Afghanistans bittere Bilanz: Karzai bricht mit Amerika

AFPVier Tage nach dem Amoklauf eines US-Soldaten verlangt Afghanistans Präsident Karzai den Rückzug aller Nato-Soldaten in ihre Camps und einen vorzeitigen Abzug aus dem Land. Zeitgleich brechen die Taliban ihre Gespräche mit den USA ab. Die Mission am Hindukusch ist gescheitert.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...821615,00.html
  1. #180

    Kriegsgründe

    Zitat von Eimsbüttler Beitrag anzeigen
    zu 1 - innerstaatliche Angelegenheit
    zu 2 - der "Bündnisfall" wurde konstruiert, Täter Zivilisten
    zu 3 - siehe 2, die BW hat da nichts zu suchen
    Es soll noch immer einige Leute geben die nach wie vor die Lügen als die Wahrheit hinnehmen.
    Obwohl der geschasste BP Köhler gesagt hatte, dass man auch mit der Armee die Interesses seines Landes durchsetzen müsse und für diese öffentlich gemachten Worte wurde er dann von der polititischen Elite des Landes gemoppt und aus dem Amt gedrängt.
    Ja auch wenn man es noch hunderte male wiederholt, dass man am Hindukusch die deutsche Freiheit und Demokratie verteidigen müsse, so bleibt es doch nur eine Lüge.
    Und das hatte gerade derjenige, Peter Struck öffentlich nach seinem Ausscheiden aus der Politik selbst gesagt.
    Aber eine Einsicht in der Verlogenheit der Kriege auf die man hereingefallen ist können diese Leute nach wie vor nicht äußern.
    Ich bin mal gespannt was man zu all den neuen Kriegen sich ausdenken wird, ich glaube nicht daran, dass diese Politiker dazugelernt haben, denn die BW wurde ja gerade für all die neuen Kriege die man mitmachen möchte umgerüstet.
  2. #181

    absurdes Spiel

    Vermutlich wird sich der überaus korrupte Karzai so gut es geht abgesichert haben. Schwere Kämpfe um die Macht sind ja vorprogrammiert. Wenn auch noch alle Hilfs-Maßnahmen zurückgezogen werden, dann wird es ziemlich düster in Afghanistan.
  3. #182

    Gerade eben nicht

    Zitat von KaWiDu Beitrag anzeigen
    Das ändert sich auch nicht dadurch, dass man sich (quasi als Rechtfertigung) um die Frauenrechte vor Ort bemüht.
    Im Gegenteil, dadurch wird das alles vollends lächerlich.

    Was die Sache schwierig macht, ist der Umstand, dass die Lage für die Menschen in Afghanistan (und ja, gerade auch für die Frauen) katastrophal ist.
    Ist sie gerade nicht. Vor Jahren gab es eine Zahl zu lesen, nach der 70% der Bevölkerung Frauen sind. Das wurde sogar von feministischer Seite kolportiert. Aber danach müssen ca. 40% der Männer umgekommen sein!
    Gut, natürlich kann für Tote die Lage nicht mehr schlecht sein. SO sieht westliches Verständnis von Menschenrechten aus.

    Nebenbei: viele Länder der nahen Ostens, so auch Afghanistan, waren vor den Kriegen der 70er und 80er auf bestem Weg in die Modernität. Davon will jetzt keiner mehr wissen, schon gar nicht die ganzen Schlaumeier, die hier diesen Unsinn vom "im Mittelalter lebenden Moslems" erzählen. Ein kurzes Gedächtnis hat der Westen auch noch!
  4. #183

    Das Trauerspiel von Afghanistan (Fontane)

    Letzte Strophe:

    "Die hören sollen, sie hören nicht mehr,
    Vernichtet ist das ganze Heer,
    Mit dreizehntausend der Zug begann,
    Einer kam heim aus Afghanistan."

    Dank an unsere ignoranten und unbelehrbaren Politiker schwarzer, gelber, roter und grüner Couleur (fairerweise ausgenommen die PDS, für die ich keine Werbung machen möchte). Die Geschichte wird sich somit wiederholen und das war von Anbeginn absehbar. Gut möglich, dass das größte Desaster erst noch kommt - das Abzugsschlamassel. Abziehende Truppen sind gute Zielscheiben.
  5. #184

    .

