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Aggressives TV-Duell in Frankreich: Verachtung und Abscheu

DPAEs war die aggressivste Debatte, die es in einem französischen Präsidentschaftswahlkampf je gab: Nicolas Sarkozy wollte unbedingt den Befreiungsschlag gegen seinen Herausforderer François Hollande. Er provozierte, agitierte. Und wurde Opfer seiner eigenen Taktik.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...831049,00.html
  1. #100

    Willkuer

    Zitat von ArnoNuem Beitrag anzeigen
    Ich halte Sozialisten und Sozialdemokraten nicht für radikal. Und ich habe auch nicht den Eindruck, dass ich in einem Willkür-Vormundsstaat lebe. Ich habe den Eindruck, dass wir Menschen diesem Finanzkapitalismus mit seiner unerstättlichen Gier ausgeliefert sind. Daraus resultiert Bevormundung! ie Finanzhaie wollen uns Glauben schecken, dass sie die einzigen sind, die das Richtige tun und dass das gut für die Menschen ist. Das ist Willkür!
    Bevormundung kann nur durch den Staat kommen, da diese eine Rechtsmonopolstellung hat. Oligopole aus der Privatwirtschaft sind auch ein Problem, kann man jedoch (meist) noch umgehen, ausserdem haben diese kein Mandat, ueber Menschen bestimmen zu koennen.

    Und ich frage mich hier, wer sich in der Politik ueberhaupt noch fuer unsere Freiheit ensetzt. Da fallen mir nicht wirklich viele ein, in Frankreich schon gar nicht.
  2. #101

    Machen Sie...

    Zitat von böseronkel Beitrag anzeigen
    Der französische Staat wird keineswegs mehr Geld ausgeben als er hat. Ich erinnere an das zentrale Versprechen Hollandes die reichen und superreichen Franzosen entschieden stärker zur Finanzierung der Aufgaben heran zu ziehen.

    Hollande wird also liefern können, da die gesamtwirtschaftlich schädliche Umverteilung von Unten nach Oben rückgängig gemacht wird. Wir Deutsche sollten jubeln, wenn die Fiskalpakt genannte Rezessionsmaschine zum Stillstand gebracht werden kann.
    ...sich da mal keine Hoffnungen. Hollande ist bestenfalls ein Salonsozialist und wäre er nicht mehr oder weniger per Zufall gerade Präsidentschaftskandidat, könnte er sich auch problemlos bei den deutschen Seeheimern einreihen. Grosse Richtungsänderungen wird es in Frankreich nach seinem Wahlerfolg nicht geben.

    Die Überzeichnung als wahlweise Held oder Schurke hat mit der Realität wenig zu tun und bedient lediglich die Mechnismen des Wahlkampfs und der Medien.
  3. #102

    Zitat von ArnoNuem Beitrag anzeigen
    Da haben Sie ja so etwas von Recht! Die SPD muss sich häuten. Wir brauchen in Deutschland ganz dringend eine funktionierende sozialdemokratische Partei, die die Wähler in der Mitte bindet. Und das ist m.E. nur mit der Linkspartei mölich. Auch diese Partei wird gebraucht - als Korrektiv für die Sozialdemokraten. Ich habe keine andere Idee. Mit den Konservativen geht gar nix mehr. Und eine Partei, die den digialen Tunnelblick pfelegt, ist gar nix zu gewinnen.
    Sie wollen die Wähler in der Mitte mit der Linkspartei einfangen?

    Und die Rechten mit mehr Zuwanderung? Und die Grünen mit neuen Atomkraftwerken? An Ihnen ist ein Politikgenie verloren gegangen.
  4. #103

    Zitat von Koana Beitrag anzeigen
    .... auf die Mattscheibe und manche davon glauben wohl immer noch, Politiker seien dazu bereit, Verantwortung für eine mögliche Zukunft aller Menschen zu übernehmen.
    ...
    Der Mensch wäre so klug, er könnte dies sogar ohne grausamen Mordorgien und hemmungslosen Fresswahn bewerkstelligen.

