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Altersarmut bei Frauen: 45 Jahre gearbeitet - 140 Euro Rente

DDPMillionen Frauen müssen trotz harter Arbeit fürchten, im Alter arm zu werden. Gefährdet sind laut Sozialministerium vor allem Minijobber. Deren Rente liegt selbst nach 45 Arbeitsjahren unter 140 Euro im Monat.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...824163,00.html
  1. #340

    ...

    Zitat von Kassian Beitrag anzeigen
    Die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen (ca. 22% Unterschied bei gleicher Arbeit) ist ein Grundproblem unserer Gesellschaft und gehört abgeschafft bzw. verboten
    Dieser Unterschied ist ein populärer Mythos, der seit längerem durch diverse Gazetten geistert. Angeblich liegt dem eine Studie zugrunde. Dort steht aber auch, dass diese Rechnung auf unbereinigten (!) Zahlen beruht und keine Aussagen über die tatsächlichen Verhältnisse in den einzelnen Berufen zulässt.

    Dieser "Abstand" ergibt sich, wenn man (einfach formuliert) z.B. 1000 Testpersonen nur nach Geschlecht unterteilt, also 500 Frauen und 500 Männer. Jede Gruppe bildet dann ihren Durchschnittswert beim Bruttoeinkommen. Liegt der Wert bei den Frauen unter dem der Männer, ist die "Diskriminierung" bewiesen. Wirklich? Von wegen!

    Sie müssen alle relevanten Faktoren berücksichtigen: Alter, Dauer der Erwerbstätigkeit, Qualifikation, generelles Lohnniveau der jeweiligen Berufssparte, Arbeitszeiten (Teilzeit oder Mini-Job contra Vollzeit plus Schichtzulagen plus bezahlte Überstunden) und dergleichen mehr.

    Nach einer Berechnung des Statistischen Bundesamtes blieben nach Berücksichtigung eines Teils dieser Faktoren nur noch 8 Prozent übrig. Weitere Zahlen standen da noch nicht zur Verfügung. Der Unterschied würde aber noch geringer ausfallen, nach Schätzungen bei 4 bis 5 Prozent liegen (die im Einzelfall nach Berufssparte und Art der Arbeit ebenfalls erklärbar sind).

    Kurzum: Dieser Mythos ist ein bequemes Märchen. Natürlich gibt es Unterschiede zwischen Frauen und Männern, ebenso zwischen Männern und Männern, z.B. bei frei verhandelbarem Gehalt. Da kann aber der Staat nicht eingreifen. Hier muss jeder selbst wissen, was er beim Verhandeln des Gehalts fordern kann oder will.
  2. #341

    Frauen sind benachteiligt. Immer und überall. Um dieses Märchen zu belegen, erfahren wir immer wieder neues, wo und wie sehr Frauen benachteiligt sind. Aktuell erfahren wir von der Benachteiligung von Frauen, die Rente beziehen.

    "Derzeit haben laut "SZ" 7,4 Millionen Menschen in Deutschland eine Stelle auf 400-Euro-Basis, für die sie keine Steuern und Sozialabgaben zahlen müssen - sogenannte Minijobs. Davon waren Mitte 2011 knapp 4,65 Millionen Frauen. Gut zwei Drittel von ihnen haben ausschließlich diesen Minijob."

    Daraus wird nun geschlossen, dass Frauen Altersarmut droht. Wieso eigentlich nur Frauen? Droht den 2,75 Millionen Männern nicht die gleiche Altersarmut?

