AKW-Katastrophe: Todeszone Fukushima

Sie mussten ihre Häuser, ihr Vieh, ihre Felder zurücklassen: Nach dem Unglück im AKW Fukushima flohen Tausende Menschen aus der Gefahrenzone. Viele leben in Auffanglagern - Experten gehen davon aus, dass sie niemals zurückkehren können.

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,753807,00.html
  1. #90

    Russisch Roulette

    Zitat von Tsardian Beitrag anzeigen
    Nun ich weiß nicht welche Daten Spon bringt oder nicht bringt. Strahlenwerte beim Kraftwerk bekommen sie in Deutsch ziemlich umfangreich auf der Homepage von der GRS:

    http://www.grs.de/informationen-zur-...gawa-und-tokai
    1. Grafik für die Strahlung von verschienden Messpunkten am Gelände. Am Westtor des Geländes, 1 km voden Reaktoren entfernt beträgt sie momentan um die 100 Microsievert. Die Strahlung ist wie man gut erkennen seit ca. 7 Tagen fallend. In der 2. Grafik sind die Strahlenwerte für das Kraftwerk Daini (ein anderes, war auchmal kurz in den Medien, aber dort ist alles ok) aufgelistet. Dieses liegt einige km entfernt (aber immer noch weit in der Sperrzone) und hier beträgt die Strahlung momentan 10 Microsievert/h. Das ist erhöht, aber sicher nicht tödlich.

    Sehr viele Strahlenwerte von verschiendene Messpunkten ausserhalb der 20km Zone bekommt man auf der Seite der MEXT:
    http://www.mext.go.jp/english/radioa...il/1304082.htm
    http://www.mext.go.jp/english/radioa...il/1304275.htm

    Da ist einfach nichts mit "Todeszone".
    Der Begriff "Todeszone" mag vielen überspitzt vorkommen.
    Sie müssen aber bedenken, dass die Gefahr in der näheren Umgebung durchaus auch kutzfristig lebensgefährlich sein kann.

    Weil Menschen, die dorthin zurückkehren vielleicht auch kontaminiertes Wasser trinken, Lebensmittel essen, die sie aus der Erde buddeln oder andere Sachen zu sich nehmen, über deren Grad der Kontaminierung sie gar nichts wissen können. Auch kann niemand wissen, wie stark manch Gebiete kontaminiert sind, da sich die Kontaminierung nicht flächenmäßig gleich ausbreitet. Sie kann an einigen Stellen lebensgefährlich hoch sein, währen 1km entfernt kaum was zu messen ist. Mit Menschen, die man in die Gegend läßt, spielt man russisch Roulette
  2. #91

    "Eine neue Art von Denken ist notwendig, wenn die Menschheit weiterleben will."

    Zitat von Themostikles Beitrag anzeigen
    Ich werde Ihnen da ein wenig helfen müssen. Wenn Yukio Edano (der "Regierungssprecher") sagt, dass die Möglichkeit bestehe, das einige Brennstäbe "beschädigt" seien, wahrscheinlicher sei aber, dass Rohre oder Ventile die Ursache für die Stahlungslecks seinen, dann sollten Sie als Realist mit einiger Wahrscheinlichkeit damit rechnen, dass der BEHÄLTER ZERSTÖRT IST.
    So sehe ich das auch. Deshalb rede ich vom Tod tausender. Nicht weil Lecks in den Rohren sind. Sondern weil das Teil so langsam aber sicher "abraucht".
    Und es tut mir Leid wenn mir die Sensibilität bei dem Thema abgeht, Die Mutter meiner Freundin ist grade an den Spätfolgen von Tschernobyl (MS) gestorben.

    Verstrahlung,Strahlentod,tod... Lieber sofort Tot...als "das" was mit ihr passiert ist. Und wenn ich on "so gut wie tot" spreche rede ich nicht von"ich falle um und bin hinüber" ich rede vom schleichenden alles abtötenden Strahlentot über lange qualvolle Jahre...

    Und das ist kein Bild was ich besonders schrecklich ausmale...sagen wir ich habe es sogar noch geschönt.

    Und nur weil ich Mahne (was jeder von euch tun sollte) und eben keine rosarote Brille trage müsst ihr mich als Troll beschimpfen?

