Forum


 

Allensbach-Studie: Junglehrer erleben Praxisschock

CorbisEine neue Studie stellt der Ausbildung junger Lehrer ein schlechtes Zeugnis aus: Viele fühlen sich unzureichend auf ihre Arbeit vorbereitet. Zugleich jedoch sind sie idealistisch, karriereorientiert - und schätzen die Jobsicherheit dank Verbeamtung.

http://www.spiegel.de/unispiegel/job...829264,00.html
  1. #50

    Sowohl als auch....

    Zitat von Einweckglas Beitrag anzeigen
    Ich sehe immer noch nicht den Sinn, warum Lehrer verbeamtet werden müssen. Angestellte Lehrer sind sicherlich keine schlechteren Lehrer und von der "Sicherheit" der verbeamtung gehten auch negative Signale hinsichtlich der Leistungsbereitschaft aus. Wenn ist denn mal endlich Schluss mit dem Bematentum im Bildungsbereich und den damit einhergehenden Privilegien???
    Dann aber mit den "Privilegien" Streikrecht und der Möglichkeit jederzeit zu kündigen. Mal ehrlich: Das Berufsbeamtentum ist das einzige "Faustpfand" das die Schulämter noch haben. Oder was glauben Sie wer dann noch Lehrer werden will....
  2. #51

    Hier doch auch!

    Zitat von maa_2001 Beitrag anzeigen
    Man kann nur jedem empfehlen, mal nach Belgien zu schauen.

    Da ist kein Lehrer verbeamtet (was für ein Wort!) und der Unterrichtsausfall in Grund- und weiterführenden Schulen tendiert gegen Null!
    Allerdings haben die meistene Lehrer auch nur Zeitverträge.
    Schon komisch, was?
    Gibt es doch hier auch. Suchen Sie beispielsweise eine Lehrerstelle als Quereinsteiger bei "LEO - Lehrereinstellung Online.NRW". Ich habe auf Anhieb keine Beamtenstelle gefunden. Selbst in SekII werden nur sehr wenige Beamte gesucht. Viele Stellen als Angestellte sogar nur auf Zeit, z. B. von nach-den-Sommerferien bis zum Anfang der nächsten Sommerferien (vermutlich, um Geld zu sparen). Eine Verbeamtung als Lehrer kennen die meisten wohl noch von ihren eigenen Lehrern, aber die heutige Realität sind anders aus.
    Eine Bekannte von mir ist Grundschullehrerin. Ihr wurde eine Verbeamtung nach Aufnahme des Lehrerberufs mündlich zugesagt. Als sie das 30. Lebensjahr erreichte, versagte man ihr die Beamtenprüfung vulgo Laufbahnprüfung, weil zurzeit kein Geld für eine Verbeamtung da ist (ergo keine Planstelle frei). Ähnlich geht es meiner ehemaligen Berufsschullehrerin: keine Beamtin, hatte in Bremen einige befristete Verträge und musste dann nach NRW wechseln, weil sie in Bremen keinen weiteren Vertrag bekam - man hätte sie dann feste einstellen müssen.
    Wer glaubt, jeder Lehrer werde heutzutage Beamter, der glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten.
  3. #52

    Hatten alles Lehrer Einzelunterricht durch Privatlehrer In Ihrer Kindheit?

    Ich glaube es gibt keinen Beruf in dem man soviel Vorerfahrung mitbringt wie in diesem, wenn ich richtig unterrichtet bin, dann haben alle Lehrer mal 12 bis 13 Jahre auf der anderen Seite gesessen, als schüler und haben die absolut beste expirence darin erhalten wie mache ich einem Lehrer das Leben zur Hölle, auch die nächsten 5 Jahre Universitätsausbildung geben einen noch gewisse hinweise wie das passive Lehrerlebnis ist.
    Es kann natürlich sein, das alle Lehrer niemals, als Kinder in der Schule waren und deswegen nicht wissen was einen guten Lehrer von einem schlechten unterscheidet.

    ich glaube aber ehr das die Idee des Lebenslänglichen Verbeamtet sein in der Kompination mit der Möglichkeit Menschen belehren zu dürfen und mit Zensuren disziplinieren zu dürfen, der wahre Gund sind diesen Beruf zu ergreifen, nämlich jungen Menschen das Leben kaputt machen zu können und dauernd avon zu erzählen wie das wirkliche leben aussieht ohne es jemals gesehen zu haben.
    einen Praxisschock hatte ich auch in der Schule, aber als Schüler, nicht als Lehrer, durch Lehrer die mir meinen Anspruch auf Bildung verweigern wollten, deswegen habe ich auch eine etwas längere erfahrung in der schule gesammelt.

    was ich gelernt habe in der schule ist, wer keine begeistungsschaffende Persönlichkeit hat, sollte nicht in der Schule arbeiten, letzlich hilft eine Persönlickeit wie die von Thomas Gottschalk am besten weiter, ohne jeden Padagokischen schnickschnak und entgegen der vorstellungen meine Lehrer habe ich mein Studium abgeschlossen und ein Überdurchschnittliches Gehalt erreicht.

