Tja, die Nachfrage regelt halt das Angebot ...
APEine Handvoll Einwohner und vier Bierläden: Das Örtchen Whiteclay in Nebraska lebt vom Alkoholismus der Oglala-Sioux im benachbarten Reservat. Nun hat der Stamm Geschäfte und Großbrauereien auf eine halbe Milliarde Dollar verklagt - sie sollen für die Schäden zahlen.
http://www.spiegel.de/panorama/gesel...824854,00.html
Tja, die Nachfrage regelt halt das Angebot ...
Auf meinen Reisen durch die USA habe ich leider immer wieder feststellen müssen, dass (mehrheitlich weiße) Geschäftemacherei mit der Alkoholsucht entlang der Reservatsgrenzen die Regel ist. Sich einem indianischen Territorium von weißer Seite aus zu nähern, erkennt man zuverlässig, weil unübersehbar und überall daran, dass die Anzahl der Liquor-Stores explosionsartig zunimmt. Und selbst an Tankstellen (gesehen unter anderem in Arizona/Navajo) steht palettenweise Billig-Whisky in 1 gal Plastik-Kanistern (ca. 3,79 Liter) zum Verkauf. Entfernt man sich wieder einige Meilen von der Grenze, so gibt es solche Angebote plötzlich nicht mehr...
Ich bin kein Fachmann für dieses Problem, aber ich stelle mir vor, was die Amis gemacht hätten, wenn sie etwa ein Viertel der Bevölkerung hätten integrieren müssen. In Deutschland haben wir die Migration durch Zuwanderung und auch durch die EX DDR.
Ich kann nicht verstehen, warum man nicht kapieren kann, dass es sich nicht um Gottes eigenes Land handelt, sondern um Manitus Land. Es fehlt einfach der Wille zu einer ordentlichen Lösung, die auch den Ureinwohnern Gerechtigkeit bringt. Bei der Lösung für die Indianer sollte auch für die Schwarzen etwas dabei sein.
MfG. Rainer
In einem Staat, in dem "verantwortlich" immer andere sind, nur man selbst nicht, hat die Klage vermutlich Aussicht auf Erfolg. Anderenfalls bliebe nur festzustellen, daß lizensiertes Bierbrauen und Schnapsbrennen nicht verboten ist und jeder einzelne frei ist zu entscheiden, ob er das Zeugs nun kauft oder nicht. Davon abgesehen sind für überhöhten Alkoholpreise im Reservat natürlich nicht die Hersteller verantwortlich, sondern der Handelsweg bis hin zum Liquor-Store, und sie haben auch nichts davon.
Wer diese Klage im Munde führt ist entweder der Meinung, geringere Preise führen zu geringerem Konsum, oder noch mehr Konsum sei gut für die Konsumenten. Kann es doch wohl irgendwie nicht sein... eigentlich können die Preise gar nich hoch genug sein, um den Konsum irgendwie einzugrenzen.
Meines Erachtens ist die "Institution" des Reservats einer der Hauptverursacher an dem Alkoholismus und der allgemeinen wirtschaftlichen Misere der Ureinwohner. Unter dem Deckmäntelchen der "Traditionspflege" und der Zahlungen der Bundesstaaten an die Reservationen hat sich eine Subkultur entwickelt, die nicht (oder viel zu selten) auf wirtschaftliche und bildungsmäßige Entwicklung setzt, sondern auf möglichst geringe Veränderungen, mit allen Folgen mangelnder Perspektive für den einzelnen, neben eines genetisch bedingten höheren "Suchtfaktors" durch einen anderen Stoffwechsel (im Unterschied zu den europäisch-stämmigen "Weißen"), eine der Hauptursachen. Die Kinder und Jugendlichen werden an die Reservate gebunden und damit zu dem gleichen Schicksal verdammt.
Und das ist keineswegs nur die Schuld des "bösen weißen Mannes" sondern auch der Profiteure des Systems unter den Ureinwohnern, mit denen ich unter diesen Gesichtspunkten wenig Mitleid habe. Die Ureinwohner machen sich selbst zu Bürgern zweiter oder dritter Klasse.
Im Grunde sollten man die Reservate auflösen und die Ureinwohner zwingen, unter der Mehrheitsbevölkerung zu leben, die Kinder in "normale" US-Schulen zu geben, damit diese dann den Weg zur "normalen" Ausbildung womöglich bis hin zur Universität finden, und zwar regelmäßig, und nicht nur ausnahmsweise. Darüberhinaus würde der nachbarschaftliche soziale Druck und dessen Mißbilligung allzuheftigen Alkkonsums einiges zur Eindämmung beitragen.
Ich denke, es ist ziemlich falsch, was box-horn vorschlägt (Reservate auflösen, Zwang, wie Mehrheitsbevölkerung zu leben, Zwangsintegration der Kinder etc.) - zeugt von wenig Kenntnissen. Und wenig Kreativität und Einfühlungsvermögen. So einfach ist das nicht. Es werden schon viele Kinder weggegeben und sehr unglücklich in ihren Pflegefamilien oder Adoptivfamilien. Das ist zudem eine Methode, die man auch mit den "Lappen" in Norwegen/Schweden versucht hat, längst ist man davon abgekommen, Tests fanden um 1920 herum statt. Es gibt z.B. einen Freundeskreis des Pine-Ridge Reservats (Lakota-Stamm), er hilft den Lakota, eigene Geschäftsbereiche zu eröffnen und dabei ihre Traditionen und Weltanschauungssysteme an ihre Kinder weiterzugeben und zu pflegen. Das ist ein Tropfen auf den heissen Stein. Aber ein Anfang. Die Kinder könnten in Reservats-eigenen Schulen ihre uralte Stammessprache und das alte Wissen neben modernem Wissen lernen. Die Verträge, die mit den USA geschlossen wurden über die Territorien müssen seitens der USA eingehalten werden und das Land darf nicht Uran-Bergbau u.ä. geopfert werden. Man sollte nie vergessen, wem das Land ursprünglich einmal gehörte und dass z.B. die Dakota in zahlreichen Massakern und durch Tötung der Bisons in die Reservate gezwungen wurden. Soz. nachdem "Glasperlen" versprochen wurden. Die "Keime" seitens der Indianer, trotz der Verbrechen, die an ihnen begangen wurden, ihren Stolz und ihre Stärke zurückzugewinnen dürfen nicht erstickt werden - z.B. sollten Unternehmen wie "Lakota Solar Enterprises" (http://www.lakotasolarenterprises.com/) staatlich gefördert werden. Die Fotografien von Aaron Huey sind aufschlussreich für Interessierte, die mehr verstehen wollen, wie alles kam, wie es kam und wie die Situation verbessert werden könnte.
