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Allensbach-Studie: Junglehrer erleben Praxisschock
CorbisEine neue Studie stellt der Ausbildung junger Lehrer ein schlechtes Zeugnis aus: Viele fühlen sich unzureichend auf ihre Arbeit vorbereitet. Zugleich jedoch sind sie idealistisch, karriereorientiert - und schätzen die Jobsicherheit dank Verbeamtung.
http://www.spiegel.de/unispiegel/job...829264,00.html
- #190 28.04.2012 09:29 von
Wettbewerb
Mehr Wettbewerb ist gut. Und wie entsteht der bei nur einem Arbeitgeber?
Leistung muss sich lohnen? "Lehrer" - nicht zu verwechseln mit Studienräten - ist der einzige Studiengang, der mit einem Master-Abschluss und Zweitem Staatsexamen abschließt und im gehobenen Dienst endet. In allen anderen Fällen reicht für den gehobenen Dienst der Bachelor-Abschluss.
An welchen Kriterien wollen Sie die Leistung messen?
Kollege A unterrichtet den E-Kurs (Gesamtschule) in Mathematik mit 17 SuS und Kollege B unterrichtet den G-Kurs mit 26 SuS ebenfalls in der gleichen Jahrgangsstufe. Wer von beiden leistet mehr?
Warum bekommt der Mathe-Lehrer des E-kurses im 9 Jahrgang an der Gesamt- oder an der Realschule weniger Geld als der Kollege am Gymnasium, die Kernrichtlinien für das Fach Mathematik sind an allen drei Schultypen ebenso wie die inhalte identisch? - #191 28.04.2012 12:29 von
Lehramt ist Ehrenamt!
Ein innvovativer Vorschlag, der aber leider auf halbem Wege stehenbleibt: Der Unterricht sollte nicht durch nebenberufliche, sondern ausnahmslos durch ehrenamtliche Lehrkräfte erteilt werden.
Der Große deutsche Schulforscher und Bildungsexperte Rauin, Universität Frakfurt, stellte in seiner lesenswerten Studie von 2008 fest, dass der größte Teil derer, die sich für ein Lehramtsstudium entscheiden, dies mit der Tatsache begründen, dass diese Tätigkeit bezahlt wird. Rauin sah darin zurecht eine ebenso abwegige wie falsche Motivation. für die Studienwahl
Die ehrenamtliche Tätigkeit könnte solchen Fehlentscheidungen entgegenwirken. - #192 28.04.2012 13:54 von
ich fühle ich mit Ihren Schülern...
Werte nina aus Bremen
Bei Aufsätzen wird in der Regel der Inhalt, die Struktur und weniger die Orthographie bewertet.
Man darf also nur über Defizite im Bildungsbereich schreiben, wenn man Ihre Ansprüche an die Orthographie erfüllt?
Sollten Sie Lehrerin sein, dann habe ich fühle ich mit Ihren Schülern, die weniger die Substanz als die Form in Ihrem Unterricht lernen. - #193 29.04.2012 22:33 von
- #194 02.05.2012 09:17 von
Klar, trotzdem ist die Mehrheit der Schüler froh, die »Penne« oder die »Lernfabrik« hinter sich zu haben.
Autarke Schulen.
Genau. Daran liegt das.
Jedenfalls nicht durch Zensuren.
Wenn die Schüler mehr Eigenverantwortung hätten, wäre der Schulbesuch auch keine so große Zumutung mehr. Ist ja nicht so, das die jungen Hirne nicht etwa aufnahmebereit wären (da sind sie auf jeden Fall). Je jünger, desto mehr Informationen saugen sie umso gieriger auf. An Kreativität mangelt es auch nicht, die wesentlichen Voraussetzungen sind also gegeben.
Man muss sie halt lernen lassen. Zensuren sind dazu nicht notwendig, überhaupt einiges an Protokollarischem könnte man weglassen. Vielleicht sogar die Lehrer? Nein, die nicht. Deren Arbeit kann (noch) nicht von Maschinen erledigt werden. - #195 02.05.2012 09:30 von
Na, das sind doch überschaubare, ganz alltägliche Problemchen. Und wie immer gilt: Ein Rezept zur grundsätzlich richtigen Lösung gibt es nicht. Man muss es ausprobieren.
