Dieser Unterschied ist ein populärer Mythos, der seit längerem durch diverse Gazetten geistert. Angeblich liegt dem eine Studie zugrunde. Dort steht aber auch, dass diese Rechnung auf unbereinigten (!) Zahlen beruht und keine Aussagen über die tatsächlichen Verhältnisse in den einzelnen Berufen zulässt.
Dieser "Abstand" ergibt sich, wenn man (einfach formuliert) z.B. 1000 Testpersonen nur nach Geschlecht unterteilt, also 500 Frauen und 500 Männer. Jede Gruppe bildet dann ihren Durchschnittswert beim Bruttoeinkommen. Liegt der Wert bei den Frauen unter dem der Männer, ist die "Diskriminierung" bewiesen. Wirklich? Von wegen!
Sie müssen alle relevanten Faktoren berücksichtigen: Alter, Dauer der Erwerbstätigkeit, Qualifikation, generelles Lohnniveau der jeweiligen Berufssparte, Arbeitszeiten (Teilzeit oder Mini-Job contra Vollzeit plus Schichtzulagen plus bezahlte Überstunden) und dergleichen mehr.
Nach einer Berechnung des Statistischen Bundesamtes blieben nach Berücksichtigung eines Teils dieser Faktoren nur noch 8 Prozent übrig. Weitere Zahlen standen da noch nicht zur Verfügung. Der Unterschied würde aber noch geringer ausfallen, nach Schätzungen bei 4 bis 5 Prozent liegen (die im Einzelfall nach Berufssparte und Art der Arbeit ebenfalls erklärbar sind).
Kurzum: Dieser Mythos ist ein bequemes Märchen. Natürlich gibt es Unterschiede zwischen Frauen und Männern, ebenso zwischen Männern und Männern, z.B. bei frei verhandelbarem Gehalt. Da kann aber der Staat nicht eingreifen. Hier muss jeder selbst wissen, was er beim Verhandeln des Gehalts fordern kann oder will.

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