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Allensbach-Studie: Junglehrer erleben Praxisschock

CorbisEine neue Studie stellt der Ausbildung junger Lehrer ein schlechtes Zeugnis aus: Viele fühlen sich unzureichend auf ihre Arbeit vorbereitet. Zugleich jedoch sind sie idealistisch, karriereorientiert - und schätzen die Jobsicherheit dank Verbeamtung.

http://www.spiegel.de/unispiegel/job...829264,00.html
  1. #110

    Jein

    Zitat von Indubrioproreo Beitrag anzeigen
    Ich möchte hier nur eine falsche Information, welche hier im Forum immer wieder zur Begründung der Beamteneigenschaft von Lehrern herangezogen wird, ausräumen. Auch Lehrer dürfen als Beamten streiken! Das ist erst kürzlich höchstrichterlich geklärt worden. Art 33 GG kann es einem Beamten per se nicht verbieten, zu streiken, da gibt es ne Menge Ausnahmen. Was ich sehr schade finde, ist der Umgangston hier im Forum, soviel Gehässigkeit und Zynismus etc. zwischen gebildeten Menschen ist nur schwer zu ertragen.
    Bevor jetzt jemand über mich herfällt: Hier der Link:
    Öffentlicher Dienst - Verbeamtete Lehrer dürfen streiken - Karriere - sueddeutsche.de
    Auch der Text, den Sie in Ihrem Link angeben, zeigt auf, dass das sehr unterschiedlich gesehen wird.
    In S-H wurden nach dem Streik im Juni 2010 diverse disziplinarische Maßnahmen (Bußgelder, Beförderungsstopp, Einträge in die Personalakten) verhängt, die die GEW nun anhand von sechs Musterklagen in Straßburg rückgängig machen will bzw. als widrig beurteilt bekommen haben will. Das Urteil ist noch nicht gefallen.
    Die betroffenen Lehrkräfte werden natürlich bei Erfolg der Klagen nichts davon haben. Aber vielleicht kommt etwas Grundsätzliches (kein Streikverbot für verbeamtete Lehrer) dabei heraus.
  2. #111

    Jammern?

    Zitat von okjar Beitrag anzeigen
    mit fällt es schwer zu glauben, das Sie Lehrer sind. Jedenfalls kein Deutschlehrer.

    Generell stört mich an der, immer wiederkehrenden Leherdiskussion, das ständige wehleidige jammern der Lehrer. Man fordert Toleranz und bedient selber sämtliche Cliches, bis hin zur Überstellung gegenüber handwerklichen Berufen.

    Mal an die eigene Nase fassen und nachdenken, das wäre schön. Auch in anderen Berufen lernt man erst richtig, wenn man es tut!

    beste Grüße, Okjar
    [em] Jammern?[/em] Faszinierend. Ich sehe es eher so, dass wir angefeindet werden und uns bemühen ein paar Sachen richtig zu stellen. Etwa "all die Freizeit". Davon habe ich bisher nicht viel mitbekommen. Als Lagerarbeiter, Kellner und Hilfsklempner kam ich nach der Arbeit nach Hause, und dann war ich fertig. Oft auch körperlich, zugegeben, aber die Arbeit war dann vorbei. Jetzt nicht mehr. Jetzt heisst es Klassen vorbereiten, Klausuren und Aufsätze berichtigen, Strategien formulieren, jede Menge nachdenken, Fortbildung, unglaublich mies geschriebene und total verklausulierte Gesetze konsultieren. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit beschweren sich Eltern über die Noten ihrer Sprösslinge, halten dieselben aber weder zum Machen von Hausaufgaben noch zum Pauken von Vokabeln an. "Er studiert halt nicht gern, aber wieso haste ihn jetzt durchfallen lassen?" "Was, mein Kind und Drogen? Der ist 13, der raucht kein Dope!" Doch, tut er, und deshalb kriegt er dann im Unterricht nichts mit. Du beantwortest die Frage eines Schülers, und zwei Minuten später fragt ein anderer dasselbe. Dann der nächste. Nummer vier wird ungeduldig weil Du ihm nicht zuhörst. Du fragst ihn was er will, und er wiederholt dieselbe Frage. Später scheint alles klar zu sein. Die Klausur kommt, und beim Korrigieren verbrauchst Du einen ganzen Rotstift.
    Ich jammere nicht. Ich möchte lediglich zum Ausdruck bringen, dass Lehrer sein ein Knochenjob ist. Der beste Job der Welt, aber knüppelhart. Wenn das "Jammern" ist, dann brauche ich ein neues Wörterbuch.
  3. #112

    Es ist immer wieder schön, wenn Leute, die von der Materie keine Ahnung haben und die Schule nur von einer Seite gesehen haben, ihren Pseudosachverstand und ihre Ratschläge auf die Menschheit loslassen. Es fehlt eigentlich nur noch der Stammtisch dazu, aber wir sind ja im 21. Jahrhundert, da ist ein Forum auch gut!

