher in der Theorie, denn wenn im Winter mal 5 Tage lang kein Wind weht dann ist auch das obsolet.
    1991 kostete der gesamte Strom in D 39,400 Mrd.Euro.
    2002 waren es 38760 Mrd. Gierig waren die Monopolkapitalprofitgierkonzerne schon damals. Und man konnte den Anbieter auch gar nicht so einfach wechseln.
    2010 sind es dann schon 63 Mrd. Darin enthalten sind die 13 Mrd für
    den EE-Strom. Darin enthalten sind die Kosten für die Vernichtung des EE-Stroms. Denn nur der kleinste Teil davon kann tatsächlich genutzt werden. Das EEG sorgt dafür, dass auch EE-Strom der aufgrund der Netzüberlastung gar nicht weitergeleitet werden kann an den Anbieter vergütet werden muss. Geld für nichts. An die Villenbesitzer.
    Gezahlt von den armen Schluckern. Die größte Geldumverteilung von unten nach oben in der deutschen Geschichte. Und dabei auch noch völlig sinnfrei.
    sinnfrei, arme Schlucker gegen reiche Villenbesitzer hetzen zu wollen, wenn es um die zukünftige Energieversorgung der grössten Industriemacht Europas geht. Zeigt aber wie kleinkariert das Denken und verlogen die Argumentation ist. Der " arme Schlucker " zahlt an das EVU und nicht an den Villenbesitzer. Auf keinem Hausdach steht kein Solarpark des RWE, der RAG oder der Stadtwerke München.
    Regelrecht dümmlich, die Argumentation, Strom vom Dach könnte nicht genutzt werden. Die Spitzenlaststrompreise zeigen ja das genaue Gegenteil. Es ist teuerster Höchstlaststrom und kein einziges Elektron verlässt die Villa über das nächste Trafohäuschen heraus.
    Ergo: Haltlos gegriffene Zahlen und dümmliche Hetze bringen die Energiewende nicht voran, sondern führen nur zu einer analogen Entwicklung des Strompreises zum Heizölpreis. Viel Vergnügen bei der Verzehnfachung des Preises aufgrund versiegender Rohstoffquellen.
    Lt. Wirtschaftwoche vom 3.8.2012 befinden sich " Stromkosten wegen Ausbau im Tiefflug ".