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Als Lehrerin in China: Mein Alltag in der Lernfabrik

Katja MeußSechs Jahre lang unterrichtete Katja Meuß, 61, an einem chinesischen Elite-Gymnasium. Bis zuletzt war sie befremdet: Teamarbeit ist verpönt, gewinnen gefordert und wer Fehler macht, wird ausgelacht. Ein Erfahrungsbericht.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/a...815668,00.html
  1. #10

    China

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sechs Jahre lang unterrichtete Katja Meuß, 61, an einem chinesischen Elite-Gymnasium. Bis zuletzt war sie befremdet: Teamarbeit ist verpönt, gewinnen gefordert und wer Fehler macht, wird ausgelacht. Ein Erfahrungsbericht.

    Als Lehrerin in China: Mein Alltag in der Lernfabrik - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - SchulSPIEGEL
    Dieser Bericht zeigt doch wieder einmal glasklar auf,was schon seit Jahren meine persönliche Meinung ist:China ist nicht der freundschafliche Partner von Deutschland und der westlichen Welt,sondern der ewige strategische Hauptgegner der westlichen Hemisphäre im allgemeinen und Deutschlands im besonderen.Statt sich dieser gefährlichen und unberechenbaren Supermacht anzubiedern und den Chinesen Firmen und Patente hinterherzuwerfen,bei der Vielzahl von chinesischen Raubkopien bewußt wegzusehen sowie diesen gewaltigen Berg an Schrottprodukten aus dem Reich der Mitte abzunehmen sollten wir China mit allen verfügbaren Mitteln auf Distanz halten und bekämpfen,bevor es zu spät ist.
  2. #11

    Chinas heranwachsende Elite

    Wem in Europa oder der Welt außerhalb Chinas dient dieser Beitrag über das Schulwesen an einer chinesischen Elite-Schule, wo nach dem Bericht die heranwachsende Elite zu gefühllosen Zombies verbildet wird und dies mag möglicherweise nicht nur für die Eliten gelten, sondern auch für den in der Hierarchie nachgeordneten Schulbetrieb. Das politische System mag durchaus erkannt haben, dass Individualität bei den Heranwachsenden zu systemgefährdenter Eigenwilligkeit und Aufmüpfigkeit führen kann und das kann sehr wahrscheinlich einem über 1,3 Mrd Häupter zählenden Staatsvolk, bestehend aus vielen Ethnien, wenig zuträglich sein. Frau Meuß hat mit ihrem Beitrag anderen Lehrkräften ausländischer Herkunft möglicherweise einen Bärendienst erwiesen, da das politische System sich bezüglich Kritik sehr feinfühlsam zeigt und der Bericht strotzt vor kritischen Bemerkungen.
  3. #12

    Wie sind sie denn, die Chinesen?

    Zitat von spiegelleser_in_shanghai Beitrag anzeigen
    Dieser Bericht ist die Wahrnehmung einer deutschen Lehrerin und ich finde ihn sehr interessant. Und er deckt sich mit meiner eigenen Wahrnehmung, die ich, hier in China seit langem arbeitend, über die Jahre von den Menschen gewonnen habe. Oft möchte man schier verzweifeln, weil man es nicht versteht, warum sie so sind wie sie sind. Deswegen bin ich sehr dankbar über diesen Bericht, liefert er mir doch eine Erklärung über manches sonderbare in diesem Land.
    werden Sie doch mal konkret! Sie sollen doch nicht etwa so wie die deutschen Schüler werden oder doch?!
    Und jetzt an die Lehrerin = können Sie Chinesisch?
    Worüber lachten also die Schüler? Weil sie das alles schon wußten oder?

