Die westliche Politik - insbesondere auch die deutsche - hört schon seit Jahren nicht auf Kritik und Warnungen hinsichtlich des Afghanistan-Abenteuers. Alle Bedenken wurden in den Wind geschlagen und nun bekommen die Kriegs-Teilnehmer endlich das verdiente Ergebnis: alles geht voll in die Hose!
Bis heute kennt die Politik auch in Deutschland nur eine Strategie - nämlich vorwärts. Erkannte Fehler führen nicht mehr (wie es bei verantwortungsbewußten und intelligenten Menschen der Fall ist) zu einem Überdenken von Maßnahmen, zu Änderungen oder zu Schritten zurück, sondern nur zum Weitermachen auf Teufel komm raus: Augen zu und durch - egal was es kostet. Das gleiche Szenario erleben wir z. B. auch heute bei der Griechenland-Hilfe.
Diese Methode der Politik kann ich wirklich nicht mehr als normal, seriös oder berechenbar bezeichnen.
Aber wahrscheinlich meint man, es dem kriegserfahrenen Verbündeten und Vorbild jenseits des Teiches schuldig zu sein, einer Stammesgesellschaft westliche Demokratie und Menschenrechte zu bringen. Dabei brachten die demokratischen "Schutztruppen" eher Zerstörung und den Tod tausender Unschuldiger und natürlich nicht zu vergessen das US-Folterlager Bagram!
Ich denke heute wieder an den schönen Spruch des damaligen Verteidigungsministers Struck (SPD): Die deutsche Freiheit wird am Hindukusch verteidigt. Ich habe selten so einen ausgewachsenen Blödsinn gehört. Jetzt gibt es für diese hohle Phrase wohl endlich die passende Quittung.
Was mich besonders ärgert, ist die leidige Tatsache, dass es nach unserem politischen System nicht möglich ist, die verantwortlichen Politiker (die Herren Schröder, Struck, Jung, vzu. Guttenberg, de Maiziere sowie die Frau Merkel) für ihre Fehlentscheidungen bzw. das "Weitermachen" zur Verantwortung zu ziehen.
Dabei sind diese Leute mitschuldig an dem Tod vieler unschuldiger Menschen und Soldaten sowie an der Verschleuderung von über 35 Milliarden Euro Steuergeldern! Und sie wußten genau, dass mindestens 2/3 der Bürger mit dem Afghanistan-Einsatz nicht einverstanden waren/sind.
Ich hoffe sehr, dass die Ausführungen von Herrn Karzai dem "Kriegskabinett" in Berlin das kommende Osterfest so richtig verderben.
Aber wahrscheinlich zählt bei denen nur die " Vereinbarung innerhalb des Bündnisses" und nicht mehr die Realität.

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