Hab früher mal an der Uni unterrichtet und hatte oft Grumis in den Kursen sitzen. Bin sehr froh darüber, keine eigenen Kinder zu haben.
CorbisEine neue Studie stellt der Ausbildung junger Lehrer ein schlechtes Zeugnis aus: Viele fühlen sich unzureichend auf ihre Arbeit vorbereitet. Zugleich jedoch sind sie idealistisch, karriereorientiert - und schätzen die Jobsicherheit dank Verbeamtung.
http://www.spiegel.de/unispiegel/job...829264,00.html
Hab früher mal an der Uni unterrichtet und hatte oft Grumis in den Kursen sitzen. Bin sehr froh darüber, keine eigenen Kinder zu haben.
wen überrascht es?
Die Ausbildung passt nicht mehr zu den heutigen Anforderungen an das Berufsbild Lehrer. Ich war geschockt, als ich erkannte dass Lehrer TÄGLICH mit besorgten Eltern telefonieren oder im Umkehrfall unermüdlich versuchen überhaupt Kontakt zu den Eltern auf zu nehmen - damit endlich mal Sportzeug zum Sportunterricht mit gebracht wird. Erst recht wenn es nächste Woche mal ins Schwimmbad gehen soll...
Zum Vermitteln von Lehrinhalten bleibt dann zu wenig Zeit => zu allem Überfluss wird aber gerade hier jährlich reformiert und immer wieder weitere Anpassungen vorgenommen.
Das nicht mal an einer klassischen Problemschule, sondern mitten aus dem Leben einer normalen Schule.
Neben der Baustelle Eltern kämpfen die Lehrer mit mangelnder Ausstattung (enges Kopierkontigent, rechtliche Beschränkungen zur Verwendung von Lehrmaterial, schlechte technische Ausstattung) sowie den Schülern selbst (Schulverweigerer, sozial auffällige Schüler usw.). Auf diesen Gebieten kämpfen die Lehrer aber mit stumpfen Waffen. Schulauschluss (genau das was man ja nicht will) und das pers. Gespräch sind die einzigen Waffen die bleiben.
Jeder kann sich vorstellen wie frustrierend es sein muss zu erleben, wie die Schulausbildung und damit das gesamte weitere Leben eines Schülers langsam abrutscht...
Darauf wird leider viel zu wenig vorbereitet - aber was noch viel schlimmer ist - es werden den Lehrern keine Mittel in die Hand gegeben um die Missstände zu beheben. Im Gegenteil! Spricht sich ein Lehrerkollegium für den Ausschluss eines Schülers vom Unterricht aus wird von der Elternseite mit Klage gedroht und die Schulleitung macht das dann fix rückgängig...
"Ich glaube nicht, dass die Lehrerausbildung vor 30 Jahren besser war",
Sie war vielleicht nicht besser. Der Unterschied zu heute ist aber wahrscheinlich, dass bei immer mehr Schülern (abhängig vom Schultyp) "bei null" angefangen werden muss.
1.) Die Sprache wird nicht beherrscht
2.) Die Schüler bekommen zuhause kein Frühstück, weil die Eltern zu faul sind. Infolge keine Konzentration.
3.) Den Schülern sind keine Umgangsformen bekannt. Es ist laut in den Klassen, es wird mit dem Handy rumgespielt, gepöbelt usw.
4.) Eltern sind nicht erreichbar, wenn es um konkrete Probleme geht bzw. es ist ihnen egal. Zum Elternsprechtag kommt keiner. Dafür aber im Sommer 3 Monate in die Türkei reisen.
5.) Immer mehr Schüler leiden unter Realitätsverlust: "Ey Alder, isch bin eigentlich nur zufällig hier, isch bin eigentlich nen Räpper"
6.) Plus Gewalt, Mobbing, usw. dass dank Facebook auch andere Dimensionen hat als früher.
