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Albanerin in Deutschland: "Grandios, so was als Ausländerin zu leisten"

Sandra OttenwälderSie lebt in zwei Kulturen, spricht zwei Sprachen, hat zwei Heimaten: Egzona Hyseni, 18, ist Kosovo-Albanerin in Deutschland. Sie geht aufs Gymnasium, ist Klassenbeste in Deutsch, muss ständig ihren Namen buchstabieren und die Frage beantworten: Woher kommst du? Das nervt sie! Sehr!

http://www.spiegel.de/schulspiegel/l...833143,00.html
  1. #150

    USA, Kanada, D, ...

    Zitat von Lumi Beitrag anzeigen
    Ich habe diesen wunderbaren Artikel gelesen und konnte dabei kaum meine Tränen verhindern. Alles was dieses wunderbare Mädchen geschrieben hat, kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen, zumal ich selber deutscher- und kosovarischer Staatsangehöriger bin. Ich habe in Deutschland erfolgreich studiert und war zunächst zutieft enttäuscht, als ich auf meine Bewerbungen nur Absagen bekam, obwohl meine "echt deutschen" Kommilitonen mit schlechteren Zeugnissen sofort eine Stelle bekamen. Anstatt zu resignieren, entschloss ich mich, selbständig zu machen, mit Erfolg und bis heute glücklich. Ein bitterer Geschmack ist trotzdem geblieben, zumal man mich, genau so wie unsere sympathische Autorin dieses Artikels, nicht vorwerfen kann, nicht integriert zu sein. Ich besuche auch regelmäßig den Kosovo und treffe dort jedes Jahr Familienangehörige, die in den USA, England oder Kanada leben. Für diese Menschen ist es vollkommen normal zu sagen (und Fühlen), "ich bin Amerikaner", "Ich bin Kanadierin". Ich kann das gleiche leider nicht behaupten und ich quäle mich seit Jahren mit der Frage: "Warum wohl nicht!". Es liegt bestimmt nicht daran, dass ich dieses Land (Deutschland) nicht liebe, denn das tue ich. Ein Stück Gefühl, dazu zu gehören, fehlt leider trotzdem.
    Sie sprechen aus der Seele unzähliger, höher gebildeter Einwanderer in Deutschland! Dem ist leider nichts hinzuzufügen.

    Ich frage mich auch jedes Mal, wenn ich meinem Heimatland bin, warum ich mich dort als Deutscher fühle, aber in Deutschland nicht. Fazit: Man ist deutscher, als manch ein Deutscher (!), aber man wird nicht als solcher gesehen.
  2. #151

    Von Fritzl Mayrhuber, Cem Özdemir und Peer Hansen

    weiß jeder:
    Fritzl Mayrhuber kommt aus Süddeutschland oder Österreich,
    Cem Özdemir ist türkcher Herkunft und Peer Hansen ist aus Norddeutschland - irgendwo an der Küste....

    Da fragt keiner: Wo kommen Sie her?

    Die "Abstammung" ist offensichtlich. So viel wissen "die Deutschen".
    Bei "Egzona Hyseni" sind viele "ratlos". Wo kommt der Name denn her?
    Klingt nich wie "Woitcek Kwiatkowski" oder "Ivan Karpow"...

    "Die Deutschen" reisen viel - aber wer fährt schon nach Albanien?
    Heute, meine ich?

    O.k. in Bayern auf dem Dorf - überhaupt "auf dem Dorf" fällt man als "Migrant" (huhu, wie wurden nur die "Ostpreußen" nach der Flucht bloß angesehen?) halt auf.
    Das ist oft nicht mal eine Frage der Haut- und Augenfarbe!

    "Wo kommen Sie her?", die Frage wurde mir innerhalb Deutschlands schon oft genug gestellt. Und ich bin "Deutscher" (wenngleich wohl auch italiensiche und französische Vorfahren vor Generationen in meiner Familie vorkamen)...

    Man kann sich daran stören. Es als "ausgrenzend" und "diskriminierend" betrachten. Das muss es aber bei weitem nicht immer sein!
    Es ist oftmals nur eine Standardfloskel "der Deutschen", die immer schon (man denke an die Kleinstaaterei vor der Gründung des deutschen Reiches!) eine Rolle gespielt hat. Nicht nur in diesem Land!