    Denn das wichtigste was ich in der Schule gelernt habe ist durchhalte vermögen, man muß sich nicht ändern und anpassen, sondern man muß seine Ziele konsequent verfolgen.
  4. #53

    Bla, Bla, B la....

    Zitat von anne.kant Beitrag anzeigen
    Ich kann dem nur zustimmen, die Ausbildung ist ein Scherz! Dies gilt im Übrigen nicht nur für die universitäre Ausbildung, sondern auch für die Ausbildung im Studienseminar., die zumindest in meinem Fall, genauso theoretisch wie an der Universität war. In meinem Seminar erging es nicht nur mir so, die meisten meiner Kollegen und Kolleginnen empfanden das Seminar als pure Zeitverschwendung.
    Haben Sie das Ihren Mentoren auch gesagt? Oder sind Sie dann doch lieber, wg. der Noten, weiterhin in den Hintern gekrochen?
  5. #54

    Zitat von SirLurchi Beitrag anzeigen
    [...] Als mir eine Schulleiterin anbot, an ihrer Schule die Fächer "Rechnungswesen/Mathematik" zu unterrichten wurde mir seitens der Landesschulbehörde mitgeteilt, dass ich "... aufgrund fehlenden Staatsexamens nicht in der Lage sei, Wissen zu vermitteln ...". [...]
    Ja, so etwas gibt es tatsächlich: Akademischer Dünkel, staatliche Borniertheit. Menschlich unangenehm wird's, wenn Lehrer selbst und höchstpersönlich diese Charakteristika ihres Dienstherrn annehmen ...
  6. #55

    Zitat von suedsee2 Beitrag anzeigen
    das waren einige der wenigen richtige Worte von Herrn Schröder!
    1. Welche Berufsgruppe kann es sich leisten mehrfach im Berufsleben ein sog. "Sabbatjahr" in Anspruch zu nehmen.
    2. Welche Berufsguppe hat noch nie das "richtige" Berufsleben kennengelernt. Daraus folgt, dass Lehrer mindestens 5 Jahre in der Industire oder im Handwerk tätig gewesen sein müssen, damit Sie die Realitäten kennen lernen. Wer nur in der Schule, der Hochschule und dann wieder in der .....
    Zu Punkt 1:
    Das Sabbatjahr gibt es nicht geschenkt. Auch wenn Sie das meinen.
    Zu Punkt 2:
    Schon mal was von zweitem Bildungsweg gelesen? Es gibt zig Lehrer mit Berufserfahrung. Differenzierung scheint nicht Ihre Stärke zu sein.
    Zu Punkt 3:
    Wenn es abgeschafft wird gibt es gar keinen "Faustpfand" mehr. Kündigungen und Streiks nehmen zu. Verlässliche Schulen werden weniger.
    Zu Punkt 4:
    Pension mit 63! Frührente! Büro in der Schule. Ausreichend Material...
    Zu Punkt 5:
    Die Prüfer und Führungskräfte natürlich auch! Da liegt das Problem. Seit Jahren kommen "natürlich" nur die "Besten" durch!
    Zu 6:
    Selber essen macht dick! Geschwätzt ist schnell und viel. Ich gebe Ihnen aber keine zwei Tage an einer Brennpunktschule. Aber der Beweis das nicht nur Bundeskanzler dumm und unqualifiziert dahersabbeln dürfen ist erbracht. Das nennt man dann wohl Praxisschock!
  7. #56

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Eine neue Studie stellt der Ausbildung junger Lehrer ein schlechtes Zeugnis aus: Viele fühlen sich unzureichend auf ihre Arbeit vorbereitet. Zugleich jedoch sind sie idealistisch, karriereorientiert - und schätzen die Jobsicherheit dank Verbeamtung.
    Im Klartext heißt das also: Sie haben keine Ahnung, was im Alltag auf sie zukommt und wenn man dann merkt, dass sie es nicht packen, ist es zu spät, weil sie bereits Beamte sind.

    Na das passt ja wie die Faust aufs Auge.
  8. #57

    Ja, klar...

