Deutschland trauert, weil*ein*alter Scherzkeks*gestorben ist - das hätte Loriot sicher gefreut. Sein Humor vereinte*die Nation*in einem Zwangsregime der guten Laune.*Grund genug für*"Titanic"-Chefredakteur Leo Fischer, dem Witzbold einen letzten, unbeholfenen Nachruf hinterzuwerfen.
http://www.spiegel.de/kultur/gesells...783259,00.html
Aber das eben sollte Humor sein oder wie? Interessante These…
Unbeholfen ist richtig ... im Bezug auf den Nachruf.
Weder "palim,palim" noch "Danke, Anke" stammen von ihm.
Auch war das Lametta nicht "kaputt". Früher war mehr.
Ich finde es sollte ein moralisches Moratorium geben, wenn berühmte Leute sterben. Immer wenn jemand das zeitliche segnet, überschlagen sich die Medien mit Nachrufen, seitenlangen Lobhudeleien und Extras. Die Perversion war, dass Samstags auf dem WDR sowie auf 3Sat Sondersendungen kamen und alles nochmal wiederholt wurde. Bei Sänger ist es ja im Trend, dass deren vergangene Werke danach sofort in die Top10 schießen. Bei Amy Winehouse fand ich das besonders wiederlich. Mit der wollte doch niemand mehr etwas zu tun haben. Dann stirbt sie und alle verfallen in diese Trauer-Zeremonie.
So ein Nachruf auf einen Komiker, schon eine schwierige Übung wenn man meint gleichzeitig beweisen zu müssen, welch gewaltes Humorpotenzial in einem selbst schlummert. Betonung auf "schlummert". "Der grosse alte Lachsack der Nation", nun ja. In meiner Generation erinnert sich mancher vielleicht noch an das Phänomen des Lachsacks, das war in den 60ern. Damals ein Heidenspass für alle, die auch Furzkissen mochten. Loriot ein Lachsack? Achwas.
Und dann soll er sich die Clownsschuhe ausgezogen haben, die er zeit seines Lebens nie getragen hatte?
Aber was soll's, der bemüht sich zu sehr, der Fischer Leo, der assoziiert sich durch alles, was mal lustig war, jedoch nichts mit Loriot zu tun hatte, dafür wenigstens mit dem, was man für "deutschen Humor" hält - ich sage nur: Holzmichl - und schiebt ihm schliesslich noch "Danke, Anke" in die Schuhe. Ich würd keinen Eid drauf schwören, aber dass Loriot jemals für Ingolf Lück getextet hat, wage ich schwer zu bezweifeln.
Insgesamt zeigt dieser Nachruf, welch tiefe Fussspuren Loriot hinterlassen hat, in denen mancher, der heut noch stolpert erst gehen zu lernen hat. Hoffe es klappt noch.
Immerhin wissen wir jetzt, daß der Spiegel einen Chefradakteur hat. Und daß er sich im Zusammenwürfeln unpassender Argumente oder dem völligen Unverständnis von Begriffen oder perfektionierter Flachgeistigkeit von keinem seiner Mitarbeiter überbieten läßt.
Loriot tod? Das ist doch eine Zeitungsente, dachte ich bei mir. Ist es wirklich wahr?
Eine Schweigeminute für den alten Meister! Möge er an der Seite von Evelyn Hamann im Himmel oder in der Hölle, wo auch immer weitermachen.