    Zitat von lordofaiur Beitrag anzeigen
    Was heisst den Niederlage? Ist doch Käse sowas zu behaupten.
    Nö, es ist die Realität

    Zitat von lordofaiur Beitrag anzeigen
    Was nicht geklappt hat ist die Demokratisierung von Afghanistan, was vorzüglich nach dem 2. Weltkrieg mit Deutschland, Japan und Italien etc. funktioniert hat.
    nach so vielen Jahren haben Sie immer noch keine Ahnung von Afghanistan. In dieser muslimischen und patriacharchischen, teils archaischen Stammeskultur erwarten Sie eine Demokratisierung?
    Kopfschüttel.
    Zitat von lordofaiur Beitrag anzeigen
    Militärisch haben die Taliban keinen Blumentop gewonnen oder wollen Sie wirklich behaupten nach 10 Jahren Besatzung haben die Taliban den Krieg gewonnen? :-)
    Ja, haben sie.
    Sie sind stärker als je zuvor, die afghanische Bevölkerung großteilig gegen die westlichen Truppen eingestellt. Der Abzug der westlichen Truppen ist bereits beschlossen (und das nicht weil man die sich gestecketen Ziele erreicht hat). Wo bitte schön hat der Westen denn gesiegt?
    Die Taliban werden das Land wieder übernehmen, also wenn das kein Sieg ist weiß ich auch nicht.
  6. #185

    man muss versuchen

    das ganze positiv zu sehen, aus Fehlern lernt man

    immerhin hat sich Deutschland nicht aktiv an den Einsätzen in Irak und Lybien engagiert.

    hinterher ist man immer schlauer und zumindest ne zeitlang sah es doch im deutsch kontrollierten Norden ganz gut aus.
  7. #186

    Och Joh!

    Zitat von taglöhner Beitrag anzeigen
    ... Manch einer freut sich darüber, wenn die Amis mal wieder eine verpasst kriegen, als wär's ein Tor gegen Bayern.

    Dabei sollte man aber die Afghanis nicht vergessen, die sich Hoffnung auf eine offene Gesellschaft gemacht haben. Viele von denen, die ein westliches.....
    Einfach putzig, dieser Kommentar!
    Ich freue mich nicht, wenn die Ami's mal wieder eine verpasst kriegen, verstehe aber immer noch sehr gut, warum vor Jahrzehnten es hierzulande massenhaft Lokalitäten gab, an denen das Schild "Out of Bounds" hing. Nichts ist dämlicher und ignoranter, wie ein durchschnittlicher GI!

    Die Afghanen, die sich Hoffnung auf eine offene Gesellschaft gemacht haben, haben sich in den vergangenen Jahren rein gar nicht blicken lassen. Es ist nicht erkennbar, das die westlichen Aktivitäten zu mehr als der Mehrung der Vorteile des eigenen Clans geschätzt und genutzt werden.

    Nehmen Sie einfach zur Kenntnis, das es Länder in dieser Welt gibt, die nicht am westlich orientierten Wesen der kapitalorientierten Demokratie genesen wollen.
  8. #187

    Die Kriege der USA/NATO und ihre „Begründungen“.

    Wenn es dem Westen in Afghanistan jemals um die Rechte der Bevölkerung, besonders die der Frauen, gegangen wäre, dann hätte er in den 1970er/1980er Jahren die sozialistische Regierung unterstützen müssen und nicht die islamistischen Mudjahedin, die mit Bombenterror gegen die afghanische Regierung und gegen die zu Hilfe gerufene sovietische Armee vorging.
    Niemals danach war die Situation der Afghaninnen und Afghanen so gut, wie unter der sozialistischen Soviet-freundlichen Regierung.
    Hingegen ging aus den Mudjahedin Al Qaida hervor.

    Man muss bei diesen Kriegen unterscheiden zwischen der propagandistischen „Begründung“ und den wahren Motiven.
    Bezüglich der hehren Propaganda waren alle Kriege des Westens in diesem Jahrhundert erfolglos:
    - Afghanistan
    - Irak
    - Libyen
    - Auch der im Entstehen begriffene Krieg gegen Syrien.

    Das US-Kriegsministerium (Verteidigungsministerium wäre das falsche Wort) gibt Milliarden aus für einen Propaganda-Feldzug, in dem die hehren Kriegsziele verbreitet werden und die US-Armee als die Kraft des Guten dargestellt wird, die leider an den tragischen Umständen immer wieder scheitert.
    Aber ist denn solch ein Szenario überhaupt plausibel?
    Welche Großmacht hat jemals in der Geschichte solch teure und verhehrenden Kriege geführt, um die Bevölkerung andere Länder zu beglücken?