Und das ist wahrscheinlich der Grundkonflikt: Dass es da etwas Richtiges auf der einen und den Fehler auf der anderen Seite gäbe. Davon muss man runterkommen, sonst bleiben nur die üblichen Klischees übrig. - #196 10.05.2012 12:21 von
Beamtentum
Natürlich muss das Beamtentum bleiben. Gute Lehrer sind hochengagiert und arbeiten oft 1/3 an Zeit mehr, als sie müssten. Eine gute Vorbereitung dauert an Zeit und von den Korrekturen und Elternabende / Gespräche mal abgesehen! Diese Zeit bekommt eine "angestellte" nicht entlohnt, er muss mit seinem Angestelltengehalt (ein Witz der Betrag abzügl Steuern). Da stimmt das Gehalt / LEistungsverhältnis dann gar nicht mehr. Da der Staat die Gehälter für Lehrer sowieso nicht steigern wird in den nächsten 200 Jahren, muss wenigstens dieses Plus vom Beamtentum bleiben, sonst sind die Lehrer bald unterbezahlt und fungieren nur noch als Erzieher (Gehaltsstufe).
Also mal auf die Bremse treten und den Neid wegpacken. Schätzt lieber mal die Arbeit der Lehrer als euch zu beschweren! - #197 30.12.2012 02:02 von
Veralteter Unfug, Teil 1
Was Sie hier halluzinieren, ist der Lehrer des 18. und 19. Jahrhunderts.
Ich weiß, in Westdeutschland seit je das Paradigma geblieben.
Wenn man gesamtgesellschaftlich vorankommen will, das heißt Schule wird nicht mehr als Halbtags-Viehzucht gedacht, sondern Schule wird zum Mittelpunkt der Gesellschaft (Voraussetzung für die "Bildungsrepublik"), muß das Bild des Lehrerberufs überdacht werden.
Der stoische und autoritäre Wissensvermittler ist hoffnungslos veraltet.
Was mußten denn die Lehrer im Osten leisten?
1. Wissensvermittler (Fachlehrer für 2 bzw. 3 Fächer an sechs Tagen der Woche: Montag-Sonnabend; der Sonnabendunterricht wurde erst im März 1990 abgeschafft)
2. Kindererzieher
3. ggf. Klassenleiter (Koordination des Unterrichts aller Fachlehrer der Klasse, Koordination von Maßnahmen für leistungsschwache Schüler wie z.B. Nachhilfe im Hort, individuelle Lernpläne, Sommerschule wenn Kinder das Klassenziel desaströs verpaßten oder lange Krankheit den Schulbesuch vereitelte, Koordination des Elternkontaktes d.h. Sprechstunden, Sprechtage, Elternabende, Durchführung von Hausbesuchen teilweise 2x im Jahr, Qualitätssicherung der Produktiven Arbeit (PA) bzw, des Unterrichtstages in der Produktion (UTP), etc)
4. Außerunterrichtliche Tätigkeit (Nachmittagsbetreuung, pädagogische Förderung, individuelle Hilfe für leistungsstarke und leistungsschwache Schüler, Arbeitsgemeinschaften, Interessenszirkel, Kulturveranstaltungen, Exkursionen, Sonderveranstaltungen wie Matheolympiaden, Physikolympiaden, Besuche der Werktätigen in Volkseigenen Betrieben)
5. Klassenfahrten in der unterrichtsfreien Zeit (Klassenfahrten durften in der DDR nicht an Schultagen gemacht werden, sondern mußten in den Ferien stattfinden, vor allem mehrtätige Abschlußfahrten)
6. Freizeitgestaltung für Kinder (Ferienlager in den Sommerferien, Skireisen in den Februarferien, Teilnahme am sogenannten "Kindersport" d.h. am Sportsystem, das kooperativ von Schule, Massenorganisationen und Vereienen getragen wurde)
7. Betreuung von Kindern im Rahmen von DDR-Wettbewerben (Leistungssportinitiativen wie z.B. Spartakiaden, Hochbegabtenwettbewerbe wie Matheolympiade, Physikolympiade, Schachwettbewerbe etc)
8. Sozial- und Familienbetreuer (Hausbesuche, Hilfe bei familiären oder sozialen Problemen, individuelle Berufs- und Karriereberatung, Vermittlung von Behördenhilfe und Kontaktpersonen wenn die Kompetenzen des Lehrers nicht mehr ausreichten)
[...] - #198 30.12.2012 02:04 von
Veralteter Unfug, Teil 2
9. Persönlichkeitsentwicklung der Kinder (Beobachtung und Begutachtung der Kinder, schriftliche Einschätzungen, Talentsichtungen)
10. Vorbild und positiver pädagogischer Begleiter und Bezugspunkt für Kinder sein
11. ggf. Teilnahme an wissenschaftlichen Projekten zur Unterrichtsentwicklung, Lehrplanentwicklung, Schulentwicklung, zum Testen von Prüfungsaufgaben
12. Teilnahme am intensiven Statistikapparat des Deutschen Pädagogischen Zentralinstitutes (DZPI) und der Schulbürokratie des Ministeriums für Volksbildung (MfV)
und obendrauf von der SED oktroyiert:
13. Politischer Funktionär und Kämpfer für den realexistierenden Sozialismus (Leninismus-Stalinismus) sein
Fanden das die Ostlehrer belastend?
