Allensbach-Studie: Junglehrer erleben Praxisschock

CorbisEine neue Studie stellt der Ausbildung junger Lehrer ein schlechtes Zeugnis aus: Viele fühlen sich unzureichend auf ihre Arbeit vorbereitet. Zugleich jedoch sind sie idealistisch, karriereorientiert - und schätzen die Jobsicherheit dank Verbeamtung.

http://www.spiegel.de/unispiegel/job...829264,00.html
  1. #180

    Anpassung

    Zitat von Gaztelupe Beitrag anzeigen
    Das mediale Umfeld vor allem.

    Konzentrierte, hochfrequente Informationsvermittlung über ungezählte Kanäle, die insgesamt offenbar fesselnde, wenn nicht hypnotische.....
    Genau wie im richtigen Arbeitsleben, da werden auch ständig die Strukturen den Mitarbeitern angepasst. Da muss sich kein Mitarbeiter an die bestehenden Strukturen anpassen. Nur in der Schule ist das anders, und das nur, weil die lehrer sich nicht ändern wollen.

    Ständig werden von den Schulkonferenzen die veränderungen der bestehenden Strukturen abgelehnt. Die sachaufwandsträger müssen ständig gegen den Willen der Schulen diesen neue Raumkonzepte, digitales Equipment und dergleichen mehr aufdrängen, dass dann nicht genutzt wird. Allein die vielen Beamer und Smartboards, die noch beim Hersteller lagern, weil sie nicht von den Schulen abgerufen werden ...

    Ständig müssen Ersatzteile in archäologischen Ausgrabungen für die Overheadprojektoren aus dem Mesozoikum beschafft werden. Unverschämt diese Mittelverschwendung!
  2. #181

    Zitat von dickebank Beitrag anzeigen
    Genau wie im richtigen Arbeitsleben, da werden auch ständig die Strukturen den Mitarbeitern angepasst. Da muss sich kein Mitarbeiter an die bestehenden Strukturen anpassen. Nur in der Schule ist das anders, und das nur, weil die lehrer sich nicht ändern wollen. [...]!
    Aber sicher haben im »richtigen« Arbeitsleben – fraglich, ob es ein falsches gibt – Arbeitnehmer zuweilen enorme Anpassungsleistungen zu erbringen (wenn ich da nur an die Veränderungen denke, die die digitale Technik gerade älteren Arbeitnehmern wie einen nassen Lappen ins Gesicht geklatscht hat). Anpassung ist das A und O, wozu sonst gibt es Probezeiten?

    Der Lehrer »an sich« ist ja auch kein veränderungsscheuer Charakter. Natürlich ist es einfach, sich allerdings auf genau diesen Eindruck zu verlassen: Man meint zuweilen eine geradezu aufreizende Sturheit wahrzunehmen. Kann mir nicht vorstellen, die entspräche dem Selbstbild von Pädagogen, die ihre Veränderungsfähigkeit wahrscheinlich als sehr hoch und am oberen Ende ihrer Kapazitäten angesiedelt beurteilen würden.

    Und doch bedeutet Schulwesen immer auch Ennui, und irgendwoher muss das ja kommen. Ich meine, es ist das letztendlich streng hierarchistische Schulsystem, in dem von oben herab verordnet wird, was unzweifelhaft richtig zu sein hat: Dass es hilfreich für jeden Schüler ist, auf jeden Fall bis zum Abitur ein Fach wie Mathematik zu belegen, das traditionell nur etwas für wirklich Interessierte ist; ich konnte es noch abwählen, wie vorher Chemie und Physik, in der Profiloberstufe wird man es kaum los. Und was es da sonst noch so an haarsträubenden Maßnahmen und Situationen zu beklagen gibt, da ja nicht dadurch »richtiger« werden, dass sie von Amtswegen so bezeichnet werden.

