Zitat von
3-plus-1
Ja, das kann ich nachvollziehen und es korreliert auch mit den Daten zum Westen, wo der Alkoholkonsum bis in die 1970er höher war. Genau bis dahin - also zur Ölkrise - war das Leben im Westen nämlich auch problemloser (quasi Vollbeschäftigung).
Ich weiß in solchen Threads tauchen natürlich auch Poster auf, die jeden, der ein Bier zur Hand nimmt - und das auch noch genießt - gleich als Alkoholiker darstellen. Doch so ist die Realität nicht!
Warum wird aber heute weniger getrunken? Weil alle "so vernünftig sind und Alkohol als Gift sehen"? Blödsinn! Es läuft doch so ab, dass - grillt man auf einen Freitag - mindestens 35% der Leute am Samstag noch arbeiten müssen und nichts trinken, weitere 35% mussten auch am Freitag so lange arbeiten, dass sie nur direkt mit dem Auto von der Firma kommen konnten und nichts trinken. Für die verbliebenen 30% gibt's dann vielleicht 'ne Kiste Bier. Das bedeutet also eigentlich würden alle gerne mal ausgelassen feiern, aber das gesellschaftliche Korsett ist so eng, dass da kein Raum mehr zum Ausschlafen ist.
Tja und dann noch die Anti-Alkoholiker. Brandmarken zwar jedem der trinkt als Alkoholiker, doch wenn man näher forscht verzichten sie nicht aus gesundheitlichen Gründen auf den Alkohol, sondern weil sie _niemals_ das Gesicht verlieren wollten. Menschen die sich - gefühlt - permanent in einer Konkurrenzsituation sehen: Hier könnte ein Nachbar vielleicht später mal mein Chef sein! Niemals aus der Rolle fallen immer beherrscht sein. Ein Effekt, der mit Social Networks und Handycams noch viel mehr um sich greift, so das jedes Tun lebenslauf- und bewerbungskonform zu sein hat!
Genau dies musste man in der BRD bis Mitte der 70er gar nicht bedenken und im Osten war das bis zur Wende kein Thema. Aber motzen wir ruhig über den Osten und freuen uns, dass nun die Leute mit 50 und Herzinfarkt abklappen, aber die Leber dann noch Topwerte hat!