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Aggressives TV-Duell in Frankreich: Verachtung und Abscheu

DPAEs war die aggressivste Debatte, die es in einem französischen Präsidentschaftswahlkampf je gab: Nicolas Sarkozy wollte unbedingt den Befreiungsschlag gegen seinen Herausforderer François Hollande. Er provozierte, agitierte. Und wurde Opfer seiner eigenen Taktik.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...831049,00.html
  1. #130

    Unterschiede im Vergleich mit Deutschland

    Zitat von dunnhaupt Beitrag anzeigen
    Dem durchschnittlichen "Kleinen Mann" in Frankreich galt das frühe Rentenalter zu allen Zeiten als höchstes Lebensziel: ein bescheidenes Auskommen in Staatsdiensten und früher Ruhestand mit relativer Sicherheit auf Lebenszeit.
    m.E. sehr zutreffend geschildert.

    Hinzufügen sollten Sie wohl noch, dass der durchschnittliche kleine Mann in Frankreich nationalistischer und noch etwas fremdenfeindlicher ist als sein deutsches Gegenstück.
    Und genau deshalb sollte Sarko wohl noch nicht ganz abgeschrieben sein.
    Allerdings schadet ihm seine jüdische Herkunft, denn der "durchschnittlliche kleine französische Mann" ist noch immer einen Tick mehr antisemitsch.
    Wer französisch lesen kann, wird dies dies auch im Internet bestätigt finden.
    BTW
    Nutze die Gelegenheit, um hier die Lektüre von Avi Primor mit seinen Büchern >>An allem sind die Juden und Radfahrer schuld<<
    und >>Frieden in Nahost ist möglich<< zu empfehlen.
  2. #131

    Weshalb Ironie?

    Zitat von MiniDragon Beitrag anzeigen
    Na dann retten Sie sie mal schön "Ihre Welt"
    viel Erfolg und Selbstzufriedenheit dabei.
    ich habe alle Beitraege gelesen und meiner Meinung nach,hat Forist Koana Recht.Wer regiert,ist die Finanzwelt,nicht die jeweiligen Politiker.Es gibt Menschen,die haben das grosse Ziel,die Welt veraendern zu wollen und sind nicht faehig in Frieden im eigenen Familienkreis zu leben.Egoismus ist ganz gross geschrieben,und ich frage mich manchmal,warum der Mensch als soziales Wesen bezeichnet wird.Ich schreibe es zum wiederholten Male:Geld regiert die Welt. daran wird auch ein Praesidentenwechsel in Frankreich nichts aendern.
  3. #132

    ..

    Zitat von Fackus Beitrag anzeigen
    Das haben Sie schön gesagt: "Beschlüsse die vorher undenkbar waren". Das belegt aber eher die Absurdität dieser Beschlüsse als ein geeintes Europa.
    Eine Meinung ist immer noch kein Beleg.

    Ich stehe auch nicht hinter allen Beschlüssen. Allerdings stelle ich den Europagendanken mit den jetzigen Ausprägungen nicht grundsätzlich in Frage.

    Zitat von Fackus Beitrag anzeigen
    Das sollte nämlich auch in den Köpfen stattfinden, tut es aber nicht mehr.
    Was sollte bei wem in den Köpfen stattfinden?

    Zitat von Fackus Beitrag anzeigen
    Und das nicht nur, weil "Europa" unter fadenscheiniger Anbetung des Euro die Finanzmafia pampert, sondern aus vielen anderen Gründen.
    So gesehen wäre ein weiterer Riss gar nicht so schlecht.
    Sie meinen also, ohne Euro keine "Finanzmafia"? Das ist natürlich des Rätsels Lösung. Kein EURO= keine Spekulation.

    Auf politischer Ebene kann ich keinen großen Riss erkennen. Ich höre nur vor jedem EU Gipfel nationales Säbelrasseln um innenpolitisch Punkte zu sammeln. Meinen Sie das? Oder die unzufriedenheit der Bürger?
  4. #133

