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Altersarmut bei Frauen: 45 Jahre gearbeitet - 140 Euro Rente
DDPMillionen Frauen müssen trotz harter Arbeit fürchten, im Alter arm zu werden. Gefährdet sind laut Sozialministerium vor allem Minijobber. Deren Rente liegt selbst nach 45 Arbeitsjahren unter 140 Euro im Monat.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...824163,00.html
- #40 28.03.2012 07:12 von
Altersarmut akkutes Problem
Das Fallbeispiel des "Eckrentners mit 45 Jahren Minijob" ist ein bisschen weit hergeholt und könnte eher kontraproduktiv sein und von den Kräften der "Marktliberalisierung" als "Übertreibung" bezeichnet werden.
Nichtsdestotrotz ist Altersarmut ein Problem der Zukunft, und nicht nur für Frauen, sondern auch für Männer.
"Abgefangen" wird das Problem mit Hartz IV - das kann zum Aufstocken verwendet werden, wenn die Rente das Existenzminimum unterschreitet. Aber ist das wirklich eine Lösung? Offenbar schon, jedenfalls für die ges. Rentenversicherung: Hartz IV wird von den Kommunen bezahlt, es handelt sich eine aus Steuern finanzierte Leistung, während die Renten aus den heute gezahlten Beiträgen finanziert werden - das Ganze nennt sich "Generationsvertrag".
Staatlich subventionierte Altersarmut?
Meiner Meinung nach gehört die ges. Rente "getunnelt", d.h. es muss eine Mindestrente und eine Höchstrente eingeführt werden. Idealerweise beträgt die Mindestrente etwa Faktor 1,5 vom Existenzminimum, so dass nicht aufgestockt werden muss, während die Höchstrente bei dem vierfachen Existenzminimum liegt.
Die Abstufungen dazwischen werden wie gehabt durch Arbeitsjahre und Einkommen festgelegt.
Übrigens: meiner Generation, zwischen 1980 - 1990 geboren, werden noch viel mehr zugemutet: wir dürfen bei sinkenden Einkommen und Mehrarbeit MEHR in die Rentenkassen einzahlen und werden trotzdem aufgrund häufig prekärerer Jobs am Ende arm sein. Um das zu vermeiden sollen wir uns noch bei privaten Rentenversicherern versichern - von welchem Geld? Und für welche Sicherheiten? Mehr als das, was ich eingezahlt habe, kriege ich nicht raus - und das ist auch noch versteuert ... - #41 28.03.2012 07:14 von
Netto 2248 Euro ?
Wow, das nenn ich mal eine Rente! Da weiß ich gar nicht, worüber sich die Rentner aufregen!Rentnerehepaare haben netto sogar 2248 Euro zur Verfügung. Allerdings gilt auch hier: Dies ist nur ein Durchschnittswert
Was will man uns eigentlich noch verkaufen? Hier geht es um Altersarmut, und da werden Zahlen vorgelegt, die sich aus Renten der Armen UND Reichen zusammensetzen?
Man kann nur hoffen, dass nach der nächsten Bundestagswahl die Zeit der Augenwischerei vorbei ist. Eine Regierung, die sich mit "positiven" Arbeitsmarktzahlen brüstet, aber lieber verschweigt, dass die dafür verantwortlichen Jobs ein Ticket in die Armut sind, gehört endlich abgewählt. - #42 28.03.2012 07:14 von
...
Passt doch auch alles zum aktuellen Bild. Während die Unternehmen die Menschen für 400 Euro im Monat über Jahre hinweg auspressen, darf die Allgemeinheit am Ende die Rente zahlen!
Wie man mit 400 Euro im Monat noch privat Vorsorge treffen soll, damit man die tolle "Zusatzrente" von Frau von der Leien bekommt, bleibt mir ein Rätsel.
Übrigens drohen bald überall solche Zustände. Man kann ja heute auch lesen, dass die Regierung die Grenzen für die Mindesteinkommen für Ausländer herabsetzen will. Daher können bspw. bald Informatiker und Ärtzte mit eine Gehalt unter 40k p.a. rechnen, weil "hochqualifizierte" Ausländer bald für weniger als 35k p.a. hier arbeiten werden!