    Zitat von suedsee2 Beitrag anzeigen
    das waren einige der wenigen richtige Worte von Herrn Schröder!
    1. Welche Berufsgruppe kann es sich leisten mehrfach im Berufsleben ein sog. "Sabbatjahr" in Anspruch zu nehmen.
    2. Welche Berufsguppe hat noch nie das "richtige" Berufsleben kennengelernt. Daraus folgt, dass Lehrer mindestens 5 Jahre in der Industire oder im Handwerk tätig gewesen sein müssen, damit Sie die Realitäten kennen lernen. Wer nur in der Schule, der Hochschule und dann wieder in der......
    Arbeiten Sie eine Woche in meinem Job. Danach können Sie vielleicht beginnen einzuschätzen, wovon Sie reden. Ihr Punkt 5 ist übrigens vollkommener Schwachsinn in einem besonderen Sinne: Meinen Beruf lernt man im Klassenzimmer, aber nicht an der Uni. Der "Praxisschock" gehört dazu -so beginnt der Lernprozess.
    Ein Lehrer braucht etwa fünf Jahre im Beruf, um sich ernsthaft daran zu gewöhnen. Und das soll ein "Eignungstest" ändern? So ein Blödsinn!
  9. #58

    Klar..

    Zitat von SirLurchi Beitrag anzeigen
    Seit über 10 Jahren bereite ich nebenberuflich Schüler fast aller Schularten auf ihr Abitur im Fach Mathematik vor bzw. erteile Nachhilfe.

    Als mir eine Schulleiterin anbot, an ihrer Schule die Fächer "Rechnungswesen/Mathematik" zu unterrichten wurde mir seitens der Landesschulbehörde mitgeteilt, dass ich "... aufgrund.....
    ..da können Sie erfolgreicher Diplomkaufmann oder Diplom-Betriebswirt sein! Ohne Staatsexamen geht nichts! Irre! Und die bekommen noch nicht mal ihre EDV in den Griff! Wie ich schon vorher bemerkte: in den Schulaufsichtsbehörden sitzen Leute, die sind nicht nur verzichtbar - die müssen sofort, um weiteren Schaden abzuwenden, entsorgt werden! Schreiben Sie mal als nahmhafte Oranisation einen Brief an diese Leute: Antwort nach frühestens einem viertel Jahr!
    Die gleichen leute beschweren sich, wenn ein Anbieter von Konsumartikeln ihre E-Mail-anfrage nicht innerhalb von 24 h beantwortet. Ich beschimpfe nicht Beamte! Viele haben echt zu tun und müssen sich an der (Sozial-)Front mit schlimmen Situationen "anfreunden"!
    Aber kundenferne Beamtenläden sind in ihrem Wirkungsgrad schon grottenschlecht!
  10. #59

    Habt Ihr Glück...

    Zitat von khaja Beitrag anzeigen
    ... sofern man das ganze als Witz betrachtet.

    Es ist eigentlich noch komplett untertrieben. Die Praktika, die man absolvieren muss, bereiten einen darauf nicht im Geringsten vor.

    Denn so läuft es in Niedersachsen tatsächlich ab:
    Man wird in eine Seminarveranstaltung eingeladen, bei der man innerhalb von 4 Tagen mit Formalia komplett erschlagen wird - und teilweise, aufgrund von beständigen Regeländerungen (Z.B.: Wie hat denn nun ein Unterrichtsentwurf auszusehen?) einiges davon schon nach kurzer Zeit wieder revidieren darf.

    Nach diesen 4 Tagen muss man dann sofort eigenverantwortlich 6 Stunden Unterricht geben. Das heißt, da hinten sitzt niemand und guckt sich das an und gibt Feedback. Dafür sind die Besuche da, die zwei- bis dreimal im Monat stattfinden.

    Das bedeutet dann wiederum, dass man in der Anfangszeit komplett überfordert ist:
    - Man muss sich erstmal einen Überblick darüber verschaffen, welche Inhalte man vermitteln will, in welcher Reihenfolge und worauf kann ich überhaupt zurückgreifen?
    - Als nächstes dann die Frage danach, welche Methoden ich einsetze, um meinen Stoff zu vermitteln? Auch hier ist erstmal fröhliches Experimentieren teilweise zu Lasten der Schüler angesagt.
    - In den Naturwissenschaften: Wo ist welches Material in welchem Zustand in welcher Menge? Wie führe ich Schülerexperimente durch? Welcher der 25.000 Schlüssel passt in welches Schloss?
    - Wie sorge ich dafür, dass die Schüler konzentriert meinem Unterricht folgen? Wie gehe ich mit verhaltensauffälligen Schülern um?
    - Wie bewerte ich das, was die Schüler da eigentlich machen? Wie protokolliere ich das?
    - Wie gestalte ich Tests und Klassenarbeiten?

    Das alles sind Fragen, die zumindestens in Niedersachen mittlerweile geklärt werden müssen, _während_ man sie bereits braucht und anwenden muss. In manchen Fällen bedeutet das dann fröhliche Improvisation - was dann auch bedeutet, dass man gerne mal daneben liegt.
    ... in Niedersachsen und Deutschland im Allgemeinen! Hier in Spanien gab's ein halbes Jahr sinnfreie Vorträge über die Entwicklung des Bildungssystems und diverse obsolete Gesetze, dann eine Woche Praktikum -sollte eigentlich ein Monat sein, aber die Schulen sind dagegen.


TOP



TOP