    Lehrer können das nicht ändern, auch nicht, wenn sie sich ändern. Wie gesagt, ein Mathematiklehrer hat in Jahrgangsstufe 12 unter Umständen 15–20 vollkommen desinteressierte Schüler vor sich sitzen, die das Fach nicht freiwillig belegt haben und die er sich auch nicht ausgesucht hat. Er muss die Angelegenheit ernst nehmen, was die Schüler im nicht verzeihen. Nimmt er es allzu locker und weniger ernst, wird ihm das auch nicht verziehen. Das ist systembedingte Depression, wenn man so will.

    Übel wird es allerdings dann, wenn das Schulsystem den Lehrer resignieren und er sich assimilieren lässt, er also die Ödnis der (unpassend) zentralistischen Bildungsplanung, die Borniertheit des Verwaltungsstaates und den Dünkel des Zensurengebers adaptiert. Leider ist das – in durchaus unterschiedlich starker Ausprägung – bei so gut wie allen Lehrkräften zu beobachten, das System formt die ihm Dienenden, anstatt ihnen selbstverantwortliche Arbeit zu erleichtern.
  3. #182

    Zitat von hjm Beitrag anzeigen
    Ähh --- wirklich nicht? Dass ein Beamter den Staat (rechnerisch) billiger kommt, wissen Sie aber schon? Und dass der Staat sparen muss, koste es, was es wolle, wegen Schuldenlast und Steuersenkung und so, das wissen Sie auch?
    Ach wirklich ?
    Mir scheint, Sie rechnen hier schön. Hier müssten Sie fairerweise auch all jene Beamte gegenrechnen, die der Staat schlicht "nicht los wird" oder jene, die komfortabel in den Frühruhestand versetzt werden. Da dürfte dann wohl (mindestens) eine Nullnummer bei rauskommen.

    Nach Ihrer Rechnung müsste es dem griechischen Staat mit seinem Beamtenungetüm ja geradezu rosig gehen.
    Dass Beamte den Staat billiger kommen, glaube ich Ihnen sofort - man muss nur lange genug rechnen.
    Mehr Leistungsprinzip würde dem Ganzen aber durchaus mehr Effektivität verleihen und (da bin ich mir sicher) auch die Arbeitszufriedenheit der Junglehrer steigern.
    Das sind aber auch Dinge, die sich mit Beamtentum nur schwerlich vereinbaren lassen.
    Erzählen Sie mir nix - ich komme selbst aus einer Beamtenfamilie ...
  4. #183

    Zitat von zwuck Beitrag anzeigen
    [...] Mehr Leistungsprinzip würde dem Ganzen aber durchaus mehr Effektivität verleihen und (da bin ich mir sicher) auch die Arbeitszufriedenheit der Junglehrer steigern. [...]
    Das reizt natürlich zur Polemik: Leistungen werden nach dem Selbstbild eines vom Schulsystem gründlich assimilierten Lehrers vom Lehrer beurteilt – und zwar die seiner Schüler, im Krisenfall auch die der Eltern. Aber doch seine eigene nicht! Lehrer bewerten andere Menschen, dafür werden sie bezahlt. So ähnlich habe ich das von Pädagogen schon gehört. Immer hübsch die Nase oben ...

    Abgesehen davon: Etwas mehr Wettbewerb würde sicherlich guttun. Es stellt sich ohnehin die Frage: Wozu Beamtenstellen, wenn ein und dieselbe Arbeit auch von Angestellten erledigt werden kann und ja bereits wird? Das ist systemimmanente Ungerechtigkeit.
  5. #184

    Ironie

    Zitat von Gaztelupe Beitrag anzeigen
    Aber sicher haben im »richtigen« Arbeitsleben – fraglich, ob es ein falsches gibt – Arbeitnehmer zuweilen enorme Anpassungsleistungen zu erbringen (wenn ich da nur an die Veränderungen denke, die die digitale Technik gerade älteren Arbeitnehmern wie einen nassen Lappen ins Gesicht geklatscht hat). Anpassung ist das A und O, wozu sonst gibt es Probezeiten?
    ...
    Übel wird es allerdings dann, wenn das Schulsystem den Lehrer resignieren und er sich assimilieren lässt, er also die Ödnis der (unpassend) zentralistischen Bildungsplanung, die Borniertheit des Verwaltungsstaates und den Dünkel des Zensurengebers adaptiert. Leider ist das – in durchaus unterschiedlich starker Ausprägung – bei so gut wie allen Lehrkräften zu beobachten, das System formt die ihm Dienenden, anstatt ihnen selbstverantwortliche Arbeit zu erleichtern.
    Ja und, nix Neues.