    In meinem Kollegium gibt es auch einige angestellte Kollegen und nur mal so nebenbei bemerkt: Haben die eine gewissen "Dienstdauer" erreicht, bekommt man die genauso schlecht aus dem Dienst wie ein unmotivierter verbeamteter Lehrer.

    Zudem herrscht bei den vielen angestellten Lehrern die Meinung, dass ihnen die freie Wirtschaft zu stressig war, deswegen machen sie einen jetzt auf locker als Lehrer. Zitat eines solchen angestellten Kollegens, das er vor Schülern losgelassen hat: "Werdet Lehrer, viel Kohle, viel Freizeit und man muss nichts schaffen!"

    Ich habe während des Studiums ein Jahr im englischen Schuldienst verbracht. Da gibt es fast ausschließlich nur angestellte Lehrer und die arbeiten deswegen auch nicht besser. Freunde von mir arbeiteten bis vor kurzem in Amerika als Lehrer und sind froh, dass sie jetzt in Rente gehen konnten, denn die noch verbliebenen Lehrer werden mit Verwaltungsjobs und verpasster Erziehungsarbeit des Elternhauses konfrontiert - so wie es langfristig auch auf uns zukommt oder schon angekommen ist.

    Für mich stellen sich eigentlich nur diese zentralen Fragen:
    1. Wie kann gewährt werden, dass Lehrer auch auf den Alltag vorbereitet werden?
    2. Wie kann man dem generellen Leistungsabfall und der nicht vorhandenen Leistungsbereitschaft von Schülern entgegen wirken, ohne dass man die Anforderungen senkt?
    3. Wie und vor allem wann schafft man ein geeignetes Anreizsystem, dass vor Burnout und Demotivation geplagte Lehrer wieder auf die Spur bringt?

    Und was immer gerne vergessen wird: In der Schule geht es um das Kapital von morgen. Leider kapieren das einige Politiker nicht und lassen sich immer wieder neue Dummheiten einfallen, weil sie vor 20 Jahren das damals schon selbst nicht toll fanden. Bildungspolitik sollte eigentlich jemand machen, der von Bildung eine Ahnung hat. Ich will ja auch nicht Richter sein, nur weil ich mal das BGB ansatzweise gelesen habe.
  4. #113

    Zitat von quadraginti Beitrag anzeigen
    Lehrer = Looser:
    Sie jammern auf höchstem Niveau.
    1 Jahr in 'nem mittelständischen Industriebetrieb, als BWLer, Ingenieur o.ö:
    Dann wären die geheilt.
    Die Jammerlappen.
    Zitat von quadraginti Beitrag anzeigen
    ja Frage: wer hat denn in den 70er Jahren die antiautoritäre Erziehung unbedingt haben wollen.
    Das waren nicht die BWLer, die Juristen und Mediziner:
    Das waren die Pädagogen].
    Jetzt nach 40 Jahren ist die antiautoritäre Erzieung Allgemeingut.
    Selbst schuld, die Pädagogen.
    Zitat von quadraginti Beitrag anzeigen
    Er muss arbeiten. Welche Zumutung. Und das fünf Jahre.
    Na sowas?

    In der Industrie müssen Sie (wenn Sie mit 30 anfangen) 35 Jahre in einem Streifen hart arbeiten mit dem Risiko, zB bei längerer Krankheit rausgeworfen zu werden (trotz Kündigungsschutzgesetz geht das immer wieder).
    Sie sind auch einer von den zu kurz gekommenen und ewig frustrierten, oder?
  5. #114

    @jay jay, auch nach Ihrem Beitrag bleibe ich dabei!

    - eigene Überstellung gegenüber anderen
    - "jammern" ob der ganzen Ungerechtigkeiten

    Ich lade Sie gerne für eine Woche in die freie Wirtschaft ein, dann werden Sie fühlen warum viele kein Verständnis für die ewige wehleidige Leier haben.

    beste Grüße, Okjar
  6. #115

    wer soll den Beruf eigentlich noch machen???

    Zitat von suedsee2 Beitrag anzeigen
    Das waren einige der wenigen richtige Worte von Herrn Schröder!
    1. Welche Berufsgruppe kann es sich leisten mehrfach im Berufsleben ein sog. "Sabbatjahr" in Anspruch zu nehmen.
    2. Welche Berufsguppe hat noch nie das "richtige" Berufsleben kennengelernt. Daraus folgt, dass Lehrer mindestens 5 Jahre in der Industire oder im.....
    Zu 2. fallen mir noch Politiker ein....
    Dass Sie Lehrern mit Missgunst begegnen, haben Sie ja jetzt deutlich gemacht....aber ich stell mir die Frage, wer denn eigentlich den Beruf noch erlernen soll?
    Sie? Wohl eher nicht!!!
    Ich? Ehrlich gesagt will ich mir das nicht antun. Mir sind die Bedingungen nicht zu attraktiv, sondern im Gegenteil - indiskutabel!
    Verbeatmet werden je nach Bundesland ohnehin nur wenige - damit wird immer nur dann gelockt, wenn händeringend Lehrer fehlen......
  7. #116

