APDer US-Senat schlägt Alarm: In amerikanischen Waffensystemen sind große Mengen gefälschter Elektronikteile verbaut worden, die meisten stammen aus China. Experten fürchten, dass die Billigware auf dem Schlachtfeld versagt - eine tödliche Gefahr für die Soldaten.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/t...834445,00.html
Sicher. Da sie die Chips aber nicht herstellen, sondern nur welche aus amerikanischer Fertigung umlabeln, haben sie diese Möglichkeit nicht. Übrigens geht es hier nicht um sensible militärische Bauteile sondern um Standardchips nach MIL-STD, die sie auch beim normalen Elektronikhändler kaufen können, siehe z.B. hier für die militärische und hier für die in etwa äquivalente zivile Variante eines Signalprozessors. Der Blick auf den Stückpreis zeigt, welche Gewinne drin sind.
Ein herrlicher Bericht! Vielleicht sollte man mal untersuchen, wie viele Unfaelle in den letzten 10 Jahren auf solches minderwertiges US-Material zurueckzufuehren sind - besonders bei NATO Streitkraeften?
Ich plaediere ausserdem dafuer, dass die US-Hersteller dieses Schrotts in diesem Falle erst einmal Ihre Unschuld beweisen muessen. Schadensersatzzahlungen in Milliardenhoehe sind vielleicht noch viel zu zu billig.... Ob sich die Partner wohl dazu aufraffen koennen?
Die Lieferanten der Fakes aus UK und Kanada haben Ihre Bueros sicherlich nicht in den dortigen China Towns? Nein, nie in Leben...
Wahrscheinlich keine. Wir testen Consumer-Bauteile relativ regelmäßig in den militärischen Temperaturbereichen. Die Ausfallraten sind in den letzten Jahren da kaum noch höher. Ausnahmen sind die Bauteile, deren MIL-Version eine andere Gehäusetechnik aufweist (z.B. Keramik), aber die dürften hier nicht betroffen sein, da das relativ leicht zu erkennen ist.
Das ist wieder ein Beitrag aus der 1001 China-Nacht-Maerchensammlung.
Ich bin Firmeninhaber in China und produziere elektronische Geraete fuer den USA- und den europaeischen Markt. Fuer einen Einkaeufer, zumal aus einem sensiblem Bereich, waere es mit relativ geringem Aufwand sehr wohl moeglich auf die Verwendung echter vorgeschriebener Bauelemente zu achten und das zu kontrollieren. Auch hier in China waere das problemlos moeglich. Aber nur, wenn der Einkaeufer das will - dann muss er aber darauf verzichten, dem Pentagon Schund anzudrehen.
... und dann auf andere zeigen die nur geliefert haben, was man bestellt hat.
Klingt nach "EU".
Nachdem US-Behörden über Hintertürchen inoffiziellen Zugang zu allen Windoof-Rechnern weltweit haben und jedwede weltweite Kommunikation mitlesen/-hören können, Viren und Manipulationsprogramme in iranische Atomanlagen-Netzwerke einschleusen oder seinerzeit die irakische Flugabwehr damit lahmgelegt haben, behalten es sich unsere chinesischen Freunde bestimmt vor, amerikanische Gefechtsanlagen unter maximaler Beanspruchung, unwirksam werden zu lassen.
Aber macht alles nix, die US-Army wird ihren China-Müll jetzt bestimmt ausmustern und nach Timbuktu, Saudi-Arabien oder den Nato-Verbündeten verscherbeln – sollen die sich damit rumschlagen bzw. vom Himmel fallen.
Parallel dazu werden die US-Army bzw. deren Zulieferfirmen nun bestimmt ganz viele Qualitätsmanager einstellen… also falls jemand nen Job sucht und auswandern möchte...
Ein gutes Beispiel ist die V-22 Orsprey, Entwicklungsbeginn 1983, Erstflug 1989, Einfuehrung 2007.
Wir schreiben das Jahr 2012 und die V-22 steckt voller 80er MIL-Bauteile. Diese waren 83 schon gegenueber ihren COTS-Bruedern veraltet.
1983 hat niemand geglaubt das die Einfuehrung erst 2007 erfolgen wuerde,
Versuchen Sie einmal fuer irgendeine Elektronik aus den 80ern Bauteile zu beschaffen.
Das ganze laeuft unter „Parts Obsolescence Management“.
http://www.dmea.osd.mil/docs/acquisition_guidelines.pdf
Wenn dann noch ein asymetrischer Krieg eintritt, in dem Kriegsgeraet viel benutzt wird, aber nicht zerstoert, dann braucht man auf einmal mehr Ersatzteile als geplant.
Irgendwann sind die Bestaende beim Hersteller und beim OEM aufgebraucht, trotz funktionierendem „Product Life-Cycle und Obsolescence Management“.
Dann spielen „Electronic Part Broker“ eine grosse Rolle. Die besorgen solche Teile oft aus oft dubiosen Quellen, manchmal bei Ebay. Da sind dann auch eine Menge Leute mit krimineller Energie unterwegs.
Irgendwann ist dann eine Modernisierung faellig.
Dort wird heute oft COTS (Commercial Of The Shelf) spezifiziert und akzeptiert. Automotive Komponenten sind sehr beliebt, weil preiswert, zuverlaessig und fuer Umweltbedignungen, aehnlich MIL, qualifiziert.
Also keine Aufregung.
Gruss
Varesino
Das ist vor allem ein Artikel, der die notwendigen Hintergrundinformationen vermissen läßt. Es geht hier nicht um aus China bezogene Geräte oder dort gefertigte Bauteile. Es geht um amerikanische Chips, die von Zwischenhändlern in China von "Consumer" auf "MIL" umgelabelt wurden. Die Zwischenhändler müssen nicht mal chinesische Firmen gewesen sein.
Ich nehme nicht mal an, dass die betroffenen Chips besonders billig verkauft wurden - das wäre ja auffällig. Man bietet einfach einen Batch zu guten, aber handelsüblichen Konditionen an. Kommt der Kauf zustande, dann kauft der Händler seinerseits Consumer-Chips und läßt sie bei einer einschlägigen chinesischen Firma umlabeln. Ist bei den üblichen Preisaufschlägen von 100 - 1000% ein gutes Geschäft.