    Es ging doch in dem Post auf den ich geantwortet darum, dass sich Schule den Schülern anzupassen habe. Darauf habe ich ironisierend geantwortet.

    Es geht darum, wenn ich Schule andauernd an die Bedürfnisse von Schülern anpasse, ist das dann noch die richtige Vorbereitung auf das Leben danach?
  6. #185

    Die Verbeamtung hat schon ihren Sinn.

    Zitat von Einweckglas Beitrag anzeigen
    Ich sehe immer noch nicht den Sinn, warum Lehrer verbeamtet werden müssen. Angestellte Lehrer sind sicherlich keine schlechteren Lehrer und von der "Sicherheit" der verbeamtung gehten auch negative Signale hinsichtlich der Leistungsbereitschaft aus. Wenn ist denn mal endlich Schluss mit dem Bematentum im Bildungsbereich und den damit einhergehenden Privilegien???
    Lehrer haben nur einen einzigen potenziellen Arbeitgeber. Wenn es sowieso nicht vorgesehen ist, dass sie im Laufe ihres Berufslebens sich mal hier, mal da neu bewerben und den Arbeitgeber wechseln, wozu sollten sie dann nicht beamtet werden?

    Sie nehmen hoheitliche Aufgaben wahr, sie sind im Endeffekt Teil der Exekutive. Die Polizei setzt gegen den Willen von Einbrechern durch, dass Einbrüche möglichst unterbleiben, sie setzt gegen den Willen von Schlägern durch, dass Körperverletzung möglichst unterbleibt, sie setzt gegen den Willen von Verkehrsrowdies durch, dass der Straßenverkehr möglichst sicher abläuft, und Lehrer setzen gegen den Willen verantwortungsloser Eltern durch, dass die Kinder effizient notwendiges lernen und fürs Leben qualifiziert werden. Sie arbeiten nicht im Auftrag der Eltern, die Eltern sind nicht die Kunden, sondern sie arbeiten in unser aller Auftrag, notfalls auch gegen den Willen verantwortungsloser Eltern, weil wir Kinderlosen auch die Opfer wären, wenn die Schulen lebensuntaugliche wettbewerbsunfähige Versager oder Neonazis produzieren würden.
    Wenn also Polizisten verbeamtet sind, warum sollten dann Lehrer nicht verbeamtet sein?
    Es gibt übrigens durchaus gewissenlose Schulleiter, die so tun als hätten sie die hoheitliche Aufgabe der Lehrer nicht verstanden und stattdessen - weil das viel bequemer ist - nach der Pfeife der Eltern tanzen. Dann kommen Eltern, denen es nicht in den Kram passt dass ihre Kinder auch wirklich nach dem 1. Schuljahr lesen und schreiben können (für soviel Leistung sind die armen kleinen doch viel zu niedlich und kuschelig und schwach!) oder die sich genervt fühlen wenn sie sich anstatt Fußball zu gucken und Bier zu saufen um ihre Kindern kümmern sollen und schwärzen mit ausgeklügeltem Mobbing die erfolgreichsten Lehrer beim Schulleiter an. Wenn der darauf so einfach mit Kündigung reagieren könnte, dann könnte man die Schulen in die Tonne treten.
  7. #186