    Ein Nordfranzose und ein Südfranzose, ein Norditaliener und ein Süditaliener, ein Thai aus dem Isaan und ein Thai aus dem Süden - sie sind unterschiedlich. Sprechen andere Dialekte der selben Sprache, können sich oftmals nicht einmal verstehen (die Schwierigkeiten dürfte ein Nordfriese mit einem Bayern auch haben - oder ein Berliner mit einem Kölner, etc.!).

    Herkunft ist ein Teil der Identität eines Jeden von uns.

    Herkunft kann man nicht einfach abstreifen, sondern nur überdecken.
    Überdecken bedeutet jedoch einen Teil von sich aufgeben zu müssen.
    Das kann und darf nicht das Ziel sein!

    Wichtig ist aber, dass Herkunft - bzw. das Zusammentreffen und Zusammenleben von Menschen verschiedener Herkunft von allen Seiten als Chance und Bereicherung gesehen wird. Nicht als Bedrohung.

    Da haben viele "Deutsche" noch viel zu lernen. Einige Migranten auch.
    Das Nordlicht in München genauso, wie der Baatzi in Hamburg oder Ivan in Köln....
  3. #152

    Zitat von Lumi Beitrag anzeigen
    ....Ich besuche auch regelmäßig den Kosovo und treffe dort jedes Jahr Familienangehörige, die in den USA, England oder Kanada leben. Für diese Menschen ist es vollkommen normal zu sagen (und Fühlen), "ich bin Amerikaner", "Ich bin Kanadierin"....
    Amerikaner oder Kanadier sind doch nur die Zugewanderten,
    die rechtmäßigen Bewohner sind immer noch "Indianer".
  4. #153

    Ratet mal

    Woher komme ich? Mein Nachname lautet "Childs"
  5. #154

    Ich finde diese Artikel leider unnötig, da dieses Problem kein richtiges Problem ist. Zum Beispiel bin ich auch ein sehr guter Schüler aus Algerien, d.h. ich habe auch Migrationshintergründe, trotzdem sieht man mich nicht bei Spiegel Online. Deswegen finde ich diesen Artikel einfach unnötig und unpassend, da dieses Mädchen eine von 100 Migranten ist, die solche "Probleme" hat. Wieso sollte sie eine extra-Wurst kriegen? Wie gesagt, richtig unnötig!
  6. #155

    aha

    Zitat von prioris Beitrag anzeigen
    15 Mio. Bunderbürger haben inzwischen "Migrationshintergrund", Tendenz - stark steigend. Wenn man die alle täglich fragt "Und woher kommen Sie eigentlich"??? Irgendwie lächerlich. Aber damit wird einem immer das Gefühl vermittelt nicht dazu zu gehören und das ist meiner Meinung nach eine der Hauptgründe warum sich so viele dem Ganzen verweigern. Egal was man anstellt und wie sehr man sich bemüht, bleibt man immer "der Fremde", "der Andersartige", "der der nicht dazu gehört". Daher halte ich mich selbst für einen echten Europäer und betrachte Europa als meine Heimat.
    Ich versteh Ihre Aufregung nicht. Was mache ich mit einem Afrikaner, mit dem ich zusammenarbeiten soll? Nachfragen oder so tun, als hätte ich kein Interesse an der Person ? Durch nachfragen lernt man.
    Kennen Sie Mazedonien? Ich nicht. Fragt man nach dem wieso und wie gehts da zu, man ist um eine Erfahrung reicher.
    Die Kosovaren, die ich kennengelernt hab, die haben alle gerne von ihrer Heimat erzählt und waren samt und sonders nicht beleidigt.
    Wenn mir ein Mansour über den Weg rennt und ich mit dem zu tun habe, dann darf ich bitte auch fragen woher er kommt. Durch ihn habe ich ein bisschen Einblick in die Zustände von Iran bekommen.
    Das hat doch alles mit Ausgrenzung nix zu tun. Das ist für meine Begriffe Wertschätzung am Gegenüber.
    Ich habe einen Deutsch-Argentinier gekannt. Hätten wir nicht geredet, vieles hätte ich nie erfahren. Sein Nachname war verdächtig. Also fragt man. Dümmer wird man davon nicht.
  7. #156

    So ist es....

