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Als Ingenieur arbeitslos: "Ich bin gefrustet bis zum Anschlag"
Heiß begehrt und trotzdem ohne Arbeit? Jahr für Jahr schaltet die Industrie in den Jammer-Modus, klagt über Fachkräftemangel. Tatsächlich suchen Tausende Ingenieure zunehmend verzweifelt einen Job. Wie passt das zusammen?
http://www.spiegel.de/unispiegel/job...690572,00.html
- #1 24.04.2010 06:50 von
...
- #2 24.04.2010 06:59 von
seit Februar arbeitslos, gefrustet
wer so klagt, klagt auf höchsem Niveau.
Noch keine 3 Monate Suche, kein (Super)Job, na und?
Wer im SGB 2 landet, hat schon 1 Jahr gesucht, sucht weiter und hat immer noch nichts, außer sehr wenig Geld.
Viele schreiben hunderte Bewerbungen (manche wohl auch falsch, falscher Adressat, usw.) und wollen/sollen/dürfen nicht aufgeben.
Mindesten 5 Mio Arbeitssuchenden stehen wie viele offene Stellen gegenüber?
Gans sicher nicht 6,5 - 7 Mio, wie das den Verhältnissen bei den Ingenieuren entspräche.
Also bitte, realistisch bleiben! - #3 24.04.2010 07:00 von
Arbeit geben ist seeliger...
Ich erwarte eigentlich von einem Ingenieur, dass er genug Grips hat, sich selbständig zu machen. Oder wer soll in diesem Land noch neue Arbeitsplätze schaffen?
- #4 24.04.2010 07:09 von Panasonic
Nicht nur Ingenieure
Auch viele IT-ler haben gegenwärtig Probleme:
- 2/3 aller Stellenangebote kommen von Zeitarbeitsunternehmen.
- Einem Bekannten, hoch zertifiziert, 10 Jahre Berufserfahrung, wurden gerade für eine direkte Festeinstellung in Hamburg 2160 Euro Brutto pa angeboten.
- Viele Firmen suchen die eierlegende Wollmilchsau (Windows, Linux, MacOS, Datenbanken, Programmierung, Support, Exchange, Cisco), die es so gut wie nicht gibt (so selten wie ein Konditor mit KFZ-Meister, umfangreichen Erfahrungen in der Ziegelbrennerei, Erzieher-Diplom und sechs Fremdsprachen, verhandlungssicher).
Würden die Firmen weniger träumen, wieder direkt einstellen und realistische Gehälter zahlen, dann wäre der "Fachkräftemangel" (lol!) ratz-fatz verschwunden. Das einzige, was den Firmen nämlich fehlt, sind Spitzenfachleute, die sich gerne für ein paar Monate über ein Zeitarbeitsunternehemn ausbeuten lassen wollen. - #5 24.04.2010 07:14 von
Agism: römisch dekadent
Diesem Land D. geht es blendend. Solange Fachkräfte und Akademiker in "Maßnahmen" geparkt werden, in Callcentern Ihr kärgliches Dasein fristen, oder gar in EEJs Parkanlagen kehren ist doch alles wunderbar. Sie können zwar lesen, rechnen, schreiben - aber sie sind schlichtweg überqualifiziert. Selber schuld.
- #6 24.04.2010 07:16 von
Das deckt sich mit meinen Erfahrungen.
Ich bin zwar Informatiker, aber wir machen das Gleiche durch. Das Fatale ist: Ich bin noch jung, zu kurz im Berufsleben dabei, um so viele frustierende Erfahrungen zu machen.
Wer mehr über den Zorn der Ingenieure wissen will, sollte mal bei http://www.mikrocontroller.net/forum...-studium-beruf ein wenig querlesen. - #7 24.04.2010 07:19 von carlosowas
Sklaven und Sklaventreiber
Viel Reklame für ein technisches Studium wurde auch schon vor 50 Jahren zur Zeit meines Studiums gemacht. Da hieß es etwa: Wenn Sie mal Prüfung machen, stehen die Firmen bei Ihnen Schlange und bieten Ihnen Jobs für 5000 DM im Monat an, was damals ein irres Geld war. Es stand natürlich niemand da. Hatte ich auch nicht erwartet. Ich hatte damals schon den Durchblick mit einigen anderen Kommilitonen. Ich habe mich dann interessehalber auf die Socken gemacht. Eine Firma bot mir 1000-1500 im Monat. Da konnte ich kontern: Sie glauben doch nicht, dass ich zu Ihnen komme. Auf eine angebotene Assistentenstelle mit Promotionsmöglichkeit bekommen ich mehr.
Es ist so: Für eine schlechte bis mittelmäßige Ware muss man Reklame machen. Und dabei übertreiben. Es gab gerade eine Auszeichnung für die verlogenste Reklame. Haben sie je eine Reklame für das Medizin-, Jura- oder BWL-Studium gesehen? Die brauchen keine Reklame. Es wird davon eher abgeraten.
Nach dem Studium habe ich einen Kommilitonen getroffen, der eine Industriestellung hatte. Auf die Frage, was er denn so verdiene, meinte er, dass er das nicht sagen dürfe. Da entgegnete ich: Das genügt mir. Da brauche ich gar keine konkreten Zahlen.
Also: Es gibt bei uns Sklaven und Sklaventreiber. Die Sklaven, die natürlich nicht mehr wie früher ausgepeitscht werden, sind die Techniker und Facharbeiter, die die realen Werte schaffen. Die Sklaventreiber kommen aus den oben erwähnten Fakultäten. Schauen Sie sich doch die Vorstandsmitglieder unserer DAX-Konzerne an. Dies Leute sind auch wichtig, weil sie dafür sorgen, dass der Betrieb aufrechterhalten wird. Sonst würden die Techniker Autos bauen, die hundert Jahre fahren. Man braucht sie schon auch, denn sie bleiben auf dem Boden der Realität, während die Techniker verliebt ihn ihre Tätigkeit sind und sonst nicht weiter denken. - #8 24.04.2010 07:29 von
- #9 24.04.2010 07:31 von
Mobilität ist gefragt
Viele Ingenieure suchen einfach nur im Umkreis von 20 km um Mamas Herd herum. Das ist bei Ingenieuren irgendwie besonders ausgeprägt. Dabei haben sie oft die Wahl, und können sich die Arbeitgeber aussuchen. Die besten finden sie hier: www.bizzwatch.de.
Übrigens ist Zeit- oder Projektarbeit oft ein guter Einstieg für Ingenieure ( http://www.bizzwatch.de/members-profile.php?comp=2611 ), die sich so erst einmal umschauen können und sich nicht gleich zu sehr binden.
Also: Auswahl gibts reichlich - nur müssen Ingenieure auch bereit sein, Deutschland zu entdecken.
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