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Aggressives TV-Duell in Frankreich: Verachtung und Abscheu

DPAEs war die aggressivste Debatte, die es in einem französischen Präsidentschaftswahlkampf je gab: Nicolas Sarkozy wollte unbedingt den Befreiungsschlag gegen seinen Herausforderer François Hollande. Er provozierte, agitierte. Und wurde Opfer seiner eigenen Taktik.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...831049,00.html
  1. #90

    Ganz anders gesehen als im Artikel dargestellt

    Ich habe die Debatte im Fernsehen verfolgt und, im Gegensatz zu dem im Artikel dargestellten Sachverhalt, einen stotternden Hollande, der seine oppositionelle Vergangenheit in keinem Satz verbergen konnte. Obwohl ich für Sarkozy keine Sympathie empfinde, war er aus meiner Sicht souverän, während Hollande sich nur noch in seiner Kritik wähnte. Selbst sein Abschluss bestand nur noch aus Anti-Sarkozy-Inhalten: "wenn ich Präsident werde, dann werde ich dieses und jenes nicht machen". Davon, was er eigentlich machen würde, war kaum die Rede, und wenn, dann realitätsfremde Angebote, wie 12000 Jobs im Bildungswesen jährlich schaffen. Also, da ist mir Sarkozy deutlich das kleinere Übel.
    Ich frage mich dennoch, warum dieser Artikel so tendenziös geschrieben ist.
  2. #91

    .

    Zitat von Rahvin Beitrag anzeigen
    Wer tatsächlich die Hoffnung hat, dass sich Hollande "für ein anderes Europa" stünde, der wird bitter enttäuscht werden. Bislang haben sich alle Politiker als äußerst pragmatisch erwiesen, haben ihre hehren Wahlversprechen verwässert, den Vorgaben der EU angepasst; von System- und Richtungswechsel keine Spur. Das ist auch in einem derart verzahnten Europa kaum möglich. Sehen wir uns die Griechen an, die gewaltsam gegen das Spardiktat demonstrierten und ihren adipösen Finanzminister immer wieder in Europa vorsprechen ließen. Am Ende knickte dieser trotz vollmundiger Versprechungen im Vorfeld ein. Die ideologischen Führer gibt es heute nicht mehr, die Vertreter der Politik haben ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen im Auge, ihre Verfehlungen werden sie wohl selbst kaum ahnden.
    Sie haben den Grund weshalb schlaue Köpfe die EU erdacht und aufgebaut haben verstanden.
    Was Sie als Verwässerung wahrnehmen, sehe ich als Kompromiss. Die Zeiten in denen europäische Herrscher mit "dem Kopf durch die Wand" Politik gemacht haben sind glücklicherweise vorbei.
  3. #92

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Leben bedeutet nicht, möglichst früh anzufangen, andere zu übertrumpfen, andere zu nutzen, andere zu betrügen!

    Leben bedeutet sich gemeinsam in der gelebten Daseinsform symbiotisch und harmonisch mit der Umwelt durch die Zeit zu bewegen!
    Eigentlich weise und kluge Worte!

    Aber! Wo wäre die Menschheit, wenn wir keinen Wettbewerb und Verdrängungskampf hätten? Nur aus dieser Gier heraus entwickeln wir uns weiter. Sonst würden wir uns heute nicht in diesem Forum austauschen können......
  4. #93

    Hmm...

    Zitat von zappa99 Beitrag anzeigen
    Wenn der französische Staat bald noch mehr Geld ausgibt, das er nicht hat, ist's vorbei mit dem Euro.
    Äh, hat doch hier unter Kohl jahrelang gut geklappt, und dann wurde sogar der Euro EINGEFÜHRT! Ausserdem weiß doch jeder Wähler, dass es nach der Wahl immer anders aussieht als vor der Wahl.
  5. #94

    Was soll die ganze Aufregung. Der Unterschied zwischen Hollande und Sarkozy ist einzig ethischer Art. Während Sarkozy so ziemlich zu allem bereit ist - irgendwelche ethisch-moralische "rote Linien" gibt es in der Welt Sarkozys nicht - gibt es bei Hollande noch klare Grenzen; ansonsten ist Hollande weder "Sozialist", noch irgendwie "Sozialdemokrat", noch überhaupt so etwas wie "links".
    PS, und damit auch Hollande haben die Politik der letzten 15 Jahre immer mitgetragen, und sind für den wachsenden Pauperismus in der Bevölkerung und die Exzesse der Finanzwirtschaft genauso verantwortlich wie die UMP. Seltsamerweise haben es auch beide Kandidaten geschafft genau diese Themen drei Stunden lang zu umgehen.
    Die aktuelle Generation des PS hat den Kontakt zu ihrer Basis schon lange verloren; 2002, 2005, 2007 waren eigentlich eindeutige Signale, aber Konsequenzen wurden nie daraus gezogen. Da ist ein riesiges Vakuum entstanden - nicht einmal 10% der Arbeiter wählen heute noch PS; ein Großteil des "ehemaligen" Mittelstandes wählt kaum noch - das sich nach und nach von den Extremen her auffüllt. Die üblichen "100 Tage" werden für Hollande verdammt kurz ausfallen, und viel politischer Spielraum wird ihm wohl nicht bleiben. So oder so nicht.
  6. #95

    Sorry, aber....