Es geht immer weniger um Wissensvermittlung sondern um Sozialarbeit/Erziehungsarbeit. Das, was eigentlich die Eltern ihren Kindern beibringen müssten, muss erstmal in der Schule nachgeholt werden. Darunter leiden (in den Grundschulen) dann die Kinder, die gerne etwas lernen möchten.
Dazu kommt natürlich auch noch das Problem (zum Beispiel an den Hauptschulen), dass die Schüler ganz genau wissen, dass sie später keinen Job bekommen, der über Leiharbeit und 400 Euro hinausgeht. Warum sich dann also groß anstrengen?
Man kann nur jedem empfehlen, mal nach Belgien zu schauen.
Da ist kein Lehrer verbeamtet (was für ein Wort!) und der Unterrichtsausfall in Grund- und weiterführenden Schulen tendiert gegen Null!
Allerdings haben die meistene Lehrer auch nur Zeitverträge.
Schon komisch, was?
Also wurden jetzt wieder 1000e von Steuergeldern an vermutlich verbeamtete Soziologen ausgegeben die im Leben best. noch praxisferner und vor allem weniger arbeiten als jeder Lehrer nur um Dinge "herauszufinden" die die meisten menschen mit ein bißchen Verstand schon längst wußten?
Die miserable Ausbildung ist sei Jahrzehnten bekannt getan wurde nichts, analog das die schnelle Verbeamtung viele völlig ungeeignete Personen anlockt (jene dann auch so schnell wie möglich aus dem Dienst mittels Dienstunfähigkeit ausscheiden möchten).
Meinetwegen können Lehrer auch ruhig weiterverbeamtet werden, aber es wäre ein leichtes vor der Beamtung mal die Spreu vom Weizen zu trennen und auch später Lehrer die sich als ungeeignet heraus stellen aus dem Dienst zu entfernen. Das ist jedoch unerwünscht wie der Fall einer Schulleiterin aus NRW zeigt. Trotz zig Anzeigen und Beschwerden der Eltern durfte sie jahre bis jahrzehntelang Schüler physisch wie psyschisch misshandeln und quälen ohne das ihr etwas geschah, erst als man entdeckte das sie die Schülerzahlen ihrer Schule frisierte um mehr Gelder vom Land zu erhalten wurde gegen sie ermittelt und sie aus dem Dienst entfernt. Welche Personen mit solchen Bsp in den Schuldienst gelockt werden kann man sich ja gut vorstellen.
Die Polarisierung Gymnasium versus Nicht-Gymnasium wird immer eklatanter. Während die durch recht gut funktionierende Elternhäuser (zuallermeist) erzogenen, geförderten und geforderten Kinder die Gymnasien besuchen, werden die Kinder aus eher bildungsfernen Elternhäusern auf den "anderen" oder "Rest-Schulen" versorgt.
Ob man diese Bildungsanstalten nun Mittelschule, Realschule plus, Sekundarschule, Gesamtschule, Werksraelschule oder je nach Bundesland sonstwie bezeichnet, ist vollkommen egal.
Vor allem hier erleben die Junglehrer ihren Praxisschock. Respektlosigkeit, mangelnde Sanktionsmöglichkeiten bei Fehlverhalten, konstanter Reformdruck von schulfremden Professoren und Staatsskretären und karrieregeilen Praxisflüchtern auf Ebene der Bezirksregierungen führen zu Lustlosigkeit, Überforderung, Resignation und oft auch zum Burnout an der Schulfront vor Ort. Hierbei sind die mit immer mehr sog. reformpädagogischen Neu-Orientierungen überfrachteten Schuldirektoren eingeschlossen.
Wer keine Nehmerqualitäten und eiserne Nerven aufweisen kann, der verzweifelt recht schnell im Alltagsstress. Lehrer in allen Schulformen arbeiten auch - ohne dafür ausgebildet zu sein - als Psychologe, Psychotherapeuth, Soziologe, Polizist, Zeuge, Staatsanwalt, Richter, Justizvollzugsangestellter, Integrationsbeauftragter, Laufbahnberater.