    Zitat von dickebank Beitrag anzeigen
    [...] Es geht darum, wenn ich Schule andauernd an die Bedürfnisse von Schülern anpasse, ist das dann noch die richtige Vorbereitung auf das Leben danach?
    Ich hielte es für Selbstbetrug, Schülern zu unterstellen, sie wollten überhaupt in die Schule gehen. Wer will das schon? Wird ja gerne gemacht, um das Herumgewurschtel mit der Bildung zu rechtfertigen und bloß keine strukturellen Änderungen vorzunehmen. Damit wird auch das leidige, überbewertete Zensurensystem schöngeredet: »Schüler brauchen und wollen die Vergleichsmöglichkeiten!«, heißt es oft genug. Logisch, wenn sie keine anderen haben. So wird aus einem entscheidenden Merkmal der Entfremdung der Schule vom Rest der Welt (und dem Machtmittel des Pädagogen schlechthin) ein »Bedürfnis« konstruiert. Nun, im Leben danach spielen Zensuren eine eher untergeordnete Rolle ...

    Wie auf Studium und Berufsleben vorbereiten? Ich würde da Eigenverantwortung an erster Stelle nennen, und zwar echte, nicht die im Klassen- oder Kursverband simulierte. Dann könnte man tatsächlich mal überlegen, ob Zensuren wirklich heilig sind. Und wenn die Schulpflicht bis zur neunten Klasse geht – ist doch noch so, oder? –, dann muss den Beteiligten ab der zehnten Klasse klar sein, dass der Schulbesuch eine zum Teil von den Eltern verantwortete Veranstaltung, ab dem 18. Lebensjahr Sache des Schülers ist, der freiwillig angelatscht kommt – man könnte so das Verhältnis anders gestalten; zum Beispiel mit Verträgen.

    Und schlussendlich würde ich ein Modellprojekt begrüßen, in dem sich das Kollegium einer Schule ausschließlich aus nebenberuflichen Lehrkräften zusammensetzt, die ihr Gehalt mindestens zur Hälfte durch eine andere Tätigkeit erwirtschaften. Was dabei wohl herauskäme?

    ;-)
  8. #187

    Teil I

    Zitat von Gaztelupe Beitrag anzeigen
    Ich hielte es für Selbstbetrug, Schülern zu unterstellen, sie wollten überhaupt in die Schule gehen. Wer will das schon?
    Hier stimme ich ihnen teilweise zu. Ist ihnen aber auch aufgefallen das diese Aussage ihrer Idee im zweiten Abschnitt widerspricht, bzw. diese zum Scheitern verurteilt?
    Man sollte das ganze differenziert betrachten: Es gibt Schüler die gehen freiwillig in die Schule, es gibt Schüler die gehen in die Schule weil sie nichts besseres zu tun haben bzw. weil ihre Freunde dort sind und es gibt Schüler die zwingt man zum Schulbesuch.

    Zitat von Gaztelupe Beitrag anzeigen
    Wird ja gerne gemacht, um das Herumgewurschtel mit der Bildung zu rechtfertigen und bloß keine strukturellen Änderungen vorzunehmen.
    Welches Herumgewurschtel? Und welche strukturellen Änderungen würden sie denn gerne Vornehmen?
    Für nahezu jede strukturelle Änderung gibt es in Deutschland Schulen die genau diese anbieten:
    Tagesablauf: Schulen mit Halbtagesbetrieb, Ganztagesangeboten, gleitenden Anfangszeiten
    Stundendauer: 45min, 50min, 60min, 120min oder Schulen ganz ohne feste Unterrichtszeit: Stunden und Themenwechsel wird spontan geregelt. Mal mit Klingelzeichen mal ohne.
    Unterricht nach Stundentafel, ganzjährig, halbjährig, Epochal, nach Themen, wechselnd
    Lerngruppen: Nach Herkunftsort, nach Leistung, nach Fähigkeiten, Jahrgangsübergreifend, inklusiv, sortiert nach den Örtlichen Gesellschaftlichen Zusammensetzungen, nach Wahlfach, wechselnd ...
    Bewertung: Noten, Punkte, Verbalbeurteilungen, Diagnosebögen, ohne Bewertung
    Klassen-/ Kursgrößen von 10-30 Schülern
    Medien: Klassisch mit Tafel und Buch, zusätzlich ab und zu Computereinsatz, Laptopklassen, iPad-Klassen, Klassen mit Smartboard
    Unterrichtsmethoden: Bewegte Schule, Frontalunterricht, Gruppenarbeit, Wochenplan, mal alle Methoden gemischt mal nur Wochenplan …
    Didaktik: Egal ob Wagenschein, Montessori, Waldorf, Freinet, Klippert … es gibt eine Schule die danach unterrichtet

    Was genau würden sie denn noch zusätzlich einführen?