    Aber dort steht auch:

    "Tatsächlich beträgt die Altersrente von Frauen im Durchschnitt 535 Euro. Da aber oft andere Einkünfte hinzukommen, liegt das durchschnittliche Nettogesamteinkommen von alleinstehenden Frauen im Alter bei 1188 Euro, heißt es im Ministerium. Rentnerehepaare haben netto sogar 2248 Euro zur Verfügung. Allerdings gilt auch hier: Dies ist nur ein Durchschnittswert."


    weiter unter: Altersarmut
  3. #342

    Zitat von Spr. Beitrag anzeigen
    Sie werden sich wundern, wie viele davon Ihnen glaubhaft versichern werden, dass es Ihnen damals besser ging als heute. Die hatten zwar weder IPhone noch IPad noch Internet, konnten sich dafür aber den damals normalen Lebensstandard leisten - im Nomalfall mit einem Gehalt.
    Natürlich konnten sie das, denn in den 60ern war der Lebensstandard so viel geringer als heute, dass er selbst bei den damals niedrigeren Löhnen von einem Gehalt zu bezahlen war.

    Und erzählen Sie mir jetzt bitte nicht, dass Sie damals in Saus und Braus gelebt hätten. Dann haben Sie nämlich definitiv zur Oberschicht gehört. Hier ein paar Stichworte zum Leben in den 60ern.

    - Wohnen auf engstem Raum und mit Möbeln, die ein Leben lang halten mussten
    - Kein Handy, keine Unterhaltungselektronik außer dem "Scheewitchensarg" und mit etwas Glück einem Schwarzweißfernseher
    - Kein Zweitwagen, in vielen Familien nicht mal ein Erstauto. Vater fuhr mit Bus/Fahrrad ins Büro.
    - Keine Einbauküche, keine Spülmaschine, keine Mikrowelle, Wäsche wurde noch in vielen Haushalten von Hand gewaschen, Kühlschrank in vielen Familien ein Fremdwort
    - Kein Auslandsurlaub, schon gar keine Fernreisen mit dem Flugzeug, Fliegen sowieso nur ein Luxus für wenige
    - kein Essengehen beim Italiener, kein Geld für die Kantine, Vater hatte seinen "Henkelmann"
    - die Kinder trugen die Klamotten der älteren Cousins/Cousinen auf. Mutter wusste noch, wie man Kleider stopft und flickt. Zur Kommunion/Konfirmation gab es einen Anzug, bzw. ein neues Kleid.
    - Kein Auslandschuljahr für die Kinder, kein Reitunterricht, keine Markenklamotten, selten mal ins Kino und mit etwas Glück ein gebrauchtes Fahrrad oder Gokart aus der Verwandtschaft. Kein Kindergeburtstag in der Indoor-Spielewelt.
    - Kein Geld für studierende Kinder.

    Das waren die 60er beim Durchschnittsdeutschen. Wer etwas anderes behauptet, sollte seine Erinnerung mal neu justieren.
  4. #343

    Zitat von sybilla Beitrag anzeigen
    Frau Bundesministerin für Arbeit und Soziales wenn sie das Ziel haben, das alle Arbeitnehmer/innen durch Arbeit psychisch stabilisiert werden. Das sie sich durch ihre Arbeit Wert geschätzt fühlen und das alle Arbeitnehmer/innen in ihrer Erwerbstätigkeit und im Alter in Unabhängigkeit und in persönlicher Freiheit leben können, dann sollten sie sich für einen gesetzlichen Mindestlohn auf westeuropäischen Niveau einsetzen. Denn Menschen die jeden Morgen früh aufstehen und arbeiten gehen sind in der Regel psychisch nur dann stabilisiert wenn sie von ihrer Hände Arbeit ohne ergänzendes Hartz IV ein freiheitlich selbstbestimmtes Leben gestalten können. Das ist die Wertschätzung die Millionen Arbeitnehmer/innen von der Politik und der Gesellschaft erwarten und erwarten dürfen.
    Einen Mindestlohn befürworte ich; er würde jedoch nichts an der Tatsache ändern, dass manche Frauen lediglich 50 Stunden im Monat arbeiten wollen, um mehr Zeit für die Familie zu haben. 10€ Mindestlohn entsprächen 500€. Daraus lassen sich keine nennenswerten Rentenansprüche ableiten.
    Es ist nicht Aufgabe der Politik, einer freiwilligen Minijobberin ihre geringen Rentenansprüche auszurechnen. Stattdessen hat die Politik dafür zu sorgen, dass Vollzeitarbeitsplätze für diejenigen zur Verfügung stehen, die Vollzeit arbeiten *wollen*. In diesem Zusammenhang sollte die Zuwanderung beschränkt werden, denn bereits jetzt belasten Millionen unterdurchschnittlich gebildeter Migranten unser Land:
    Seite 57: http://www.bamf.de/SharedDocs/Anlage...ublicationFile

