Als Lehrerin in China: Mein Alltag in der Lernfabrik

Katja MeußSechs Jahre lang unterrichtete Katja Meuß, 61, an einem chinesischen Elite-Gymnasium. Bis zuletzt war sie befremdet: Teamarbeit ist verpönt, gewinnen gefordert und wer Fehler macht, wird ausgelacht. Ein Erfahrungsbericht.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/a...815668,00.html
  1. #60

    Keine Ahnung

    Zitat von farorientalism Beitrag anzeigen
    Vielen Dank! Sie haben es perfekt auf den Punkt gebracht.
    Ihr zwei habt echt keine Ahnung. Wahrscheinlich noch nie in China gewesen, oder nur als Touri. Als jemand der schon zig Jahre in china mit chinesischen Ingenieuren zusammenarbeitet, kann ich nur sagen, nehmt den Bericht und glaubt ihn einfach. Ich spüre jeden Tag bei meiner Arbeit, wie toll die Chinesischen schulen und Unis ihre Schüler ausbilden. Mit der folge hab ich jeden Tag zu tun. Der Bericht half mir zu verstehen, warum das so ist. Dafür danke!
  2. #61

    X

    Zitat von chinafan Beitrag anzeigen
    Warum gehen Sie in ein anderes Land, wenn Sie andere Kulturen sonderbar finden? Ich empfinde das als furchtbar engstirnig. Gehen Sie mal nach Afrika, Südamerika, in die arabischen Länder, ach gehen Sie nach Südeuropa und Sie werden "Sonderbares" finden. Es leben nun mal nicht alle Menschen dieser Erde nach europäischen oder gar deutschen Regeln und Maßstäben und das ist auch prima so! Und wem es anderswo nicht gefällt oder gar sonderbar zumute ist, der kann ja gern wieder nach Hause gehen. Ist schon krass, dass wir hier die große Diversity-Debatte führen und in fremden Kulturen uns fast ins Hemd machen, weil die Menschen eben anders sind als wir. Was glauben Sie und diese Lehrerin denn? Nur weil Sie da antraben, muss China nach Ihren Vorstellungen und Maßstäben anfangen zu ticken? Warum sind Sie eigentlich dahin gegangen? Wollten Sie zeigen, wie es besser geht? Ich finde jedenfalls diese Beurteilungen unglaublich ignorant und auch nicht besonders intelligent.
    Nach ihrer Logik darf nur derjenige in ein anderes Land gehen, der dort nichts sonderbar findet. Das interpretiere ich so, dass man schier besoffen sein muss von seiner eigenen interkulturellen Toleranz um überhaupt nichts mehr wahrzunehmen. Toller Zustand.
    Und zu ihren anderen Phrasen: ihre eigenen Vermutungen und schier Unterstellungen. Schätze mal, traumatisiert.

    Leider stelle ich immer wieder fest, dass solche Foren durchsetzt sind, mit Klugscheißern, Besserwissern, Nichtlesern, Rechthabern und dass man eigentlich schon verloren hat, wenn man sich in so einem Kreise äußert. Schade um die Zeit.

    Spiegel: Wenn dieses Forenvolk hier den Durschnitt deiner Leserschaft repräsentiert, möchte ich nicht mehr dazugehören.

    Ein Spiegelleser in Shanghai a.D.
  3. #62

    China-Basher vs. China-Verteidiger

    China polarisiert - das wird in solchen Diskussionen immer wieder erkennbar. Dass es neben der Fraktion der China-Basher inzwischen auch eine wachsende Fraktion der China-Verteidiger gibt, ist grundsätzlich erfreulich. Nur läuft es oft darauf hinaus, dass die einen so pauschal dämonisieren, wie die anderen pauschal idealisieren. Fakten oder Erfahrungswerte, die die jeweilige Position stützen, lassen sich immer finden - das Reich der Mitte ist ja so groß und so heterogen wie ein Kontinent. Für mich ist China das Land der hochkomplexen Ambivalenz, voller Ungleichzeitigkeiten und Widersprüche. Diese Widersprüche auszuhalten, ist nicht leicht, und die Versuchung, sich ihnen zu entziehen, indem man auf einem Auge blind wird, ist groß.

    Auch für die interkulturelle Kommunikation (die mal frappierend einfach und mal frappierend schwierig ist) gibt es kein Patentrezept. Man hat es ja immer mit Individuen zu tun, auch in China. Die Bereitschaft, eigene Wertmaßstäbe zu hinterfragen und gegebenenfalls auch zu relativieren, sollte man in einem solchen Land schon mitbringen. Herausfinden, wo da die eigenen Grenzen liegen - d.h. welche Werte man nicht relativieren kann, ohne die eigene Identität zu verlieren - muss jeder für sich allein. In Situationen, wo man an diese Grenzen stößt, kann man übrigens sogar die Erfahrung machen, dass manche Chinesen ganz ähnlich fühlen und denken wie man selbst.
  4. #63

    auf die Schnelle

    Zitat von spiegelleser_in_shanghai Beitrag anzeigen
    Ihr zwei habt echt keine Ahnung. Wahrscheinlich noch nie in China gewesen, oder nur als Touri. Als jemand der schon zig Jahre in china mit chinesischen Ingenieuren zusammenarbeitet, kann ich nur sagen, nehmt den Bericht und glaubt ihn einfach. Ich spüre jeden Tag bei meiner Arbeit, wie toll die Chinesischen schulen und Unis ihre Schüler ausbilden. Mit der folge hab ich jeden Tag zu tun. Der Bericht half mir zu verstehen, warum das so ist. Dafür danke!
    Kurz gedacht und auf die Schnelle pflichte ich Ihnen 100 pro bei. Mir geht es ab und an genauso - nun das Aber:
    Es scheint auszureichen - und die Brains ^^, ich meine die chinesischen, die sind ausschließlichfür ihr eigenes Land zugange. Unseren Betrieben scheint es ausreichend zu sein, was dort geboten wird, damit geht China ja auch hausieren. Und bei uns? Bei uns geht es auch sachte in Richtung breit aufgestellt, von allem ein bißchen wissen, Spezialisierung erst später im Beruf.... - seltsame Entwicklung, wie ich finde.