Und wofür soll das bitte gut sein? Schule ist definitiv NICHT nur dafür dafür da "Humankapital" für die Wirtschaft zu produzieren, sondern ist eine Bildungseinrichtung. Ein geschützter Raum in dem die Schüler in allererster Linie ihren geistigen Horizont erweitern sollen.Und wenn das funktioniert ist danach auch jeder Schüler ausbildungsfähig.
Vielleicht wäre es allerdings sinnvoll jeden, der in seinem Betrieb mit Azubis zu tun hat mal vor eine Schulklasse zu stellen, um festzustellen ob er oder sie didaktisch überhaupt in der Lage ist als Ausbilder zu arbeiten...
Ich finde es sinnvoll, dass Lehrer verbeamtet werden. Zumindest theoretisch ist es denkbar, dass Schüler und Eltern den Lehrern derartig viele Schwierigkeiten machen, dass die Schulbehörde beschließt sich von dem Lehrer zu trennen. Ich muss zugeben, dass ich noch nie von einem solchen Fall gehört habe (es gibt ja auch momentan Lehrer, die nicht verbeamtet sind) wie ich ihn gerade geschildert habe, aber ein solcher Fall ist zumindest theoretisch denkbar. Es ist zwingend erforderlich, dass Lehrer vollkommen unabhängig sind, daher müssen sie verbeamtet werden.
Fragt sich was sie daraus schließen.
Sind die Kollegen dort niemals krank?
Simulieren die Kollegen hier aufgrund der Verbeamtung ständig?
Ich kann ja den Neid gegenüber den verbeamteten Lehrern verstehen, das ist schon eine priviligierte Sache, keine Frage.
Allerdings wünscht sich doch hoffentlich niemand ernsthaft Lehrer die aus Angst um ihren nächsten Zeitvertrag krank in die Schule gehen.
Das wünscht man sich für seinen eigenen berufststand doch auch nicht, oder?
Ich weiß ja nicht woher das kommt, aber ich habe das anders mitbekommen (nicht ich selbst, mir nahestehende Personen):
Da kam zu den 12 Schulstunden (was zugegeben nicht ganz die hälfte der regulären Stunden eines Lehrers darstellt) jede menge Aufgaben für das Seminar: Mitschriften, Arbeiten, Hausaufgaben und Prüfungen. Wer da ernsthaft bestehen will (also mit Noten im Bereich besser als 2,0) sitzt oft bis abends und nachts dran. Und da war wirklich eine kleine Klasse im Spiel, mit einer größeren wäre der Aufwand oftmals noch schlimmer gewesen.
Dazu kommen Rektoren, die eignetlich keine Referendare wollen (diese aber nehmen müssen!) und Seminarleiter die zwar sicher qualifiziert sind, aber es nicht packen ehrlich zu sich und anderen zu sein. Da hagelts schonmal schlechte Noten (mit "Thema verfehlt" findet sich ja eine leichte Ausrede dafür) wenn man sich nicht schweigend in die Diktatur einreiht.
Seifenopern im Hartz-IV-Mittags-TV sind da teilweise ein Witz dagegen. Und mit all dem muss sich der Referendar dann rumschlagen während er wegen der Note eh schon unter Druck steht.
Der Lohn: Eine schnelle Verbeamtung gibt es nur mit Abschlussnoten von ca. 1,1 oder wenn man sich fernab jeder Zivilisation bewirbt! Alternativ darf man dann als Angestellter arbeiten: Bezahlung wie ein Handwerker und die ADD ditkiert alle Regeln. Wer sich das nicht gefallen lässt ist schnell ganz unten.
Vielleicht ist das ja nur in Rheinland-Pfalz so, aber nach allem was ich gehört habe eher nicht. Bis man ein verbeamteter Leherer ist sind das wirklich arme Leute, da ist der "Praxisschock" eher ein kleines Problem.