    Mehr Migrantenkinder ohne Schulabschluss - Nachrichten Welt Print - Politik (Print DW) - WELT ONLINE
  5. #344

    Zitat von Kassian Beitrag anzeigen
    Unser Staat sollte es ermöglichen das jeder der 45 Jahre oder mehr Beiträge gezahlt hat eine ausreichende Rente hat von der man würdig im Alter leben kann. Zugleich sollte es natürlich Unterschiede gegen zwischen jenen die Vollzeit und jenen die Teilzeit bzw. nur ein paar Stunden pro Woche arbeiteten, doch etwas über 3 Euro pro Monat wenn man ein ganzes Jahr in einem Minijob gearbeitet hat ist meiner Ansicht nach beschämend niedrig. Da kann man genauso gut darauf verzichten ...
    Bei den 3 Euro pro Monat geht es um Menschen, die keine Rente bekommen, weil sie keine Beiträge eingezahlt haben. Was genau finden Sie daran beschämend?

    Die Rentenversicherung kann nur so viel auszahlen, wie sie einnimmt.
  6. #345

    ...

    Zitat von Kassian Beitrag anzeigen
    Zugleich sollte es natürlich Unterschiede gegen zwischen jenen die Vollzeit und jenen die Teilzeit bzw. nur ein paar Stunden pro Woche arbeiteten, doch etwas über 3 Euro pro Monat wenn man ein ganzes Jahr in einem Minijob gearbeitet hat ist meiner Ansicht nach beschämend niedrig.
    Na schön, dann ist es eben niedrig - aber was erwarten Sie denn? Wenn jemand z.B. nur 15 bis 18 Stunden pro Woche arbeitet und es sich um eine Anlerntätigkeit als Aushilfe handelt, dann ist ein Mini-Job mit maximal 400 Euro im Monat nichts, woraus sich später dann ein beachtlicher Rentenanspruch ableiten kann.

    Was nicht wenige an diesem reißerischen Beispiel (siehe die Überschrift des Spiegel-Artikels) so stört, ist das absurd anmutende Begriffspaar "45 Jahre Berufstätigkeit" und "140 Euro Rente". Mal ehrlich: 45 Jahre Erwerbsarbeit auf maximal 400-Euro-Niveau, das wäre ja eine Zeitspanne vom 20. bis zum 65. Lebensjahr, in der permanent nur stundenweise als Aushilfe gearbeitet worden wäre.

    Das Beispiel bezieht sich ja ausschließlich auf die Hochrechnung eines 400-Euro-Jobbers, wenn er 45 Jahre (!) lang jeden Monat nur diese Mini-Tätigkeit gehabt hätte. Kein Wort von der Möglichkeit einer Berufsausbildung oder einer Vollzeit-Tätigkeit. Tut mir leid, aber was soll denn dabei herauskommen?

