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Alkoholentzug: Wie die Tröpfchen-Therapie Trinkern hilft

DPAMehr als eine Million Deutsche sind alkoholabhängig. Aber nicht einmal jeder zwölfte Betroffene beginnt eine Therapie. Dabei könnte ein umstrittener Ansatz sie retten: Süchtige sollen lernen, kontrolliert zu trinken.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...844209,00.html
  1. #10

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mehr als eine Million Deutsche sind alkoholabhängig. Aber nicht einmal jeder zwölfte Betroffene beginnt eine Therapie. Dabei könnte ein umstrittener Ansatz sie retten: Süchtige sollen lernen, kontrolliert zu trinken.

    Alkoholentzug: Kontrolliertes Trinken ist besser als Abstinenz - SPIEGEL ONLINE
    Das klappt bestenfalls bei noch nicht physisch-Abhängigen (also bei gamma-Alkoholikern). Das Problem bei denen ist überhaupt die Erkenntnis, dass die Droge das Leben bestimmt. Bei Leistungssportlern klappt das eher, overall ist es eben keine Lösung. Und sobald physische Abhängigkeit erreicht ist, schon mar gar nicht. Die epileptischen Anfälle, die man dann bekannt, scheren sich einen Teufel um kontrollierte Abhängigkeit (die kommen halt, wenn man 1 Promille niedriger ist als sonst).
  2. #11

    Zitat von Inuk Beitrag anzeigen
    Mir fällt es leichter keinen Alkohol zu trinken, als ein oder zwei Gläser Wein. Wenn ich beispielsweise ein Glas Wein zum Essen trinke, werden so viele Glücksgefühle freigesetzt, dass ich unbedingt mehr trinken möchte.
    Geht mir gelegentlich auch so. Ich mache es so, dass ich, wenn ich mir ein Glas Wein einschenke, gleichzeitig schon eine große Kanne Tee koche. Wenn das Glas leer ist, steht der Tee schon bereit.

    Im Übrigen kann man aus Sitten in anderen Ländern lernen. In Italien wird viel Wein getrunken, aber nur zum Essen. Dann ist Schluss. Sitzenbleiben, wenn man gegessen hat, und weiter Wein trinken, ist nicht so sehr üblich und wird in Restaurants nicht gerne gesehen. (Wohl auch, weil anders als in Deutschland, mit Getränken nicht viel verdient ist.)
  3. #12

    Wer's glaubt...

    ... wird seelig...

    Mein Vater ist Alkoholiker. Seit mittlerweile 8 Jahren lebt er trocken. Er leitet selbst 2 Selbsthiflegruppen und ist gelernter Suchthelfer. Wenn er das hier lesen würde, würde er die Hände über dem Kopf zusammenschlagen!

    Kontrolliertes Trinken funktioniert zwar für eine Weile, aber es wird sich mit der Zeit wieder der alte Rhythmus wieder einschleichen (wir haben das selbst erlebt). Denn: Ich kann ja kontrolliert trinke, und wenn ich heute eins mehr trinken, das macht ja nichts, ich kann ja morgen wieder weniger. Und so geht das weiter und weiter.
    Sicher gibt es Personsn, die kontrolliert trinken könne, aber wer wie mein Vater, oder die Leute aus seinen Gruppen trinkt, der kann nicht kontrolliert trinken. MAl angesehen davon, dass das das Grundproblem nicht löst. Der Alkohol wird ja bei der Sucht genutzt. D.h. es gibt einen Grund zu trinken (Depression, u.ä.). Man muss sich IMMER auch die Ursache für die Sucht bekämpfen, und nicht nur "weniger" trinken...
  4. #13

    Zitat von großwolke Beitrag anzeigen
    Beim Trinken wie bei anderen Süchten ist es leider oft so, dass sie nur das sichtbar werdende Anzeichen für ein anderes Problem sind. Essen, Trinken, Glücksspiel - die Therapie solcher Probleme lenkt kurzzeitig ab und gibt so die Möglichkeit, fürs erste eine Änderung zu erzielen. Kriegt man das zugrunde liegende Problem aber nicht in den Griff, ist auch der alte Krisenbewältigungsmechanismus schnell wieder in Kraft gesetzt. Hohe Rückfallquoten sind daher nicht unbedingt ein Zeichen für eine schlechte Therapiemethode.
    Das mag wohl sein - was aber, wenn die zugrundeliegenden Probleme sich einer Lösung einfach entziehen, weil sie außerhalb des Einflussbereichs eines Therapeuten und/oder des Patienten liegen? Arbeitslosigkeit etwa?
  5. #14

    So können nur

    Wer einmal Suchtdruck erlebt hat, kann zu diesem Bericht bestenfalls müde lächeln.Alkoholsucht kommt nicht von ungefähr, es sind wahrscheinlich vor allem die sozialen Komponenten, die zu diesem Sucht/Fluchtverhalten führen als auch angeborene/erlernte Verhaltensmuster. Man kann nicht eben mal das ganze soziale Umfeld wechseln. So einfach ist das gewiss nicht. Der Artikel spricht wohl eher Betroffene an die ein "Luxusproblem" haben. Als erfahrener Abstinenzler kann man wirklich nur den Kopf schütteln. Suchtdruck kann zu tödlich verlaufenden Krampfanfällen führen. Wer einmal die Härte des Suchtdruck erlebt hat, wird garantiert KEIN kontrollierter Trinker. Daumen hoch für die, die es geschafft haben und es immer wieder probieren.
  6. #15

    Schoene Oberflaechlichkeit ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mehr als eine Million Deutsche sind alkoholabhängig. Aber nicht einmal jeder zwölfte Betroffene beginnt eine Therapie. Dabei könnte ein umstrittener Ansatz sie retten: Süchtige sollen lernen, kontrolliert zu trinken.