    Zitat von Davoud_ Beitrag anzeigen
    In anderen Laendern ist es ganz normal dass man gefragt wird woher man kommt. In amerika sagt man dann auch ganz normal und stolz ich bin amerikaner mit iranischen wurzeln.
    NUR in deutschland ist die frage woher man kommt verpoent.
    Mich stoert es kein bischen wenn mich die leute fragen woher ich komme.
    Ich habe auch das Gefühl, dass hier ein Problem(chen) generiert wird, das eigentlich keines ist. Meine Frau lebt seit 30 Jahren in Deutschland, ist auf 100 Meter Entfernung als "Ausländerin" zu erkennen und hat überhaupt kein Problem damit, wenn jemand auf anständige Art nach ihrer Herkunft fragt. Im Gegenteil, es ergaben sich im Laufe der Jahre dadurch Bekanntschaften, die normalerweise sonst nicht entstanden wären. Auch ich werde im Heimatland meiner Frau sehr oft gefragt, woher ich komme. Das eigentliche Problem in Deutschland sind Gesetze, die nicht richtig durchdacht sind und oft zu Ungerechtigkeiten führen. So durfte meine Frau in den 80er Jahren nicht einmal einen Antrag auf Einbürgerung stellen, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt schon Mutter von zwei Deutschen Kindern war und über fünf Jahre mit mir (nach deutschem Recht) verheiratet war.
    Und auch in der Klasse meines Sohnes war ein Kind einer Kosovo-Familie der Beste im Fach Deutsch, der Vater von ihm hatte einen festen Job und war beliebt beim Arbeitgeber und trotzdem musste die Familie zurück in ihr Heimatland.
  8. #157

    Kann man.

    Zitat von Blaue Fee Beitrag anzeigen
    Meine kleine Halbschwester ist Halb-Deutsche, Viertel-Mexikanerin und Viertel-Chinesin mit Geburtsort Singapore. Optisch eine gelungene Mischung (braune Haare, braune Augen, helle, leicht gelbliche Haut) und definitiv Deutsche in Wien (für die Österreicher sogar Bayerin).
    Ihre Freunde sind u.a. Russlanddeutsche, Deutsch-Perserinnen, Deutsch-Chinesinnen, Deutsch-Kolumbianer, Deutsch-Amerikaner - alle fühlen sich der deutschen Kultur genauso zugehörig wie die ihres anderen Elternteils.
    Zum Oktoberfest wird dann in München Lederhose oder Dirndl getragen. Bei ihrer chinesischen Freundin, die sich dann passend die Haare blond färbt und blaue Kontaktlinsen trägt, sieht das dann besonders witzig aus. Man kann ja auch mit den Kulturen spielen und feiern und muss das alles nicht so bierernst nehmen.
    Man kann damit spielen. In Deutschland macht´s nur wenig Spaß - warum das so ist, zeigt ganz gut der Artikel, dessen recht simple Botschaft die deutschen Leser ja nicht so gern wahrhaben wollen.

    Wie gesagt: Wir sind weg. Wir kommen auch nicht zurück.
  9. #158

    Man muss es erleben!

    Für mich ist dieser Artikel besonders interessant! Und nun stellt euch erschwerend vor: Papi stammt aus dem Kosovo und Mami ist deutsch! Verwirrend: muttern spricht so gut Albanisch wie Herr Papa.. Sie kocht Albanisch.. Ja sie denkt sogar Albanisch ( was bestimmt nicht immer einfach ist).. Aber zurück zum Thema: doch meine lieben Freunde - es nervt ständig erklären zu müssen woher der ach so seltsame Name stammt! Warum ich als Albanerin blond bin!? Die frage: bekommst du denn als Mädchen auch Anerkennung von deinem Vater, wenn du gute Noten schreibst? Hä? Was ist los? Jaaa, einige denken sich: wer fragt denn so etwas? Ja, meine lieben: die Lehrer dieses landes! Und warum sollten das Ausnahmefälle sein?? Gebürtige deutsche! Und es stimmt: in Deutschland immer die kosovarin - und im Kosovo immer die deutsche! Aber ich seh es ähnlich wie die junge Dame: ich nehme mir aus jeder Kultur genau das was ich mag.. Somit bin ich die familienliebende, überpünktliche,sauberkeitsfanatische, christlich-muslimische deutsch-Albanerin! Und genau das bin ich...


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