    Die Zahlen stehen im Le Monde Artikel drin

    Zitat von oaonorm1 Beitrag anzeigen
    Es geht nicht nur um Einkommensmillionäre!
    Was soll das mit dem dürfte? Sie wissen es also nicht.
    In Frankreich gibt es um die 30 Millionen Haushalte.
    Da sind mehr als 20000 betroffen, ich weiß es nicht dazu gibt es keine verlässlichen Zahlen, aber mich würde es sehr wundern, wenn da nicht zumindest .....
    Also wenn mein Schulfranzösisch mich nicht ganz im Stich läßt, dann sind die Steuerverschiebungen bis 72.000 € zu vernachlässigen (41% Grenzsteuersatz bei 70.000 - glückliche Gallier).
    Ab 150.000 steigt der Grenzsteuersatz von 41% auf 45% und ab 1.000.000 dann auf 75% nach dem Vorschlag von Hollande. Bislang gilt dort der Grenzsteuersatz von 41%. Der Unterschied ist also bis zur Million nicht all zu groß.
    Und in der letzten Tabelle steht die Zahl der Betroffenen, wobei als Quelle auf den französischen Senat verwiesen wird. Dort stehen 35.000 Haushalte mit einem steuerpflichtigen Einkommen zwischen 130.000 und 360.000€, sowie knapp 4.000 mit einem noch höheren Einkommen.
    Btw. in D gehört man mit 120.000 zum Obersten Prozent der Einkommensbezieher
  5. #134

    Absurd!

    Zitat von MiniDragon Beitrag anzeigen
    Allerdings schadet ihm seine jüdische Herkunft, denn der "durchschnittlliche kleine französische Mann" ist noch immer einen Tick mehr antisemitsch.
    Wer französisch lesen kann, wird dies dies auch im Internet bestätigt finden.
    Sie fabulieren! Und mit dieser Aussage bleibe ich noch im freundlichen Bereich!
    Haben Sie sich uebrigens schon mal Gedanken ueber die "Wahrheit" des Internets gemacht?
    Wenn Sie von Frankreich etwas verstehen wollen, ueber Frankreich sachkundig diskutieren wollen, sollten Sie dort leben, denn Ihnen ist offensichtlich nicht die Gabe der Fernanalyse gegeben!
  6. #135

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Es war die aggressivste Debatte, die es in einem französischen Präsidentschaftswahlkampf je gab: Nicolas Sarkozy wollte unbedingt den Befreiungsschlag gegen seinen Herausforderer François Hollande. Er provozierte, agitierte. Und wurde Opfer seiner eigenen Taktik.

    Sarkozy und Hollande im TV-Duell: Verachtung und Abscheu - SPIEGEL ONLINE
    Ich lebe seit 38 Jahren in Frankreich.
    Man kann das Duell aus verschiedenen Perspektiven sehen.
    Hollande hat sich als Person besser präsentiert, obwohl er besonders
    im letzten Drittel Sarkozy andauernd unterbrochen hat. Sarkozy
    erschien nervöser und weniger "sympathatisch".
    In der Sache hat Sarkozy Recht, denn sein Programm macht Sinn und
    hat wenigstens die Chance etwas zu verbessern. Ein Sieg Hollands
    wäre ein Rückschritt für den Euro und sicher kein Fortschritt für
    Europa als Projekt, denn er will zurück zu Prinzipien die sich für
    Europa als Holzweg erwiesen haben. Er möchte den Franzosen den
    Glauben verkaufen, dass man mit weniger eigenen Anstrengungen
    beim Normalverbraucher, dennoch besser leben kann. So ne Art
    noch mehr Sozialstaat, aber halt mit weniger Anstrengung als bisher.

    Als der eiserne Vorhang fiel und als die Globalisierung voranschritt,
    war es klar, dass dies Auswirkungen auf die "westliche" Arbeitswelt
    haben würde. Zu versuchen sich davor langfristig zu isolieren ist
    und bleibt illusorisch und irreal. Man kann nicht i-pads haben wollen
    aber Club Med Lebensbedingungen im ganzen Jahr.
    Die Verschuldung der meisten Industrieländer wird uns wie ein Mühlrad
    behindern. Kapital wird dahin fliessen, wo es willkommen ist und
    Kapital wird immer wichtiger, denn Produktionsstätten können
    schneller als in der Vergangenheit "umquartiert" werden. Länder die
    glauben diesen Zwängen entgegnen zu können schaden sich
    langfristig. Das versteht Sarkozy und das muss Hollande noch lernen.
  7. #136