    Das Problem des Niedriglohnsektors (Männer wie Frauen!) mit Blick auf die Situation im Alter ist viel zu prekär, als dass man es mit solchen sinnlos reißerischen Beispielen auf BILD-Niveau herunterziehen sollte. Wer 45 Jahre lang nur Aushilfsjobs auf Stundenbasis machen würde, könnte so oder so keine hohe Rente erwarten, selbst wenn man für alle die Rente ab sofort verdoppeln würde.
  7. #346

    Zitat von tobiash Beitrag anzeigen
    Länder, in denen die Menschen Hunger leiden, keinerlei medizinische Versorgung geniessen und unter einem Pappkarton schlafen.
    Wenn man die Situationin DE aus einer gewissen Neutralität heraus betrachtet, kommt man unweigerlich zu dem Schluss, dass es in DE nicht um ein menschenverachtendes System geht, sondern um Meckern auf sehr hohem Niveau und solche Vergleiche nichts sind als purer Neid sind!
    Ich nehme sie nur dann ernst, wenn sie mit dem Hartz 4 Satz eines jungen Menschen in diesem Land, dem man mit 23 Jahren weder eine Miete zugesteht, noch den vollen Hartz 4 Satz von 359 Euro gönnt leben.
    Gleichzeitig möchte ich, dass sie für diesen Betrag auch noch 40 Stunden die Woche in Maßnahmen der Hartz 4 Behörden gesteckt werden.
    Wenn sie diese Prozedur hinter sich haben sind sie ein erwachsener und erfahrener Mensch diesbezüglich und werden nicht mehr über Dinge urteilen, die sie selbst nicht am eigenen Leib erlebt haben.
  8. #347

    Zitat von Petra Raab Beitrag anzeigen
    Ich nehme sie nur dann ernst, wenn sie mit dem Hartz 4 Satz eines jungen Menschen in diesem Land, dem man mit 23 Jahren weder eine Miete zugesteht, noch den vollen Hartz 4 Satz von 359 Euro gönnt leben.
    Gleichzeitig möchte ich, dass sie für diesen Betrag auch noch 40 Stunden die Woche in Maßnahmen der Hartz 4 Behörden gesteckt werden.
    Wenn sie diese Prozedur hinter sich haben sind sie ein erwachsener und erfahrener Mensch diesbezüglich und werden nicht mehr über Dinge urteilen, die sie selbst nicht am eigenen Leib erlebt haben.
    Mit 23 studieren die meisten in diesem Land wohl noch. Da gibt's sogar Null Euro für die 40-Stunden-Woche, je nach Familieneinkommen etwas BAföG und das eigentliche Einkommen wird neben dem Studium erarbeitet. Von einer eigenen Wohnung können auch die meisten Studenten nur träumen - Wohnen in der WG, im Studentenwohnheim oder noch bei den Eltern ist der Standard.

    Daher ist Ihre Beschreibung kein hartes Schreckenszenario sondern zeugt eher von einem Anspruchsdenken jener Menschen die meinen, dass der Staat sie schon mit 23 voll versorgen sollte.
  9. #348

    111

    Zitat von Diskutant_EF Beitrag anzeigen
    Bei den 3 Euro pro Monat geht es um Menschen, die keine Rente bekommen, weil sie keine Beiträge eingezahlt haben. Was genau finden Sie daran beschämend?

    Die Rentenversicherung kann nur so viel auszahlen, wie sie einnimmt.
    Es werden Beiträge bezahlt, RV und KV, vom Arbeitgeber, also praktisch vom "Bruttolohn".
  10. #349

    Zitat von Diskutant_EF Beitrag anzeigen
    Mit 23 studieren die meisten in diesem Land wohl noch.
    Mit 23 ist man ein vollwertiger erwachsener Mensch und hat genau denselben Hartz 4 Satz verdient wie ein Mensch über 25.
    Falls ihnen das noch nicht aufgefallen ist verstößt diese Regelung gegen unser Grundgesetz Artikel 3: (1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

    Ein 23 jähriger Mensch unterscheidet sich in nichts von einem 26 Jährigen, beide sind volljährig, also haben beide gleichermaßen das
    Recht auf eine Wohnung.
    Was sie hier betreiben ist sich gegen unser Grundgesetz auszusprechen.


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