    Zitat von cicatriz Beitrag anzeigen
    Er hat sich aber mit jemandem verbündet, mit der deutschen Poliitik=Wirtschaft, der es absolut nicht gut meint mit 100ten von Millionen einfachen Menschen in Europa.Etwas, was Europa, unter überraschend brutalen Vorzeichen, zu einer von der deutschen Wirtschaft abhängigen Kolonie machen will, die ihn der BRD ebenfalls nur mit Unterdrückung von Arbeitnehmerrechten, extremen Daumenschrauben und Angstverbreitung (vor Hartz4) ihre morallosen Gewinne scheffelt.
    ...wo leben Sie ?
    Jedenfalls nicht in dem Deutschland in dem ich lebe & arbeite.
    "Von der deutschen Wirtschaft abhängigen Kolonie"....man, man, man,
    haben Sie es nicht ein bisschen kleiner ?
    So ein Quatsch !

    Da ich der französchischen Sprache nicht mächtig bin und das TV-Duell der Präsidentschaftskandidaten nicht gesehen habe, kann ich dazu nichts sagen.
    Abwarten & Tee trinken, Sonntag wissen wir mehr.
  7. #96

    Zitat von at.engel Beitrag anzeigen
    Was soll die ganze Aufregung. Der Unterschied zwischen Hollande und Sarkozy ist einzig ethischer Art. Während Sarkozy so ziemlich zu allem bereit ist - irgendwelche ethisch-moralische "rote Linien" gibt es in der Welt Sarkozys nicht - gibt es bei Hollande noch klare Grenzen; ansonsten ist Hollande weder "Sozialist", noch irgendwie "Sozialdemokrat", noch überhaupt so etwas wie "links".
    Nein, der ist erzliberal der Hollande... Es ist ja auch ein erzliberales Anliegen die Gaspreise für drei Monate einzufrieren (gestern gesagt) oder 75% Steuern für Spitzenverdienende einzuführen (die zusammen mit den Sozialabgaben dann wohl einer 100% Grenzbelastung gleichkäme).

    Und Ethik interessiert auch erst, wenn man es sich leisten kann.
  8. #97

    Gleiches Programm

    Zitat von satissa Beitrag anzeigen
    aber den fipsigen Herrn Hollande, als präsidialer zu bezeichnen, ist schon mehr als lachhaft und tendenziell. Sarkozy hat in allen Punkten klar überlegen geantwortet und war besser im Sachverhalt als Herr Hollande. Peinlich Patzer: Sarkozy fragt: Nenner Sie mir bitte ein Land in Europa, dass seit 2009 ein höheres Wachstum hat als Frankreich. Hollande antwortet: Die USA.
    Und so weiter. Und dann das billige "Moi President, je ferai ...
    das war schon mehr als peinlich.
    Sind Sie sicher, Sie haben das gleiche Programm gesehen, bzw. haben
    Sie vergessen, vorm Einschalten Ihre Brille abzunehmen ? Es gibt nur
    noch wenige, die diesen laecherlichen Gockel noch ersnst nehmen, seitgestern Abend noch weniger, und die Minderheit, die Sarko noch
    waehlt, ist konservative Stammwaehlerschaft, die sich exklusiv um
    sich selbst sorgt. Endlich ist das Merkozy Gespann gesprengt - das
    war nicht mehr auszuhalten! Gespannt darf man sein auf die Nummer, die Merkel nun mit Hollande abzieht. Der Orden 'Wider den Tierischen
    Ernst" soll schon reserviert sein! Es wird eng, Madame. Ihre konserva-
    tiven Mitstreiter in der EU, die nur das Wohl der Banken im Auge habenwerden von dem sich stark gewendeten Wind in Europa vom Podest
    geweht!
  9. #98

    Zitat von hubertrudnick1 Beitrag anzeigen
    Aber auch bei uns in Deutschland glaubt man damit punkten zu können, aber sind die Wähler denn wirklich so dumm, dass sie darauf noch hereinfallen?
    HR
    Dumm sind nur die Wähler, die meinen das ein Politiker oder eine Partei 100% ihrer Ideen bei Machtübernahme umsetzen kann. Das schafft noch nicht einmal der "beste" Diktator.
  10. #99

    Zitat von böseronkel Beitrag anzeigen
    Der französische Staat wird keineswegs mehr Geld ausgeben als er hat. Ich erinnere an das zentrale Versprechen Hollandes die reichen und superreichen Franzosen entschieden stärker zur Finanzierung der Aufgaben heran zu ziehen.

    Hollande wird also liefern können, da die gesamtwirtschaftlich schädliche Umverteilung von Unten nach Oben rückgängig gemacht wird. Wir Deutsche sollten jubeln, wenn die Fiskalpakt genannte Rezessionsmaschine zum Stillstand gebracht werden kann.
    Wenn man kein Geld hat, nimmt mans jemandem weg. So einfach ist das in ihrer und der Vorstellung der PS. Leider aber nicht in der Realität.

    Der gutmeinende Mann (aka Demagoge) will einen 75% Spitzensteuersatz. Was inkl. Sozialabgaben wohl einer Grenzbelastung von gegen 100% entspricht. Angenommen sie haben bisher EUR 2 Mio. im Jahr verdient. Von der zweiten Million sehen sie also quasi nix. Womit es sie eigentlich nicht mehr interessiert, ob sie nun eine oder zwei Millionen Euro verdienen, womit die Anzahl Personen, die in dieser Kategorie Geld verdienen (dürften in Frankreich ja eh kaum eine "Handvoll" sein), ganz dramatisch sinken wird.

    Herr Hollande hat ganz vergessen zu erwähnen, dass er einen Zaun um Frankreich rum bauen muss, wenn das funktionieren soll.








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