    Warum nur, findet er es so hässlich und langweilig, warum nur, widerstrebt es ihm so, warum nur, möchte er lieber ein hässliches, aufrecht laufendes Übel sein?
    2 Sachen:

    1. Super Text! Genau deswegen schreibe ich hier vielleicht lesen diesen dann mal ein paar mehr Leute.
    2. Gute Frage! Wenn die Menschheit das einsehen würde und endlich das beherzigt was sie sich selbst immer attestiert, nämlich den Tieren die Vernunft vorauszuhaben (dem ist ja offensichtlich nicht so, wir sind nur intelligenter und gerissener), dann bräuchte man keine Politik und Gesetze mehr. (ok ja wegen Triebtätern etc bräuchte man eine Lösung...) Dann würde sogar funktionieren was die FDP will, nämlich freie Märkte die sich selbst regulieren, oder der Kommunismus, der dann keinen Unterschied mehr machen würde, da ja eh alle den selben Lohn für egal welche Arbeit bekommen und Bildung nichts kostet und alle den Grillabend mit Freunden wieder mehr Bedeutung zusprechen als dem Apple Produkt, oder der Statuskarre. Leider glaube ich nicht das der Homo sapiens full HDensis dazu nicht in der Lage ist. Das wird auf lange Sicht die Evolution regeln.
  5. #104

    Und morgen kommt der Weihnachtsmann

    Zitat von böseronkel Beitrag anzeigen
    Der französische Staat wird keineswegs mehr Geld ausgeben als er hat. Ich erinnere an das zentrale Versprechen Hollandes die reichen und superreichen Franzosen entschieden stärker zur Finanzierung der Aufgaben heran zu ziehen.

    Hollande wird also liefern können, da die gesamtwirtschaftlich schädliche Umverteilung von Unten nach Oben rückgängig gemacht wird. Wir Deutsche sollten jubeln, wenn die Fiskalpakt genannte Rezessionsmaschine zum Stillstand gebracht werden kann.
    Hollandes Reichensteuer wird geschätzte 200-250 Millionen bringen und damit wollen sie die Budgets in Frankreich ausgleichen, na viel Spass dabei.

    Aber vielleicht kann er ja mit GR, E, I und P seine Projektbonds auflegen, fragt sich nur wer die kaufen soll
  6. #105

    ...

    Zitat von hastdunichtgesehen Beitrag anzeigen
    Gewinnt der Sozialist Hollande gibt es keine EU mehr.
    Können Sie das mal erläutern?

    Wieso eigentlich werden bei Sozialisten immer direkt hypothetische Weltuntergangsszenarien an die Wand gemalt, während Konservative sich einen faktischen Skandal nach dem anderen leisten können? Mit den Linken soll immer das Schlechte kommen, aber mit den Konservativen kommt es tatsächlich. Diese unglaubliche Verlogenheit. Gilt für Frankreich wie für Deutschland.
  7. #106

    emotionales Wunschdenken

    Zitat von claudeka Beitrag anzeigen

    Welch ein gruseliger Versuch die Stimmen der Rechten zu erobern. Dadurch hat sich Sarko einen grossen Teil seines Vorsprungs in der Debatte verspielt.
    Leider ist das nicht die Realität sondern Ihr persönliches Wunschdenken.

    Dass Sarko möglichst viele der Le Pen Anhänger zur Wahl mobilisieren muß, um noch zu gewinnen, ist doch logisch begründbar.

    PS
    Auch die SPD wird noch auf Ihren Alt-Genossen Sarrazin zurückkommen, wenn es mal hart auf hart kommt. :-)
  8. #107

    Zitat von Knut Albers Beitrag anzeigen
    Bevormundung kann nur durch den Staat kommen, da diese eine Rechtsmonopolstellung hat. Oligopole aus der Privatwirtschaft sind auch ein Problem, kann man jedoch (meist) noch umgehen, ausserdem haben diese kein Mandat, ueber Menschen bestimmen zu koennen.

    Und ich frage mich hier, wer sich in der Politik ueberhaupt noch fuer unsere Freiheit ensetzt. Da fallen mir nicht wirklich viele ein, in Frankreich schon gar nicht.
    Leider kaum jemand. Aber es macht gelegentlich auch den Anschein, als wäre ein (zu hoher) Anteil der Bevölkerung bereit auf Freiheit zu verzichten, wenn er dafür einen "väterlichen Rundumversorgungsstaat" erhält.

