Aggressives TV-Duell in Frankreich: Verachtung und Abscheu

DPAEs war die aggressivste Debatte, die es in einem französischen Präsidentschaftswahlkampf je gab: Nicolas Sarkozy wollte unbedingt den Befreiungsschlag gegen seinen Herausforderer François Hollande. Er provozierte, agitierte. Und wurde Opfer seiner eigenen Taktik.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...831049,00.html
  1. #140

    Es ist schwierig, einen objektiven Bericht über ein subjektives Ereignis abzugeben:-)

    Zitat von wohlmein Beitrag anzeigen
    Muss man sich wirklich dreistündige französische Rededuelle live anschauen, um zu wissen wie es gelaufen ist?
    Selbst dann wissen Sie nur, wie Sie selbst das Duell einschätzen. Vermutlich wird es aber auch in Ihren Bekanntenkreis Leute geben, dass das anders bewerten würden.
    Zitat von wohlmein Beitrag anzeigen
    Das ist mir zu anstrengend, da warte ich lieber das Wahlergebnis ab. Ich habe die Hoffnung das unterschiedliche Quellen wenigsten in der Lage sind, gleiche und richtige Zahlen widerzugeben, klappt beim Fußball ja auch.
    Dann wissen Sie wie das Spiel (die Wahl) ausgegangen ist. Wessen Klappe in den Kommentaren vor dem Spiel aber die überzeugendere war, ist davon ziemlich unabhängig! :-)
  2. #141

    Besser als jeder Journalist

    Wenn das so stimmt, hat Hollande eine meisterliche Taktik verfolgt.

    Immer sehr konkret auf die Misserfolge des Gegenübers eingehen, ohne zu übertreiben (der kann nicht kontern, weil sein Gegenüber ja nicht an der Macht war). Nicht das Blaue vom Himmel zu versprechen, sondern sagen, ich als Präsident würde die Franzosen als intelligente Wesen ernst nehmen und zeige es mit sauberer Argumentation in deutlicher Sprache.

    Wie oft versuchen Journalisten Politiker festzunageln. Die reagieren als Pudding und wackeln ein wenig. Hier hat man Kampf-Intelligenz in Form eines Puddings erlebt. Konkret, ausgehärtet, präsent. Und der andere aufgeregt, eifernd und wenig präsidential.

    Ich respektiere solche Typen, die nur mit Intelligenz, Wissen und ausgefeilter Technik die Macht erobern. Es braucht kein Krieg. Es braucht keine Tricks. Es braucht auch keinen Beifall. Das kluge Argument siegt immer. Weil es auch noch nachträglich wirkt. Das Spektakel des Hühnerhofs (Wahlkampfrhetorik) wirkt immer nur einen Augenblick.

    Was bleibt ist die Frage, ob er die Macht für die Menschen gebrauchen wird oder für die Befriedigung seines Anerkennungsbedürfnisses (Ego) missbraucht. Bei Sarkozy stellt sich die Frage nicht mehr. Er hat sie mit seinen unharmonischen Antworten oft beantwortet.
  3. #142

    Zitat von MütterchenMüh Beitrag anzeigen
    Wenn die Franzosen wirtschaftlich wieder auf die Erfolgsspur wollten, dürften sie sicher alles wählen, nur nicht die Sozialisten mit Hollande.

    Die 35 StundenWoche und ein hoher Mindestlohn sind alles andere als wirtschaftspolitische Erfolgsrezepte.
    Sie verwechseln da wohl etwas. Statt "Wenn die Franzosen wirtschaftlich wieder auf die Erfolgsspur wollten" meinen Sie "wenn Frankreich wieder auf die Erfolgsspur kommen soll."
    Wie das geht zeigt unser schönes Vorbild Deutschland:
    Löhne runter, Verbrauchssteuern rauf, Unternehmenssteuern runter, Renteneintrittsalter rauf, Sozialleistungen runter, Sozialkassenbeiträge rauf etc. pp. Kurzum: Deutschland geht es gut, wenn es der deutschen Wirtschaft gut geht und der geht es gut, wenn es den Arbeitnehmern schlechter geht.
    Dieses von Sarkozy auch für Frankreich empfohlene Vorbild scheint bei dessen Landsleuten nicht besonders gut anzukommen. Deutsche Michels, welche schon zufrieden und stolz sind wenn es "ihrer" Wirtschaft und "ihrem" Staat gut geht, die gibt es zum Glück nicht überall.