Sorry - ich denke hier irren Sie.
Das Problem ist, dass eine Droge (hier : Alkohol) in einen Kulturkreis eingeschleust/eingebracht wurde in dem sie vorher unbekannt und nicht etabliert oder mit gewachsenen Erfahrungen behaftet war.
Nachdem man die fatalen Folgen erkannte, beschloss man sich diese zu Nutzen zu machen - und richtete mit "Feuerwasser" größere Schäden als mit dem Revolver an.
Analog dazu können Sie die Coca-Pflanze sehen - Jahrtausende ein etabliertes Aufputschmittel bei den Andenbergvölkern. Gebrauch und Konsum überwiegend kontrolliert/etabliert/akzeptiert.
Mit Überschreiten des Kulturkreises in Richtung USA entstanden dort Abhängigkeit und Sucht - in der Neuzeit als Crack potenziert. Die indigenen Bergvölker kauen weiter friedlich ihre Blätter.
Man sollte Drogen generell innerhalb ihres Kulturkreises belassen - sonst gibt es schlichtweg Stress.
tatsächlich? Nun, es war natürlich provokant gemeint, läßt sich aber rechtfertigen.
wer gibt heutzutage in den USA welche Kinder weg?Es werden schon viele Kinder weggegeben und sehr unglücklich in ihren Pflegefamilien oder Adoptivfamilien...
klingt ja alles ganz nett. Fakt ist aber, daß die Kinder zumeist in den Reservaten "gefangen" bleiben und keine Aussicht haben, am wirtschaftlichen Erfolg der Mehrheitsgesellschaft teilzuhaben. Der Haken ist doch, daß eine Steinzeitkultur und Steinzeitgesellschaft nicht in die heutige Moderne integriert werden kann, und faktisch ein selbsterwähltes Ghetto darstellt, das um so schlimmer daherkommt, als es ein Dasein in wirtschaftlicher Abhängigkeit bedeutet, denn wesentliche Aspekte der Gründe (Ackerbau, Jagd) dieser Kultur finden nicht mehr statt. Sie ist also sinnentleert, museal.Es gibt z.B. einen Freundeskreis des Pine-Ridge Reservats (Lakota-Stamm), er hilft den Lakota, eigene Geschäftsbereiche zu eröffnen und dabei ihre Traditionen und Weltanschauungssysteme an ihre Kinder weiterzugeben und zu pflegen...
da ist oftmals sehr lehrreich, wer da an wen welche Rechte vergibt... in diesem Topf rühren mW diverse Ureinwohnerorganisationen mit divergierenden Zielen munter mit.Die Verträge, die mit den USA geschlossen wurden über die Territorien müssen seitens der USA eingehalten werden und das Land darf nicht Uran-Bergbau u.ä. geopfert werden...
... ich bin auch dafür, daß die Römer die Steuern, die sie den germanischen Völkern abgepreßt haben, komplett und mit Zinsen erstatten sollten. Und die Franzosen müssen natürlich die Spur der Verwüstung, die sie bei Napoleons Einfall in die deutschen Länder verursacht haben, beseitigen, etwa in Form des Wiederaufbaus der ungezählten zerstörten Burgen im Rheintal. Was hatte Napoleon da verloren?Man sollte nie vergessen, wem das Land ursprünglich einmal gehörte...
Sie sind ein Romantiker, das halte ich Ihnen zugute. Ich schlage Ihnen aber vor, sich mal selbst ein Bild von der üblichen Erscheinungsform der Indianerreservate zu machen: das kuriert gründlich!Die "Keime" seitens der Indianer, trotz der Verbrechen, die an ihnen begangen wurden, ihren Stolz und ihre Stärke zurückzugewinnen dürfen nicht erstickt werden - z.B. sollten Unternehmen wie "Lakota Solar Enterprises" ...
Es gibt einige wenige sinnvolle Bemühungen um das wirtschaftliche Engagement der Indianer, aber deren Erfolg kann nur in ihrer Wirtschaftlichkeit liegen, wenn er "pädagogisch sinnvoll" sein soll, und darf daher eben nicht von staatlicher Förderung abhängen. Denn die staatliche Förderung ist eine der Usachen für den traurigen Zustand der Reservate und deren Bewohner. Er entläßt sie aus jeder Eigenverantwortung - mit den übelsten Auswirkungen für Würde und Stolz. Mit völliger Eigenverantwortung müßten sie ihre Kultur und Gesellschaft, wie es auch sonst rund um den Globus seit Tausenden von Jahren normal ist, den Umständen anpassen, damit sie überleben kann. Unter der Käseglocke wohlmeinender "kulturbewahrer" und staatlicher Unterstützung verkehrt sie sich in Apartheit.