Schönen Tag noch... - #43 28.03.2012 07:14 von
Alles gut
- #44 28.03.2012 07:14 von
Nur kurze Frage:
Wer hat denn ein Interesse daran, das wenige Geld auch noch in die Rentenvorsorge zu stecken, wenn die Rente immer noch weit unter dem sozialen Minimum ist ?
Das Sozialamt stockt in diesem Fall auf. Da muss sich Fr. von der Leyen was besseres einfallen lassen ! Es kann doch nicht sein, dass eine deratige Gefahr mit Zusatzversicherungen und Androhungen begegnet wird. Das ist einfallslos, entwürdigend und nicht Lösungsorientiert. - #45 28.03.2012 07:19 von
Fremdes oder eigenes Verschulden?
Es ist interessant, dass trotz Förderprogrammen in dreistelliger Millionenhöhe, Girls Days und "eroberten Männerdomänen" es für so viele Frauen nur für einen Minijob reicht. Oder liegt es doch am ganz persönlichen, selbst gewählten (nur leider nicht konsequent zu Ende gedachten) Lebensdesign? Sollte es etwa doch so sein, dass den Frauen die Wege in (einträgliche) Männerberufe gar nicht versperrt sind sondern sie vielmehr freiwillig einen Bogen darum machen, weil der Weg des geringsten Widerstandes woanders verläuft? Und warum wird es zu einem ausschließlichen Problem der Frauen stilisiert, wenn fast 40 % der Betroffenen männlich sind?
- #46 28.03.2012 07:19 vonDiese Minijobs gehören verboten und ein existenzsichernder Mindestlohn eingeführt. Wie kann man auf so hirnverbrannte Ideen kommen, nun vom Minijobber auch noch zu verlangen, von diesen 400 Euro selbst noch Rentenbeiträge zu zahlen und privat vorzusorgen? Was soll denn da übrig bleiben?Davon sollen auch Minijobber profitieren, sofern sie selbst Beiträge zahlen, genügend Versicherungsjahre vorweisen können und von 2014 an zusätzlich privat oder betrieblich vorsorgen.
- #47 28.03.2012 07:19 von
Es stimmt noch immer.
Wer hat uns verraten, die Sozialdemokraze, Steinmeier und Schröder.
Von wegen:"Wann wir schreiten Seit an Seit..." - #48 28.03.2012 07:21 von
Das Problem ist, dass die Rentenversicherung von Erwerbsbiographien ausgeht wie von anno dunnemals: Mit 16 in die Lehre, dann übernommen, dann Vollzeit bis zur Rente. Und diese Biographien gibt's zunehmend nicht mehr.
Und sie geht auch davon aus, dass mit einem Job auf jeden Fall so viel verdient wird, dass die dadurch entstehenden Rentenanwartschaften über dem Existenzminimum liegen. Und diese Jobs gibt es natürlich durchaus noch, aber eben zunehmend auch andere.
Damit aber bricht die Legitimation des Pflichtversicherungssystems in sich zusammen. Mit welchem Recht verdonnert man Geringverdiener (die sich dann natürlich auch keine zusätzliche private Vorsorge leisten können) dazu, sich an den Renten der jetzigen Alten zu beteiligen, wenn sie dann ihrerseits so wenig herauskriegen, dass sie ohnedies Grundsicherung beantragen müssen? Ihre Beiträge kommen nicht ihnen selbst zugute, sondern der Kasse, aus der die Grundsicherung stammt.
Sie bezahlen Beiträge und haben nichts davon. Und sollten sie am Ende noch so naiv sein, sich eine Mini-Riesterrente vom Munde abzusparen, umso mehr.
Das Beitragsäquivalenzsystem ist damit hinüber, und somit mutiert der Beitrag zur RV zu einer Sondersteuer, von der (möglicherweise verfassungswidrig) das Existenzminimum NICHT freigestellt bleibt und die obendrein degressiv funktioniert - und das wird man denn wohl doch als sozial ungerecht bezeichnen können.
Da muss über kurz oder lang wohl eine andere Lösung her. - #49 28.03.2012 07:23 von
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