    Zitat von Gaztelupe Beitrag anzeigen
    Damit wird auch das leidige, überbewertete Zensurensystem schöngeredet: »Schüler brauchen und wollen die Vergleichsmöglichkeiten!«, heißt es oft genug.
    Wenn Schüler wissen möchten wie etwas das sie gemacht haben eingeschätzt wird liegt das woran? Nur daran das die Schule sie versaut?

    Zitat von Gaztelupe Beitrag anzeigen
    Nun, im Leben danach spielen Zensuren eine eher untergeordnete Rolle ...
    Tatsächlich? Wie andere die eigene Leistung einschätzen spielt außerhalb der Schule keine Rolle?
    Aufstiegschancen und Bewertungen im Berufsleben werden nur durch Seilschaften, persönliche Vorlieben und Würfel entschieden?
    Und der ganze Bewertungswahn mit dem man ständig belästigt wird* hat nichts mit Leistungsmessung und Beurteilungen zu tun?
    * ich warte noch darauf wann ich einen Beurteilungsbogen ausfüllen muss wenn ich zwei Brötchen kaufe

    Zitat von Gaztelupe Beitrag anzeigen
    Wie auf Studium und Berufsleben vorbereiten? Ich würde da Eigenverantwortung an erster Stelle nennen, und zwar echte, nicht die im Klassen- oder Kursverband simulierte.
    Und hier kommen wir jetzt zu dem Widerspruch aus ihrem ersten Satz.
    Wie möchten sie auf Eigenverantwortung setzen wenn die Schüler doch gar nicht zur Schule gehen wollen? Es gibt also gar keine Eigenverantwortung.
  9. #188

    Teil II

    Immer noch Thema Eigenverantwortung:
    Oder wie soll die Eigenverantwortung aussehen? Die Schule bereitet weder auf Beruf noch auf Studium vor. Dafür kürzt man die Schulstunden um die Hälfte und die Kinder können sich Eigenverantwortlich Nachmittags Daheim vorbereiten.
    Klingt eigentlich ganz gut. Und vor allem schön billig.
    Und man kann damit zeitgleich auch noch die Schichten schön unter sich halten.

    Zitat von Gaztelupe Beitrag anzeigen
    Und wenn die Schulpflicht bis zur neunten Klasse geht – ist doch noch so, oder? –,
    Die Schulpflicht ging noch nie bis zum 9ten Schuljahr. Das glauben nur leider die meisten.
    Die Schulpflicht geht bis zum 18ten Lebensjahr.
    Und davon müssen Schüler 9 Schuljahre an einer allgemeinbildenden Schule verbringen.
    Waren sie 9 Jahre an einer allgemeinbildenden Schule und sind keine 18 dann müssen sie entweder auf eine weiterführende Schule, eine Berufsschule oder eine <tut mir leid, aber mir ist der Name der Schulart entgangen>

    Zitat von Gaztelupe Beitrag anzeigen
    dann muss den Beteiligten ab der zehnten Klasse klar sein, dass der Schulbesuch eine zum Teil von den Eltern verantwortete Veranstaltung, ab dem 18. Lebensjahr Sache des Schülers ist, der freiwillig angelatscht kommt – man könnte so das Verhältnis anders gestalten; zum Beispiel mit Verträgen.
    Wenn sie sich die Schulpflicht ansehen und die Gesetze werden sie merken das dies nicht geht.

