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Aggressives TV-Duell in Frankreich: Verachtung und Abscheu
DPAEs war die aggressivste Debatte, die es in einem französischen Präsidentschaftswahlkampf je gab: Nicolas Sarkozy wollte unbedingt den Befreiungsschlag gegen seinen Herausforderer François Hollande. Er provozierte, agitierte. Und wurde Opfer seiner eigenen Taktik.
http://www.spiegel.de/politik/auslan...831049,00.html
- #140 03.05.2012 19:02 von
Es ist schwierig, einen objektiven Bericht über ein subjektives Ereignis abzugeben:-)
Selbst dann wissen Sie nur, wie Sie selbst das Duell einschätzen. Vermutlich wird es aber auch in Ihren Bekanntenkreis Leute geben, dass das anders bewerten würden.
Dann wissen Sie wie das Spiel (die Wahl) ausgegangen ist. Wessen Klappe in den Kommentaren vor dem Spiel aber die überzeugendere war, ist davon ziemlich unabhängig! :-) - #141 03.05.2012 22:34 von
Besser als jeder Journalist
Wenn das so stimmt, hat Hollande eine meisterliche Taktik verfolgt.
Immer sehr konkret auf die Misserfolge des Gegenübers eingehen, ohne zu übertreiben (der kann nicht kontern, weil sein Gegenüber ja nicht an der Macht war). Nicht das Blaue vom Himmel zu versprechen, sondern sagen, ich als Präsident würde die Franzosen als intelligente Wesen ernst nehmen und zeige es mit sauberer Argumentation in deutlicher Sprache.
Wie oft versuchen Journalisten Politiker festzunageln. Die reagieren als Pudding und wackeln ein wenig. Hier hat man Kampf-Intelligenz in Form eines Puddings erlebt. Konkret, ausgehärtet, präsent. Und der andere aufgeregt, eifernd und wenig präsidential.
Ich respektiere solche Typen, die nur mit Intelligenz, Wissen und ausgefeilter Technik die Macht erobern. Es braucht kein Krieg. Es braucht keine Tricks. Es braucht auch keinen Beifall. Das kluge Argument siegt immer. Weil es auch noch nachträglich wirkt. Das Spektakel des Hühnerhofs (Wahlkampfrhetorik) wirkt immer nur einen Augenblick.
Was bleibt ist die Frage, ob er die Macht für die Menschen gebrauchen wird oder für die Befriedigung seines Anerkennungsbedürfnisses (Ego) missbraucht. Bei Sarkozy stellt sich die Frage nicht mehr. Er hat sie mit seinen unharmonischen Antworten oft beantwortet. - #142 05.05.2012 05:26 von
Sie verwechseln da wohl etwas. Statt "Wenn die Franzosen wirtschaftlich wieder auf die Erfolgsspur wollten" meinen Sie "wenn Frankreich wieder auf die Erfolgsspur kommen soll."
Wie das geht zeigt unser schönes Vorbild Deutschland:
Löhne runter, Verbrauchssteuern rauf, Unternehmenssteuern runter, Renteneintrittsalter rauf, Sozialleistungen runter, Sozialkassenbeiträge rauf etc. pp. Kurzum: Deutschland geht es gut, wenn es der deutschen Wirtschaft gut geht und der geht es gut, wenn es den Arbeitnehmern schlechter geht.
Dieses von Sarkozy auch für Frankreich empfohlene Vorbild scheint bei dessen Landsleuten nicht besonders gut anzukommen. Deutsche Michels, welche schon zufrieden und stolz sind wenn es "ihrer" Wirtschaft und "ihrem" Staat gut geht, die gibt es zum Glück nicht überall.
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