    Autokorrektur

    Zitat von quadraginti Beitrag anzeigen
    Lehrer = Looser:
    Sie jammern auf höchstem Niveau.
    1 Jahr in 'nem mittelständischen Industriebetrieb, als BWLer, Ingenieur o.ö:
    Dann wären die geheilt.
    Die Jammerlappen.
    Ich empfehle Ihnen dringend mal eine Englischstunde vor 30 Lageristen zu halten. 10 von denen waren auf der Förderschule und hatten noch nie Englisch in ihrem Leben, sollen aber einen Geschäftsbrief formulieren. Ich sagen Ihnen, das ist lustig!
    Von den restlichen 20 haben 50% keine Lust oder bringen eh nie ihre Unterlagen mit in den Unterricht. Den Betrieb einschalten und Druck machen? Reden Sie lieber mit der nächsten Wand!

    Wenn Sie nach so einer Stunde immer noch keinerlei Wertschätzung für den Beruf haben, dann kann ich Ihnen auch nicht helfen.

    Übrigens: Wie schon mehrere Schreiber hier angedeutet haben, heißt es "loser" im Englischen. Können die Lageristen aber auch nicht richtig schreiben, vielleicht wechseln Sie ja nach 10 Minuten freiwillig die Seite des Pults?

    Zitat von quadraginti Beitrag anzeigen
    Er muss arbeiten. Welche Zumutung. Und das fünf Jahre.
    Na sowas?

    In der Industrie müssen Sie (wenn Sie mit 30 anfangen) 35 Jahre in einem Streifen hart arbeiten mit dem Risiko, zB bei längerer Krankheit rausgeworfen zu werden (trotz Kündigungsschutzgesetz geht das immer wieder).
    Wie heißt es so schön: Wer lesen kann ist klar im Vorteil!
    Die 5 Jahre bezogen sich auf die Ausbildung, danach kommen auch 30 bis 35 Jahre Dienst. Wir arbeiten auch bis 67!
    Außer man wird krank, aber das werden andere ja nie, nur Lehrer!
  8. #117

    Zitat von heinrich_s Beitrag anzeigen
    Wer was von Menschnführung versteht, hätte den Knirps wg. offensichtlichem Bewegungsmangel am Nachmittag nochmal auf den Sportplatz nachsitzen (-laufen) lassen.
    Und dafür die Vorbereitung für den morgigen Unterrichtstag sausen lassen - gute Idee. Mal ganz abgesehen davon, dass er damit rechnen muss, dass ihm dann die Eltern aufs Dach steigen.
  9. #118

    Zitat von abwählen! Beitrag anzeigen
    Wenn's so einfach wäre würde es jeder machen!
    Neinneinnein. Sie haben nicht verstanden. Alle, die in der "freien Wirtschaft" tätig sind (aka "das wirklich wahre Leben"), tun das nur aus lauter Patriotismus und Aufopferung, nicht etwa, um damit Geld zu verdienen oder - schrecklicher Gedanke! - weil ihnen ihre Tätigkeit Spaß macht.
  10. #119

    Zitat von okjar Beitrag anzeigen
    @jay jay, auch nach Ihrem Beitrag bleibe ich dabei!

    - eigene Überstellung gegenüber anderen
    - "jammern" ob der ganzen Ungerechtigkeiten

    Ich lade Sie gerne für eine Woche in die freie Wirtschaft ein, dann werden Sie fühlen warum viele kein Verständnis für die ewige wehleidige Leier haben.

    beste Grüße, Okjar
    Liegt daran, dass viele Leute in der wilden Wirtschaft nicht wissen wohin mit ihrem Frust.
    Es läuft doch ab wie hier im Forum, sobald das Thema "Schule oä" angesprochen wird:

    Wirtschafter (unaufgefordert): "Lehrer sind faul und haben zuviel Geld. Lungern ein paar Stunden in der Schule und haben dann frei, so sieht's doch aus, weisse Bescheid."
    Nichtlehrerhafte Meng: "Jawoll. Prost"
    Lehrer:"Äh, stimmt so nicht: wir arbeiten mehr als nur in der Schule, denn...."
    Wirtschafter"HÖR'S JAMMERN AUF"

    Hab solche Diskussionen mehrfach mitbekommen, seit meine Frau und meine Schwester Lehrerinen sind.

    Seitdem werden Sie verstehen, warum ich diese unreflektierten Parolen aus der wilden Wirtschaft auch nicht mehr respektieren kann.


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