    Alkoholentzug: Kontrolliertes Trinken ist besser als Abstinenz - SPIEGEL ONLINE
    ... kommt da "endlich" aus UK und US zu uns.

    Zunaechst da erstmal die falsche Aussage:"wer einmal süchtig war, kann seine Sucht niemals kontrollieren."

    Natuerlich kann man es kontrollieren aber man bleibt immer ein Suechtiger egal wie lange.

    Die hohen Rueckfall Quoten sprechen fuer halberzige Theraphiemodelle die da z. B. 10 oder 20 Jahre Sucht in 6 Monaten oder 12 Monaten "loesen" sollen. Da wird die Theraphie als Erfolg abgeschlossen, wenn die "Symtome" aufhoeren. Natuerlich hat man wohl ueber die Ursachen der Sucht gesprochen aber aber um "Nachhaltig" zu theraphieren braucht es mehr Zeit und damit Geld. Aber wer will das schon da Suechtige, insbesondere kontroliert Suechtige, keine Energie mehr haben sich kritisch aufzulehnen.

    Apropo Energie, die Konzentration und staendige Selbstkontrolle fuer kontollierte Sucht ist soviel hoeher das es zum Lebeninhalt-Mittelpunkt wird. Das haben dann wohl auch die "10-30" % der troepfentheraphie erkannt und ganz aufgehoert.

    Aber ein Angabe von einer Spanne von 10-30 % macht mich ohnehin skeptisch, die Spanne spricht fuer grundsaetzlich ungenaue Angaben.

    Nur zur Unterstreichung ich habe erlebt wie Jugendliche mit nur wenigen Jahren Sucht nach 6-9 Monaten Theraphie gescheitert sind, wenn aber die Theraphien mit einem Trick gegen die Behoerdenauflagen um weitere 3-6 Monaten verlaendert wurden waren die Erfolgsquoten viel besser.

    Uebertragen Sie diese Beispiel mal auf einen Erwachsenen mit 10-20 Jahren sucht mit ambulanter und maximaler einmal woechentlicher Theraphie.
  7. #16

    Zitat von lindenbast Beitrag anzeigen
    Außerdem ist es in bestimmten Situationen oft schwierig, auf Alkohol zu verzichten. Man muss sich erklären. Der Sekt im Büro zur Feier einer Beförderung, die Einladung zum Essen...nicht immer kann man sich auf "Ich muss noch fahren" herausreden. Dann ist es doch besser, man lernt, einfach EIN Glas zu trinken und es dabei zu belassen.
    Oder man überwindet es und sagt: 'Ich möchte nicht.' Wenn jemand unbedingt nachfragen muss: 'Ich bin Alkoholiker.' Wer dann blöd guckt sollte sich selbst untersuchen lassen. Aber ich sehe ein, dass das schwierig ist.
  8. #17

    Seltsam, diese These

    Ich bin Alkie, habe vor 25Jahren entzogen und war rund 10Jahre frei.Dann taten sich familiere Probleme auf und schon war ich wieder dabei.Nach meiner Scheidung lebte ich abstinent, habe ab und zu mal volllaufen lassen zu hause und bin jetzt total clean. Einfach aufgehoert von heute auf morgen.

    Die beste und erfolgreichste Therapie, die sich leider nicht anbietet ist ein total gesundes Umfeld. Der Job muss Spass machen, die Familie auch. aber leider wo gibt es das denn?

    Das Gemeinste am Alkohol ist die verzoegerte Wirkung!!!!!

    Und sehr viele Abhaengige wechseln einfach die Sucht!!!!

    Nun, in meinem jetzigen Umfeld weiss niemand, dass ich usw.
    Das hilft enorm!!

    In meiner Therapie hatte ich einen Suchtbearbeiter, der selber Alki und Fixer war, das hat mir auch sehr geholfen. solange trocken zu bleiben.
  9. #18

    Zitat von Inuk Beitrag anzeigen
    Mir fällt es leichter keinen Alkohol zu trinken, als ein oder zwei Gläser Wein. Wenn ich beispielsweise ein Glas Wein zum Essen trinke, werden so viele Glücksgefühle freigesetzt, dass ich unbedingt mehr trinken möchte. Aber das tue ich nicht und fühl mich deshalb nicht mehr so wohl, wie vor dem ersten Glas.

    Wahrscheinlich bin ich gefährdet und trinke daher lieber gar nicht.
    finde ich die genau richtige methode. was versäumt man schon groß wenn man nichts trinkt. im falle einer fehlenden trinksperre kann man leicht eine abhängigkeit entwickeln. so ist es allemal besser gleich garnichts zu trinken und man muss sich nicht mit pseudokontrolle rumquälen.
  10. #19

    kontroliertes trinken?

    Das funktioniert ganz bestimt nicht, wer schon jahrelang sehr viel trinkt kann nicht mehr dieses kontroliert tun.
    Entweder man macht ein entzug/endgiftung und danach psychologische behandlung und kein tropfen mehr trinken oder derjenige trinkt weiter wie bisher.

    Ich kenne das aus eigene erfahrung








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