    Das Ergebnis am Sonntag zählt

    und sonst nichts. Egal ob Syrkozy Präsident der Grande Nation bleibt oder Hollande sein Nachfolger wird: Die Macht des Faktischen wird das Handeln des künftigen Präsidenten bestimmen. Faktisch hat Frankreich - wie Deutschland auch - zu viele Schulden. Ohne eine Kombination aus Wachstum, Steuererhöhung für die Reichen und Einsparungen im Staatshaust, wird die Schuldenkrise sowohl in Frankreich als auch in Deutschland in einem Fiasko enden. Ich bin kein CDU-Anhänger aber wenn die SPD und die Grünen an der Macht wären, hätten wir die Eurobonds und müssten statt knapp über einem Prozent bis zu 5 Prozent Zinsen für die Bundesanleihen bezahlen. Bei 1.800 Milliarden Schulden also statt 18 Milliarden 90 Milliarden Euro - jedes Jahr! Alleine aus diesem Grunde kann ich die SPD nicht wählen. Und in Frankreich? Hollande wird es sich nicht leisten können, die Schulden weiter zu erhöhen. Es sei denn, er führt Frankreich aus dem Euroraum und den Franc wieder ein. Aber selbst dann wird Frankreich an seinen Schulden ersticken.
  8. #137

    Tja, das war eine heftige Debatte am gestrigen 2. Mai. Sarkozy zitierte alle 47 Sekunden eine Zahl. Am ergreifensten war die Passage über die Kernenergie wo er der Grande Nation erklärte dass sie keine Bodeschätze besitze, dass er sich freute erklären zu können, dass sein Land die Kernenergie besitze. Er hat versucht seinen Gegner lächerlich zu machen weil dieser EIN Kraftwerk im Elsass, (37 Jahre in Betrieb) vom Netz nehmen will.
    Welch grosse Politiker der ansonsten Angela immer am Zipfel (ander Jacke) hängt? Wo bleiben Politiker mit Visionen, die in Europa etwas anders anstreben und bewirken als blose Handelsvertreter der Grossinvestitoren zu sein?
  9. #138

    Nicht genau gelesen

    Zitat von symolan Beitrag anzeigen
    Sie wollen die Wähler in der Mitte mit der Linkspartei einfangen?

    Und die Rechten mit mehr Zuwanderung? Und die Grünen mit neuen Atomkraftwerken? An Ihnen ist ein Politikgenie verloren gegangen.
    Ich habe gesagt, die SPD muss wieder für die Mitte atraktiv werden. Von Atomkraftwerken und Zuwanderung habe ich gar nichts geschrieben. Wie kommen Sie darauf?
  10. #139

    Glücklicherweise wählt noch die Wähler- und nicht die Euromehrheit!

    Zitat von MütterchenMüh Beitrag anzeigen
    Wenn die Franzosen wirtschaftlich wieder auf die Erfolgsspur wollten, dürften sie sicher alles wählen, nur nicht die Sozialisten mit Hollande.
    Die Frage ist nur, wer „Die Franzosen“ sind, die mit dem deutschen Modell des Lohndumpings und Deregulierung der Tarifautonomie durch Leiharbeit und Werksverträge „wieder auf die Erfolgsspur“ wollen.
    Zitat von MütterchenMüh Beitrag anzeigen
    Die 35 StundenWoche und ein hoher Mindestlohn sind alles andere als wirtschaftspolitische Erfolgsrezepte.
    Hungerlöhne sind sicher gut für die Exportwirtschaft, - aber leider deutlich weniger attraktiv für diejenigen, die so gezwungen werden, ihre Arbeitsleistung zu verschenken!
    Zitat von MütterchenMüh Beitrag anzeigen
    Zumal der Fiskalpakt definitiv nicht wieder aufgeschnürrt werden kann,ohne den Euro zu sprengen.
    Der Euro wird ohnehin gesprengt werden, denn die Politiker ist weder fähig noch willens, den dazu nötigen politischen Unterbau zu liefern!
    Zitat von MütterchenMüh Beitrag anzeigen
    Wünschen sollte man sich die Sozialisten nirgendwo in Europa aber leider sind sie immer für einen gewissen Unterhaltungswert gut.
    Wünschen sollte man der Europäern Politiker, die ihren Job verantwortungsvoll machen. Nur gibt es wohl in ganz Europa keine Demokratie, in der sich Politiker für verantwortungslose Politik verantworten müssen. Das scheint mir die Primärursache für die übrigen Probleme zu sein.
    Zitat von MütterchenMüh Beitrag anzeigen
    Schau´n mer mal, was die Franzosen am Sonntag so umtreiben wird.
    Genau!


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