Manchmal.
Meistens aber nicht, denn:
Ihre Arbeitsbedingungen waren hervorragend. Niedriges Stundendeputat (Vollzeitdeputat Wochenstunden: 14-19, Ausnahme: Lehrer für die 1.-4. Klasse: 22-24); ordentliche materielle und finanzielle Ausstattung der Schulen; preußische Disziplin und Ordnung unter den Kindern; konsensfähige und bildungsinteressierte Eltern; drei- bzw. fünfjährige Vorschule in Form von Kinderkrippen/Kindergärten und entsprechend gut vorgebildete, beschulbare Kinder; wissenschaftliche Begleitung des Bildungssystems (Lern- und Entwicklungspsychologie) durch international renommierte Forscher (Lompscher, Kossakowski u.v.v.v.v.m.); landesweit einheitliche Lehrbücher und Lehrpläne und somit Konzentration auf Fachmethodik statt Zeitverschwendung auf Fachdidaktik; von Wissenschaftlern und erfahrenen Lehrern erstellte Unterrichtshilfen; in der DDR hat es von 1950-1990 nie auch nur eine falsche Prüfungsaufgabe in zentralen Abschlußprüfungen gegeben ("Oktaeder des Grauens").
Was war besonders belastend in der Schule der DDR?
Besonders die politischen und paramilitären Elemente hätten die Psyche arg strapaziert, gaben die meisten Lehrer 1990 zu Protokoll.
Die durchschnittliche Arbeitszeit pro Woche inklusive Vorbereitung, Nachbereitung, Korrektur von schriftlichen Arbeiten, und aller obengenannten Aufgaben (!!) wurde 1990 von Ostlehrern mit 45-50 Stunden pro Lehrer beziffert.
Daß der ideale Lehrer reiner Wissensvermittler sein soll, ist und bleibt ein lachhafter Versuch der Lobby der Gymnasiallehrer, ihr ungenügendes pädagogisches Können zu relativieren. - #199 30.12.2012 03:16 von
Ähm?!
Ich auch nicht. :P ;-)
Die Maxwellschen Gleichungen (die jahrzehntelang übrigens Heaviside-Hertz-Gleichungen hießen; den Namen Maxwellsche Gleichungen haben wir Einstein zu verdanken) kann man nicht herleiten. Es sind klassisch wie quantenmechanisch nicht mehr hinterfragbare phänomenologische Naturvorgänge, ausgedrückt in Mathematik als partielle Differentialgleichungen. (Die Quantenelektrodynamik beschreibt die elektromagnetische Wechselwirkung nur mit einem anderen mathematischen Apparat.)
Das ist korrekt. Es existiert keine etablierte und von Beobachtungen gestützte physikalische Theorie, aus sich die Maxwellschen Gleichungen ergeben oder aus der die Maxwellschen Gleichungen mittels mathematischer Umformungen hergeleitet werden können.
Um das zu tun, braucht man höherdimensionale Theorien. Die gibt es, doch keine von denen ist auch nur ansatzweise von der empirisch Methode der Naturwissenschaftler gestützt. Manche können vermutlich noch nicht einmal falsifiziert werden (Stringtheorie) und sind deswegen eigentlich keine akzeptablen Theorien mehr.
Was Sie eventuell mit Herleitung verwechseln, ist das induktive Erschließen der Gleichungen im Trial-and-error-Verfahren, wie es die Physiker und Elektrotechniker im 19. Jahrhundert taten und wie es jeder Universitäts-Elektrotechnikstudent spätestens im 3. Semester hört.
Diese Probleme sind doch aber olle Kamellen. Die Lehrerbildung wurde - wie das dreigliedrige Schulsystem - schon zu Zeiten der Weimarer Republik als dringend reformbedürftig diskutiert. In Westdeutschland unternahm nach 1945 niemand den Versuch einer ernsthaften Reform und 1990 wurde das leistungsfähigere Alternativmodell der Ossis im Zuge der Siegermentalität sang- und klarnglos verschrottet.
Glauben Sie wirklich, ausgerechnet diese Studie wird etwas bewegen??
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