    "Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt."
    -Albert Einstein
  3. #92

    .,-

    Zitat von duffybarracuda Beitrag anzeigen
    Das Vieh ist ersoffen und von den Häusern ist ausser Schutt nichts mehr übrig...ihre Situation ist dieselbe wie für alle anderen Tsunamigebiete. Alle sitzen sie in Notunterkünften. Sollte eine Rückkehr ausgeschlossen sein, werden Sie sicherlich besser entschädigt, als all die anderen die bei der Naturkatastrophe alles verloren....aber schöner Propaganda-artikel mal wieder, darf ja nicht angehen, dass Fukushima kaum etwas angerichtet hat.
    Der Unterschied ist das die Einen wieder aufbauen können, während die Anderen nicht mal mehr ihr Familienalbum holen können, selbst wenn das Haus unbeschädigt geblieben ist.
    Zu Entschädigungen kann man keine Aussagen treffen. Denn das Ausmaß der Katastrophe ist noch nicht abzuschätzen. Wenn der Wind schlecht steht und oder eine Explosion mit nuklearem Material stattfindet, steht Japan auf einen Schlag vor dem Staatsbankrott, und zwar einem substantiellen. Japan als Staat in heutiger Form wird es dann nicht mehr geben und was mit Ansprüchen gegenüber dem Staat passiert ist ungewiss.
  4. #93

    ---

    Zitat von Stefan Ulzheimer Beitrag anzeigen
    Mir ist nicht ganz klar, was Frau Vollmer dazu qualifiziert über solche Themen zu schreiben. Der Artikel ist einer Praktikantin nicht würdig. (...)
    Ach, Sie und Ihre Branche brauchen uns auch kein U fuer ein A mehr vorzumachen, Herr Ulzheimer.
    Frau Vollmer nennt das Kind zumindest beim Namen.

    Ansonsten empfehle ich Ihnen ein Tagesmenue aus Fukushima. Ist alles nicht gefaehrlich, unmittelbar, oder wie war das nochmal?
  5. #94

    Schwere Störfälle sind kein Hirngespinst

    Schwere Störfälle in Atomkraftwerke sind mit einer sehr niedrigen Wahrscheinlichkeit zu erwarten. Wenn weltweit genug Reaktoren betrieben werden - so wie es der Fall ist -, dann ereignet sich alle paar Jahre ein Schwerer Störfall.
    Das steht in allen Büchern und Vorträgen zu diesem Thema, aber es wollte und will offensichtlich niemand wahrhaben. Statt dessen wurden weltweit die Forschungsmittel für Schwere Störfälle zusammengestrichen und die Ergebnisse der Experten als Hirngespinste abgetan.

    Das Tragische an Fukushima ist, dass es mehrere Möglichkeiten gibt, Atomkraftwerke so nachzurüsten, dass genau diese Störfallsequenz sich nicht ereignen kann.
    Zwei Möglichkeiten der Nachrüstung finden sich unter
    www.tec-sim.de
    unter "Frage des Tages". Die Nachrüstung mit diesen Systmen ist sogar bezahlbar und kostet größenordnungsmäßig so viel wie das Jahresgehalt eines Vorsitzenden eines Stromkonzerns.
  6. #95

    Rechnen

    [QUOTE=Tsardian;7517356 Ab einer Strahlendosis von 100 Millisievert/Jahr erhöht sich die statistische Krebswarscheihnlichkeit um 1%. 100 MilliSievert bekommen aber sowieso nur die Arbeiter am Kraftwerk ab. Eine derartige Menge ist mit Werten wie 0,3 bis maximal 40 Microsievert/h wie am Rand der 20km Zone sowieso nicht zu erreichen, und die Strahlung wird auch mit der Zeit wieder den Normalwerten (vor allem ausserhalb der 20 km Zone) entgegenstreben.

    [/QUOTE]

    Wieviele Jahre wuerden Sie in einer Zone mit sagen wir einmal 10 Mikrosievert pro Stunde denn leben wollen? Wann ist fuer Sie die Zeit gekommen, Stunden, Wochen, Monate, Jahre, ab der Sie sich kein erhoehtes Krebsrisiko wuenschen?
    Bitte vorrechnen.
    mfG Beat
  7. #96

    Laienberechnung

    Zitat von Tsardian Beitrag anzeigen
    Ab einer Strahlendosis von 100 Millisievert/Jahr erhöht sich die statistische Krebswarscheihnlichkeit um 1%. 100 MilliSievert bekommen aber sowieso nur die Arbeiter am Kraftwerk ab. Eine derartige Menge ist mit Werten wie 0,3 bis maximal 40 Microsievert/h wie am Rand der 20km Zone sowieso nicht zu erreichen, und die Strahlung wird auch mit der Zeit wieder den Normalwerten (vor allem ausserhalb der 20 km Zone) entgegenstreben.
    Der Haken an ihrer Rechnung liegt darin, das es sich dabei um Strahlung handelt, die äußerlich auf einen einwirkt. Das Problem in Fukushima ist aber nicht die Strahlung, es sind die freigewordenen Isotope, die strahlen. Sobald sie diese einatmen oder sie durch Nahrung in ihren Körper gelangen, sehen die Zahlen ganz anders aus.