    Zitat von Gaztelupe Beitrag anzeigen
    Und schlussendlich würde ich ein Modellprojekt begrüßen, in dem sich das Kollegium einer Schule ausschließlich aus nebenberuflichen Lehrkräften zusammensetzt, die ihr Gehalt mindestens zur Hälfte durch eine andere Tätigkeit erwirtschaften. Was dabei wohl herauskäme?
    Das klingt mal nach einer witzigen Idee.
    Wie soll das aussehen?
    Ein Lehrer ist nur noch an zwei Tagen in der Woche im Unterricht. Und arbeitet sonst an einer anderen Arbeitsstelle. Die dabei auch mitmachen muss, das ein qualifizierter Mitarbeiter nur an 2-3 Tagen in der Woche anwesend ist. Und regelmäßig wegen Konferenzen, Prüfungen, Projekten, Elterngesprächen, Ausflügen, Schullandheimen … fehlt. Der dann auch seinen Urlaub nur in den Schulferien nehmen kann und an bestimmten Tagen keine Bereitschaft haben darf.
    Da bieten sich viele Berufe ja gerade zu an.
    Wo sollen dann die Prioritäten des Teilzeit Lehrers liegen? In der Schule? Oder im Betrieb wo ein dringender Auftrag raus muss und etwas mehr Einsatz verlangt wird. Auch an den Nachmittagen wo er eigentlich an der Schule ist.

    Und an welche Art von Klientel haben sie gedacht die scharf darauf ist zwei Arbeitgeber mit unterschiedlichen Wünschen und Belastungen zu haben? Mit zwei verschiedenen Arbeitsstellen die sich vermutlich oft in die Quere kommen. An zwei Orten zu arbeiten wo man die Kollegen kaum kennt.
    Und als Lehrer kaum Kontakt zu den Schülern zu haben.
  10. #189

    Mehr Geld

    Zitat von Gaztelupe Beitrag anzeigen
    Ich hielte es für Selbstbetrug, Schülern zu unterstellen, sie wollten überhaupt in die Schule gehen. Wer will das schon? Wird ja gerne gemacht, um das Herumgewurschtel mit der Bildung zu rechtfertigen und bloß keine strukturellen Änderungen vorzunehmen. Damit wird auch das leidige, überbewertete Zensurensystem schöngeredet: »Schüler brauchen und wollen die Vergleichsmöglichkeiten!«, heißt es oft genug. Logisch, wenn sie keine anderen haben. So wird aus einem entscheidenden Merkmal der Entfremdung der Schule vom Rest der Welt (und dem Machtmittel des Pädagogen schlechthin) ein »Bedürfnis« konstruiert. Nun, im Leben danach spielen Zensuren eine eher untergeordnete Rolle ...

    Wie auf Studium und Berufsleben vorbereiten? Ich würde da Eigenverantwortung an erster Stelle nennen, und zwar echte, nicht die im Klassen- oder Kursverband simulierte. Dann könnte man tatsächlich mal überlegen, ob Zensuren wirklich heilig sind. Und wenn die Schulpflicht bis zur neunten Klasse geht – ist doch noch so, oder? –, dann muss den Beteiligten ab der zehnten Klasse klar sein, dass der Schulbesuch eine zum Teil von den Eltern verantwortete Veranstaltung, ab dem 18. Lebensjahr Sache des Schülers ist, der freiwillig angelatscht kommt – man könnte so das Verhältnis anders gestalten; zum Beispiel mit Verträgen.

    Und schlussendlich würde ich ein Modellprojekt begrüßen, in dem sich das Kollegium einer Schule ausschließlich aus nebenberuflichen Lehrkräften zusammensetzt, die ihr Gehalt mindestens zur Hälfte durch eine andere Tätigkeit erwirtschaften. Was dabei wohl herauskäme?
    ;-)
    Ganz einfach, mehr Geld; also höhere Einkünfte.

    Ich würde wieder als Diplom-Ingenieur arbeiten, weil die werden ja händeringend gesucht. Und nebenbei würde ich das in der Schule machen, was ich kann:

    UNTERRICHTEN.

    Den ganzen anderen Mist würde ich anderen vor die Füße kippen, damit die sich die Finger dreckig machen.