    Frontalunterricht - und alle schwiegen!
    Was hat Frontaluntericht damit zu tun?
    Ist schöpferischer Unterricht ein solcher, wenn 4 Schüler an einem Tisch sitzen, einer löst die Aufgabe und drei malen Männchen!
    Also war Sokrates ein schlechter Lehrer, weil er seine Schüler durch Fragen zur Erkenntnis führte!
    Und die Blinden führen die Lahmen und die Stummen rufen den Tauben Warnungen zu!
  4. #13

    Zitat von PublicTender Beitrag anzeigen
    Abgesehen von Schiesspulver und Porzellan; an was dachten Sie denn da so?

    Welche innovativen Lösungen kamen denn in den letzten Jahrzehnten aus dem Reich der Mitte?
    China hat Deutschland auch bei der Zahl der Patente überholt. die Zeit des reinen Kopierens ist schon lange vorbei. Die Darstellung des Schulsystems durch die deutsche Lehrerin ist sehr einseitig und evtl. von der Frustration gepraegt, dass die Asiatische Mentalität sich nicht mit einem antiautoritären System a la deutsche Alt 68er anfreunden kann. Was die Chinesen zuviel an Drill und Autorität haben, ist an Deutschen Schulen zu wenig vorhanden. Es wäre ein Leichtes, für ein chinesischen Austauschlehrer einen ähnlich kritischen Artikel über Zustände an deutschen Schulen zu schreiben: Komasaufen, Prügeleien, Rauchen und andre Drogen, Sex spätestens ab 13, Leistungsverweigerung, Respektlosigkeit, Niveaulosigkeit, Markenkult statt Schuluniform, Mobbing, ... Für Asiaten ein Gräuel - viele Deutsche, insbesondre Lehrer, halten das fuer normal. Laut Pisa hat Deutschland keinen Grund, auf sein Schulsystem stolz zu sein.
  5. #14

    So legitim es ist,...

    ...sich über Sozialverhalten Gedanken zu machen, sie zu vergleichen, und auch (für sich) zu werten, so absurd ist es auch nach China zu gehen ud sich zu wundern, dass die nicht so "funktionieren" wie wir.
    Der Schüler ist kein pädagogisches Versuchskaninchen im Labor, sondern eine in eine Gesellschaft eingebundene Person. Würde man einen heutigen Lehrer in die 50er Jahre zurückversetzen, würde er wohl auf genauso viel Unverständnis stoßen, wie ein Lehrer aus der Nachkriegszeit vor einer heutigen Klasse. Unterrichten bleibt in jedem Fall ein Kompromiss, weil in jedem Fall das soziale und familiäre Umfeld miteinbezogen werden muss.
    Nach China zu gehen, und da deutsche Maßstäbe anzusetzen ist einfach absurd. Es tut mir leid - und es geht hier absolut nicht um eine Wertung der Pädagogik an sich -aber diese Lehrerin verhält sich nicht anders als irgendwelche Missionare, die im 17. Jhdt. auszogen, um diesen "Eingeborenen" endlich mal christliche Moral beizubringen.
    Wenn das, was sie als Pädagogin praktiziert, von den Schülern nicht nachvollziehbar ist, ist sie in jedem Fall zum Scheitern verurteilt; allein schon deshalb, weil man immer auch eine Gruppe unterrichtet.
    Hinter dem ganzen Bericht steht eigentlich nur "Mein Gott, sind die komisch"...
    "Komisch" sind nicht die Schüler, "komisch" ist hier nur die Lehrerin.
  6. #15

    Bildungswesen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sechs Jahre lang unterrichtete Katja Meuß, 61, an einem chinesischen Elite-Gymnasium. Bis zuletzt war sie befremdet: Teamarbeit ist verpönt, gewinnen gefordert und wer Fehler macht, wird ausgelacht. Ein Erfahrungsbericht.

    Als Lehrerin in China: Mein Alltag in der Lernfabrik - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - SchulSPIEGEL
    China will keine kreativen jungen Menschen heranziehen, es sollen nur Leute zum abkopieren ausgebildet werden.
    Wer sich seine eigenen Gedanken macht, der könnte ja auch mal die Politik und Gesellschaft hinterfragen und das möchte man verhindern.
    HR
  7. #16

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sechs Jahre lang unterrichtete Katja Meuß, 61, an einem chinesischen Elite-Gymnasium. Bis zuletzt war sie befremdet: Teamarbeit ist verpönt, gewinnen gefordert und wer Fehler macht, wird ausgelacht. Ein Erfahrungsbericht.

