Realisten vs. Illusionisten? Aber wer ist wer? Das ist gar nicht so einfach. Sehen wir mal genauer hin.
Eine Seite behauptet: Es gibt Ungereimtheiten, also muss es eine Verschwörung sein. Wir leben also in der logischsten aller Welten.
Die andere Seite behauptet: Es gibt eine plausible Erklärung und folgert daraus: Also kann keine Verschwörung dahinterstecken. Mit Verlaub, das ist so intelligent wie zu behaupten, Schlümpfe seien blau, ergo könnten es keine Nazis sein.
Mit Verlaub: Beide Seiten erscheinen mir gleichermaßen unintelligent.
Verschwörungen, soviel ist sicher, gibt es tatsächlich. Man kann sie reihenweise aufzählen. IBM verschwor sich mit Microsoft, als es darum ging, die Entwicklungsarbeiten für die PS3 zu verraten und für die XBox 360 zu nutzen. Die Heuschrecken um Soros und Konsorten verschworen sich gegen das Volk von Thailand, um das Land in den Bankrott zu treiben und sich deren Geld Milliarden in die Taschen zu stecken. Die CIA verschwor sich gegen das eigene Volk, als sie Pläne hegte, zivile Flugzeuge abzuschießen und das Castro in die Schuhe zu schieben. Von den Verschwörungen zum Mord in Hinterzimmern in Tel Aviv bekommen wir ab und zu eine Pressemeldung, wenn wieder einmal ein arabischer Politiker oder Wissenschaftler einem Mordanschlag zum Opfer fällt. Usw. usf. Die Dunkelziffer - auch das sollte kein denkender Mensch bezweifeln - liegt bei Verschwörungen naturgemäß extrem hoch.
Bliebe noch die Frage: Wer ist der Realist, wer der Illusionist? Ist jener der Realist, der den offiziellen Verlautbarungen glaubt, sofern sie (relativ) widerspruchsfrei sind? Dann denkt er kurioserweise so wie der Verschwörungstheoretiker, der auch in der logischsten aller Welten lebt. Oder ist er der Illusionist, der aus Worten sich eine Wirklichkeit zusammenbastelt, die ihm gefällt?
Denken, soviel ist sicher, ist anstrengender als glauben.
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