    Man kommt den wahren Kriegs-Motiven und Zielen wesentlich näher, schaut man sich die Ergebnisse an:
    Die bekriegten Länder haben nur zwei Optionen:
    1. Sie installieren eine willfährige Marionettenregierung
    2. Bei anhaltendem Widerstand werden in dem Land alle unabhängigen Strukturen sowie der Großteil der Infrastruktur zerstört.
    Der Krieg wird im zweiten Fall zum Zerstörungs- oder gar zum Vernichtungskrieg.
    Die kriegführenden Westmächte übernehmen dabei keinerlei Verantwortung für die angerichteten massiven Schäden, die auf Jahrzehnte eine Entwicklung des Landes verhindern.
    In Afghanistan und im Irak war das genau zu beobachten, Libyen wird sehr wahrscheinlich den gleichen Leidensweg gehen müssen.

    Die Gründe für diese Kriege werden nicht öffentlich genannt, können daher nur vermutet werden:
    - Der gewaltige Militärisch-industrielle Komplex vor dem bereits der US-Präsident Eisenhower gewarnt hatte, verdient massiv an jedem Krieg der USA.
    - Der rohstoffreiche Nahe Osten soll komplett unter westliche Gewalt kommen.
    - Zentralasien (besonders Afghanistan und Iran) sind von geostrategischer Bedeutung, siehe der US-Regierungsberater Zbigniew Brzezinski und sein Buch „The Grand Chessboard“. Diese Region soll unter keinen Umständen zu einem starken Bündnispartner für Russland oder China werden. Ordnet sich die Bevölkerung dort nicht einer pro-westlichen Marionetten-Regierung unter, bombt man diese Region „zurück in die Steinzeit“.

    Wie immer in der Geschichte, werden die „Feinde“ vor einem Angriff dämonisiert.
    Die Propaganda wirkt in der westlichen Bevölkerung heute so gut wie vor 70 Jahren.
    Ein Regierungs-Chef, von dem man sich hat jahrelang auch privat einladen lassen und der einem dem Wahlkampf finanzierte, wird binnen eines halben Jahres zum unmenschlichen Diktator erklärt und man lässt ihn umbringen.
    Und die westliche Bevölkerung nimmt das ab.
  9. #188

    Zitat von taglöhner Beitrag anzeigen
    Wer sich an die Bilder nach dem Abzug der Sowjets erinnert jubelt nicht. Gegen das was nach dem Abzug kommt, ist die Summe der Kollateralschäden ein laues Lüftchen.
    Ich kann mich noch gut an die Bilder erinnern als die Taliban Mohammed Nadschibullāh aufhängten. Da haben viele gejubelt.

    Zitat von taglöhner Beitrag anzeigen
    Manch einer freut sich darüber, wenn die Amis mal wieder eine verpasst kriegen, als wär's ein Tor gegen Bayern.
    Es steht die Hoffnung im Vordergrund dass die US Regierung und ihre Partner aus diesem Fehlschlag etwas gelernt haben. Aktuell im Hinblick auf Syrien und den Iran.

    Zitat von taglöhner Beitrag anzeigen
    Dass die US-Regierungen der letzten Jahrzehnte es versäumt haben, ihre Streitkräfte nach dem kalten Krieg "Besatzungsfähig" zu machen, und die Zivilbevölkerung vor ihren "Killer-Maschinen" zu schützen, führt hier womöglich zu einer Tragödie.
    Die Tragödie begann mit dem Einmarsch in Afghanistan.
  10. #189

    Zitat von wahrhabenwollen Beitrag anzeigen
    Das ist nicht zynisch, sondern war Teil der Strategie um die Sowjets zu schwächen. Auch wenn man es jetzt vielleicht als im besten Fall ungünstig bezeichnet war es damals das Richtige.
    Im Nachhinein mussten wohl einige einsehen dass der Feind meines Feindes nicht unbedingt mein Freund ist. Auch hatten die Taliban vielleicht die Hilfe gar nicht nötig. Gegen die USA und ihre Verbündeten haben sie es ja auch geschafft.

    Da hat sich Deutschland und ganz besonders rot-grün auch nicht mit Ruhm bekleckert.