    Als Lehrerin in China: Selbstmord einer Schülerin - Schweigen statt trauern - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - SchulSPIEGEL
    Ach wie schön, dass sich auch an diesem wahrscheinlich sehr extremen Beispiel einer chinesischen Schule der deutsche altkaiserliche Spruch bewahrheitet: am deutschen Wesen soll die Welt genesen. Von den knapp 15 Kommentaren, die ich las, waren doch einige dabei, deren Autoren die (deutsche) Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben glauben.

    Wahrlich wünsche ich mir nicht so eine Schule in Deutschland wie die hier beschriebene chinesische. ABER... welcher der Foristen glaubt denn bitte, dass ein ähnlich extremer Artikel über eine deutsche Schule in einer chinesischen Zeitschrift, etwa über die Rütlischule (die nicht mehr so schlecht ist wie seinerzeit), in China nicht die gleichen Reaktionen über den Untergang des gesamten Abendlandes hervorrufen würde?

    Muss man denn das Gelesene direkt als Standard nehmen für ggf. mehr als eine Million Schulen in China? Wer maßt sich dazu einen Kommentar an, zumal jemand, der ggf. noch nie in China war und wohlfeil das widergibt, was gemeinhin über China kolportiert wird. Ich maße mir das nicht an. China hat derzeit keine übertrieben gute Lobby in Europa, zumal nicht in Deutschland.

    Der Spiegel war allerdings immer schon spitze darin, sehr reißerische Artikel über asiatische Länder zu schreiben und so zu tun, als sei Standard oder zumindest weit verbreitet, was er da verfasst. Er will diesen Eindruck zumindest verbreiten. Bei diesem Artikel geht es schließlich NUR um die Erfahrungen EINER einzigen Lehrerin! Nicht vergessen! Nachdenken hilft mehr als nachplappern!
  8. #17

    Chinesische Schule...

    Zitat von neanderspezi Beitrag anzeigen
    Wem in Europa oder der Welt außerhalb Chinas dient dieser Beitrag über das Schulwesen an einer chinesischen Elite-Schule, wo nach dem Bericht die heranwachsende Elite zu gefühllosen Zombies verbildet wird und dies mag möglicherweise nicht nur für die Eliten gelten, sondern auch für den in der Hierarchie nachgeordneten Schulbetrieb.
    Fragen Sie den Schreiber. Es mag dem einen oder anderen, der sich mit Gedanken an Leben oder Geschäftstätigkeit in China trägt, als Denkanstoß dienen.
    Übrigens ist nicht nur die Schule so. Die Vorschule (keine Pflicht, aber ohne muss man schon ein Genie sein, um in der 1. Klasse mitzukommen) ist auch nicht viel kürzer, nur dass sie nicht unbedingt sechs Tage pro Woche beansprucht. Ich wage zu behaupten, dass die Kinder danach weiter sind als bei uns nach der ersten Klasse in Dingen wie Rechnen, Lesen und ein paar Sachen, die ich hier unter Heimatkunde einsortieren würde.

    Zitat von neanderspezi Beitrag anzeigen
    Das politische System mag durchaus erkannt haben, dass Individualität bei den Heranwachsenden zu systemgefährdenter Eigenwilligkeit und Aufmüpfigkeit führen kann und das kann sehr wahrscheinlich einem über 1,3 Mrd Häupter zählenden Staatsvolk, bestehend aus vielen Ethnien, wenig zuträglich sein.
    "Das politische System" hat durchaus erkannt, dass Individualität nötig ist, wenn man keine ideenlosen Sozialkrüppel heranziehen will. Ebenso wie Kreativität. Das im Artikel beschriebene Konkurrenzverhalten dürfte allerdings nicht nur durch das Schulsystem bedingt sein. In China gibt's immer noch die Beschränkung auf ein Kind pro Familie, und viele Familien haben außer ihrem Kind nicht viel, auf dass sie stolz sein könn(t)en - die Folgen darf sich jeder selbst ausmalen.