    Übrigens: Es gibt Messungen in 45 km Entfernung, in denen die Gammastrahlenintensität bei 40 Mikrosievert/h liegt. Wenn man einfach mal ignoriert, das Alpha- und Betastrahlung dabei gar nicht in die Rechnung mit aufgenommen werden, bedeutet das eine jährliche Belastung von 350 Milisievert. Addieren sie jetzt noch die Belastung durch Isotope die in den Körper gelangen, und die Sache mit dem Krebsrisiko sieht ganz anders aus.

    Informieren sie sich also bitte, bevor sie sich selbst mit unfundierten Aussagen blamieren.
  8. #97

    Kreismittelpunkt ...

    Zitat von tomtomtomtomtom Beitrag anzeigen
    Schon verständlich, daß man die Evakuierungszone möglichst klein halten will. Wir reden ja immer nur über den Umkreis, und da klingt 80 km natürlich viel sicherer als 20 km, aber durch das eklige quadratische Wachstum, ist das dann schon die 16-fache Fläche, die man - zumindest zeitweise - aufgeben würde.

    Radius [km] ---> Fläche [km^2]
    20 ----> 1.257
    30 ----> 2.827
    40 ----> 5.027
    80 ---> 20.106

    Vergleichswerte [km^2]
    Berlin ------------- 892
    Hessen -------- 21.115
    Deutschland - 357.112
    Japan -------- 377.835
    ... liegt aber zum "Glück" am Meer, welches man nicht evakuieren müsste / könnte, da dürfte man doch zumindest halbieren, oder? Schön ist natürlich trotzdem nicht, aber Berlin wollen wir doch auch nicht wieder halbieren ;-)
  9. #98

    .,

    Zitat von Tsardian Beitrag anzeigen
    "-nicht direkt" ist Unsinn. Entweder man bekommt eine letale Strahlendosis ab (so ab 2 Sievert, das schaffen aber auch die Arbeiter dort nicht, wenn sie nicht gerade in radioaktives Wasser im Reaktor hineinfallen), oder nicht. Wenn nicht, das ist......
    Ich weiß nicht wo sie ihre Zahlen her haben, aber ich bezweifele sie und vor allem ihre Interpretation. In Deutschland ist z.B. 6 Jahre nach Tschernobyl, das entspricht der Latenzzeit, die Leukämie-Quote gestiegen. Und das obwohl die in Deutschland beobachtete Strahlung weit unter den Werten lag, die als gesundheitsschädigend gelten. Auch geringe Strahlung hat (tödliche) Folgen. Das beweisen die statistischen Daten, die bei großen Bevölkerungsgruppen nach Tschernobyl gesammelt wurden.

    In der Gesamtukraine ist die Leukämie-Rate 35 mal höher als vor Tschernobyl, und dies wiederum obwohl nur ein kleiner Teil der Ukraine, anhand der Messwerte, als gesundheitsschädigend einzustufen ist.
  10. #99

    ehrenamtlich

    Zitat von Tsardian Beitrag anzeigen
    Naja ich warte darauf das ich wieder als bezahlter Atomlobbyist bezeichnet werde. ;)
    Ich finde unbezahlte Atomlobbyisten ehrlich gesagt viel gruseliger. ;)
    Für so rationale und sorgenfreie Menschen wie Sie wird Fukushima künftig interessant - falls es nicht dauerhaft Sperrzone bleibt. Nämlich wegen der extrem niedrigen Grundstückspreise, denn all die irrationalen Angsthasen werden den dortigen Immobilienmarkt verschmähen. Also, rasch hinziehen, Familie gründen und sie mit selbstangebautem Gemüse aus dem großzügig bemessenen Garten füttern... Wohl bekomm's!
    PS: Apropos Strukturschwäche, Arbeit gibt's da reichlich beim Sarkophagbau.