    So wie bei Hollande: Er will die Freiheit weniger Geld zu verdienen massiv einschränken, ebenso wie die freie Preisbildung bei gewissen "essences". Als Gegenleistung verspricht er, weiterhin väterlich zu seinen Landsleuten zu sorgen, sie z.B. nicht später in die Rente zu schicken.

    Der Freiheitsdrang kann durch Transferzahlungen gekauft werden.
  9. #108

    Mitte-links Journalismus ?

    Zitat von chico 76 Beitrag anzeigen
    .....
    Wer sich die Studie der FU - Berlin durchliest, eine Selbsteinschätzung von Journalisten, darf daran berechtigte Zweifel haben, dass bei uns
    faktenbezogene Berichterstattung Vorrang besitzt.

    http://www.dfjv.de/fileadmin/user_up...urnalisten.pdf

    Die Mehrheit sieht sich links von der Mitte, mit starker Tendenz zu den Grünen.Siehe S.13.
    Wenn Sie sich die Berichterstattung der Medien in den letzten fünfzehn Jahre über all die schönen neoliberalen Reformen ansehen kann ich beim besten Willen kein "links der Mitte" in der Mehrheit der Blätter feststellen.
    Schröders Agenda wurde von Anfang an mit medialem Unterstützungsfeuer durchgezogen, der politische Gegner als "Kommunisten" verunglimpft und, Sie erinnern sich, die Westerwelle FDP als Fackel des neoliberalen gesellschaftlichen Umbaus in den Himmel gehoben.
    Ich kann mich an KEINE wichtige Publikation erinnern die Schröders Kurs kritisch hinterfragt hätte - von SPIEGEL über Zeit, Süddeutsche, FAZ oder Welt und Bild sowieso - alles eifrige "Reformer".

    Und bis heute hat sich an dieser Grundhaltung wenig geändert - siehe aktuell Frankreich. Hollande als Bedrohung des status quo, der üble "Sozialist" der UNSER Geld haben will etc. Kritische Stimmen zu Merkels Totsparkurs liest man wenige.

    Die Journalisten mögen sich einschätzen wie sie wollen, die Richtung geben immer noch die Verleger vor - und von denen gehört keiner ins mitte-links Lager. Zumindest keiner der überregionale Blätter kontrolliert.
  10. #109

    Kein Titel

    Zitat von MütterchenMüh Beitrag anzeigen
    Die 35 StundenWoche und ein hoher Mindestlohn sind alles andere als wirtschaftspolitische Erfolgsrezepte.
    Was, bitte, definieren Sie denn als wirtschaftlichen Erfolg? Wenn Sie hier Bezug nehmen auf Deutschland, dann halte ich diesen Erfolg insofern für fraglich, als dass von diesem Erfolg nur eine Minderheit der Bevölkerung profitiert.

    Hier haben wir keine 35 Stunden Woche ( zumindest nicht in der Praxis ) und auch keinen hohen Mindestlohn - nein, wir haben überhaupt keinen bundeseinheitlichen Mindestlohn - , dafür haben wir die Agenda 2010, aus dem Boden sprießende prekäre Beschäftigungsverhältnisse, einen innerhalb der Industrienationen mit am schnellsten wachsenden Niedriglohnsektor, Zunahme von A-typischen Bechäftigungen, eine Welle von Altersarmut, die in den kommenden Jahren auf die Gesellschaft zukommt etc,pp.

    Wenn nur ein Bruchteil der Gesellschaft vom vielgepriesenden wirtschaftlichen Erfolg profitiert, ist dieser für mich zumindest, kein Erfolg, sondern eher ein Zeichen einer stetig ungesunden und unakzeptablen Entwicklung.

    Da können Sie noch so sehr das Gespenst des "Sozialismus in Europa" beschwören, doch die Zahl derer, die sich vor dem noch großartig fürchten müßten. weil es etwas zu verlieren gäbe, sinkt immer mehr.

    Zumal es keine Sozialisten sind, sondern soziale Marktwirtschaftler.


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