    Wer hier in Deutschland mal Dorf und Großstadt vergleicht, könnte allerdings zu dem Schluss kommen, dass man gar kein chinesisches Schulsystem braucht, um gesellschaftliche Radfahrer und sonstige Soziopathen zu fabrizieren. Hier kümmern sich die Leute nur weniger darum, ob Dritte ihren Ellenbogeneinsatz mitbekommen...


    Zitat von neanderspezi Beitrag anzeigen
    Frau Meuß hat mit ihrem Beitrag anderen Lehrkräften ausländischer Herkunft möglicherweise einen Bärendienst erwiesen, da das politische System sich bezüglich Kritik sehr feinfühlsam zeigt und der Bericht strotzt vor kritischen Bemerkungen.
    Kann gut sein. In den nächsten Verträgen wird dann drin stehen, dass man über die Zeit in China absolutes Stillschweigen zu wahren hat bzw. jede Äußerung vorab zu genehmigen ist, und denen, die bereits vor Ort sind, wird es mehr oder weniger deutlich gesagt.

    Inhaltlich dürften die Probleme längst bekannt sein, ganz unabhängig davon, was Frau Meuß sagt oder schreibt. Aber auch wenn man weiß, dass der andere weiß, was man weiß, ist das in dem Land noch lange kein Grund, darüber zu reden - nicht unter vier Augen, erst recht nicht vor anderen, und auf diese Art gleich zehnmal nicht.


    Gruß,
    Steve
  9. #18

    Zitat von hubertrudnick1 Beitrag anzeigen
    China will keine kreativen jungen Menschen heranziehen, es sollen nur Leute zum abkopieren ausgebildet werden.
    Wer sich seine eigenen Gedanken macht, der könnte ja auch mal die Politik und Gesellschaft hinterfragen und das möchte man verhindern.
    HR
    Schon mal eine deutsche Seminarlehrstunde miterlebt?
    Da sind eigene Meinung, Lebenserfahrung und Wissen komplett unerwünscht!
    Man muß nur die Meinung des Seminarleiters, des Fachseminaleiters, des Schulrates und der Schulleiters bestätigen dann klappts auch mit der Prüfung.
    Erstmal vor der eigenen Haustüre fegen ..... .
  10. #19

    Einseitige Kost

    Ich war noch nie in China und kenne mich weder mit den pädaogosichen Geflogenheiten hierzulande noch mit denen in China aus. Soviel dazu. Ich finde diesen subjektiven Erfahrungsbericht gerade in Bezug auf den interkulturellen Kontext sehr verallgemeinernd, wenn nicht diskriminierend. Vermittelt wird das Bild eines Staates, der seelen- und willenlose Bürger heranzieht und dabei über Leichen geht. Diese Sichtweise ist in einem totalitären Staat sicher nicht immer weit hergeholt. Dennoch werde ich das Gefühl nicht los, dass mir ein stereotypes Feindbild präsentiert wird ("Die sind alles was ich nicht sein will!"), welches den moralisch und kulturell unterlegenen Chinesen zeichnet. Letzendlich handelt es sich hier um eine andere, nicht zwangsläufig eine schlechtere Kultur, der auch mit offener Neugier und viel Reflexion begegnet werden sollte. Gerade die Rolle von Pädagogen bei der Integration von Kindern mit einem breiteren Kulturhintergrund in Deutschland könnte ohne Probleme in einem Erfahrungsbericht geschildert werden, der diesem kaum in irgendeiner Weise nachstehen würde. Da erwarte ich persönlich eine tiefergehende Auseinandersetzung mit dem Thema und den eigenen Vorurteilen als hier zur Schau gestellt.


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